Ja ist denn heute schon Weihnachten?

Weihnachtsmarkt in Köln, Bild: Rike / pixelio.de
Weihnachtsmarkt auf dem Heumarkt, Bild: Rike / pixelio.de

Es sind nur noch 116 Tage1heute ist der 30. August 2020 bis Weihnachten. Und noch viel weniger Tage, bis die vielen Weihnachtsfeiern der Betriebe und Vereine starten. Das merke ich auch an den zahlreichen Anfragen, die ich in den letzten Tagen zu möglichen Führungen im November/Dezember bekommen habe.  

Denn: Im Jahr 2020 ist auch mit den Weihnachtsfeiern alles ganz anders.  Nachdem sogar die großen Weihnachtsmärkte abgesagt wurden, kann heute niemand exakt absehen, wie eine Weihnachtsfeier in Corona-Zeiten aussehen wird. 

Weihnachtsfeier in geschlossenen Räumen könnte kritisch werden 

Die Corona-Regeln für Weihnachtsfeiern in einem Restaurant oder sonstigen geschlossenem Räumen werden mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr streng sein. Da ist es für alle besser, sich draußen zu bewegen und stattdessen eine weihnachtlich-kölsche Stadtführung zu planen oder auf kölsche Art Weihnachts-Bosseln zu gehen.  

Einfach draußen, an der frischen Luft mit Spaß, Geselligkeit und weihnachtlichem Flair. Daher biete ich dieses Jahr zwei ganz spezielle Weihnachts-Touren an. 

Variante „Kölsche-Weihnachtsfeier-Tour“

Bei bunten Lichtern über uns erkunden wir gemeinsam das weihnachtliche Köln. Mit kölschen Gedichten und Geschichten zur Weihnacht fangen wir den Zauber der Stadt in der Adventszeit ein.

  • Weihnachtlicher Rundgang durch die Stadt, ca. zwei Stunden
  • Maximale Teilnehmerzahl: 25 Personen
  • Kosten: 12 Euro / Person
    Hinweis in eigener Sache: Für jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer spende ich immer 1,11 Euro an das HöVi-Land.
Weihnachtliche Stimmung mit den Heinzelmännchen auf dem Weihnachtsmarkt "Heinzels Wintermärchen", Heumarkt
Weihnachtliche Stimmung mit den Heinzelmännchen auf dem Weihnachtsmarkt „Heinzels Wintermärchen“, Heumarkt

Variante „Weihnachts-Bosseln auf kölsche Art“

Das beliebte „Kölsche Bosseln“ in der Weihnachts-Variante mit Glühwein, Lebkuchen, Spekulatius und viel Spaß. Ideal für Vereine, Abteilungen oder Unternehmen, die etwas Abwechslung mögen.

Das „Kölsche Bosseln“ ist ein als Sport getarnter Spaß. Dabei teilt man sich in zwei oder mehr Gruppen auf und wirft eine Kugel auf einer festgelegten Strecke mit dem Ziel, möglichst weit zu kommen, ohne dass die Kugel vom Weg abkommt. Welche Gruppe mit den wenigsten Würfen ein Ziel erreicht, hat gewonnen. Und dann geht es wieder von vorne los. 

Wir bosseln im Park, alle Abstandsregeln werden eingehalten.

  • Aktive Mitmach-Tour im Park
  • Dauer: etwa 2 -3 Stunden
  • Maximale Teilnehmerzahl: 20 Personen
  • Kosten: 20 Euro / Person inkl. Glühwein, Wasser, Apfelschorle, Lebkuchen und Spekulatius (auf Anfrage auch gerne mit Kölsch und/oder Wein gegen Aufpreis)
    Hinweis in eigener Sache: Für jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer spende ich immer 1,11 Euro an das HöVi-Land

Ich freue mich über eure Anfragen zu den speziellen Weihnachtstouren.


Das "Köln-Ding der Woche" per E-Mail frei Haus. Jede Woche sonntags ein neues Detail zur schönsten Stadt der Welt. Immer kurz & knackig, immer subjektiv und voreingenommen.

Für den Fall, dass dich die standardisierte Anmeldeprozedur nervt, gibt es auch die kölsche Lösung: Schick mir einfach eine Mail an uli@koeln-lotse.de und ich trage dich in den Verteiler ein.

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Die Karte zum „Köln-Ding der Woche“

Die Karte um "Köln-Ding der Woche": Was finde ich wo?
Die Karte zum „Köln-Ding der Woche“: Was finde ich wo?

Immer wieder werde ich gefragt

Antworten auf diese Fragen gibt ab sofort die interaktive Karte zum „Köln-Ding der Woche“. Schaut einfach mal, was die schönste Stadt der Welt für euch alles so zu bieten hat.

Trotzdem: Am schönsten ist es natürlich immer noch, gemeinsam mit dem Köln-Lotsen die Stadt zu erkunden. 🙂


Das "Köln-Ding der Woche" per E-Mail frei Haus. Jede Woche sonntags ein neues Detail zur schönsten Stadt der Welt. Immer kurz & knackig, immer subjektiv und voreingenommen.

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Neue Lotsentour: Zeitreise zurück in das Köln im Jahr 1908

Die Hohe Straße im Jahr 1912
Die Hohe Straße im Jahr 1912

Es ist lange her. Und man kann es kaum glauben: Vor den Zerstörungen des 2. Weltkriegs und den anschließenden „Modernisierungsmaßnahmen“ der Stadtverwaltung sah unsere Stadt tatsächlich einmal schön aus. Herrschaftliche Häuser, viele Bäume in der Stadt – Köln war Anfang des 20. Jahrhunderts eine Metropole mit Flair.

Und das ist unwiderruflich verloren.

Oder nicht? 

Stellt euch vor, wir könnten eine Zeitreise machen:

  • Wir könnten uns das Stadtbild vor den Zerstörungen des Krieges ansehen.
  • Wir würden die Stadt sehen, bevor die ersten Autos unterwegs waren  und noch Pferdekarren das Straßenbild bestimmen.
  • Statt lauten Düsenjets würde majestätisch ein Zeppelin am Himmel seine Kreise ziehen und auf dem Rhein sehen wir Dampfschiffe.

Neue Lotsentour „Zeitreise“

Und dieser Zeitsprung ist jetzt tatsächlich möglich: Die neue Lotsentour „Zeitreise“ macht es möglich. Mit dem TimeRide machen wir einen Zeitsprung zurück in das Köln zur Kaiserzeit um die Jahrhundertwende. Und das per Straßenbahn. Klingt verrückt – und ist absolut beeindruckend. Mittels „Virtual Reality“ (VR) fährt man mit einer der ersten elektrischen Straßenbahnen quer durch die Innenstadt im alten Köln. Auf dem Kopf hat man eine spezielle VR-Brille und genießt einen 360 Grad Blick aus der Straßenbahn.

Mit Virtual Reality in das alte Köln reisen, Bild: TimeRide
Mit Virtual Reality in das alte Köln reisen, Bild: TimeRide

Und anschließend machen wir den direkten Vergleich: In einem entspannten Stadtspaziergang von ca. 1,5 Stunden folgen wir der Route der historischen Straßenbahn. Wie sieht die Stadt heute aus? Was hat sich verändert? Wo entdecken wir noch heute die Spuren von vor 100 Jahren? Zwischendurch spülen wir den Staub der Jahrhunderte mit frisch gezapften Kölsch runter.

Und wenn wir dann am Ostermannbrunnen stehen und leise hören Och wat wor dat fröher schön doch en Colonia“ wird uns klar: Der Willi Ostermann hat recht gehabt. Köln war tasächlich einmal schön.


Die Lotsentour „Zeitreise“ dauert insgesamt etwa 2,5 Stunden und beinhaltet eine Fahrt mit dem TimeRide und anschließend den dazu passenden Stadtspaziergang.


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Der Südfriedhof – mehr Park als Friedhof

Ein parkähnliches Gelände: Der Kölner Südfriedhof, Bild: Thomas Salditt
Ein parkähnliches Gelände: Der Kölner Südfriedhof, Bild: Thomas Salditt

Das Laub riesiger, alter Bäume raschelt im Wind. Im Hintergrund hört man leise das Rauschen des Verkehrs auf dem Militärring. Menschen verlangsamen ihren Schritt, es wird nur leise geredet. Der Klang der Friedhofsglocke kündigt die nächste Beerdigung an. Es herrscht eine ganz besondere Atmosphäre auf Friedhöfen.

Licht und Schatten auf dem Kölner Südfriedhof, Bild: Thomas Salditt
Licht und Schatten am Hochkreuz auf dem Kölner Südfriedhof, Bild: Thomas Salditt

Ich sitze auf einer Bank direkt am Hochkreuz, einem zentralen Platz des Südfriedhofs. Hier kreuzen sich die bogenförmig angelegten Wege des ältesten Teils des Friedhofs. Ganz bewusst hat sich Adolf Kowallek, Gartenbaudirektor der Stadt Köln um das Jahr 1900, bei der Konzeption des Südfriedhofs von der bekannten schachbrettartigen Friedhofsstruktur gelöst. Diese Wegeführung lädt dazu ein, nicht systematisch über das parkähnliche Gelände zu gehen. Eher lässt man sich treiben, erkundet auch kleinere Gräberfelder. Und verliert schnell, so wie ich bei meinen ersten Besuchen, die Orientierung. Kein Problem – der nächste Hauptweg ist schnell gefunden. Bis man wieder abschweift, hypermoderne Grabstätten mit Grabsteinen aus Glas bewundert und gleich daneben wieder auf kölsche Prominenz trifft.

Grabstätte Neuerburg auf dem Südfriedhof, Bild: Thomas Salditt
Grabstätte Neuerburg auf dem Südfriedhof, Bild: Thomas Salditt

Auch wenn die Promi-Dichte nicht so hoch ist wie auf dem Melatenfriedhof, haben auf dem Südfriedhof eine ganze Reihe bekannter Kölner ihre letzte Ruhe gefunden. Und da das Villenviertel Marienburg zum Beerdigungsbezirk des Südfriedhofs gehört, gibt es auch hier eine  kleine „Millionenallee“. Ansonsten zieren etliche Gräber Symbole und Sprüche aus dem Karneval – mer sin  halt in Kölle. Zum Beispiel Noten auf dem Grabmal des Mundartdichters Karl Berbuer, Komponist vom „Trizonesien-Song“ und „Heidewitzka, Herr Kapitän“. Und auch das ist typisch Köln: Auf dem Grab von Heinz Schmidt, langjähriger Präsident des Karnevalsvereins „Kölsche Grielächer“, prangt in Stein gemeißelt sein Titel „Präsident“.  Und auch der Grabstein des „Vaters“ der Schullzöch, Jean Küster, trägt seinem Ehrentitel. Neben den Karnevalisten wurden hier aber auch Größen des Sports beerdigt, zuletzt im November 2017 Fußballweltmeister von 1954 Hans Schäfer, übrigens nicht unweit von Fortuna-Mäzen Hans „Schäng“ Löring, dem Boxer Peter Müller, bekannt als „Müllers Aap“ und dem ersten Präsidenten des 1. FC Köln Franz Kremer. Auch die Marie Juchacz, Gründerin der AWO, hat ihre letzte Ruhe auf dem Südfriedhof gefunden.

Grabstätte Peter Müller, "Müllers Aap", auf dem Südfriedhof, Bild: Thomas Salditt
Grabstätte Peter Müller, „Müllers Aap“, auf dem Südfriedhof, Bild: Thomas Salditt

Richtung Militärring verändert der Friedhof seinen Charakter: Die weitläufige Anlage des deutschen Ehrenfriedhofs (hier wurden die Opfer des Bombenkriegs im 2. Weltkrieg beerdigt) und insbesondere der Ehrenfriedhof des Commonwealth lassen mich – trotz 25 Grad Temperatur und strahlendem Sonnenschein – frösteln. Besonders der Commonwealth-Friedhof ist beeindruckend: Hier sieht man das mit Sicherheit am besten gepflegte Stück öffentliches Grün im gesamten Kölner Stadtgebiet. Kein Wunder denn hier kümmern sich zwei festangestellte Gärtner, bezahlt vom Commonwealth, ausschließlich um diese etwa 3.000 Gräber.

Streng symmetrisch: Der Cologne War Cemetery, Bild: Uli Kievernagel
Streng symmetrisch: Der Cologne War Cemetery, Bild: Uli Kievernagel

Kurios: Auf diesem Friedhof verlässt man deutsches Staatsgebiet – das Commonwealth hat dieses Geländer der Stadt Köln 1922 abgekauft. Auch der italienische Staat hat für seine Opfer des 1. Weltkriegs einen separaten Friedhof auf dem Gelände des Südfriedhofs angelegt.

Commonwealth-Friedhof auf dem Südfriedhof, Bild: Thomas Salditt
Perfekt gepflegt: Der Commonwealth-Friedhof auf dem Südfriedhof, Bild: Thomas Salditt

Eine tragische Geschichte birgt das Grab von Ursula Kuhr. Im Juni 1964 dringt ein psychisch kranker Amokläufer in die Volksschule in Köln-Volkhoven ein. Mit einem selbstgebauten Flammenwerfer und einer Lanze bewaffnet richtet der Attentäter ein Blutbad an. Acht Kinder und zwei Lehrerinnen sterben, darunter auch die Lehrerin Ursula Kuhr. Der von der Stadt Köln gestiftete Grabstein zeigt Flammen und eine große Person, die sich schützend vor kleine Menschen stellt. Hier bekomme ich trotz 25 Grad Gänsehaut.

Grabstätte Ursula Kuhr auf dem Südfriedhof, Bild: Thomas Salditt
Grabstätte Ursula Kuhr auf dem Südfriedhof, Bild: Thomas Salditt

Wesentlich aktueller sind die Obdachlosengräber. Jedes Jahr sterben in Köln etwa 20 Obdachlose. Vor dem Jahr 1997 wurden verstorbene Obdachlose eingeäschert und Asche anonym beigesetzt – aus Kostengründen. Seit 1997 sorgt die Interessengemeinschaft „Bestattung obdachloser Menschen“ dafür, dass „Menschen, die im Leben keine Spuren hinterlassen haben, nicht spurlos von der Erde verschwinden“. Spenden sind sehr willkommen. Auch ich werde meine Beitrag leisten: Für jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer an der Lotsentour Südfriedhof spende ich 1,11 Euro an diese Initiative.

Von den Obdachlosengräbern sind es nur ein paar Schritte zur Trauerhalle und zum Ausgang. Sofort empfängt mich die laute Stadt wieder: Die Linie 12 kommt quietschend um die Ecke, im Kreisverkehr am Höninger Platz kurven Autos und Busse um die Wette. Willkommen zurück in Köln.


In Köln gibt es viele weitere interessante Friedhöfe zu erkunden, zum Beispiel auch den Geusenfriedhof. Vom alten jüdischen Friedhof in Raderberg ist hingegen – bis auf eine Gedenkplakette – nichts mehr zu sehen.


Ich lade euch ein, mit mir den Südfriedhof zu erkunden:
Ganz neu im Programm des Köln-Lotsen: Die Lotsentour Südfriedhof.


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Nächster Halt: Jahrhundertwende – Mit der Straßenbahn 100 Jahre zurück

 

Mit Virtual Reality zurück ins Jahr 1904, Bild: TimeRide Köln
Mit Virtual Reality eine Zeitreise 100 Jahre  zurück unternehmen , Bild: TimeRide Köln

Mein ganz besonderer Tipp für alle, die Köln auch einmal in „schön“ erleben wollen: Der “TimeRide“ am Alter Markt.

Dabei handelt es sich um eine virtuelle Zeitreise in das Köln zur Kaiserzeit um die Jahrhundertwende. Und das per Straßenbahn. Klingt verrückt – und ist absolut beeindruckend. Mittels „Virtual Reality“ (VR) fährt man mit einer der ersten elektrischen Straßenbahnen quer durch die Innenstadt im alten Köln. Auf dem Kopf hat man eine spezielle VR-Brille und genießt einen 360 Grad Blick aus der Straßenbahn.

Wunderschönes Panorama und Blick auf die „Schwimmbrücke“

Am Rhein entlang, bis zum Dom und dann rüber bis zum Alter Markt geht die gemächliche Fahrt, die einen Blick auf viele Details des historischen Kölns bietet. Sound inklusive: Dank Kopfhörer bekommt man die kölschen Sprüche des Straßenbahnfahrers mit, hört, wie die Marktfrauen ihre Ware anpreisen und die Zeitungsjungen lautstark ein Extrablatt an den Mann bringen. Der Blick auf die alte Schwimmbrücke über dem Rhein und die wunderschönen, herrschaftlichen Häuser in der Altstadt ist täuschend echt – man taucht tatsächlich in eine vergangene Zeit ab.

Vielleicht geht es euch nach der Fahrt wie mir: Als ich die VR-Brille abgelegt und die Bahn verlassen hatte, stand ich auf dem Alter Markt, habe mich umgeschaut und gedacht: „Och wat wor dat fröher schön doch en Colonia“.


Der TimeRide Köln am Alter Markt (direkt gegenüber vom Jan von Werth-Denkmal) ist täglich von 10-20 Uhr geöffnet. Im Eintrittspreis von 12,50 Euro ist auch ein kurzer Film über die Entwicklung Kölns in den letzten 2000 Jahren und eine Auswahl von 3D-Bildern(Kölner Ansichten im Vergleich damals und heute) enthalten. Plant für euren Besuch insgesamt etwa 45 Minuten ein.


Die Lotsentour „Zeitreise“ beinhaltet eine Fahrt mit dem TimeRide und den passenden Stadtspaziergang anschließend.


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Zum Sprung bereit – der Panther in Marienburg

Panther, Bild: Uli Kievernagel
Kommt aus dem Gebüsch geschlichen: Der Panther, Bild: Uli Kievernagel

Die Ohren angelegt, sich anschleichend, mitten aus dem umgebenden Bäumen und Büschen kommend: Der lebensgroße Panther im Südpark in Köln-Marienburg ist durchaus beeindruckend. Auch der Platz für diese Skulptur ist sehr gut gewählt. Das halbrunde Gestrüpp lässt nur den frontalen Blick zu, von der Seite aus ist der Panther nicht zu sehen. Der Bronzeguß stammt ungefähr aus dem Jahr 1920, eine exaktere Datierung ist wegen fehlender Dokumente nicht möglich.

Geschaffen wurde der Panther vom Bildhauer Fritz Behn – einer Größe im nationalsozialistischen Kunstbetrieb. Ab 1921 unterhielt Behn gute Kontakte zu Hitler, der ihm 1943 die „Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft“ verlieh. Fritz Behn war bereits 1928 einer der Initiatoren des „Nationalsozialistischen Kampfbunds für deutsche Kultur“ . Zielsetzung diese Vereinigung war der Widerstand gegen „Verbastardisierung und Vernegerung unseres Daseins“. In dem Nazi-Blatt „Völkischer Beobachter“ hetzte Fritz Behn als Redakteur im Feuilleton gegen „Entartete Kunst“ und „Nigger-Jazz“.

Bei dieser steilen Nazi-Karriere verwundert seine Aussage nach dem Krieg, dass er in Gegnerschaft zum NS-Regime gestanden habe und die „Linkspresse“ ihn zum „Nazi-Bildhauer“ stempeln würde. Fritz Behn war bis zu seinem Tod im Jahr 1970 als freischaffender Künstler tätig, der seine alten Seilschaften zu nutzen wusste und unter anderem Portraits von Maria Callas oder Papst Pius XII. fertigte.

Und mit dem Wissen um den Bildhauer verändert sich für viele auch der Blick auf das Kunstwerk „Der Panther“.

Übrigens:  Teilnehmer der Lotsen-Tour Marienburg können dem Panther auf unserer Tour tief in die angriffslustigen Augen sehen. Eine weitere Skulptur von Fritz Behn steht in dem kleinen Park am Sachsenring: „Diana mit springender Antilope“.


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