HöVi-Land: Ein Land für Kinder

Motto HöVi-Land 2017
HöVi-Land-Motto  2017, Bild: HöVi-Land

Auf der „Schäl Sick“, der rechten Rheinseite, liegen die beiden Kölner Stadtteile Höhenberg und Vingst mit insgesamt etwa 23.500 Einwohnern. Ein Blick in die Statistik zeigt, warum diese beiden Stadtteile als „Problembezirke“ oder „Soziale Brennpunkte“ bezeichnet werden:

  • Die Arbeitslosenquote liegt bei 23% (Durchschnitt in Köln: 15%).
  • Der Anteil der ausländischen Bevölkerung liegt bei 32% (Durchschnitt in Köln: 19%), der Anteil der ausländischen Schülerinnen und Schüler liegt bei 48%.
  • Etwa 40% der Haushalte leben von staatlicher Zuwendung.
    (Quelle: HöVi-Land-Website)

So leuchtet es auch ein, dass Kinder aus diesen Stadtbezirken oft bei – für andere Kinder alltäglichen – Aktivitäten ausgeschlossen sind. Und Urlaub kann sich hier kaum eine Familie leisten. So kamen der heutige Weihbischof Ansgar Puff und die evangelische Jugendleiterin Petra Kempe im Jahr 1994 auf die Idee, ein spezielles Ferienangebot für die Kinder aus Höhenberg und Vingst zu schaffen: Die Geburtsstunde des HöVi-Lands.

Mittlerweile ist die Zeltstadt HöVi-Land jeweils in den ersten drei Wochen der Sommerferien Heimat für mehr als 500 Kinder. Diese werden von etwa 150 Erwachsenen und ca. 100 Jugendlichen betreut. Arbeit ist reichlich vorhanden: Täglich werden mehr als 600 Mahlzeiten zubereitet, die Wasserversorgung und die Elektrik werden aufgebaut und gewartet, die Logistik muss sichergestellt werden, ein Arzt steht bei Verletzungen bereit – die Liste der Aufgaben ist lang. Besonders erfreulich ist, dass viele der Jugendlichen, die heute als Betreuer aktiv tätig sind, früher selber als Kinder im HöVi-Land ihre Ferien verbracht haben.

Wer sich auch einbringen will, kann gerne für das HöVi-Land spenden. Auf der „Spenden-Seite“ des Hövi-Lands sind alle Informationen zur Bankverbindung, Spendenquittung etc. aufgeführt.

Auch ich unterstütze das HöVi-Land: Ab sofort spende ich bei jeder Führung für jeden Teilnehmer 1,11 Euro an das HöVi-Land.

Meine Jahresspende 2017 ging an das Projekt EIN ZELT FÜR HÖVI-LAND. Immer mehr Kinder wollen am HöVi-Land teilnehmen und es werden dringend neue Gruppenzelte benötigt.

Weitere Infos zum HöVi-Land: http://www.hoevi-land.de/


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Johann Adam Schall von Bell – der kölsche Mandarin

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Statue von Adam Schal von Bell an der Minoritenkirche, Bild: Uli Kievernagel

Ein Kölner war 1658 einer der wichtigsten Berater des Kaisers von China: Der Jesuit und Wissenschaftler Adam Schall von Bell. Geboren am 1. Mai 1592 (wahrscheinlich) in Köln, studierte Schall von Bell in Rom Astronomie. Zusammen mit einer Gruppe Missionare reist er  im Jahr 1618 nach China und gerät dort in die Wirren des Kolonialkriegs. Sein Wissen über moderne Waffentechnik – Schall von Bell repariert erfolgreich alte Kanonen – sichert den Chinesen den Sieg über die Niederländer und führt ihn an den kaiserlichen Hof.

Dort wird er mit er mit der enorm wichtigen Aufgabe beauftragt, den chinesischen Kalender zu reformieren. Durch seine erfolgreiche Arbeit wird er wichtigster Berater des Kaisers Shunzhi, der ihn zum Mandarin befördert. Den Tod Shunzhis nutzen die Schall von Bells Gegner, um ihn zu diskreditieren – in einem Schauprozess wird er zum Tod durch Zerstückelung bei lebendigem Leib verurteilt. Ein paar Tage vor der Hinrichtung rettet ihn ein Zufall vor dem grausamen Tod, weil ein Erdbeben als Beweis seiner Unschuld gedeutet wird. Schall von Bell stirbt eines natürlichen Todes im Alter von 74 Jahren.

In seiner Heimatstadt erinnert eine stark verwitterte Statue in Nähe der Minoritenkirche an den „Kölschen Mandarin“.


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Kölsche Wörter: „Jedöns“ – auf den Zusammenhang kommt es an

Jedoens_by_Susanne Schmich_pixelio.de
Jedöns – es wird Zeit, aufzuräumen    Bildquelle: Susanne Schmich / pixelio.de

Irgendwie ist für den Kölschen alles  Jedöns: Je nach Zusammenhang beschreibt dieser herrliche Begriff Stress, herumliegendes Zeugs oder den Aufwand für eine Sache.

Mit „Mach nit esu e Jedöns“ wird der Angesprochene darauf hingewiesen, dass er nicht so viel Aufheben um eine vermeintliche Nichtigkeit machen soll. „Dunn ens ding Jedöns fott“ ist hingegen die unmissverständliche Aufforderung, endlich aufzuräumen. Spricht man hingegen über eine dritte Person, kann es auch lauten „Der hät esch vell Jedöns.“. Damit ist Stress gemeint.

Jedöns ist übrigens auch schönes Beispiel für den Streit der Sprachpuristen: Während die reine Lehre diesen Begriff immer mit „G“ als „Gedöns“ schreibt, ist die Variante mit „J“ im Sprachgebrauch viel verbreiteter. Aber auch hier gilt für dä Kölsche:
Et is doch ejal, loss mer nit esu vell Jedöns um dat Gedöns mache.


Weitere kölsche Wörter bietet das Online-Wörterbuch der Akademie för uns kölsche Sproch: http://www.koelsch-akademie.de/nc/online-woerterbuch/


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Zum Sprung bereit – der Panther in Marienburg

Panther, Bild: Uli Kievernagel
Kommt aus dem Gebüsch geschlichen: Der Panther, Bild: Uli Kievernagel

Die Ohren angelegt, sich anschleichend, mitten aus dem umgebenden Bäumen und Büschen kommend: Der lebensgroße Panther im Südpark in Köln-Marienburg ist durchaus beeindruckend. Auch der Platz für diese Skulptur ist sehr gut gewählt. Das halbrunde Gestrüpp lässt nur den frontalen Blick zu, von der Seite aus ist der Panther nicht zu sehen. Der Bronzeguß stammt ungefähr aus dem Jahr 1920, eine exaktere Datierung ist wegen fehlender Dokumente nicht möglich.

Geschaffen wurde der Panther vom Bildhauer Fritz Behn – einer Größe im nationalsozialistischen Kunstbetrieb. Ab 1921 unterhielt Behn gute Kontakte zu Hitler, der ihm 1943 die „Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft“ verlieh. Fritz Behn war bereits 1928 einer der Initiatoren des „Nationalsozialistischen Kampfbunds für deutsche Kultur“ . Zielsetzung diese Vereinigung war der Widerstand gegen „Verbastardisierung und Vernegerung unseres Daseins“. In dem Nazi-Blatt „Völkischer Beobachter“ hetzte Fritz Behn als Redakteur im Feuilleton gegen „Entartete Kunst“ und „Nigger-Jazz“.

Bei dieser steilen Nazi-Karriere verwundert seine Aussage nach dem Krieg, dass er in Gegnerschaft zum NS-Regime gestanden habe und die „Linkspresse“ ihn zum „Nazi-Bildhauer“ stempeln würde. Fritz Behn war bis zu seinem Tod im Jahr 1970 als freischaffender Künstler tätig, der seine alten Seilschaften zu nutzen wusste und unter anderem Portraits von Maria Callas oder Papst Pius XII. fertigte.

Und mit dem Wissen um den Bildhauer verändert sich für viele auch der Blick auf das Kunstwerk „Der Panther“.

Übrigens:  Teilnehmer der Lotsen-Tour Marienburg können dem Panther auf unserer Tour tief in die angriffslustigen Augen sehen. Eine weitere Skulptur von Fritz Behn steht in dem kleinen Park am Sachsenring: „Diana mit springender Antilope“.


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