Kölsche Wörter: „fringsen“ und das 7. Gebot: Du sollst nicht stehlen.

 

Kardinal Frings Denkmal, Laurenzplatz, Bild: Uli Kievernagel
Kardinal Frings Denkmal, Laurenzplatz, Bild: Uli Kievernagel

Die Kölner hatten stets ein gespaltenes Verhältnis zu ihrem jeweiligen Bischof. Eine echte Ausnahme war Joseph Kardinal Frings. Im Hungerwinter 1946/47 fehlt es in der zerstörten Stadt Köln an allem. Und der in der Bevölkerung sehr beliebte „Rheinische Kardinal“ Frings steht Silvester 1946 auf der Kanzel der Kirche St. Engelbert in Riehl und predigt:
„Wir leben in Zeiten, da in der Not auch der Einzelne das wird nehmen dürfen, was er zur Erhaltung seines Lebens und seiner Gesundheit notwendig hat, wenn er es auf andere Weise, durch seine Arbeit oder Bitten, nicht erlangen kann“.
Im Klartext: Die Kirche erlaubt von höchster Stelle aus den Diebstahl von überlebensnotwendigen Dingen.

Und die Kölner nehmen ihren Bischof beim Wort. Ab 1947 nimmt zum Beispiel der „Kohlenklau“ deutlich zu. Menschen klettern auf Eisenbahnwaggons und „organisieren“ sich Brennmaterial, um den bitterkalten Winter zu überleben – man geht „fringsen“. Ein Wort, welches in den Sprachgebrauch einer ganzen Region eingegangen ist.

Was übrigens gerne vergessen wird: Frings hatte auch deutlich darauf hingewiesen, dass man doch den späteren Schadensersatz nicht vergessen dürfe. Diesen Teil der Predigt überhörten die Kölner aber wohl.

Mehr über Kardinal Frings gibt es in dem lesenswerten Buch „Der Rheinische Kardinal“


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Das Dach von Köln – Kölntriangle

Köln Triangle Bild: Uli Kievernagel
Köln Triangle Bild: Uli Kievernagel

Zugegeben – die Aussicht vom Dom muss man sich härter erarbeiten. Während es bis rauf auf die Aussichtsplattform im Südturm des Kölner Doms anstrengende 533 Stufen zu Fuß zu erklimmen gilt, bringt der Aufzug in der Kölntriangle, dem gläsernen Hochhaus direkt am Rhein, die Besucher innerhalb von knapp 40 Sekunden für gerade mal drei Euro auf die 29. Etage zur Aussichtsplattform.

Und diese Aussichtsplattform hat es in sich: Man steht auf dem Dach und hat einen ungehinderten 360 Grad Blick auf Köln. Bei gutem Wetter sieht man bis ins Siebengebirge oder im Westen zu den Tagebauen und Braunkohlekraftwerken. Nur nördlich schaut der Kölsche nicht ganz so gerne – immerhin liegt dort ja Leverkusen und auch, noch weiter nördlich, die „verbotene Stadt“, ein Dorf am Rhein.

Unumstritten war der Bau der Köln Triangle nicht: Geplant war der Bau eines Ensembles von unterschiedlichen Hochhäusern. Doch dieses Ensemble hätte den Status des Doms als Weltkulturerbe gefährdet, weil der Dom dann nicht mehr die „ihm gebührende optische Geltung“ haben würde. So wurde das Hochhauskonzept für Deutz nie realisiert, nur die Kölntriangle blieb übrig. Und der Dom ist weiterhin Weltkulturerbe.

Anfahrt: Ottoplatz 1, 50679 Köln-Deutz, einfach zu Fuß über die Hohenzollernbrücke gehen oder vom Deutzer Bahnhof aus Richtung Rhein

Öffnungszeiten der Aussichtsplattform:

01. Oktober – 30. April:
Mo. – Fr. 12 – 20 Uhr
Sa., So. und Feiertage 10 – 20 Uhr

01. Mai – 30. September:
Mo. – Fr. 11 – 23 Uhr
Sa., So. und Feiertage 10 – 23 Uhr

Bitte beachten:
Bei Sturm und Gewitter bleibt die Aussichtsplattform aus Sicherheitsgründen geschlossen.

Weitere Infos: http://www.koelntrianglepanorama.de/


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Südstadion – Erstklassige Bratwurst und Träume vom Erfolg

Südstadion – Heimat der Fortuna       Bild: Uli Kievernagel

Heute geht es wieder los – die Fortuna geht im Südstadion auf Punktejagd.

Zugegeben – auf den Rängen ist man weit weg vom Geschehen auf dem Rasen. Und wenn man nicht mindestens 25 Euro ausgegeben will, hat man kein Dach über dem Kopf. Und das Spiel der Heim-Mannschaft überzeugt leider nicht immer. Deswegen finden sich nur selten mehr als 2.500 Zuschauer in dem fast 15.000 Personen fassenden Stadion ein. Das Südstadion ist ein zugiges, relativ flaches,  Oval mit Tartanbahn und Weitsprunganlage. Kein moderner, nur für den Fußball optimierter,  Fußballtempel sondern ein Kompromiss.

Aber: Es ist die Heimat des SC Fortuna Köln.  Und der Verein ist für seine Fans nun mal das Größte. Auch wenn die Fortuna oft nur gegen den Abstieg kämpft und es den Anhängern nicht leicht macht, sie zu lieben.  Dabei ist der Fußball oft nur eine Nebensache. Man trifft sich samstags,  hält ´ne Verzäll und genießt die nach wie vor hervorragende Bratwurst, die (als einziges im Südstadion) den Vergleich mit der Champions-League nicht zu scheuen braucht.

Und für uns Fans bleibt der Traum bestehen, irgendwann auch mal in ein richtiges Stadion zu gehen, denn „Eines Tages wird’s geschehen, ja dann fahren wir nach Mailand, um Fortuna Köln zu sehen.“

Adresse: Vorgebirgstraße 76, 50969 Köln (Zollstock), Haltestelle „Pohligstraße“ der Linie 12

Den Spielplan der Fortuna gibt es hier:
http://www.sport1.de/fussball/team/sc-fortuna-koeln/termine


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Kölsche Wörter: „puddelrüh“ und Spaß dabei

Puddelrüh – Juergen Jotzo / pixelio.de

Auch wenn der Sommer nicht immer dazu einlädt – „puddelrüh“ rumzulaufen, es lohnt sich ein genauerer Blick auf dieses wunderschöne kölsche Wort.

„Puddelrüh“ meint splitterfasternackt. Die Herkunft des Begriffs lässt sich nicht genau klären, allerdings ist die Verwendung doch stark zurück gegangen. Heute spricht der Kölsche oft von „bläck“ wenn nackt gemeint ist.

Ob „püddelrüh“ eine Renaissance erlebt? Immerhin hat Brings einen Song und eine CD unter diesem Namen herausgebracht (http://www.koelsch-woerterbuch.de/puddelrueh-auf-deutsch-1680.html) und es gibt auch eine Band unter diesem Namen (http://www.puddelrüh.de/)  – die kommt allerdings aus Eschweiler.

Weitere kölsche Wörter bietet das Online-Wörterbuch der Akademie för uns kölsche Sproch: http://www.koelsch-akademie.de/nc/online-woerterbuch/


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Termine: Nä – wat is dat schön: „Kölner Lichter“

Bildquelle: Sandro Almir Immanuel /pixelio.de

Am 15. Juli 2017 ist es wieder soweit. Schon seit 2001 tauchen die „Kölner Lichter“ jedes Jahr an einem Samstag im Juli die Stadt  in bunte Lichter. Das größte musiksynchrone Feuerwerk Deutschlands wird von einem mitten im Rhein festliegenden Lastkahn abgeschossen.  Den besten Blick hat man von einem der etwa 50 Schiffe, die in einem Konvoi in die Stadt einfahren und von zahlreichen kleineren Feuerwerken entlang des Rheins begrüßt werden. Die Zahlen sind beindruckend:

  • Etwa 6 Tonnen Feuerwerkskörper werden abgeschossen.
  • Davon entfallen etwa 4,7 Tonnen alleine auf das etwa 25 minütige Hauptfeuerwerk.
  • 40 Pyrotechniker sorgen dafür, dass die mehr als 20.000 Schuß reibungslos ablaufen.
  • Mehrere Hundertausend Zuschauer, davon etwa 16.000 auf den etwa 50 Schiffen.

Mit „Kölner Lichter“ werden übrigens die etwa 500.000 Kerzen und Leuchtstäbe bezeichnet, die an die Zuschauer verteilt werden. Wer 2018 auf einem der Schiffe dabei sein will, sollte sich bereits jetzt um einen Platz bemühen. Kostenlos ist das Vergnügen am Rheinufer, gute Plätze gibt es unterhalb der Bastei.  Aber: Unbedingt früh da sein! Bei gutem Wetter ist ab etwa 18/19 Uhr kaum noch ein guter Platz zu bekommen.


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