Der Decke Pitter

Der Decke Pitter im Kölner Dom, Bild: Pappnaas666
Der Decke Pitter im Kölner Dom, Bild: Pappnaas666

Er ist so schwer wie fünf ausgewachsene Elefanten. Und wenn er sich meldet, ist er lauter als eine ganze Herde Elefanten: Die St. Petersglocke, von den Kölnern liebevoll „Decke Pitter“, genannt ist die größte Glocke im Dom. Und war bis Ende November 2018 auch die größte freischwingende Glocke der Welt. Diesen Rekord hat der Decke Pitter an eine noch eine Tonne schwerere Glocke in Bukarest verloren.

Der korrekte Namen für den kölschen Giganten lautet St. Petersglocke. Seine ersten Glockenschläge erklangen am Heiligabend 1924. Allerdings nur drei Mal, dann riss ein Seil und die Glocke blieb stumm. Es sollte bis Oktober 1925 dauern, bis der Decke Pitter wieder läutete.

Gegossen wurde der Decke Pitter am 5. Mai 1922 im thüringischen Apolda. Mehr als 30 Festmeter Fichtenholz waren nötig, um das notwendige Metall zu schmelzen. Und dann ging es ganz flott: In weniger als 10 Minuten war die Glocke gegossen, allerdings dauerte es zwei Wochen, bis das Metall ausgekühlt war. Angekommen in Köln musste für die 24 Tonnen schwere Glocke der Dachstuhl im Dom verstärkt werden. Und da die 3,20 Meter hohe und 3,22 Meter breite Glocke nicht durch die Türen passte, wurde erst ein Mittelpfeiler im Hauptportal ausgebaut.

Der Klang ist ein seltener Genuss

Geläutet wird der Decke Pitter nur zu ganz besonderen Festen. Die besten Chancen, den tiefen, durchdringenden Ton zu hören, hat man an Weihnachten (Heiligabend um 19.15 Uhr und 23.15 Uhr, am ersten Weihnachtstag um 9.35 Uhr). Außerdem läutet der Decke Pitter an Silvester um Mitternacht das neue Jahr ein, und er erklingt am Dreikönigstag (6. Januar) um 9.35 Uhr. Wenn die Glocke zwischendurch läutet, ist etwas Besonderes passiert: Entweder wurde ein neuer Papst gewählt oder es wurde eine neuer Erzbischof für Köln ernannt. Wer darauf nicht warten will, kann auch hier den einzigartigen „Dur-Terz-Nebenschlagton“ der Glocke hören.


Seit Ende Oktober kann man den Decke Pitter auch wieder hören. Vorher war er knapp 18 Monate nicht zu hören. Zuerst musste der 600 Kilogramm schwere Klöppel, der beim Dreikönigsläuten 2011 zerbrach, wieder repariert und die Aufhängung des Klöppels umgebaut werden.


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