Das Imagine-Denkmal im Friedenspark am Rheinufer

Das Imagine-Denkmal im Friedenspark am Rheinufer, Bild: Uli Kievernagel
Das Imagine-Denkmal im Friedenspark am Rheinufer, Bild: Uli Kievernagel

Imagine there’s no countries,
it isn’t hard to do.
Nothing to kill or die for
and no religion, too.

Imagine all the people
living life in peace.
(John Lennon, Imagine)

Vielleicht war Lennons Utopie vom Frieden nie wichtiger als heute. Lennon beschreibt eine Welt ohne Länder und somit nichts, wofür es sich lohnt zu töten oder zu sterben. In New York erinnert daran das „Imagine“-Denkmal im Central Park. Und auch Köln erinnert mit einem eigenen Imagine-Denkmal an den großen Künstler und seine Mahnung, zusammen in Frieden zu leben.

Der Friedenspark ist ein geschichtsträchtiger Ort

Das Kölner Imagine-Denkmal befindet sich im Friedenspark am Rheinufer, fast direkt an der Südbrücke. Etwas bescheidener als das New Yorker Vorbild ist es doch an einem idealen und sehr geschichtsträchtigen Ort platziert. Denn der heutige Friedenspark befindet sich im ehemaligen Fort I des preußischen Verteidigungsrings.

Das Fort I im Friedenspark, Bild: Uli Kievernagel
Das Fort I im Friedenspark, Bild: Uli Kievernagel

Ab 1816 begannen die Preußen mit der massiven Befestigung Kölns. Als das Bauvorhaben 1863 beendet wurde, war Köln die am besten befestigte Stadt Europas. 182 einzelne Bauwerke rund um die Stadt bildeten die „Festung Cöln“.

Und mittendrin das Fort I – der heutige Friedenspark. Dieses Fort, ursprünglich als „Rheinschanze“ bezeichnet und nach dem Umbau zwischen 1882 bis 1891 „Erbgroßherzog Paul von Mecklenburg“ gewidmet, wurde aber bereits 1911 als Festungsbauwerk aufgegeben und zu einer Gartenanlage umgebaut. Zwischendurch (ab 1919) diente das Fort als Mensa für die nahe gelegenen Universität.

Kriegerisch wurde es dort erst wieder im Zweiten Weltkrieg, als auf dem Dach eine Flugabwehrstellung aufgebaut wurde. In der Nachkriegszeit wurde das Fort zwischenzeitlich als Außenstelle des Finanzamts und Lager des städtischen Gartenamts genutzt,  bis 1978 durch eine Elterninitiative der Bauspielplatz  entstand.

Logo des Bauspielplatz Friedenspark. Bild: Jugendzentren Köln gGmbH
Logo des Bauspielplatz Friedenspark. Bild: Jugendzentren Köln gGmbH

Die Stadt bezeichnete die Spielplatznutzung als „Besetzung“ und ließ die hölzernen Aufbauten am Nikolaustag 1978 abbrennen. Heute geht es im Friedenspark friedlicher zu. Seit 1998 ist der Bauspielplatz ein Teil der städtischen Tochtergesellschaft Jugendzentren Köln gGmbh.  

Rekordverdächtig: Realisierung des Imagine-Denkmals in nur einem Jahr

Das Kölner Imagine-Denkmal wurde auf Initiative des ausgesprochenen Lennon-Fans und „kölschen Franzosen“ Maitre Sardou errichtet. Etwas bescheidener als das New Yorker Vorbild ist der Gestaltung des Kölner Denkmals aber ganz ähnlich: Ein Kreis aus grauen Basaltsteine – etwa vier Meter im Durchmesser –  enthält in der Mitte das Wort „Imagine“.

Obwohl für den Imagine-Schriftzug sogar Carrara-Marmor verwendet wurde, kostete das Kölner Denkmal kein Geld. Es wurde im Rahmen ihrer Ausbildung von drei Azubis, Stefan Vonnahme, Dustin Busack und Christian Blum unter Leitung des Gartenbauingenieurs Werner Becker vom Grünflächenamt angelegt. Die verwendeten Materialien waren Reste anderer städtischer Bauvorhaben. Nach nur einem Jahr Vorlaufzeit – für Köln absolut rekordverdächtig – wurde das das Imagine-Denkmal am 9. Oktober 2012 eröffnet.  

Das Imagine-Denkmal in Strawberry Fields , Central Park New York. Bild: Ralph Wilfing. pixabay
Das Imagine-Denkmal in Strawberry Fields, Central Park New York. Bild: Ralph Wilfing. pixabay

Imagine – eine zeitlose Hymne voller Trost und Hoffnung

Lennons Lied handelt von seinem aufrichtigen Glauben an eine friedliche Welt. Der „Rolling Stone“ schreibt: „Aber der Song ist noch mehr, hat eine Bedeutung bekommen, die weit über das Werk Lennons hinausweist – eine zeitlose Hymne voller Trost und Hoffnung, die ihre Hörer durch tiefe Trauer getragen hat […] Man kann sich heute eine Welt ohne „Imagine“ kaum mehr vorstellen.“

Und gerade in diesen finsteren Zeiten, in welchen der russische Despot Putin glaubt, sich über alle Grenzen der Menschlichkeit hinwegsetzen zu können, braucht es eine Welt, die einig ist. Gegen Aggression. Gegen den Krieg. Für den Frieden.

You may say I’m a dreamer,
but I’m not the only one.
I hope someday you’ll join us
and the world will be as one.
(John Lennon, Imagine)


 
Der Hans-Abraham-Ochs-Weg, offizielle Adresse des Bauspielplatzes im Friedenspark, Bild: Uli Kievernagel
Der Hans-Abraham-Ochs-Weg, offizielle Adresse des Bauspielplatzes im Friedenspark, Bild: Uli Kievernagel

Der Hans-Abraham-Ochs-Weg

Hans Abraham Ochs wurde im Alter von nur acht Jahren am 30. September 1936 im Römerpark von Mitgliedern der Hitlerjugend zu Tode geprügelt, nachdem diese sich durch den „Halbjuden“ provoziert gefühlt haben. Diese traten auf den bereits am Boden liegenden Hans Abraham immer weiter ein.

In der offiziellen Untersuchung wurde als Todesursache eine angebliche  Bauchfellentzündung festgestellt. Die Familie Ochs verzichtete – vermutlich aus Angst vor Rache der braunen Machthaber – auf eine Anzeige. In der Todesanzeige stand daher auch nur

„Am 30. September 1936, 19 Uhr, wurde mein liebes Kind, unser lieber Bruder, Neffe und Enkel Hans nach kurzer schwerer Krankheit von uns genommen. In tiefer Trauer Frau Witwe Luise Ochs und Anverwandte. Köln, 1. Oktober 1936, Trajanstraße.“

Die Mörder wurden nie zur Rechenschaft gezogen. Heute erinnert der Hans- Abraham-Ochs-Weg an dieses Verbrechen. 


Der Adler im Friedenspark als Mahnmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, Bild Uli Kievernagel
Der Adler im Friedenspark als Mahnmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, Bild Uli Kievernagel

Bläck Fööss: „Ungerm Adler“

Auch die „kölschen Beatles“, die Bläck Fööss, haben dem Friedenspark ein Antikriegslied gewidmet. Der Song „Ungerm Adler“ bezieht sich auf den riesigen, aus eingeschmolzenen Kanonen des Ersten Weltkriegs errichteten Adler im Friedenspark. Dieses Mahnmal erinnert an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten.

Die Fööss stellen in dem Lied meisterhaft den Kontrast zwischen dem friedlichen Zusammenleben auf dem Bauspielplatz und im Friedenspark auf der einen Seite und dem „fliegenden Adler“ als Symbol für den Krieg dar. So lautet es in dem Text:

Ungen ahn d’r Südbröck do ess ne Park, nit wigg vum Rhing,
do hührste Kinder laache, do blöhen dausend Ruuse im Sunnesching.
Do treffen sich die Ahle, zum Kaate un zum Schwaade,
un sitzen do die künnen uns verzälle wie et dohmols wor.

Mitten in dem Park do steiht ne Bronzeadler huh ob enem Stein
erinnert an Soldate, die kohmen uss dem Kreech nit mieh Heim.

Doch sulang der Adler steiht op dem Stein, sulang ess et jood.
Denn als he dohmols floch, jo do braat he, nur Elend un Nut.
wenn ich su vüür em stonn, in singem Schatten
dann denk ich an dich un mich und ich han nur dr eine Wunsch
dat d´r Adler nie widder flüüch.
(Bläck Fööss, Ungerm Adler)


Der Bolzplatz am Friedenspark - maßgeblich gefördert durch die Lukas-Podolski-Stiftung. Bild: Uli Kievernagel
Der Bolzplatz am Friedenspark – maßgeblich gefördert durch die Lukas-Podolski-Stiftung. Bild: Uli Kievernagel

Lukas-Podolski-Stiftung fördert Bolzplatz am Friedenspark

Poldi, Lukas Podolski, besitzt eine Wohnung in den Kranhäusern, nicht weit weg vom Friedenspark. Und seine Stiftung hat mit 300.000 Euro zu der 600.000 Euro teuren Sanierung des Bolzplatzes am Friedenspark beigetragen. Übrigens nicht die erste Spende der Stiftung zur Sanierung maroder Sportanlagen in der Stadt.

Auf die Frage, ob Poldi auch mal am Bolzplatz anzutreffen sei, antwortet er im Kölner Stadt-Anzeiger: „Ich wohne hier in der Nähe und bin ein Kind des Bolzplatzes. Ich werde sicher in den nächsten Tagen auch selber mal hier sein und ein bisschen Fußball spielen. Bolzplätze waren schon immer meine Lieblingsplätze.“

Ein Kölner Idol: Lukas Podolski, Bild: Sven Mandel, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Ein Kölner Idol: Lukas Podolski, Bild: Sven Mandel, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Mal sehen, wann der von den Kölnern so geliebte Poldi seine Statue am Rathaus bekommt. Und Ehrenbürger wird. Und Karnevalsprinz. Mindestens.


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