Kölsche Wörter für Obs un Jemös

Obs und Jemös, Bild: TiM Caspary / pixelio
Obs und Jemös, Bild: TiM Caspary / pixelio

Köln bietet 66 Wochenmärkte. Auf diesen könnt ihr so ziemlich alles kaufen. Vorausgesetzt, ihr kennt die richtigen Begriffe. Deshalb gibt es heute eine kleine Hilfestellung, damit ihr beim Einkauf auf einem Kölner Wochenmarkt nicht vollkommen verloren seid. Denn der Kölsche verwendet tatsächlich eigenartige Begriffe für Obs und Jemös, also Obst und Gemüse.

Ädäppele

Kartoffeln werden in Kölle als Ädäppele bezeichnet, Bild: Rainer Sturm / pixelio
Ädäppele, Bild: Rainer Sturm / pixelio

So nennt der Kölsche Kartoffeln. Werden gerne als Brodääpel (Bratkartoffeln),  Rievkooche oder Ädäppeleschlot gegessen.

 

 

 

Humpel

Himbeeren - oder "Humpele", Bild: Joujou / pixelio
Humpele, Bild: Joujou / pixelio

Hier sind
Himbeeren
gemeint.

Kappes

Kappes, Bild: Rainer Sturm / pixelio
Kappes, Bild: Rainer Sturm / pixelio

Ein kölsches Grundnahrungsmittel: Kohl. Der kommt vun dä Kappesboore uss dem Vürjebirch, also den Gemüsebauern aus dem Vorgebirge. Wird allerdings auch gerne alles abfällige Bezeichnung für dummes Gequatsche verwendet: „Nä – dä schwaad vell Kappes.

Krönzel

Krönzel, oder Knurschele, Bild: Annamartha / pixelio
Krönzel, Bild: Annamartha / pixelio

Daran könnt ihr den echten Kölschen erkennen: Er verwendet das Wort „Krönzel“ für Stachelbeeren. Menschen aus dem Umland der Domstadt nennen diese Früchte Knurschele, Knispele oder Knuvvele.

 

Murre

Möhren, auf Kölsch: Murre. Bild: Petra Bork / pixelio
Möhren, Bild: Petra Bork / pixelio

Eigentlich recht
einfach: Möhren.

 

Muusöhrche

Das kölsche Mauseohr: Feldsalat, Bild: W.R. Wagner / pixelio
Das kölsche Mauseohr, Bild: W.R. Wagner / pixelio

Wörtlich übersetzt: Mauseohren.
Ein sehr passendes Wort für Feldsalat.

 

 

 

 

Öllisch

Mit "Öllisch" meint der Kölsche Zwiebeln. Bild: Birgit H / pixelio
Öllisch, Bild: Birgit H / pixelio

Mit Öllisch meint der Kölner Zwiebeln.
Die werden zu fast allem gegessen,
bevorzugt aber zu Halve Hahn und
Mettbröttchen.

Paradiesappel

Kölsche Paradiesäppel, Bild: Rainer Sturm / pixelio
Kölsche Paradiesäppel, Bild: Rainer Sturm / pixelio

Leider ist dieser wunderschöne Begriff etwas in Vergessenheit geraten. Gemeint ist hier eine Tomate.

Plüschprumm

Eine Pflaume mit Plüsch Drumherum - fertig ist die "Plüschprumm". Bild: Martin Fels / pixelio
Plüschprumm, Bild: Martin Fels / pixelio

Eines meiner Lieblingswörter. „Prumm“
ist die Pflaume. Der Kölsche packt
etwas Plüsch drumherum – und
fertig ist der Pfirsich.

 

 

Prumme

Prumme, hier als Prummetaat. Was fehlt: reichlich Schlagsahne. Bild: Annamartha / pixelio
Prummetaat, Bild: Annamartha / pixelio

„Prumme“ sind Pflaumen
und werden gerne als Prummetaat
mit viel Sahne gegessen.

Schavu oder auch Schaffur

Wirsing wird von den Kölschen Schavu genannt, Bild: W.R. Wagner / pixelio
Schavu oder Schaffur, Bild: W.R. Wagner / pixelio

Gemeint ist hier Wirsing. Folgt man den Ausführungen des Sprachforschers Peter Honnen stammt das Wort aus dem französischen: „chou de Savoie“ ist  „Savoyer Kohl“.

Den besten Wirsing gibt es entweder bei meiner Mutter oder alternativ im Brauhaus Sion, Unter Taschenmacher.

 

Schlot

Koppschloot - das kölsche Wort für Kopfsalat, Bild: W.R. Wagner / pixelio
Koppschloot, Bild: W.R. Wagner / pixelio

Sammelbegriff für Salat
aller Art, zum Beispiel
Koppschloot, also Kopfsalat.

Spruute

Spruute oder Popeköchekäppesje, Bild: M. Großmann / pixelio
Spruute , Bild: M. Großmann / pixelio

Auch als Sprüütcher bekannt: Rosenkohl. Ein weiteres, wunderschönes Wort dafür ist Popeköchekäppesje, wörtlich übersetzt Puppenküchenkohl.

 

 

 

 

 

 


Ich werde im Laufe des Sommers diese Liste fortsetzen. Wenn ihr ein spezielles Wort aufschnappt – immer rüber damit: uli@koeln-lotse.de.


Viele weitere Übersetzungen bietet das Wörterbuch der Akademie för uns kölsche Sprooch.


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