Warum rufen wir „Kölle Alaaf“?

Wir Kölner sind mit unserem Ruf „Alaaf“ zu Fastelovend nicht alleine. Quer durch Deutschland rufen alle Jecken viele unterschiedliche karnevalistische Schlachtrufe. Zu meinen persönlichen Lieblingsrufen gehören:

Hoorig, hoorig – isch dia Katz lautet der Ruf der Narrenzunft Zell am Harmersbach.

Der Ruf in Westernhausen (Hohenlohekreis) wird spätestens nach dem achten Bier auch für geübte Zungen kritisch: Houlzschlaichel ferschi.

Ha-Tschi ruft der Fellbacher Carneval Club 1981 e.V.

Im Dietfurter Chinesenfasching ruft man Kille-Wau.

Wer mal Karneval in Würzburg-Unterdürrbach gefeiert hat, kennt auch „Schnüdel Klar“.

Nicht alle Düsseldorfer rufen „Helau“: In Unterbach lautet der Ruf „I-a“

Mein persönlicher Favorit ist aber Öleme Öwwäh aus dem wunderschönen Dorf Ulmen in der Vulkaneifel. Das geht eindeutig nur nach dem zehnten Bier.

Zweigeteilter Narrenruf

Der klassische Narrenruf besteht aus zwei Teilen: Zunächst etwas, was gewürdigt werden soll, meistens ein Ort, eine Person oder ein Karnevalsverein und dann der der eigentliche Ruf. Ganz klassisch ruft ein Redner den ersten Teil und die Jecken im Saal oder auf der Straße antworten mit dem Narrenruf. Der Ruf wird in de Regel dreimal wiederholt. In Köln bedeutet das regelmäßig: Der Vorrufer ruft „Kölle“ und alle antworten „Alaaf“.

Unzählige viele falsche Herleitungen von Alaaf

Aber woher kommt dieses schöne Wort „Alaaf“? Der Kölner Philologe Heribert Augustinus Hilgers (1935-2012) hat in seinem Buch „Alaaf! Ein Kölner Hochruf“ mit allerhand Fehlinterpretationen aufgeräumt. So schön die Geschichten auch sein mögen, sie sind leider alle falsch.

Nicht richtig ist zum Beispiel, dass Alaaf vom keltischen Wort „alef“ („Glück“) abstammt. Schön aber ebenso falsch ist die Geschichte, dass sich Alaaf auf das Tarotspiel bezieht, weil der jüdische Buchstabe „aleph“ der Karte des Narren zugeordnet sei. Auch die Herleitungen aus dem alemannischen „A Laaf´n“, dem spanischen „alaber“ oder dem syrischen „hadegel“, sind alle, so Hilgers in seinem Buch, nicht haltbar. Und auch wenn wir aus der französischen Besatzungszeit viele Wörter in die kölsche Sprache übernommen haben, stimmt es auch nicht, dass sich Alaaf von „eleve-toi, cologne“, also „Erhebe dich, Köln“ ableitet.

Alaaf ist viel älter als der institutionalisierte Karneval

Im Rheinland gab es den Begriff „Alaaf“ bereits seit Mitte des 16. Jahrhunderts. Und damit knapp 300 Jahre vor dem institutionalisierten Karneval. Tatsächlich wurde im Jahr 1951 ein Krug mit der Inschrift „Allaf für einen goden Druingk“ also „Nichts geht über einen guten Trank“ gefunden. Dieser Krug stammt ungefähr aus dem Jahr 1550. Und Alaaf war ein durchaus üblicher Ruf, nicht nur als Trinkspruch.

Also – liebe Karnevalisten: Ruft gerne oft und laut Alaaf, denkt aber daran, dass dieser Ruf älter als euer wunderschönes Fest ist. Und es ist durchaus erlaubt, auch mal andere schöne Narrenrufe zu benutzen.

Darauf ein dreifaches „Öleme Öwwäh“


Eine andere Geschichte versucht, die Entstehung von „Alaaf“ und „Helau“ gleichzeitig zu erklären. Diese Legende bezieht sich auf das Stapelrecht, also die Pflicht für alle Kaufleute, alle über den Rhein transportierten Güter in Köln zu einem festgelegten Preis anzubieten. Dabei galt immer der Befehl: Alaaf – also „Alles abladen!“

Ein Kaufmann aus Mainz wollte sich mit den Worten „Ik will he lau fahrn“ dem Stapelrecht nicht unterwerfen. Der arme Mann wurde, so die Legende, bei dem Versuch, das Stapelrecht zu umgehen, tödlich verwundet und im Düsseldorfer Stadtteil Kaiserswerth beerdigt. Von ihm sei heute nur noch der Ruf „Helau“ übriggeblieben.


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Kölsche Wörter: „höösch“

"Maat ens höösch" ist die Aufforderung, leise zu sein. Bild: Paulwip / pixelio.de
„Maat ens höösch“ ist die Aufforderung, leise zu sein. Bild: Paulwip / pixelio.de

„Maat ens höösch“ ist die Aufforderung, ruhig zu sein. Egal, ob es sich z.B. um laute Störer eines Konzerts oder um schreiende Kinder auf dem Spielplatz handelt. In jedem Fall geht es darum, Stille zu bewahren und es einfach mal etwas ruhiger angehen zu lassen.

Wie bei so vielen kölschen Wörtern ist auch bei „höösch“ eine eindeutige Übersetzung schwierig. Im Mitmachwörterbuch der rheinischen Umgangssprache wird „höösch“ als „zart, leise, still, geräuschlos“ übersetzt. Das trifft es schon recht gut. Doch die beliebte Thekenumfrage in meiner Stammkneipe bei den Urkölschen hat noch weitere Bedeutungen ergeben. So wird „höösch“ auch in der Bedeutung „langsam“ oder „vorsichtig“ verwendet. Etwa als „Jetz ävver höösch.“ was so viel bedeutet wie „Jetzt mal ganz langsam.“

Klang entspricht der Bedeutung

Das Besondere an diesem Wort ist, dass der Klang auch dem Inhalt entspricht: „höösch“ hört sich ruhig und still an. Onomatopoesie, also Lautmalerei, nennt man es, wenn Wörter dem Klang eines Vorgangs entsprechen, wie zum Beispiel „klirren“ oder „zischen“. Oder eben „höösch“. Das ist fast schon wie flüstern oder hauchen.

Kurios ist, dass das lautmalerische Wort „höösch“ tatsächlich sprachliche Wurzeln im mittelhochdeutschen hat. Das Wort „hövesch“ bedeutet „höfisch“, also „bei Hofe“. Und dass man sich dort gesittet, ruhig zurückhaltend verhält, versteht sich von selbst.

„höösch“ als Gegenbewegung

Im Zuge der „Ballermanisierung“ des kölschen Karnevals ist das Wort „höösch“ auch schon wieder zu Ehren gekommen. So gibt es „Höösch – die kölsche Miljösitzung“ bei der eben nicht die lauten Töne sondern eher die Redner und leisere Vorträge im Vordergrund stehen. Und ein unplugged (also ussjestöpselt) Album der Höhner trägt passenderweise auch den Titel “Janz höösch”. In diesem Fall steht „höösch“ für gefühlvoll und entspannt.

Sehr schön ist auch die Verwendung von „höösch“ bei dem kölschen Musiker Gerd Köster: Eine Konzertreihe im Jahr 2011 trug den Titel „Höösch Bloot“. Und das bedeutet frei übersetzt einfach „Ruhig Blut bewahren“.


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Kölsche Wörter: Fimpschig – Übersetzung unmöglich

Ein fimpschiger Kerl mit der tödlichen Männergrippe, Bild: vschlichting, Zoonar
Ein fimpschiger Kerl mit der tödlichen Männergrippe, Bild: vschlichting, Zoonar

Es wird kälter und grauer – und prompt sieht man sie wieder:
Fimpschige Kääls, die tirek die Pips han.
Also die typische, lebensbedrohende Männergrippe. Wichtig ist, dass die Kääls, also die Kerle, anders als die Frauen, fimpschig sind. Womit in diesem Fall so etwas wie „wehleidig“  gemeint ist.

Als kleiner Trost für uns Männer gilt aber dabei, dass alles mögliche fimpschig sein kann. Egal, ob es sich um Menschen oder Dinge handelt. Sobald etwas nicht perfekt ist, nennt es der Kölsche „fimpschig“. So kann auch ein wackeliges Möbelstück fimpschig sein. Oder ein Buch, welches nicht wirklich lesenswert ist, wird als fimpschig bezeichnet, ebenso wie ein Essen, welches nicht schmeckt. Auch ein empfindlicher Mensch kann fimpschig sein. Bei Brings klingt das in „Jeck Yeah“ so:
„Ich bin fimpschig un neidig
un vill zo schnell beleidigt.“

Eindeutige Übersetzung unmöglich

Daher ist eine eindeutige Übersetzung von fimpschig ins Hochdeutsche unmöglich. Klar ist nur, dass fimpschig negativ belegt ist. Allerdings auch nicht so negativ, dass zum Beispiel ein fimpschiges Brötchen direkt weggeschmissen werden muss. Essen kann man es noch – aber eben nicht mit Genuss. Oder ein Kind kann auch mit einem fimpschigen Spielzeug spielen – nur eben nicht lang, weil jedem klar ist, dass so etwa schnell kaputt geht.

Nach dem Rheinischen Mitmachwörterbuch stammt fimpschig von „fimpen“  ab, welches „übel, faulig riechend“ bedeutet. Also nix Gutes. Der Kölsche bezeichnet daher auch wehleidige Menschen, in der Regel Männer, als Fimpsch. Womit wir wieder bei der tödlichen Männergrippe wären. Gute Besserung! 


Es gibt noch weitere kölsche Wörter, die sich nicht eindeutig übersetzen lassen wie zum Beispiel „Jedöns“.  


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Bestemo, Besteva, Bap und dä Ühm: Kölsche Wörter für die Verwandtschaft

Ich widme dieses Köln-Ding der Woche ausdrücklich minger Familich. Auch wenn die Bagage schon mal anstrengend ist – ich würde keinen davon hergeben! Bilder: Uli Kievernagel
Ich widme dieses Köln-Ding der Woche ausdrücklich minger Familich. Auch wenn die Bagage schon mal anstrengend ist – ich würde keinen davon hergeben! Bilder: Uli Kievernagel

Die Bläck Föös singen ein wunderschönes Lied über Familienfeste:

Wenn sich de Famillich triff
kütt nur von allem et Bess op de Desch.
Dann wed jesonge, jeschwaad un jelaach.
Dat jit en herrlich, herrlich, herrlich –
Dat jit en herrlich lange Naach.

Und wenn sich eine kölsche Familich trifft, dann kommen die Bestemo, der Besteva, dä Bap und dä Ühm zusammen. Doch wer ist wer? Wie sind die kölschen Bezeichnungen für die verschiedenen Verwandten?

Fangen wir mit den älteren Herrschaften an:

Bestemo – die Oma

Bestemo kommt von „Beste Moder“. Im Hänneschen gibt es die Figur der Bestemo. Sie ist eine herzensgute alte Frau, die jedoch ihre Liebe regelmäßig durch Gekeife ausdrückt. Der Besteva hat regelmäßig unter ihr zu leiden.

Besteva – der Opa

Der Begriff „Besteva“ für den Opa stammt von „Bester Vader“. Auch diese Figur gibt es im Hänneschen. Der Besteva ist dort ein gutmütiger, ruhiger Opa mit einer Schäche für das Kartenspiel und Kölsch. Er steht unter der Fuchtel der Bestemo.

Dä Ühm – der Onkel

Ühm (oder auch Ohm) ist abgeleitet von Oheim. Dieser Begriff meint ursprünglich nicht jeden Onkel, sondern nur den Bruder der eigenen Mutter, also den Onkel mütterlicherseits. Diese Verwandtschaftsbeziehung hatte früher eine ganz besondere Bedeutung: Der Bruder übernahm die Vormundschaft über ledige oder verwitwete Frauen.

Die Möhn – die Tante

Der Begriff wird heute oft als „Ahl Möhn“ abschätzig für ältere Frauen verwendet. Im Karneval gibt es, je weiter man in Richtung Eifel oder Niederrhein kommt, jede Menge Frauenkarnevalsvereine, die sich selbst „Möhne“ nennen und auch Veranstaltungen, wie z.B. der Möhneball. Übrigens ist „Möhnebier“ Malzbier, da es als Frauenbier gilt.

Koelsche_Paenz_S. Hofschaeger_pixelio.de
Kölsche Pänz, Bild: S. Hofschaeger / pixelio.de

Die Pänz – die Kinder

Dieser Begriff meint schlichtweg „Kinder“. Früher war dieser Begriff eher negativ belegt, doch diese Bedeutung ist im Laufe der Zeit verschwunden. Mehr dazu gibt es hier: Wo mer jeit un steit nur Pänz, Pänz, Pänz

Dä Broder – der Bruder

Okay – das ist einfach. Schwieriger wird es bei der Schwester.

Die Söster – die Schwester

Im kölschen Karneval gab es sogar die (zwischenzeitlich aufgelöste) Band „Sösterhätz“. Gegründet (na klar) von zwei Schwestern.

Wolfgang Niedecken mit Background-Sängerin Karen Schweitzer-Faust bei einem BAP-Konzert in der Sporthalle (1991) , Bild: Achim Scheidemann
Wolfgang Niedecken mit Background-Sängerin Karen Schweitzer-Faust bei einem BAP-Konzert in der Sporthalle (1991) , Bild: Achim Scheidemann

Dä Papp oder Bap – der Vater

Das wohl berühmteste Denkmal für einen Bap hat Wolfgang Niedecken mit seiner Band BAP für seinen Vater gesetzt.

Die Mamm – die Mutter

Das Herz der Familie. Und auch die Ernährerin, nicht zuletzt, wenn Sie Rievkooche macht. In dem passenden Lied der Bläck Fööss lautet es: „Mamm, Mamm, schnapp d’r de Pann, Fuffzehn Stück pack op d’r Mann.“


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Köperteile auf Kölsch

Körperteile auf Kölsch, Bild: Zoonar, Walter G. Allgöwer,
Körperteile auf Kölsch, Bild: Zoonar, Walter G. Allgöwer,

Wenn der Kölsche „Buch“ sagt, meint er damit nicht unbedingt etwas zu lesen. Und „Uhr“ muss nicht zwingend die Zeit anzeigen. Hier eine Übersicht der wichtigsten kölschen Bezeichnungen für Körperteile:

Äugelche
… verniedlichend für die Augen. Wenn die nicht mehr so gut funktionieren, braucht man eine Luurmaschine (Brille).

Bross
… ist die Brust oder der Busen. Umgangssprachlich wird aus der weiblichen Brust Memme oder Vürbau.

Buch
… ist nicht zum Lesen, sondern meint den Bauch. Wenn dieser schmerzt, nennt man das Buchping.

Bläcke Fööss können in Köln so oder so aussehen, Bilder: S.. Hofschlaeger / pixelio.de, Bläck Fööss
Bläck Fööss können in Köln so oder so aussehen, Bilder: S.. Hofschlaeger / pixelio.de, Bläck Fööss

Foß
… ist der Fuss. Wenn man keine Schuhe und Strümpfe trägt, hat man „Bläck Fööss“. Und macht vielleicht kölsche Musik.

Fott
.. ist das Gesäß, Dort kann man wahlweise eren kruffe (reinkriechen) oder eren tredde (treten). Blöd ist nur, wenn man op de Fott jefalle is. Das bedeutet, man ist betrogen oder reingelegt worden. Sehr schön ist auch die Beschreibung für ein ausladendes Gesäß: „Dat hät e Fott wie Brauereipääd“. Die kleine Variante ist dat Föttche.

Janz vill Hänk, Bild: Markuks Jürgens / pixelio.de
Janz vill Hänk, Bild: Markuks Jürgens / pixelio.de

Hang oder Hänk
… ist die Hand bzw. sind die Hände.

Hoor
… damit sind die Haare gemeint, hat jemand keine Haare mehr, nennt man das Pläät oder Plaat.

Knee
… nennt man das Knie.

Küüles, oder Kopp
… ist der Kopf. Wenn dieser schmerzt, hat der Kölsche Kopping.

Maue
… jemand, der jet in de Maue hät ist stark, Maue sind die Arme.

Rögge
… isch han Rögge beschreibt Rückenschmerzen. Vorsicht: Das Röggelchen hat damit nichts zu tun, das ist ein Roggenbrötchen.

Schnüss
.. der Mund, jemand der tratscht, der „schwaad de Schnüss“.

Der Kölsche spricht von "Bein bess ahn de Ääd" und meint sehr lange, schöne Beine, Bild: Edeltraud Woydeck / pixelio.de
Der Kölsche spricht von „Bein bess ahn de Ääd“ und meint sehr lange, schöne Beine, Bild: Edeltraud Woydeck / pixelio.de

Schoche oder Schrage
… hört man nur noch ganz selten, so nennt der Ur-Kölsche ein Bein.

Seiverlappe
Seiver ist Speichel, Lappe ist der Lappen und zusammen ist das die Zunge.

Stross
… ist die Kehle. Und mit Kölsch lässt sich hervorragend der Stross öle.


Habt ihr selber noch Vorschläge für kölsche Bezeichnungen von Körperteilen? Dann immer rüber damit (uli@koeln-lotse.de) , gerne ergänze ich diesen Beitrag.


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Das Pittermännchen – 10 Liter köstliches Kölsch

Jede Menge Fässer, die kleinen 10-Liter-Fässer sind die Pittermännchen, Bild: Superbass
Jede Menge Fässer, die kleinen 10-Liter-Fässer sind die Pittermännchen, Bild: Superbass

Hui – das war ja recht heiß in den letzten Tagen. Und an solch heißen Tagen soll man unbedingt viel trinken. Ist sehr gesund. Doch unsere geliebten Kölsch-Stangen sind (zugegeben) recht klein und bei richtig großem Durst auch schnell immer wieder leer. Wie gut, dass es das beliebte Pittermännchen gibt: 10 Liter Kölsch, gut gekühlt in einem handlichen Faß. Gerne auch für zu Hause. Ein Traum. Und die Kölsch-Stange lässt sich immer wieder mit frisch gezapftem Kölsch auffüllen.

Bleibt aber die Frage, wie das Pittermännchen zu seinem Namen gekommen ist. Vorab: Die exakte Namensherkunft lässt sich nicht eindeutig klären. Allerdings können mittlerweile einige Legenden über diesen Namen widerlegt werden.

Legende I: Vatertagsumzüge

Angeblich hat es früher zu Peter und Paul am 29. Juni Vatertagsumzüge gegeben. Und – wie praktisch – im Bollerwagen konnten die feierwütigen Väter kleine Fässer mitnehmen. Und zu Ehren des Heiligen an diesem Tag haben diese Fässer den Namen Pittermännchen bekommen. Allerdings hat es die Umzüge an Peter und Paul nie gegeben, sondern am Vatertag, also Christi Himmelfahrt. Und diese Vatertagsumzüge sind erst seit etwa 100 Jahren bekannt. Also – keine Erklärung für das Pittermännchen.

Legende II: Französisch „petit“

Wir haben in Köln viele französische Begriffe eingekölscht. Zum Beispiel „plümerant“ für schwindelig, „Plümmo“ für das Federbett oder „Paraplü“ für den Regenschirm. Daher könnte es ja auch sein, dass sich aus dem französischen Wort „petit“ für klein auch der Begriff „Pittermännchen“ für ein kleines Fass Kölsch ableitet. Doch leider findet sich für diese Herleitung kein belastbarer Beleg.

Das 10 Liter-Fass von Früh trägt den Namen "Pitter", Bild: Früh Kölsch
Das 10 Liter-Fass von Früh trägt stolz den Namen „Pitter“, Bild: Früh Kölsch
Legende III: Flämische Mönche und „Petrus“

Eine wunderschöne Erklärung liefert das Mitmachwörterbuch der rheinischen Umgangssprache. Demnach sollen Mönche in Belgien Bier in kleinen Fässern verkauft haben. Doch die Käufer brachten die Fässer nur sehr unzuverlässig zum Kloster zurück, daraufhin kennzeichneten die Mönchen die Fässer mit „Petrus“ – dem Patron der Brauer. Und aus Petrus wurde dann der Pitter und das Pittermännchen. Allerdings, so der Sprachforscher Peter Honnen, haben die Mönche früher das Bier nicht verkauft und außerdem ist das Wort „Pittermännchen“ im Niederländischen nicht bekannt.

Auch wenn wir bis heute die genaue Herkunft dieses wunderschönen Wortes nicht kennen, schmeckt das Kölsch aus diesen kleinen Fässern ganz besonders gut. Und wenn es richtig heiß ist, müsst ihr viel trinken. Prost!


In der „Kölsch-Konvention“ haben sich die Kölner Brauer auf die wesentlichen Bestimmungen zu Kölsch festgelegt.


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Die „Kölsche Fooderkaat“, Teil IV: Muuzemändelcher bis Soorbrode

Zum Abschluss der Reihe „Kölsche Fooderkaat“ gibt es heute Köstlichkeiten wie Muuzelmändelcher oder – für die, die es deftiger mögen – Soorbrode.

Alle bisher erschienenen Erklärungen zur Fooderkaat findet ihr hier:


Muuzemändelcher mit ordentlich Zucker, Bild: siepmanH / pixelio.de
Muuzemändelcher mit ordentlich Zucker, Bild: siepmanH / pixelio.de

Muuzemändelcher
Fastelovend ohne Muuzelmändelcher ist kein echter Fastelovend! Gerade zur Karnevalszeit gibt es in jeder kölschen Bäckerei diese in heißem Fett gebackene süße Leckerei.


Nonnenfürchen, Bild: Mufi69
Nonnenfürzchen, Bild: Mufi69

Nonnenfürzchen
Der aus Wasser, Butter, Zucker, Mehl und Backpulver hergestellte Teig wird in heißem Fett schwimmend gebacken. Mit Puderzucker bestäubt sind die Nonnenfürzchen äußerst gehaltvoll und sättigend.
So verlockend es sein mag, den Namen für das luftige Gebäck vom Begriff „Furz“ abzuleiten, so falsch ist das auch. Nach dem Wörterbuch der Gebrüder Grimm stammt der Wort vom französischen „farce“ (Füllung).


Prumme, hier als Prummetaat. Was fehlt: reichlich Schlagsahne. Bild: Annamartha / pixelio
Prumme, hier als Prummetaat. Was fehlt: reichlich Schlagsahne. Bild: Annamartha / pixelio
Prummetaat

Wie schon im Kapitel „Kölsche Wörter für Obs un Jemös“ erklärt, handelt es sich bei „Prummen“ um Pflaumen. Eine „Taat“ ist ein Kuchen, übrigens vom französischen „tarte“ abgeleitet. Die klassische Prummetaat ist ein Hefeboden, belegt mit reichlich Pflaumen. Darauf kommt Zimt & Zucker sowie viel (!) Sahne.
Rezept: http://www.pruemmchen.de/PkuBlK.htm


Rievkooche, Klaus Steves / pixelio.de
Rievkooche, Klaus Steves / pixelio.de
Rievkooche

Die Bläck Föös haben diesem kölschen Grundnahrungsmittel mit dem Rievkooche-Walzer ein Denkmal gesetzt. Denn: „Wat solle mir met Austern un Schnecke? Wat solle mir met Spaghetti un Schlot? – Mamm, Mamm, schnapp d’r de Pann, Fuffzehn Stück pack op d’r Mann. Rievkooche, dat es en Delikatess.“. Weitere Infos findet ihr hier.


Soorbrode, hier in der Variante MIT Rosinen, Bild: nimkenja / pixelio.de
Soorbrode, hier in der Variante MIT Rosinen, Bild: nimkenja / pixelio.de
Soorbrode

„Dat Päd is dud und dä Brode is suur.“ („Das Pferd ist tot und der Braten ist sauer.“)
Echter rheinischer Sauerbraten ist tatsächlich aus Pferdefleisch. Findet man heute aber nur noch sehr selten, daher wird dieser meistens aus Rindfleisch hergestellt. Das Fleisch wird roh in einer Essigmarinade über mehrere Tage, bei manchen Rezepten auch bis zu drei Wochen, eingelegt. Dann scharf anbraten und mehrere Stunden schmoren. Die Sauce muss dabei einen süßsauren Geschmack erhalten. Dies erreicht man durch Zuckerrübensirup oder auch zerbröselte Aachener Printen. Eine Glaubensfrage sind jetzt die Rosinen. Hier teilt sich die Menschheit in zwei Glaubensrichtungen auf: Während die eine Hälfte auf die Rosinen im Sauerbraten schwört, rennt die andere Hälfte schreiend weg oder popelt aufwändig die Rosinen aus der Sauce raus. Ich gehöre übrigens auch zur „Geh-mir-weg-mit-den-Rosinen“-Gruppe.


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Die „Kölsche Fooderkaat“, Teil III: Kölsche Kaviar bis Murrejemangs

Da läuft einem ja das Wasser im Mund zusammen: Der nächste Teil der Reihe „Kölsche Fooderkaat“ erklärt euch, was die Kölschen unter Kaviar verstehen, wieso man Gulasch auch in der Fastenzeit essen darf und warum selbst Lahmacum irgendwie ein typisch kölsches Essen ist.

Alle bisher erschienenen Erklärungen zur Fooderkaat findet ihr hier


Kölsche Kaviar, Bild: Superbass / CC-BY-SA-4.0 (via Wikimedia Commons)
Kölsche Kaviar, Bild: Superbass / CC-BY-SA-4.0 (via Wikimedia Commons)

Kölsche Kaviar
… und schon wieder die kölsche Köstlichkeit Blutwurst: Beim „Kölschen Kaviar“ wird diese in Scheiben geschnitten und zusammen mit Zwiebeln, einem Brötchen, Gewürzgurken und reichlich Senf gegessen. Dabei ist das für den Kölner nur ein Snack zum Kölsch, keinesfalls eine Hauptmahlzeit. Wo kämen wir denn da hin?


Krüstchen-Gulasch
Was dem Schwaben seine Maultaschen ist dem Kölner sein Krüstchen-Gulasch. Denn beide Gerichte haben einen ganz bestimmten Zweck: Auch in der Fastenzeit Fleisch genießen zu können. Während Mönche die ersten Maultaschen zubereiteten, um das enthaltene Fleisch vor dem lieben Herrgott zu verstecken, galt für das Gulasch „Liquida non frangunt ieiunium – Flüssiges bricht das Fasten nicht“. Der Trick: Mit einem Stück Brot, in der Regel das „Krüstchen“, also die Brotkante,  zusammen erfüllte der (mehr oder minder) trinkbare Gulasch das Fastengebot.

Übrigens: Den besten Gulasch in Köln serviert die Puszta-Hütte.


Mittlerweile auch irgendwie "eingekölscht": Türkische Pizza, Bild: Rainer Zenz
Mittlerweile auch irgendwie „eingekölscht“: Türkische Pizza, Bild: Rainer Zenz

Lahmacun und Döner
Okay, zugeben: Die türkische Pizza Lahmacum oder der Fleischspieß Döner sind keine originale kölschen Spezialitäten, werden aber dank unserer türkischen Mitbürger in Köln fast überall angeboten und auch reichlich gegessen. Wo man den besten türkischen Imbiss findet, ist eine echte  Glaubensfrage:  „Dä Döner bei mingem Türken öm die Eck ist dä beste Döner in janz Kölle.“ Glaubt jeder Kölner. Nur der Köln-Lotse ist neutral: Das beste türkische Essen gibt es in der Keupstraße in Mülheim oder auch am Eigelstein. Und am Chlodwigplatz. Selbstverständlich auch in der Kyffhäuserstraße und fast überall in Nippes und Ehrenfeld. Und auf der Zülpicher Straße und und und…


Muscheln "Rheinische Art", Bild: Rainer Zenz
Muscheln „Rheinische Art“, Bild: Rainer Zenz

Miesmuscheln auf rheinische Art
Der Kölner liebt seine Miesmuscheln. Jedes Jahr ab September bis Februar sind Muscheln fester Bestandteil jeder kölschen Speisekarte. Eigentlich besteht dieses Gericht fast nur aus Muscheln und Weißwein, in der Regel ein Riesling. Dazu ein paar Möhren, Lauch, Zwiebeln und etwas Sellerie in den Sud, abschmecken und fertig.
Das Gericht hat in Köln eine lange Tradition. Durch die intensive Schifffahrt auf dem Rhein kamen frische Muscheln aus dem Norden und Wein aus dem Süden in die Domstadt. Als Beilage gibt es Schwarzbrot und Butter.
Kenner schwören, dass es die besten Muscheln im Bier-Esel auf der Breite Straße gibt.  http://www.bier-esel.com/


Murrejemangs
Köstliches Möhrendurcheinander gibt es in unzähligen Varianten. Hauptzutaten sind Möhren und Kartoffeln. Das beste Murrejemangs kommt natürlich von meiner Mutter, mit Hackfleisch und pikant abgeschmeckt.


In den nächsten Wochen erweitern wir unseren Wortschatz rund um die „Kölsche Fooderkaat“ um so schöne Begriffe wie Muuzemändelcher oder Prummetaat.


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Die „Kölsche Fooderkaat“, Teil II: Fitschbunne bis Quallmann

Heute geht unsere Reise quer durch die „Kölsche Fooderkaat“ mit „Fitschbunne“, „Hämmchen“ und vielen weiteren Köstlichkeiten weiter.

Wer den ersten Teil verpasst hat, kann hier den ersten Teil „Die Kölsche Fooderkaat, Teil I: Ädäppelschlot bis Decke Bunne“ nachlesen.


Diese Fitschbunne warten noch darauf, gekocht zu werden.
Diese Fitschbunne warten noch darauf, gekocht zu werden.

Fitschbunne
Fitschbunne sind saure Bohnen – und heute etwas in Vergessenheit geraten. Früher waren diese Bohnen ein wichtiges Essen im Winter, wenn es kein anderes Gemüse gab. Durch die Lagerung in Fässern wurden die Bohnen sauer vergoren, ähnlich wie Sauerkraut, und dadurch lange haltbar. Wenn ihr Fitschbunne auf einer Speisekarte findet, probiert das unbedingt mal aus. Die sauren Bohnen werden oft zusammen mit Speck oder Mettwürstchen und Kartoffeln serviert.


Halve Hahn, Bild: Superbass / CC-BY-SA-4.0 (via Wikimedia Commons)
Halve Hahn, Bild: Superbass / CC-BY-SA-4.0 (via Wikimedia Commons)

Halve Hahn
Alles nur Käse! Details gibt es hier.


Nur für den großen Hunger geeignet: Hämmchen, Bild: Rainer Zenz
Nur für den großen Hunger geeignet: Hämmchen, Bild: Rainer Zenz

Hämmchen
Etwas für den großen Hunger! Und nix für Jedermann/Jederfrau. Denn das traditionelle Hämmchen ist eine gekochte (!) Schweinehaxe. So ein Ding ist mächtig, daher gibt es als Beilage oft nur ein Röggelchen oder ein Schälchen Krautsalat oder etwas Sauerkraut. Unverzichtbar ist aber Senf. Das Hämmchen darf nicht mit einer Grillhaxe verwechselt werden, auch wenn das auf einigen Speisekarten passiert. Diese wird gegrillt. Und das dauert. Bringt also Zeit mit, wenn ihr so etwas bestellt. Und nehmt für euch anschließend nichts mehr vor. Die Verdauung eines solch fettigen Essens erfordert alle verfügbare Kraft.


Heringsschlot
Die rötliche Färbung stammt von der Rote Beete. Der Heringssalat mit Rindfleisch und Kartoffeln ist oft recht salzig. Ein Grund mehr für den Kölner, reichlich Kölsch dazu zu trinken.


Himmel un Ääd - eine rheinische Spezialität aus Kartoffelpüree, Apfelmus, Zwiebeln und gebratener Blutwurst, Bild: Anagonia
Himmel un Ääd – eine rheinische Spezialität aus Kartoffelpüree, Apfelmus, Zwiebeln und gebratener Blutwurst, Bild: Anagonia

Himmel un Äd
Einer Klassiker der kölschen Küche, bestehend aus Kartoffelpüree, Apfelmus (manchmal auch Apfelstücke) und gebratener Blutwurst. Der Name leitet sich von „Himmel und Erde“ ab. Damit sind die Kartoffeln aus der „Äd“ (Erde) und die Äpfel aus dem Himmel gemeint. Zusammen mit knusprig gebratener Blutwurst darf dieses Gericht auf keiner kölschen Fooderkaat fehlen.


Quallmann met Klatschkies, das Lieblingsessen von Schwester Antonia, Bild: Timo Klostermeier / pixelio.de
Quallmann met Klatschkies, Bild: Timo Klostermeier / pixelio.de
Klatschkies met Quallmänner

… bedeutet Quark mit Pellkartoffeln und ist das Lieblingsessen von Schwester Antonia aus Raderberg.


In den nächsten Wochen erweitern wir unseren Wortschatz rund um die „Kölsche Fooderkaat“ um so schöne Begriffe wie „Kölsche Kaviar“, „Muuzemändelcher“ oder „Prummetaat„.


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Für den Fall, dass dich die standardisierte Anmeldeprozedur nervt, gibt es auch die kölsche Lösung: Schick mir einfach eine Mail an uli@koeln-lotse.de und ich trage dich in den Verteiler ein.


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Die „Kölsche Fooderkaat“, Teil I: Ädäppelschlot bis Decke Bunne

Kölsches Essen - deftig und bodenständig.

Die Reaktionen auf den „Halve Hahn“ haben gezeigt, dass es noch reichlich Fragen rund um das kölsche Essen gibt. Und tatsächlich: Wenn ich mit Gästen von außerhalb in Kölns Brauhäusern unterwegs bin, kreisen die Fragen immer wieder um Kölsch (klar) und um das Essen. Die „Kölsche Fooderkaat“, (wörtlich übersetzt „Futterkarte, also die Speisekarte) ist für Auswärtige (und selbst einige Kölsche) nicht immer auf Anhieb zu verstehen. Um euch auf euren Besuch im Brauhaus vorzubereiten, starte ich daher heute die Reihe „Die kölsche Fooderkaat“ und erkläre die wichtigsten typischen kölschen Gerichte.
Juten Hunger!


Ädäppelschlot mit ´nem Wöösche, Bild: derateru / pixelio.de
Ädäppelschlot mit ´nem Wöösche, Bild: derateru / pixelio.de
Ädäppelschlot

Ädäppel sind Kartoffeln, mit Schlot meint der Kölner Salat. Ganz ehrlich: „Den“ einzigartigen kölschen Ädäppelschlot jitt et nit. In der Regel ist der kölsche Kartoffelsalat dank reichlich Mayonnaise eher eine vollwertige Mahlzeit als eine Beilage. Damit ist dieser Schlot eine sehr gute Grundlage zum Beispiel an Karneval. Dann noch Wöösche (Würstchen) oder Frikadellen dazu und das Kölsch schmeckt direkt doppelt so gut. Nur am Rande: Der Ädäppelschlot ist bei vielen kölschen Familien das traditionelle Weihnachtsessen.


Erbsensuppe, für den Kölner "Ähzezupp", Bild: olga meier-sander / pixelio.de
Erbsensuppe, für den Kölner „Ähzezupp“, Bild: olga meier-sander / pixelio.de
Ähzezupp

DAS traditionelle Gericht am Rosenmontag, bevor es zum Zoch geht: Erbsensuppe. Macht satt, hält warm und ist eine hervorragende Grundlage für die vielen, vielen Kölsch, die im Laufe des Tages folgen werden.


Bratwurst - jetzt fehlt nur noch der Wirsing und Bratkartoffel, Bild: Kerstin Schwebel / pixelio.de
Bratwurst – jetzt fehlt nur noch der Wirsing und Bratkartoffel, Bild: Kerstin Schwebel / pixelio.de
Brodwoosch

Einfach nur Bratwurst. Und hier ist mein ultimativer Tipp: Probiert die Bratwurst am Meter im Sion-Brauhaus. Zusammen mit Wirsing und Bratkartoffeln und ein paar Sion-Kölsch ist das eine Traumkombination.


Gebackener Camembert, außen goldgelb, innen flüssig, Bild: Harald Bischoff
Gebackener Camembert, außen goldgelb, innen flüssig, Bild: Harald Bischoff
Camembert

Der gebackene Camembert fehlt in keiner Brauhaus-Speisekarte. Außen goldgelb gebacken muss der Käse innen flüssig sein. Als Beilage gibt es Schwarzbrot und Preiselbeeren.


Gekochte "Decke Bunne"
Gekochte „Decke Bunne“
Decke Bunne

Dicke Bohnen mit Speck. Die Bohnen sind dicke „Saubohnen“, auch als Ackerbohnen, Schweinsbohnen oder Puffbohnen bekannt. Diese Mahlzeit ist schnell zubereitet, die Zutaten sind günstig und sehr sättigend. Daher sind „Decke Bunne“ eigentlich ein „Arme-Leute-Essen“.  In den Brauhäusern wird das Gericht oft mit Mettwürsten oder sogar einem Kotelett angeboten.


In den nächsten Wochen geht es weiter, dann lernt ihr so interessante Gerichte wie „Himmel un Äd“, „Kölscher Kaviar“ oder Soorbrode kennen.


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