Jaques Offenbach – vor 200 Jahren in Köln geboren

Offenbach hätte seine Spaß: Den Can Can kennt jeder. Bild: Frenchfestival, http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/
Offenbach hätte seine Spaß: Den Cancan kennt jeder. Bild:
Frenchfestival, http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/

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Und – an was habt ihr gedacht, als ihr diese Musik gehört habt? Hochgeworfene Röcke, frivole Schreie und den ausgelassenen Tanz dazu? Der Cancan aus Orpheus in der Unterwelt gehört zu den bekanntesten Stücken des gebürtigen Kölners Jaques Offenbach. Als Jakob Offenbach erblickte er vor 200 Jahren, am 20. Juni 1819, am Griechenmarkt das Licht der Welt. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Jakob. Oder doch besser: Bon anniversaire, Jaques?

Köln „fremdelte“ lange mit Offenbach

Die Stadt feiert den Geburtstag ihres prominenten Sohns mit dem großen Programm „Yes, we can can“. Und schmückt sich dabei sehr gerne mit dem wohl innovativsten Komponisten des 19. Jahrhunderts. Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass Offenbach nur bis zum 14. Lebensjahr in unserer Stadt wohnte und anschließend sein Leben vorrangig in Paris verbrachte. Und, so Markus Schwering im Kölner-Stadt-Anzeiger: „Gerne lässt man dabei unter den Tisch fallen, dass die Geburtsstadt zu seinen Lebzeiten und auch noch lange danach nicht viel anfangen konnte mit Offenbach.“ Aber egal: Es gibt was zu feiern und da simmer dabei.

Der Erfinder der Operette: Jaques Offenbach
Der Erfinder der Operette: Jaques Offenbach
Offenbach – der Erfinder der Operette

Jaques Offenbach wurde von seinem Vater, dem Kantor der jüdischen Gemeinde, schon früh musikalisch gefördert. Seine Eltern ermöglichen ihm ab 1834 eine Ausbildung als Cellist am Pariser Konservatorium. So ging er mit 15 Jahren nach Paris und änderte seinen Vornamen von Jakob in Jaques. Er verlässt 1835 das Konservatorium ohne Abschluss und nimmt eine Stelle als Cellist im Orchester der Opéra-Comique an. Gleichzeitig nimmt er Kompositionsunterricht und komponiert kleinere Stücke. In dieser Zeit heiratet Offenbach und wird fünffacher Vater.

Der Durchbruch gelingt ihm ab 1855: In seinem eigenen Théâtre des Bouffes-Parisiens führt er die von ihm komponierten Stücke auf. Das bekannteste Werk wurde am 21. Oktober 1858 uraufgeführt: Orpheus in der Unterwelt. Und alle Welt kennt heute den Cancan aus dem zweiten Akt. Wegen der Kompositionen aus dieser Zeit gilt er als Schöpfer der Operette – Offenbach ist auf dem Gipfel seiner Popularität angekommen.

Für die Franzosen ein Spion, für die Deutschen ein Vaterlandsverräter

Mit dem Deutsch-Französischen Krieg ab 1870 gerät Jaques Offenbach zwischen die Fronten: Für die Franzosen ist er ein deutscher Spion, die deutsche Presse hingegen bezeichnet ihn als Vaterlandsverräter. Um beiden aus dem Weg zu gehen, tourt Offenbach in dieser Zeit durch Italien und Österreich. Als er nach dem Krieg im Juni 1871 wieder zurück nach Paris kommt, kann er an die alten Erfolge nicht mehr anknüpfen. Er beginnt mit  Hoffmanns Erzählungen – kann diese Oper aber nicht mehr vollenden. Offenbach stirbt am 5. Oktober 1880 an der Gicht. Er wird, unweit seiner Wohnung, auf dem Pariser Friedhof Cimetière de Montmartre beerdigt. Die Uraufführung von Hoffmanns Erzählungen erfolgt ein knappes halbes Jahr nach seinem Tod.

Unvergessen bleibt der Cancan. Hochgeworfene Röcke, frivole Schreie und der ausgelassene  Tanz dazu machen den „kölschen Jung“ Jakob/Jaques Offenbach unsterblich.


Das Offenbach-Festival „Yes, we can can“ läuft noch bis zum 27. Juni 2019.


Wenn Jaques Offenbach wüsste, welcher Baupfusch heute an der Kölner Oper stattfindet, wäre er mit Sicherheit nicht damit einverstanden, dass der Platz, an dem die Oper steht, seinen Namen trägt. Seit 2012 wird das Opernhaus am Offenbachplatz modernisiert. Ursprünglich war die Sanierung mit 253 Millionen Euro veranschlagt. Nach mehreren Kostensteigerungsrunden beträgt das Budget aktuell 570 Mio. Euro, die Fertigstellung soll Ende 2022 sein. Mal sehen.


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