Köln-Ding der Woche

Jede Woche sonntags per e-mail ein Detail zu Köln. Lerne die Lieblingsplätze des Köln-Lotsens kennen, erweitere deinen kölschen Wortschatz und dein Wissen über prominente und unbekannte Kölner. Immer kurz & knackig, immer subjektiv und voreingenommen. Und immer rund um die schönste Stadt der Welt. 

Inhalt

  • 2.000 Jahre Köln: Historisches
    In Köln ist in den letzten 2.000 Jahren viel passiert. Hier findet ihr ein paar der vielen, vielen Geschichten aus der Kölner Geschichte.  
  • Bauwerke & Plätze
    Auch die im 2. Weltkrieg so stark zerstörte Stadt Köln hat wunderschöne Bauwerke, Orte und Plätze. Oft sind diese allerdings gut versteckt.
  • Ein paar Fragen an …
    In meiner Reihe „Ein paar Fragen an …“ befrage ich Menschen aus Köln, die etwas zu sagen haben.
  • Karneval
    Selbstverständlich nimmt die 5. Jahreszeit einen breiten Raum in unserer Stadt ein. Un et is härrlisch, Fastelovend ze fiere!
  • Köln im Krieg
    Der Krieg hat tiefe Wunden in der Domstadt hinterlassen. Zur „Stunde Null“ waren 80% der Gebäude in der Innenstadt zerstört.
  • Kölsche Persönlichkeiten
    Die alte Stadt am Rhein hat in den letzten zwei Jahrtausenden viele Persönlichkeiten hervorgebracht.
  • Kölsche Stöckelche
    Wenn der Kölsche von „Stöckelche“ spricht, dann meint er damit Anekdötchen.
  • Kölsche Tön
    Es gibt wahrscheinlich keine Stadt auf der Welt, die so oft besungen wird wie Köln.
  • Kölsche Wörter
    Die kölsche Sprache bietet wunderschöne Wörter. Und ein paar davon werden hier erklärt.
  • Kunst & Kultur
    Auch wenn es angesichts mancher Fehlplanungen oft schwer zu glauben ist: Köln ist auch eine Kulturstadt. 
  • Stimmen zum Köln-Ding der Woche
    Ein paar Abonnenten haben mir eine Rückmeldung zum „Köln-Ding der Woche“ gegeben. 
  • Karte zum Köln-Ding der Woche
    Fast alle „Köln-Dinger der Woche“ kann man sich anschauen. Falls ihr, unabhängig von einer Lotsentour, euch diese speziellen Seiten von Köln anschauen wollt, nutzt einfach diese Karte.

Das "Köln-Ding der Woche" per E-Mail frei Haus. Jede Woche sonntags ein neues Detail zur schönsten Stadt der Welt. Immer kurz & knackig, immer subjektiv und voreingenommen.

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Herz zu Herz – ein offener Brief an die Kirche

Zirkus in der K;irche - Der Cirque Bouffon mit "Coeur a Coeur" in St. Michael, Bild: Daniel Witzke, Cirque Bouffon
Zirkus in der Kirche – Der Cirque Bouffon mit „Coeur a Coeur“ in St. Michael, Bild: Daniel Witzke, Cirque Bouffon

Liebe Kirche!

Ach – was täte dir viel mehr unbeschwerte Leichtigkeit gut. Wir beide haben uns in den letzten vierzig Jahren doch sehr entfremdet. Gut – bei ein paar Hochzeiten und Beerdigungen haben wir uns gesehen. Und jedes Mal war ich irgendwie froh, wenn es vorbei war. Und vielleicht hast du auch gedacht: „Jood, dat dä widder fott es.“  

Und dann kommst du auf einmal mit dem Cirque Bouffon um die Ecke. In Sankt Michael. Einer Kirche. Zirkus. Leichtigkeit. Und plötzlich genieße ich den Aufenthalt bei dir. Du wirst mir am Ende nicht doch noch sympathisch werden?

Zirkus in Kölns drittgrößter Kirche

Grund dafür war, dass ich zu Gast bei der wunderschönen Premiere der Show „Coeur à Coeur“ des Cirque Bouffon war. Dieser Zirkus gastiert noch bis 2. Januar 2022 in St. Michael. Und es ist für Besucher und Artisten vollkommen neu, sich ausgerechnet in einer Kirche zu begegnen.

Zirkus in einer Kirche : Kirche für Köln und der Cirque Buffon machen es möglich. Bild: Uli Kievernagel
Zirkus in einer Kirche : Kirche für Köln und der Cirque Buffon machen es möglich. Bild: Uli Kievernagel

Man kennt Zirkus aus einem Zelt. Aber in dem prächtigen, großzügigen Kirchenraum von St. Michael, Kölns drittgrößter Kirche? Mit Künstlern, die im wahrsten Sinne des Wortes mit Hand und Fuß jonglieren. Mit atemberaubender Akrobatik in schwindelerregender Höhe. Mit einem Bouffon – wörtlich übersetzt heißt das Narr – der das Niesen seiner Partnerin in einer Papiertüte einfängt (klingt schräg – muss man gesehen haben). Und dann mit dem magischen Moment, als fragile Seifenblasen die Hauptrolle übernehmen.

Die Leichtigkeit der Seifenblasen, Bild: Uli Kievernagel
Die Leichtigkeit der Seifenblasen, Bild: Uli Kievernagel

Möglich wurde die Zirkusvorstellung in der Kirche nur, weil die neu gegründete Gemeinde „Kirche für Köln“ auf eine neue Weise Kirche sein will: modern, offen, zugewandt. Diese Gemeinde will ein Ort sein, der positiv in die Stadt und das Veedel hineinwirkt und unsere Stadt zu etwas Besserem verändert.

Liebe Kirche, vielleicht ist das der Weg, wie wir zwei uns wieder näherkommen könnten. Ich verspreche mal lieber nichts – doch wenn du mich wieder mit der Leichtigkeit einer Seifenblase empfängst, will ich auch nichts ausschließen. Aber nur, wenn auch du willst.

Vell Jrööööß

Uli


Der Cirque Buffon in St. Michael, Bild: Cirque Buffon

„Coeur à Coeur“ – ein Weihnachtstraum

Der Cirque Buffon gastiert mit „Coeur à Coeur“ noch bis 2. Januar 2022 in St. Michael am Brüsseler Platz. Die Vorstellungen sind täglich (außer Montag und Dienstag) um 19.30 Uhr, samstags und sonntags zusätzlich auch um 14.30 Uhr. Die Tickets kosten ab 34,90 Euro und sind über Kölnticket erhältlich. Und der Besuch lohnt sich. Versprochen!

Übrigens: An Heiligabend wird Kirche für Köln um 18 Uhr einen Weihnachtsgottesdienst mit den Artisten gemeinsam gestalten.


Kirche für Köln. eine neue Gemeinde
Kirche für Köln. eine neue Gemeinde

Kirche für Köln:
Stellt dir vor, die Kirche macht auf – und jeder geht hin

Während (zumindest bei gutem Wetter) das Leben im Schatten von St. Michael auf dem Brüsseler Platz tobt, war die Kirche immer leer und verlassen.

Die neu gegründete Gemeinde Kirche für Köln will das verändern. Dabei sind die Leitlinien „modern, offen, zugewandt“ nicht nur Lippenbekenntnisse, sondern finden ihren Ausdruck in unterschiedlichen Veranstaltungen, die nicht typisch für die Kirche sind.


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Ghosttrain – der etwas andere Geisterzug am Heumarkt

Die leere, verlassene Station Heumarkt. Und trotzdem fährt eine Bahn durch. Zumindest akustisch. Bild: Uli Kievernagel
Die leere, verlassene Station Heumarkt. Und trotzdem fährt eine Bahn durch. Zumindest akustisch. Bild: Uli Kievernagel

Um gleich die Erwartungen zu dämpfen: NEIN – es geht nicht um „den“ Geisterzug. Sondern um einen ganz anderen Geisterzug: Den Ghosttrain. Dieser Ghosttrain ist auch nicht nur an Karnevalssamstag unterwegs, sondern täglich. Nur leider  kann man ihn nicht sehen. Nur hören. Und sich wundern.

Nächster Zug: Bitte Zugbeschilderung beachten

Haltestelle Heumarkt, jeden Tag, irgendwann zwischen 20 Uhr und 0 Uhr: Die in Köln bestens bekannte Stimme der KVB kündigt einen Zug an: „Nächster Zug: Bitte Zugbeschilderung beachten.“ Auf der Anzeigentafel erscheint „Sonderzug! Bitte nicht einsteigen“.

Und dann rattert eine durchaus flotte Bahn durch die Haltestelle. Zumindest hört man diese Bahn. Zu sehen ist nichts. Garnichts. Nach zehn Sekunden ist der Spuk vorbei. Und man fragt sich: Was war das denn?

Lautsprecher an!  So hört sich der Ghosttrain an:

Kunstprojekt Ghost Train

Es handelt sich dabei um ein Kunstprojekt des Wiener Künstlers Werner Reiterer (*1964). Dabei fährt ein Geisterzug durch die Haltstelle, lediglich angekündigt durch eine Durchsage und das Geräusch des Zugs.

Dafür wurde zunächst mit 28 Mikrofonen das Geräusch einer durchfahrenden Bahn aufgenommen. Dann wurden  28 Lautsprecher an der Bordsteinunterkante des Bahnsteiges montiert, die für den wartenden Fahrgast unsichtbar sind.

Und täglich, irgendwann zwischen 20 Uhr und 0 Uhr ist es dann soweit: Die Ankündigung ertönt und der Zug fährt durch. Zumindest akustisch. Zu sehen ist nichts. Besonders trickreich: Es gibt keinen festen Fahrplan für den Ghosttrain. Die Fahrt wird von einem Zufallsgenerator ausgelöst. Es ist lediglich technisch sichergestellt, dass der Ghosttrain nur fährt, wenn sich kein anderer Zug in der Haltstellle befindet. Genau dieses „irritierende Moment“ ist erwünscht.

Spiegelung der flüchtigen Mobilität

Dieser Ghosttrain soll, so der Künstler, die flüchtige Mobilität spiegeln. Reiterer spricht hier von einem „Platzebo“, einem Kunstwort aus „Platz“ und „Placebo“. Dieser Platzebo soll einen realen Platz mit einer vermeintlich tatsächlich existierenden, neuen Realität manipulieren.

Dabei ist es dem Künstler wichtig, dass nicht der von ihm bewusst gesetzte Platzebo das Thema ist, sondern der Prozess, der durch ihn ausgelöst wird: Das darüber Sprechen und die daraus resultierende Entwicklung von Gerüchten sollen der eigentliche Effekt sein. Damit sich dieser Effekt nicht abnutzt, fährt der Ghosttrain nur einmal jeden Abend – zu einer vom Zufall bestimmten Zeit. Werner Reiterer dazu: „Jemand der also das Glück haben sollte, die Arbeit in kurzer Zeit mehrmals zu erleben, sollte unbedingt mit Lotto-Spielen anfangen.“

Die attraktive und riesige Zwischenebene der Haltstelle Heumarkt. Gut zu erkennen: Falls es jemals eine Ost-West-U-Bahn geben sollte, sind die Bahnsteige bereits vorbereitet, Bild: Uli Kievernagel
Die attraktive und riesige Zwischenebene der Haltstelle Heumarkt. Gut zu erkennen: Falls es jemals eine Ost-West-U-Bahn geben sollte, sind die Bahnsteige bereits vorbereitet, Bild: Uli Kievernagel

Stationen sollen zum Anziehungspunkt werden

Die Installation Ghosttrain ist Teil eines Wettbewerbs der Kölner Verkehrs Betriebe zur Gestaltung der Haltestellen der neuen Nord-Süd-Bahn. Das dafür bereitgestellte Budget wurde vom Rat auf 1,75 Millionen Euro festgesetzt. Der KVB-Vorstand verspricht sich von den Kunstwerken: „Die hochwertigen und spannenden Entwürfe der ausgewählten namhaften Künstler lassen erwarten, dass die Stationen nicht nur zum Ein-, Um- und Aussteigen genutzt werden. Vielmehr ist anzunehmen, dass sie auch zu einem Anziehungspunkt für Menschen werden, die ein Interesse an Kunst haben und die Kunstwerke im Untergrund betrachten möchten.

Weitere Kunstwerke der neuen Nord-Süd-Bahn sind die großformatigen Wandmalereien am Chlodwigplatz, eine künstlerische Darstellung des Schriftzugs WANDGESTALTUNGNORDSÜDSTADTBAHNKÖLN in der Station Rathaus sowie die Live-Übertragung von Bildern der Halsbandsittiche und der Alexandersittiche am Breslauer Platz.

Dank dieser Kunstwerke ist Köln zumindest im Untergrund sehenswert.


Falls ihr sehen wollt, wie es aussieht, wenn man den Ghosttrain zwar hört aber nicht sehen kann, schaut euch dieses Video von Ralph Sterck (Vorsitzender der FDP-Ratsfraktion im Rat der Stadt Köln) an.


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Kölsche Originale: Orjels-Palm – ein vornehmer Straßenmusikant

Johann Joseph Palm, genannt Orjels Palm, in Husarenuniform an seiner Drehorgel, Bild: unbekannter Fotograf
Johann Joseph Palm, genannt Orjels Palm, in Husarenuniform an seiner Drehorgel, Bild: unbekannter Fotograf

Am Ende seines Lebens war Johann Joseph Palm – genannt Orjels-Palm oder Urjels-Palm – schlichtweg zu schwach, um weiterhin die schwere Drehorgel zu tragen und zu bedienen. Um trotzdem noch ein paar Groschen zu verdienen, hing sich Orjels-Palm noch ein „Romantisches Panorama“ um – ein Schaukasten mit einer Bergszene – und flanierte damit auf der Straße und bei seinen Gönnern.

Geld war zeitlebens knapp bei einem Mann wie Orjels-Palm. In einer Zeit, in der an soziale Leistungen wie Kindergeld oder Renten noch nicht zu denken war, musste der Drehorgelspieler ein Dutzend eigener Kinder und dazu auch noch mindestens zwei Enkelkinder ernähren. Die einzige Unterstützung des Staates bestand darin, dem kriegsversehrten Orjels-Palm eine Konzession zum Drehorgelspielen zu erteilen.

Palm als Soldat bei den „Schwarzen Husaren“

Johann Joseph Palm wird am 28. April 1801 in der Kleinen Neugasse (heute Tunisstraße) geboren. Mit 14 Jahren beginnt er eine Lehre als Maler und Vergolder. Als Geselle will er eigentlich auf die „Walz“ gehen. Mit Walz, Wanderjahre, Tippelei oder Gesellenwanderung werden die Jahre der Wanderschaft eines Gesellen als Voraussetzungen zur Meisterprüfung bezeichnet. Doch da macht ihm das preußische Wehrgesetz einen Strich durch die Rechnung: Die Walz ist nur mit einem „Kundschaftsbüchlein“ zulässig. Und dieses Büchlein erhält man erst nach Ableistung des Wehrdiensts. Palm wird daher im Herbst 1820 in Danzig Rekrut bei den „Schwarzen Husaren“.

Zuhause in Köln nimmt währenddessen sein persönliches Schicksal eine unglückliche Wendung: Cäcilie Hack, seine Liebe seit früher Kindheit, hat sich mit einem anderen verlobt. Palm reist nach Köln, um Cäcilie umzustimmen. Vergeblich. Enttäuscht reist er schnell wieder ab, um in der Türkei, Russland und in Griechenland zu kämpfen.

Nur kurzes Glück mit der Jugendliebe

Nach einer Schussverletzung am Knie, die ihn zeitlebens quälen wird, kommt Palm im Jahr 1830 nach Köln zurück und holt sein Glück nach: Er heiratet die zwischenzeitlich verwitwete Cäcilie Hack. Zunächst ist das Familienglück groß, bis 1838 bekommen die beiden vier Kinder. Palm betreibt eine Werkstatt in seinem ursprünglich erlernten Beruf als Maler und Vergolder.

Doch das Familienglück des Johann Joseph Palm findet durch den Tod seiner Frau Cäcilie im August 1839 ein jähes Ende. Als alleinstehender Vater ist Palm überfordert und heiratet bereits im April 1840 Sophia Kollgraff. Mit ihr zeugt er bis 1847 weitere neun Kinder. Die stetig wachsende Familie erfordert ständig mehr Platz. Die Folge sind 15 Umzüge in 34 Jahren, davon achtmal innerhalb der Straße „Unter Krahnenbäumen“.

In den 1840er Jahren verschlechtert sich die wirtschaftliche Lage der Familie dramatisch. Aufträge als Maler findet er kaum noch, zu vergolden gibt es nichts mehr. Zwei Kinder sterben an Unterernährung. Er stellt einen Rentenantrag – dieser wird jedoch postwendend abgelehnt. Allerdings erhält er die Konzession als Drehorgelspieler und eine kleine Beihilfe zur Anschaffung einer solchen Orgel.

Tadellos gekleidet und gepflegt

Palm machte sich in Köln als Drehorgelspieler schnell einen Namen. Er war immer tadellos gekleidet: Blitzsaubere Husaren-Uniform, auf Hochglanz polierte Stiefeln und eine hohe, schwarze Mütze auf dem Kopf. Das hat sich anscheinend sogar bis nach Berlin herumgesprochen, denn dort stand in der Zeitung: „Das ganze Gegenteil vom Maler Bock war der Orgels-Palm, ein vornehmer Straßenmusikant.“

Urjels-Palm in der Bierdeckel-Serie "Kölsche Originale", Bild: Bild: rs-bierdeckel.de, Reinhold Schäfer
Urjels-Palm in der Bierdeckel-Serie „Kölsche Originale“, Bild: Bild: rs-bierdeckel.de, Reinhold Schäfer

Und anders als seine Wettbewerber, die nur die üblichen Drehorgel-Stücke spielten, hatte Orjels-Palm auch eigene Stücke und Stücke seines Freundes Joseph Roesberg, der bereits mit dem Lied vom „Schnüsse Tring“ einen Karnevalshit gelandet hatte, im Repertoire.

Wo ist dann der Schwengel?

Eben dieser Joseph Roesberg erlaubte sich angeblich einen Scherz mit dem gutmütigen und stets heiteren Orjels-Palm. In Absprache mit dem Kirchenvorstand von Remagen sollte Palm sich dort als Organist vorstellen. Roesberg und seine Freunde spendierten Palm einen neuen Anzug und gaukelten ihm vor, dass er in der vollbesetzten Kirche am Kirmessonntag eine Probe seines Könnens als Orgelspieler abliefern sollte. Palm untersuchte fachmännisch die Orgel und soll dann gefragt haben „Wo is dann he dä Schwengel?“.

So schön diese Anekdote ist – sie kann aber leider nicht ganz der Wahrheit entsprechen. In der Remagener Pfarrkirche wurde nachweislich erst 1904 eine Orgel eingebaut. Und der gläubige Katholik Roesberg hätte wohl kaum einen Scherz mit der Kirche getrieben. Wahrscheinlicher ist es, dass der Freundeskreis um Roesberg dem Orjels-Palm nur etwas Gutes tun wollte und ihm unter einem Vorwand den neuen Anzug schenkte.

Fählen im och mänche Tön

Palm gehörte mit seiner Orgel bald zum Stadtbild. Johann Franz Weber, ein erfolgreicher Komponist kölscher Karnevalsmusik verewigt Orjels-Palm sogar in seinem Lied „Do deis meer leid“:

Met der Urgel trock erus
Künstler Palm von Hus ze Hus,
Fählen im och mänche Tön,
Schnüsse Tring spilt hä doch schön.
Doch sing Urgel manchmal brump
We en al, rostige Pump:
„Saht ens Palm“ su sähte Lück,
„Hät die Buchping hück?
Se deit uns leid,
Se deit uns leid,
Hat Ehr denn kei Gefühl?“1Übersetzung:
Mit der Orgel zieht er herum,
Künstler Palm, von Haus zu Haus.
Fehlen ihm auch manche Töne,
das Lied der „Schnüsse Tring“ spielt er doch schön.
Doch seien Orgel manchmal brummt
Wie eine rostige, alte Pumpe.
„Sagt mal, Palm“ so sagten die Leute,
„Hat die Bauchschmerzen heute?
Sie tut uns leid,
Sie tut uns leid,
Habt ihr denn kein Gefühl?“

Harte Arbeit für geringes Entgelt

Und Palm drehte fast 30 Jahre unermüdlich seine Orgel, um das notwendige Auskommen für die Familie zu verdienen. Dabei, so Reinhold Louis2 in seinem Buch „Kölner Originale“, Greven Verlag „… war er in der Tat harmlos: Palm lag nicht betrunken in der Gosse, er kam nicht in Konflikt mit den Gesetzeshütern, er war nicht verkommen, er borgte und schnorrte nicht, sondern leistete harte Arbeit für mehr oder weniger geringes Entgelt.“

Orjels-Palm kann in späteren Jahren die schwere Drehorgel nicht mehr bedienen und trägt stattdessen ein „Romantisches Panorama", Bild: unbekannter Fotograf
Orjels-Palm kann in späteren Jahren die schwere Drehorgel nicht mehr bedienen und trägt stattdessen ein „Romantisches Panorama“, Bild: unbekannter Fotograf

Und als die Orgel für den mittlerweile fast achtzigjährigen Palm schlichtweg zu schwer wird, sattelt er um und trägt das „Romantische Panorama“ um den Hals. Immer, um noch ein paar Groschen zu verdienen – die Kinder und Enkel haben schließlich Hunger.

Am 29. Januar 1882 stirbt Johann Joseph Palm. Und Köln verliert mit dem Straßenmusiker eines seiner Originale. Andere, die ihm als Straßenmusiker in Köln nachfolgen, werden weder so bekannt, noch als Original verehrt. Ausnahmen: Klaus der Geiger und die Kelly-Family. Aber das sind andere Geschichten.


Alle bisher erschienenen Geschichten zu den Kölschen Originalen 


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Das Pumpwerk Schönhauser Straße – Kölns größter Wasserstandsmelder

Das Pumpwerk an der Schönhauser Straße. Die blaue Illumination bedeutet "Pegel unter 2,4 Meter", Bild: Uli Kievernagel
Das Pumpwerk an der Schönhauser Straße. Die blaue Illumination bedeutet „Pegel unter 2,4 Meter“, Bild: Uli Kievernagel

Direkt am Rhein, an der KVB-Haltestelle Schönhauser Straße, befindet sich ein großer, dunkler Kubus.  Auf einer geschwungenen Rampe, die wie eine Welle wirkt, sitzt dieser riesige Klotz. Tagsüber wirkt die dunkle Metallverkleidung abweisend. Aber die begrünte Rampe ist einladend und wird als Rastplatz mit wunderschönem Blick auf den Rhein gerne genutzt.

Tagsüber eher unscheinbar - das Pumpwerk Schönhauser Straße, Bild: Uli Kievernagel
Tagsüber eher unscheinbar – das Pumpwerk Schönhauser Straße, Bild: Uli Kievernagel

Erst mit Einbruch der Dunkelheit entfaltet dieses Gebäude seine ganze Wirkung: Die metallische Außenhaut ist mit tausenden Lämpchen versehen und diese lassen das ganze Gebäude in verschiedenen Farben leuchten. Rot, blau, gelb, grün … der Kubus wechselt die Farben nach einem ganz bestimmten Schema.

Der Pegelstand liegt bei mindestens 5 Metern, das Pumpwerk leuchtet weithin sichtbar in orange, Bild: Superbass, CC BY-SA 3.0
Der Pegelstand liegt bei mindestens 5 Metern, das Pumpwerk leuchtet weithin sichtbar in orange, Bild: Superbass, CC BY-SA 3.0

Unverzichtbar für den Hochwasserschutz

Tatsächlich verbirgt sich hier das große und für den Hochwasserschutz wichtige Pumpwerk Schönhauser Straße. Und sichtbar ist nur der kleinste Teil dieser gewaltigen Anlage. Die starken Pumpen befinden sich unter dem Kubus.

Auslöser für den Bau waren die Hochwasser in den Jahren 1993 und 1995. Als Reaktion verabschiedete der Stadtrat am 1. Februar 1996 das millionenschwere Hochwasserschutzkonzept Köln. Mehr als 470 Millionen DM wurden bewilligt, um die Stadt vor weiteren Hochwasserkatastrophen zu schützen. Gegenstand des umfassenden Konzepts waren die Anschaffung der mobilen Hochwasserschutzwände, die Schaffung von Retentionsräumen und die Investition in starke Pumpwerke.

3.600 Liter Wasser pro Sekunde

Ab einem Pegelstand von sieben Metern schließen sich im Kölner Kanalnetz etwa 700 Absperrschieber, um den Rhein daran zu hindern, das Kanalnetz zu überfluten. Gleichzeitig fällt aber weiterhin Wasser (hauptsächlich Regenwasser) an, welches in den Rhein abgeführt werden muss. Dieses Wasser muss über die Absperrschieber hinweg gepumpt werden. Und genau hier kommen die Pumpwerke ins Spiel.

Das Pumpwerk leuchtet rot - der Wasserstand liegt bei mindestens 6,2 Metern, Bild: Stefan Schilling / Kaspar Kraemer Architekten BDA, CC BY-SA 3.0
Das Pumpwerk leuchtet rot – der Wasserstand liegt bei mindestens 6,2 Metern, Bild: Stefan Schilling / Kaspar Kraemer Architekten BDA, CC BY-SA 3.0

Mit gewaltigen Pumpen wird ein Rückstau im Kanalnetz vermieden. Insgesamt gibt es 35 Hochwasserpumpanlagen in Köln. Allein das im Jahr 2008 gebaute Pumpwerk Schönhauser Straße kann 3.600 Liter pro Sekunde über die Absperrschieber heben. Nur zum Vergleich: Das Pumpwerk würde einen großen Tankwagen in maximal zehn Sekunden füllen. Und um die komplette Jahresmenge an Kölsch aller Kölner Brauereien zu bewegen, bräuchte das Pumpwerk gerade mal 14 Stunden.

Diese maximale Leistung wird bei einem Rheinpegel von 9,50 Metern nötig. Nur so kann verhindert werden, dass die Veedel auch weiter entfernt vom Rhein nicht überflutet werden. Erst ab einem Pegel von 12,40 Metern müssen auch die Pumpwerke kapitulieren – die Stadt würde zu großen Teilen überflutet. Allerdings wurde dieser Wasserstand selbst bei den Jahrhunderthochwassern von 1993 und 1995 nicht erreicht, hier lag der Pegel bei maximal 10,69 Metern.

Bei rot liegt der Pegel über 6 Meter

Mit der Konstruktion des Pumpwerks wurde der Architekt Kaspar Kraemer beauftragt. Und Kraemer gab dem eher funktionalen Gebäude den richtigen „Anstrich“. Denn bestimmend für die jeweils aktuelle Farbe ist der Pegel des Rheins:

  • blau = Pegel unter 2,4 Metern
  • gelb = 2,4 bis 3 Meter
  • mint = 3 bis 3,5 Meter
  • grün = 3,5 bis 4 Meter
  • gelb-orange = 4 bis 5 Meter
  • orange = 5 bis 6,2 Meter
  • rot = Pegel über 6,2 Meter
Fast wie bei Andy Warhol: Das Pumpwerk Schönhauser Straße bei unterschiedlichen Pegelständen, Bilder: Uli Kievernagel
Fast wie bei Andy Warhol: Das Pumpwerk Schönhauser Straße bei unterschiedlichen Pegelständen.

Und so kann der Kölsche schon von weiter Entfernung den Pegelstand des Rheins erkennen und sich bei blau, mint, grün oder orange noch entspannt zurücklehnen.

Und dass es selbst bei rot nicht kritisch wird, ist dem Hochwasserschutzkonzept und den mächtigen Pumpwerken zu verdanken.


Der Kölner Pegel, Bild: Dietmar Rabich
Der Kölner Pegel, Bild: Dietmar Rabich

Sehr bekannt ist auch der Kölner Pegel an der Rheinpromenade in der Altstadt. Mit seinem großen Ziffernblatt zeigt dieser den jeweils aktuellen Pegelstand an.


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Kölner Brücken: Die Severinsbrücke – die schönste Brücke Kölns

Die Severinsbrücke - ein architektonisches Meisterwerk, Bild: datort, CC BY 2.0 DE
Die Severinsbrücke – ein architektonisches Meisterwerk, Bild: datort, CC BY 2.0 DE

Sie ist ein echter Hingucker: Die Severinsbrücke überspannt den Rhein, aufgehangen an einem einzigen, mächtigen Pylon. Gleichzeitig ist die Severinsbrücke aber auch ein Resultat des Umbaus Kölns zur „autogerechten Stadt“.

Ende der 1950er Jahren zeigt Köln auf der einen Seite zwar noch viele Kriegswunden, auf der anderen Seite starten zahlreiche Neubauprojekte. Dabei haben ausgerechnet die Zerstörungen durch die Bombardierungen „Köln zur autogerechten Stadt gemacht“, so der ehemalige Stadtkonservator Ulrich Krings1im Kölner Stadt-Anzeiger vom 21. Oktober 2021. Hauptzweck der städtischen Baupolitik war, dem massiv wachsenden Autoverkehr immer mehr Raum einzuräumen. Und noch heute leiden wir unter dieser Planung der „autogerechten Städte“ – eine Stadtplanung, die maßgeblich an den Bedürfnissen der Autofahrer ausgerichtet ist.

„Projekt Gotenring“

Weil die bis dahin bestehenden Brücken die Verkehrsmassen nicht mehr bewältigen konnten, wurde im Generalverkehrsplan der Stadt Köln neben der Zoobrücke auch die Severinsbrücke geplant. Doch ganz einfach war die Planung nicht: Ganze 39 Entwürfe (!) für das zunächst „Projekt Gotenring“ genannte Bauvorhaben wurden eingereicht und geprüft, bis der Stadtrat sich 1955 dafür entschied, eine mit Schrägseilen seilverspannte Balkenbrücke mit nur einem Pylon zu errichten.

Die Severinsbrücke im Jahr 1961 - noch ohne die Schienen für die Straßenbahn, Bild: Bundesarchiv, B 145 Bild-F010264-0006 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE
Die Severinsbrücke im Jahr 1961 – noch ohne die Schienen für die Straßenbahn, Bild: Bundesarchiv, B 145 Bild-F010264-0006 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE

Steckbrief Severinsbrücke

  • Länge: 691 m
  • Breite: 29,50 m
  • Baubeginn: ab 1956
  • Fertigstellung: 1959
  • Umbau: 1979/80
  • Eröffnung: 7. November 1959

Neben der heute noch attraktiven Optik der Severinsbrücke gab es noch weitere ausschlaggebende Gründe für diese neuartige Konstruktion:

  • Ein praktischer Grund: Ein einziger Pylon im Rhein behindert die Schifffahrt weniger.
  • Ein ästhetischer Grund: Die Sicht auf den Dom wurde die asymmetrische Platzierung des Pylons nicht eingeschränkt.

Schwerer Unfall beim Bau des Fundaments

Um den Pylon zu errichten, war mitten im Rhein ein massives Fundament erforderlich. Für diese Arbeiten wurde ein sogenannter Senkkasten verwendet, ähnlich einer Taucherglocke, ein übliches Verfahren für Unterwasserarbeiten.

Doch am 21. September 1956 bekam dieser Kasten in der Strömung des Rhein Schieflage und lief blitzschnell voller Wasser. Dabei starben fünf Arbeiter. Angeblich sollen noch weitere Arbeiter bei dem Unglück ums Leben gekommen sein, deren Leichen nie geborgen wurden und die somit Teil des Fundamentes wurden. Der Kölner Journalist Hermann Rheindorf hat sich intensiv mit der Brücke und dem Unfall beschäftigt. Aber auch er geht davon aus, dass es sich bei dieser Gruselgeschichte nur um ein Gerücht handelt.

Uns Bröck is fädich

Mit den Worten „Uns Bröck is fädich“ eröffnete am 7. November 1959 der damalige Oberbürgermeister Theo „Döres“ Burauen die Brücke. Adenauer war dabei, Kardinal Frings segnete das Bauwerk und die Brücke war einen ganzen Tag lang nur für Fußgänger zugängig. Doch schon am nächsten Tag wurde die Severinsbrücke für den Autoverkehr freigegeben. Ziel erreicht: Einfach mit dem Auto quer durch die Stadt, auch über den Rhein. Erst 1979 wurde die Brücke umgebaut. Seitdem fahren auch Straßenbahnen hier über den Rhein.

Vier Jahre Kunst auf der Brücke

Im Jahr 1996 erreichte die Brücke einen gewissen Ruhm in der Kunstwelt – und auch bei den Kölschen. Der Künstler HA Schult ließ seine acht Meter große, mit Neonröhren illuminierte Weltkugel per Helikopter ganz oben auf den Pylon der Severinsbrücke installieren.

Früher in schwindelerregender Höhe auf der Severinsbrücke, heute auf dem Dach der DEVK-Versicherung: Die Weltkugel von HA Schult, Bild: DEVK
Früher in schwindelerregender Höhe auf der Severinsbrücke, heute auf dem Dach der DEVK-Versicherung: Die Weltkugel von HA Schult, Bild: DEVK

Doch das beleuchtete Kunstwerk in über 70 Metern Höhe gefiel nicht allen. So wurde die Weltkugel bereits im Jahr 2000 wieder abmontiert und schmückt seitdem das Dach einer Versicherung in der Nähe des Zoos.

Mit ausgebreiteten Armen wacht der Heilige Severin über die nach ihm benannte Severinsbrücke, Bild: Franz-Josef Knöchel
Mit ausgebreiteten Armen wacht der Heilige Severin über die nach ihm benannte Severinsbrücke, Bild: Franz-Josef Knöchel

Nadelöhr Severinsbrücke

Heute wacht der Namensgeber der Brücke, der Heilige Severin, über die Brücke. Und wehe, wenn der Heilige einen Moment mal nicht aufpasst: „Wenn auf der Brücke Störungen auftreten, merkt man das sofort im ganzen Straßennetz.“, so Roman Suthold vom ADAC. Das Nadelöhr Severinsbrücke ist und bleibt unverzichtbar, um den Verkehr in Köln aufrecht zu erhalten.


Kölner Brückengrün

Selbstverständlich erstrahlt die Severinsbrücke im üblichen „Kölner Brückengrün“, auch als „Adenauer-Grün“ bekannt.

Die Severinsbrücke im "Kölner Brückengrün", Bild: Rolf Heinrich
Die Severinsbrücke im „Kölner Brückengrün“, Bild: Rolf Heinrich

Ein Zeitzeuge berichtet

 
Ich habe zu diesem Artikel Post von Günter bekommen, er war damals bei der Eröffnung live dabei:
 
Die Eröffnung ist mir noch ganz gut in Erinnerung. Wir sind mit der ganzen Klasse, wahrscheinlich sogar mit der ganzen Schule dabei gewesen. Ich in vorderster Reihe. An Adenauer und Burauen kann ich mich noch gut erinnern. An Frings nicht mehr. Eines der wenigen Ereignisse aus frühester Kindheit, das haften geblieben ist.

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Das Richter-Fenster im Dom – ein Meisterwerk

Das Richter-Fenster am Kölner Dom, Bild: Raimond Spekking
Das Richter-Fenster am Kölner Dom, Bild: Raimond Spekking

Mittags, von etwa 12 Uhr bis 13 Uhr, bei gutem Wetter mit Sonnenschein, ist die Wirkung am stärksten: Das bunte Licht „fällt“ in die Kathedrale, wandert über den Boden und umspielt die massiven Säulen der gigantischen Kathedrale. Das Richter-Fenster im Dom ist vielleicht der Höhepunkt eines Besuchs im Dom. Farbige Lichtpunkte versetzen die Besucher in Erstaunen. Die Kombination aus der majestätischen Kathedrale und dem bunten Licht ist ein echtes Erlebnis.

Meisner: „Eher ein Fenster für eine Moschee“

Unter den Namen „Südquerhausfenster“ kennt kaum einer dieses Kunstwerk. Alle sprechen vom Richter-Fenster. Der Künstler Gerhard Richter (geb. 1932) hat das Fenster entworfen. Und damit zunächst alle vor den Kopf gestoßen.

Der damalige Erzbischof von Köln, Kardinal Joachim Meisner, meinte, dass das Fenster „eher in eine Moschee oder ein anderes Gebetshaus“ passen würde, aber nicht in eine gotische Kathedrale. Seine Abneigung ging so weit, dass er plante, seinen Bischofsstuhl im Dom umsetzen zu lassen, um nicht auf das von ihm so verhasste Fenster blicken zu müssen. Nur durch gutes Zureden vom Dompropst Norbert Feldhoff konnte der sture Meisner von dieser Idee abgebracht werden. 

Rekonstruktion der zerstörten Fenster unmöglich

Geistige Urheberin der Idee, Richter das Fenster gestalten zu lassen, war die Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner. Sie hatte, mit Beginn ihrer Amtszeit im Jahr 1999, vom Domkapitel den Auftrag bekommen, die Neuverglasung des Domquerhauses in Angriff zu nehmen.

Seit dem zweiten Weltkrieg war dort nur eine Notverglasung angebracht: Helle Scheiben mit Ornamenten, die vielleicht einer etwas in die Jahre gekommenen Kneipe angemessen waren. Aber nicht dem wunderbaren Dom.

Das ursprünglich dort angebrachte Fenster zeigte drei Könige und drei Bischöfe. Dieses Fenster wurde bei den Bombenangriffen auf Köln zerstört und konnte nicht wiederhergestellt werden: Die Vorlage der Abbildung lagerte in Berlin und war dort verbrannt, so dass eine Rekonstruktion unmöglich war. Was sich nachträglich als Glück herausstellen sollte.

Erste Ideen, das Fenster mit Bildern von Märtyrern des 20. Jahrhunderts zu gestalten, erwiesen sich als nur sehr schwer realisierbar: Die ausgewählten Personen, darunter die Nonne Edith Stein und Pater Maximilian Kolbe, trugen schwarze Ordensgewänder. Und eine große Fläche mit schwarzem Glas bezeichnete Schock-Werner als „denkbar unglückliches Ansinnen“. Zudem stellte sich die Frage, wie riesige Portraits in etwa 30 Metern Höhe wirken sollten.

Detailansicht des Richters-Fensters, Bild: Geolina163, CC BY-SA 3.0
Detailansicht des Richters-Fensters, Bild: Geolina163, CC BY-SA 3.0

11.263 Farbquadrate

So kam es, dass die Dombaumeisterin bei einem Empfang eher zufällig auf Gerhard Richter stieß. Und ihn bei einem Glas Sekt ungeniert fragte, ob er nicht die Gestaltung des Fensters übernehmen könnte. Richters direkte Antwort: „Ich kann das ja mal probieren. Aber damit das gleich klar ist: Dafür werde ich kein Geld nehmen.“

Und Richter machte sich an die Arbeit. Nach einem halben Jahr präsentierte er die ersten Entwürfe: Der Künstler hatte eine Reproduktion seines Bildes „4096 Farben“ zerschnitten und hinter das Maßwerk der Fenster geklebt. Farbige Quadrate, scheinbar willkürlich hinter einem gotischen Kirchenfenster. Barbara Schock-Werner war fassungslos, das Domkapitel zunächst konsterniert: Farbige Quadrate statt figürliche Darstellungen von Heiligen?

Erst 18 Entwürfe und vier Jahre später waren nicht nur die Dombaumeisterin sondern auch das Domkapitel überzeugt: Das 106 Quadratmeter große Fenster wurde mit insgesamt 11.263 Farbquadraten in Bierdeckelgröße in 72 Farben gestaltet. Die einzelnen Quadrate wurden nach dem Zufallsprinzip angeordnet, wobei Wiederholungen und Spiegelungen von Richter ausdrücklich vorgesehen waren. So spiegeln sich die Bahnen eins und drei, zwei und fünf sowie vier und sechs.

An einigen wenigen Stellen korrigierte Richter die zufällige Verteilung, um eine Gegenständlichkeit zu vermeiden, wie etwa eine durch blaue Quadrate gebildete Ziffer „1“ im unteren Bereich.

Strenge Geometrie

Gerhard Richter arbeitete wie versprochen ohne Honorar, trotzdem mussten die Herstellungskosten von etwa 370.000 Euro aufgebracht werden. Das Domkapitel ging dafür kötten und etwa 1.200 Spender finanzierten das neue Fenster.

Dann ging es an die konkrete Umsetzung und den Einbau des Fensters. Kein leichtes Unterfangen, denn die einzelnen Quadrate mussten exakt zueinander ausgerichtet werden. Sollte auch nur ein kleiner Versatz entstehen, würde das bei der zugrundeliegenden strengen Geometrie sofort auffallen.

Das Richter-Fenster "malt" bunte Farben in den Dom, Bild: Geolina163, CC BY-SA 3.0
Das Richter-Fenster „malt“ bunte Farben in den Dom, Bild: Geolina163, CC BY-SA 3.0

Grandiose Wirkung

Bis zur feierlichen Einweihung des Fensters stieg die Spannung in der gesamten Stadt. Die Baustelle war durch eine Plane abgedeckt, nach dem Einbau verhinderte ein schwarzer Vorhang den Blick auf das Fenster.

Als der Vorhang am 25. August 2007 fiel1Kardinal Meiser war bei der feierlichen Einweihung nicht dabei – er hatte sich  an diesem Tag eine Dienstreise nach Polen gegönnt., fielen auch Barbara Schock-Werner und Gerhard Richter ganze Felsbrocken vom Herzen. Die Wirkung des Fensters war vom ersten Moment an grandios – und ist es heute noch.

Schock-Werner dazu: „Rund 80 Prozent aller Besucher im Dom finden das Richter-Fenster ganz toll und kommen immer wieder, um zu gucken. Viele Fans kommen sogar zu unterschiedlichen Zeiten, um das Fenster in verschiedenen Lichtsituationen zu erleben.“

Und das solltet ihr auch tun! Am besten mittags zwischen 12 und 13 Uhr, wenn die Sonne genau ins Fenster scheint.


Erinnerung an Karneval?

Böse Zungen behaupten, das Richter-Fenster würde den Kölschen nur deshalb so gut gefallen, weil es sie an ein beliebtes Karnevalskostüm erinnert:
`Ne Lappenclown. Ist natürlich Quatsch. Wobei …

Detailansichten: Lappenclown (links), Richter-Fenster (rechts), Bilder: Uli Kievernagel
Detailansichten: Lappenclown (links), Richter-Fenster (rechts), Bilder: Uli Kievernagel

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Kölsche Wörter: pingelich – nur nicht zu genau sein!

Pingelig, exakt, ordentlich ausgerichtet - so gar nicht "kölsch": Die Grabsteine auf dem Commonwealth-Friedhof, Südfriedhof, Bild: Thomas Salditt
Pingelig, exakt, ordentlich ausgerichtet – so gar nicht „kölsch“: Die Grabsteine auf dem Commonwealth-Friedhof, Südfriedhof, Bild: Thomas Salditt

Jemand, der pingelich ist, nimmt immer alles sehr genau und ist sehr exakt. Adam Wrede definiert pingelich als „übertrieben ordnungsheischend, und kleinlich im Denken“.

Klar – ein solcher Mensch ist in Köln eher selten anzutreffen. Ansonsten würde er bei den kölschen Gewohnheiten wie „Küsste hück nit, küsste morjen.“ und „Et hätt noch immer jood jejange.“ auch wahnsinnig werden. Gerade in einer Stadt, in der an einer U-Bahn-Strecke gerne schon mal 25 Jahre lang gebaut wird, Plätze wie der Barbarossaplatz eher Schandflecke sind und eine riesengroße blaue Mülltüte neben der einzigartigen Kathedrale als „Musical Dome“ bezeichnet wird, sind Perfektionisten eher fehl am Platze.

Der Kölsche ist da wesentlich lockerer und nimmt vieles nicht so genau. Was ihm allerdings nicht immer zum Vorteil gereicht. Eine leider knüsselige, verbaute Stadt ist das lebendige und nicht gerade schmeichelhafte Zeugnis dieser wenig pingeligen Lebensweise in Köln.

Der Besitzer dieses Kellers ist ganz bestimmt nicht pingelig, Bild: Bill Kasman, Pixabay
Der Besitzer dieses Kellers ist ganz bestimmt nicht pingelig, Bild: Bill Kasman, Pixabay

Velarisierung macht aus Pein „Ping“

Velarisierung ist ein Begriff aus der Phonetik und beschreibt eine an den eigentlichen Begriff angehangene Artikulation. Dabei wird am Ende des ursprünglichen Wortes die Zunge an den Gaumen gehoben, es entsteht zum Beispiel ein Laut wie bei einem „G“. Klingt komplizierter als es tatsächlich ist: Im kölschen wird an Wörter, die mit einem „n“ enden gerne noch ein „g“ angehangen. Die Beispiele dazu sind bestens bekannt:

  • Aus Wein wird „Wing“,
  • aus Rhein wird „Rhing“ oder
  • aus braun wird „brung“.

Und aus dem Wort Pein (für Schmerz) wird „Ping“. Und das passende Adjektiv dazu ist „pingelich“: Sehr empfindlich für Schmerzen aller Art.

Konrad Adenauer, Kölner Oberbürgermeister, Bild: Bundesarchiv, Katherine Young, CC BY-SA 3.0 DE
Konrad Adenauer, Bundeskanzler 1949 bis 1963, Bild: Bundesarchiv, Katherine Young, CC BY-SA 3.0 DE

Adenauer: „Natürlich achte ich das Recht – aber damit darf man nicht so pingelich sein.“

Heute wird dieser Begriff allerdings eher im Sinne von „peinlich genau“ verwendet: „Nä, dä Jupp is esu pingelich, dä künne mer he nit bruche.“ Und so macht sich der Kölsche das Leben einfach. Menschen, die die Dinge immer ganz genau nehmen, haben in der Domstadt einen schweren Stand.

Konrad Adenauer hat dieses Verhalten auf die Spitze getrieben: „Natürlich achte ich das Recht – aber damit darf man nicht so pingelich sein.“ soll er 1960 gesagt haben. Was er damit meint, war auch Nicht-Rheinländern schnell klar. Eine absolute, übertriebene Exaktheit selbst beim wichtigen Thema Recht ist keine rheinische Eigenschaft. Der Kölsche mag eher eine großzügige, der Situation angepasste Auslegung. Damit et nur nit pingelig wird.


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Abbau des Gerüstes am Nordturm des Doms

Mit einem riesigen Kran wird im Oktober 2021 das Gerüst am Nordturm entfernt, Bild: Klaus Wilsberg
Mit einem riesigen Kran wird im Oktober 2021 das Gerüst am Nordturm entfernt, Bild: Klaus Wilsberg

Mit einem Kran wurde am Donnerstag, 7. Oktober 2021, das Gerüst am Nordturm abgehangen. Dieses Gerüst hing dort seit 2011.

Geht mal hin und genießt den Blick auf unseren staatsen Dom. Zumindest beim Blick auf die Westfassade mit dem Hauptportal und den beiden Türmen stört kein Gerüst den Blick auf das majestätische Bauwerk.

Woanders wird aber weitergearbeitet – denn am Dom wird immer irgendwo geschraubt, gehämmert, gesägt. Und das ist gut, denn:

„Wenn der Dom fertig ist, geht die Welt unter.“

Aber das wird ja nicht passieren.

Kurz bevor der Kran das Gerüst abnimmt, Bild: Klaus Wilsberg
Kurz bevor der Kran das Gerüst abnimmt, Bild: Klaus Wilsberg

Der kölsche Knast Teil V: Die JVA Ossendorf

Ein Teil der 1,3 Kilometer langen Gefängnismauer der JVA Ossendorf, Bild: Knöchel, Franz-Josef / CC-BY-SA-4.0
Ein Teil der 1,3 Kilometer langen Gefängnismauer der JVA Ossendorf, Bild: Knöchel, Franz-Josef / CC-BY-SA-4.0

1969 war es soweit: Der legendäre Klingelpütz in der Kölner Innenstadt wurde geschlossen und in Ossendorf die neue, damals sehr moderne,  Justizvollzugsanstalt (JVA) eröffnet: Bei etwa gleicher Anzahl von Haftplätzen (ca. 1.100) fast hat die JVA Ossendorf eine etwa 10fach größere Grundfläche als der alte Klingelpütz in der Innenstadt. Und: Es gibt fast ausschließlich Einzelzellen.

Prominenz in der JVA Ossendorf

Im Laufe der Zeit haben etliche durchaus prominente Häftlinge in der JVA Ossendorf eingesessen, darunter:

  • Iwan Herstatt, der mit der Herstatt-Bank im Jahr 1974 eine spektakuläre Bankenpleite zu verantworten hatte.
"Kanzlerspion" Günter Guillaume und Kanzler Willy Brandt bei einem Parteitag zwischen 1970 und 1974 in Düsseldorf, Bild: Pelz, CC BY-SA 3.0
„Kanzlerspion“ Günter Guillaume und Kanzler Willy Brandt bei einem Parteitag zwischen 1970 und 1974 in Düsseldorf, Bild: Pelz, CC BY-SA 3.0
  • Der „Kanzlerspion“ Günter Guillaume, der für die DDR im Bundeskanzleramt spionierte und im April 1974 enttarnt wurde.
Ulrike Meinhof wird in der JVA Köln-Ossendorf mit Gewalt bei einer Gegenüberstellung Zeugen vorgeführt (1973), Bild: Bundesarchiv / Presse- und Informationsamt der Bundesregierung / CC-BY-SA 3.0
Ulrike Meinhof wird in der JVA Köln-Ossendorf mit Gewalt bei einer Gegenüberstellung Zeugen vorgeführt (1973), Bild: Bundesarchiv / Presse- und Informationsamt der Bundesregierung / CC-BY-SA 3.0
  • Die RAF-Terroristen Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin, Andreas Baader, Holger Meins, Jan-Carl Raspe waren in Ossendorf inhaftiert, bevor sie 1974 nach Stuttgart-Stammheim verlegt wurden.
  • Von November 2011 bis März 2013 war Beate Zschäpe, Angeklagte im NSU-Prozess, in Ossendorf inhaftiert.
  • Auch die Kölner Unterweltgröße Anton „Lange Tünn“ Claaßen hat zweieinhalb Jahre im Klingelpütz gesessen.
  • Aktuell (Stand September 2021) sitzt auch der als Reemtsma-Entführer bekannt gewordene Thomas Drach in Ossendorf in Haft.

Mehr als nur „Verwahrung“ 

Häftlinge in Ossendorf haben die Möglichkeit, einen Schulabschluss einen Schulabschluss (Hauptschule, Mittlere Reife oder Fachabitur) nachzuholen oder eine Berufsausbildung abzuschließen. Aktuell stehen 73 Ausbildungsplätze zur Verfügung, ausgebildet wird in den folgenden Berufen:

  • Friseurhandwerk
  • Schneiderhandwerk 
  • Bürokommunikation 
  • Textilreinigung.

Geschichte wiederholt sich: JVA Ossendorf soll abgerissen werden

Genau wie auch der Klingelpütz in den 1960er Jahren ist mittlerweile auch die JVA Ossendorf in die Jahre gekommen. Es schimmelt in den Zellen, der Brandschutz ist veraltet und auch die Elektrik entspricht nicht mehr dem Stand der Technik. Außerdem sind die Zellen zu klein: Das Gesetz schreibt mindestens 10,5 Quadratmeter vor – die Einzelzellen in Ossendorf sind mit 8,5 Quadratmeter zu klein.

Besuchereingang der JVA Ossendorf, Bild: A. Savin / CC BY-SA 3.0
Besuchereingang der JVA Ossendorf, Bild: A. Savin / CC BY-SA 3.0

Nach ersten Planungen sollte der Spatenstich für den Neubau bereits 2020 erfolgen. Tatsächlich verzögert sich der Baubeginn, weil zunächst die Ausweichquartiere für die Häftlinge in Willich und Münster fertig sein sollten. Allerdings haben massive Anwohnerproteste in Münster dazu geführt, dass dort bis jetzt noch nicht gebaut werden konnte. Dies hat für die JVA Ossendorf zur Folge, dass sich auch dieser Bau um mehrere Jahre verzögert.

So bleibt den Kölnern der „neue Klingelpütz“ noch länger erhalten. Und egal, wie es auch immer mit dem kölschen Knast weitergeht: Für Kölner Spitzbuben gehörte eine Zeit im Klingelpütz – egal ob in Ossendorf oder im alten Klingelpütz in der Innenstadt – einfach zur Ganovenehre:

„Ein richtiger Kölscher aus dem Milieu,
der musste mal im Klingelpütz gewesen sein.
Das musste sein, um mitsprechen zu können.“
Hans-Jürgen „de Duv“ Kuhl, Geldfälscher


Die Geschichte und Geschichten zum Kölschen Knast 


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