
Sogar die Roten Funken tun es: Spenden sammeln. Jedes Jahr laufen die Mitglieder der stolzen Garde mit der Kötterbüchs1Spendensammeldose rum und sammeln Geld für den guten Zweck. Die Herren gehen kötten. Sehr lobenswert!
Mit „kötten gehen“ bezeichnet der Kölsche schlichtweg, jemanden um etwas zu bitten. Somit ist kötten eigentlich ein Begriff für betteln, allerdings – das hat die übliche Umfrage in meiner Stammkneipe ergeben – ein etwas feinerer Begriff. Die einhellige Meinung der Kölschen in meiner Nachbarschaft: Wer köttet, der ist nicht so penetrant. Erst wenn jemand aggressiv köttet, wir es zum Betteln.
Vielleicht ist das Wort auf den Cut zurückzuführen
Die Herkunft des Wortes ist tatsächlich unbekannt. Im schon öfters von mir zitiertem „Mitmachwörterbuch der rheinischen Umgangssprache“ gehen die Spekulationen vom Gehrock über Hausierer bis hin zur einfachen Bauernhütte:
- Der Sprachforscher Peter Honnen weist darauf hin, dass man im Sauerland Hausierer und Korbflechter Kötter nennt. Möglicherweise ist das der Ursprung für das „kötten“
- Eine andere Erklärung besagt, dass Kötter arme Menschen sind, die in sehr einfachen kleinen Kotten, als Synonym für „Kate“, also in einfachen Häusern leben.

- Die schönste Erklärung für mich ist allerdings die Herleitung über den Gehrock, also einen Cutaway oder kurz Cut. Dieser wird bei uns „Kött“ ausgesprochen. Der Vorteil des Kött: Der vergleichsweise große und weit geschnittene Gehrock hat sehr viele Taschen. Wenn nun ein Fest anstand und der Gehrock dabei getragen wurde, konnte der Träger die Taschen nutzen, um Essensreste für die Daheimgebliebenen mitzubringen – es wurde geköttet.
Setzt ein Zeichen der Solidarität
Gerade in den schwierigen Zeiten müssen leider viele Menschen kötten gehen. Oft ist der Monat länger als das Geld, in vielen Haushalten ist es kritisch. Daher haben die Tafeln momentan auch einen großen Zulauf.
Wenn jeder nur eine Kleinigkeit gibt,
dann kommen alle Menschen über die Runden.
