
Ein historischer Stadtführer für die Schäl Sick
Verlag Ralf Liebe, ISBN: 978-3-948682-73-6, 14 Euro
+++ GEWINNSPIEL +++
Michael Kriegel hat mir ein Exemplar seines Buches „Kölns andere Seite“ überlassen, welches ich unter allen Lesern des „Köln-Ding“ verlosen darf. Wer in den Lostopf kommen will, musst du nur folgende Frage beantworten:
Warum kam der „Faule Bach“ zu spätem Ruhm?
a) Weil aus einem Wasser das berühmte „Schäl-Sick-Kölsch“ gebraut wurde.
b) Weil sein Wasser nicht verunreinigt war.
c) Weil hier die ersten Surfer von Köln gesehen wurden.
Bitte die Antwort bis zum 26. April 2026, 23.59 Uhr, per Mail an
uli@koeln-lotse.de
schicken. Die Gewinnerin oder der Gewinner werden am 27. April 2026 von mir direkt benachrichtigt.
Gastautor: Michael Kriegel
Michael Kriegel ist in Berlin geboren und in der Westpfalz aufgewachsen. Im März 1975 nahm er die Kölner Stadtangehörigkeit an und bekannte sich uneingeschränkt zum „Kölschen Grundgesetz“. Der konvertierte Imi kommt aus der Erwachsenenbildung und ist seit vielen Jahren Stadtführer, Autor und leidenschaftlicher Laienhistoriker.

Sein Spezialgebiet“ ist das rechtsrheinische Köln. Ganz aktuell hat er das Buch „Kölns andere Seite – Ein historischer Stadtführer für die Schäl Sick“ veröffentlicht. Das Buch ist in jeder Buchhandlung oder über den Verlag Ralf Liebe erhältlich. Mehr zu seiner Person, seinen Veröffentlichungen und seine Touren gibt es auf seiner Website:
Michael Kriegel – Kölner Stadtteil-Guide und Autor
In diesem Gastbeitrag geht es um den fleißigen und den faulen Bach.
Ein großes DANKE an Michael dafür.

Die Geschichte vom fleißigen und faulen Wasser
In Grimms Märchen kommen am Ende immer die Fleißigen zu Ruhm und Ehre. Goldmarie zum Beispiel in „Frau Holle“ oder der fleißige Handwerksbursche in dem Hausmärchen „Der Faule und Fleißige“. Andererseits gibt es keine Regel ohne Ausnahme. Zwei Bäche in Köln haben das schon vor langer Zeit bestätigt. Die Rede ist von der Strunde (auch Strunder Bach genannt) und dem Faulbach.
Der „fleißigste Bach Deutschlands“
Die Strunde hatte dem Faulbach einiges voraus. Durch ihren konstanten Wasserfluss und ihre Neigung von gut 100 Metern trieb die Strunde auf ihrem Weg zwischen Bergisch-Gladbach Herrenstrunden (Quelle) bis zur Mündung in den Rhein in Mülheim Dutzende Mühlen an. Dies veranlasste den bergischen Schriftsteller Vinzenz Jakob von Zuccalmaglio (1806-1876), die Strunde als „fleißigsten Bach Deutschlands“ zu bezeichnen.

„Sprudelt Segen bringende Quellen
Die ihr speiset die fleißige Strunde“
Bild: FairbanksCityTransitSystem, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
Vom 11. bis ins 20. Jahrhundert hinein war der Bach die Lebensader der gesamten nördlichen Schäl Sick. Die ältesten der schätzungsweise 50 wassergetriebenen Geräte waren Getreidemühlen. Im Laufe der Zeit kamen Frucht- und Ölmühlen, Pulvermühlen, Wollspinnmühlen, Tabak- und Papiermühlen hinzu.
Faulbach – der „faule“ Bach
Im Gegensatz zur „fleißigen“ Strunde trieb der Faulbach keine einzige Mühle an. Das Wasser floss einfach zu langsam und hatte nicht die Kraft, ein Mühlrad anzutreiben. So kam der „faule“ Bach zu seinem Namen. Trotz ihrer unterschiedlichen Eigenschaften sind die beiden Bäche auf merkwürdige Weise miteinander verbunden. Sie kreuzen sich, ohne ineinander zu fließen.
Das war allerdings nur möglich, weil der Mensch bereits vor vielen Jahrhunderten Hand anlegte und eine Brücke über den Faulbach baute, die den Strunder Bach seit jeher darüber führt. Die ersten Brückenkonstruktionen reichen vermutlich bis ins 12. Jahrhundert zurück. So lange gibt es die künstliche Bachkreuzung schon und noch heute kann man sie in Holweide besichtigen.
Allerdings besteht das dafür geschaffene Bauwerk nicht mehr aus Holz wie seine Vorgänger, sondern aus Beton der frühen 1970 Jahre. Aber was waren eigentlich die Gründe für diese seltsame Konstruktion?
Eine „Bachkreuzung“ zur Wasserrettung
Ursprünglich versickerte die im Bergischen Land entspringende Strunde in den Sumpfgebieten Thielenbruchs. Weg war das antreibende Wasser. Für viele Mühlenbetreiber, die die Wasserkraft für ihre Zwecke nutzen wollten, war dies bloße Verschwendung. Also wurde der fleißige Bach künstlich verlängert, indem ein höher gelegenes Bachbett geschaffen wurde, das ein vorzeitiges Verschwinden der Strunde im Sumpf verhinderte.
Auf dem Weg zum Rhein gab es aber ein nicht unwesentliches Hindernis: der Faulbach. Er musste überquert werden. So entstand die Idee, eine Brücke über das diesen Bach zu bauen. Dies hatte zudem den Vorteil, die Hochwassergefahr zu verringern. So konnte die Strunde bei Hochwasser an der Kreuzung in den Faulbach überlaufen und die Wasserstände ausgleichen.

Klares Wasser führte zu spätem Ruhm für den faulen Bach
Es gab aber wohl noch einen anderen Grund für den Brückenbau. Infolge der intensiven Wasserkraftnutzung durch die ortsansässigen Betriebe war die Strunde so stark verschmutzt, dass sie nicht mehr als Trinkwasser genutzt werden konnte.
Die ungeklärten und verunreinigten Abwässer wurden teilweise zu einer regelrechten Plage für die umliegenden Ortschaften. Der Faulbach hat sein sauberes Wasser hingegen behalten, da er sich dank der Brücke nicht mit der Strunde vereinigte. So konnten sich die Anwohner am klaren Wasser des Faulbachs bedienen und der „faule“ Bach erwarb unerwartetes Ansehen. Er floss zwar immer noch langsam – aber sehr sauber – vor sich hin.
Doch schon Laotse wusste um 600 v. Chr.:
„Die Natur eilt nicht, und dennoch wird alles erreicht.“
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Michael Kriegel hat mir ein Exemplar seines Buches „Kölns andere Seite“ überlassen, welches ich unter allen Lesern des „Köln-Ding“ verlosen darf. Wer in den Lostopf kommen will, musst du nur folgende Frage beantworten:
Warum kam der „Faule Bach“ zu spätem Ruhm?
a) Weil aus einem Wasser das berühmte „Schäl-Sick-Kölsch“ gebraut wurde.
b) Weil sein Wasser nicht verunreinigt war.
c) Weil hier die ersten Surfer von Köln gesehen wurden.
Bitte die Antwort bis zum 26. April 2026, 23.59 Uhr, per Mail an
uli@koeln-lotse.de
schicken. Die Gewinnerin oder der Gewinner werden am 27. April 2026 von mir direkt benachrichtigt.

erhältlich bei Emons oder in jeder Buchhandlung, 12 Euro
Deutz – Vom römischen Kastell zur Köln Arena
Die Geschichte eines Stadtviertels
Der Deutz-Kenner Michael Kriegel hat auch ein Buch über diesen lange unterschätzten Stadtteil veröffentlicht. Lange war Deutz für viel Kölner so etwas wie Ausland – es lag ja auf der vermeintlich „falschen Seite“ des Rheins. Und damit lag man nicht ganz falsch, denn Deutz war bis zur Eingemeindung eine selbstständige Stadt. Kriegel beschreibt den Weg des von den Kölschen liebevoll „Düx“ genannten Stadtteils von der Gründung des Kastells Divitia im Jahr 310 bis hin zum heute angesagten Viertel mit Messe, Köln-Arena und Rheinboulevard.
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