Kölner Baumkataster: Weißt du wie viel Bäume stehen?

Ein Bild aus besseren Zeiten: Sattes grün an Kölner Bäumen sucht man aktuell vergeblich, Bild: jennip / pixelio.de
Ein Bild aus besseren Zeiten: Sattes Grün an Kölner Bäumen sucht man aktuell vergeblich, Bild: jennip / pixelio.de

Bei den aktuellen Temperaturen haben sie es echt schwer: Die kölschen Bäume sind im Hitze-Stress. Normalerweise verdunstet so ein Baum bis zu 400 Liter Wasser am Tag. Im Moment versucht aber jeder Baum, Wasser zu sparen und wirft Blätter ab. Deshalb sieht es in vielen Straßen so unordentlich aus wie sonst nur im Herbst – alles voller Laub.

Dabei hat in unserer Stadt alles seine Ordnung. Das betrifft auch die Bäume.  Im „Kölner Baumkataster“ sind die Kölner Bäume erfasst. So gibt es zu Beispiel 367 Gingkobäume, 1.762 Kirschbäume oder 1.211 Eichen in Köln. Verantwortlich für diese Aufstellung ist Peter Schmidt vom Amt für Landschaftspflege und Grünflächen der Stadt Köln. Allerdings kennt selbst der „Herr der Bäume“ nicht alles Grün in der Stadt: „Wie viele Bäume es in der Stadt gibt, kann nur der liebe Gott sagen“, so Peter Schmidt in einem Interview des Kölner Stadt-Anzeigers. Dafür kann Schmidt aber exakt die Zahlen der bereits erfassten Bäume benennen: Aktuell umfasst das Baumkataster exakt 132.321 Bäume. Und das sind nur die Bäume, die auf öffentlichen Flächen, z.B. in Parks oder an den Straßen stehen. Bäume, die im Privatgelände oder den Wäldern, die der Stadt gehören, stehen, wurden nicht erfasst.

Vielfalt der Bäume im "Forstbotanischen Garten" in Rodenkirchen, Bild: Udo Sodeikat / pixelio.de
Vielfalt der Bäume im „Forstbotanischen Garten“ in Rodenkirchen, Bild: Udo Sodeikat / pixelio.de

Allerdings gibt das Baumkataster interessante Einblicke in die kölschen Rekordbäume. So stehen die höchsten Bäume am Rhein in Rodenkirchen und die ältesten Bäume auf Melaten und im Schlosspark Stammheim. „Die Eichen im Schlosspark Stammheim gehören zu den ältesten Bäumen des öffentlichen Grüns in Köln“ erläutert Peter Schmidt im Stadt-Anzeiger-Interview. Der Park wurde bereits im 19. Jahrhundert angelegt, so sind viele Bäume über 170 Jahre alt. Diese Bäume werden als Baumdenkmäler bezeichnet und stehen somit unter Naturschutz. Diese Ehre wurden den Bäumen auf den Bonner Straße nicht zuteil: Für den Bau der Straßenbahn wurden dort letztes Jahr 300 Bäume gefällt. Gut, dass die Straßenbahn nicht über den Gürtel geführt wird: Die Allee, bestehend aus 185 Platanen auf dem Bayenthalgürtel, wurde vor 120 Jahren angelegt. Wünschen wir diesen Bäumen ein langes Leben.

Und jeder, der jetzt den hitzegeplagten Bäumen etwas Gutes tun will, sollte für Wasser an den Bäumen vor seiner Tür sorgen. Vielleicht steht dann ja – bei guter Pflege – demnächst auch ein kölscher Rekordbaum vor Tür.


Das Kölner Baumkataster ist online abrufbar.


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Kölner Pegel

Der Kölner Pegel, Bild: Dietmar Rabich
Der Kölner Pegel, Bild: Dietmar Rabich

Die aktuelle Hitze bringt uns alle ins Schwitzen. Temperaturen von über 30 Grad sind wir in Köln nicht unbedingt gewohnt. Tiere, Pflanzen und Menschen leiden. Und auch die Schifffahrt auf dem Rhein ist betroffen: Niedrigwasser im Rhein führt nicht nur auf der „Deutzer Platte“ zu Problemen. Vor zwei Wochen  ist ein Frachtschiff in der Höhe Porz auf Grund gelaufen. Erst nachdem man Teile der Ladung umgeladen hatte, konnte das Schiff freigeschleppt werden.

Für die Rheinkapitäne ist es daher von entscheidender Bedeutung, ständig Informationen zum aktuellen Wasserstand zu erhalten. Diese werden von einer ganzen Reihe von Pegeln entlang des Rheins geliefert. In Höhe des Stromkilometers 688, in der Kölner Altstadt, steht der Kölner Pegel. Zusammen mit dem Pegel in Kaub ist dies der für die Rheinschiffart bedeutendste Pegel.

Wasserstandsmessungen sind keine neue Erfindung. Schon seit 1771 wird – mehr oder minder systematisch – der Wasserstand in der Domstadt gemessen. Bis 1816 wurde der Wasserstand im „Kölnischen Fußmaß“ gemessen, der Pegel orientierte sich dabei am tiefsten jeweils gemessenen Niedrigwasser. Die Preussen brachten dann ab 1817 mit der „Preußischen Maß- und Gewichtsordnung“ Ordnung in die Messung. Seit dem liegt der Nullpunkt des Kölner Pegels bei ziemlich genau 35 Meter über Normalnull.

Wichtig ist, dass man den Pegelstand und den Wasserstand unterscheidet. So bedeutet ein Pegelstand von „Null“ nicht, dass der Rhein ausgetrocknet ist, sondern dass in der Hauptfahrinne die Wassertiefe immer noch mindestens einen Meter beträgt. Gemessen wird über einen Schwimmkörper im Pegelturm. Die Messwerte werden auf die große Pegeluhr übertragen. Der kleine Zeiger zeigt die Meter, der große die Dezimeter des Wasserstandes an. Der „normale“ Pegel Köln liegt bei 3,20 Meter. Historische Hochwasser haben zu Höchstständen von mehr als 13 Metern geführt, das Rekordtief stammt vom September 2003 mit einem Pegel von 0,81 Meter.

Pegelstand des Kölner Pegels am 27. Juli 2018, Quelle: Pegelonline
Pegelstand des Kölner Pegels am 27. Juli 2018, Quelle: Pegelonline

Aktuell liegt der Pegel bei 1,50 Meter. Der Trend geht allerdings leicht nach unten – eventuell bis ca. 1,40 Meter. Hoffen wir also, dass es bald wieder regnet. Das wäre gut für die Tiere, die Pflanzen und die Rheinschiffer.


Ständig aktuelle Pegelstände liefen die Stadtentwässerungsbetriebe Köln (StEB). Details zum Kölner Pegel gibt es auch bei Pegelonline. Hier werden auch die Pegelstände im Zeitverlauf dokumentiert.


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Kölsche Wörter: Wo mer jeit un steit nur Pänz, Pänz, Pänz

Koelsche_Paenz_S. Hofschaeger_pixelio.de
Kölsche Pänz , Bild: S.. Hofschaeger/pixelio.de

Ein Aufschrei ging durch die Stadt, als das Festkomitee Kölner Karneval 2005 das Sessionsmotto verkündete: „Kölle un die Kids der Welt, fiere nit nur Fasteleer“. Kölsche Sprachpuristen rieben sich an dem Begriff „Kids“ und machten auf den wunderschönen Ausdruck „Pänz“ aufmerksam. Dieser Begriff meint schlichtweg „Kinder“. Früher war dieser Begriff eher negativ belegt, doch diese Bedeutung ist im Laufe der Zeit verschwunden.

Um die „Pänz“ in Kölle steht es übrigens recht gut: Im Jahr 2016 kamen in Köln 11.810 Kinder auf die Welt – der höchste Wert seit Jahrzehnten. Dabei liegen die Kölsche Junge leicht vor den Kölschen Mädchen: 49,4% Mädchen stehen 50,6% Jungs gegenüber. Chorweiler führt übrigens bei der Geburtenziffer. Diese Kennzahl gibt die durchschnittliche Zahl der Kinder an, die eine Frau vom 15. bis zum 49.Lebensjahr zur Welt bringt. Der kölsche Durchschnitt liegt hier bei 1,4. Im Stadtbezirk Chorweiler beträgt die Geburtenziffer 1,68, in der Innenstadt nur 1,03. „Marie“ führt die Namenshitliste der kölschen Mädchen an, während bei den Jungs „Maximilian“ auf Platz 1 liegt.

Nach dem Eklat um den Begriff „Kids“ hat das Festkomitee übrigens klein beigegeben. Das Sessionsmotto 2005 wurde in „Kölle un die Pänz der Welt“ geändert.

Und wenn die Pänz mal wieder in den Gärten, auf den Straßen und Plätzen lärmen, lehnt sich der Kölsche zurück und denkt an das wunderschöne Lied der Bläck Föös „Pänz, Pänz, Pänz“.


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