DeepL: Kölns stilles Einhorn

Deepl - das "kölsche Einhorn", Bild: KI-generiert
Deepl – das „kölsche Einhorn“, Bild: KI-generiert

Wenn Investoren an ein „Einhorn“ denken, geht es selten um Fabelwesen und Regenbogen. Ein „Einhorn“ ist ein nicht börsennotiertes Startup-Unternehmen, das von Investoren mit mindestens 1 Milliarde US-Dollar bewertet wird. Und mitten in Ehrenfeld sitzt tatsächlich ein solches Unternehmen: DeepL, das kölsche Einhorn.

Millionen von Menschen nutzen seine Dienste fast täglich. Wer einen fremdsprachigen Text übersetzen lässt oder sich von einer KI beim Schreiben helfen lässt, landet nicht selten bei DeepL. Dabei ist das Unternehmen ein Phänomen. Es tritt gegen Giganten wie Google, Microsoft oder OpenAI, Betreiber von ChatGPT, an und hat sich einen festen Platz auf dem Weltmarkt erobert. 

Angefangen hat alles mit einer Suchmaschine

Die Wurzeln von DeepL reichen zurück ins Jahr 2008. Damals gründeten die Informatiker Jarosław Kutylowski und Gereon Frahling in Köln die Übersetzungs-Suchmaschine Linguee. Die Idee war ebenso einfach wie genial: Statt nur einzelne Wörter zu übersetzen, sollte Linguee Millionen bereits übersetzter Texte durchsuchen und passende Beispiele anzeigen.

DeepL Gründer und CEO Dr. Jaroslaw Kutylowski, Bild: DeepL SE
DeepL Gründer und CEO Dr. Jaroslaw Kutylowski, Bild: DeepL SE

Über Jahre entstand so ein riesiger Datenschatz aus professionellen Übersetzungen. Was zunächst wie ein praktisches Hilfsmittel für Studenten, Journalisten und Übersetzer aussah, entwickelte sich bald zu etwas viel Größerem. Denn die Gründer erkannten, dass diese Daten die ideale Grundlage für eine neue Generation von Übersetzungssoftware bilden könnten – eine Software, die nicht einfach Wörter ersetzt, sondern Sprache versteht.

2017 war es so weit: DeepL wurde vorgestellt. Der Name setzt sich aus „Deep“ und dem Buchstaben „L“ für Learning zusammen. Gemeint ist „Deep Learning“, eine Methode der künstlichen Intelligenz, bei der neuronale Netzwerke aus riesigen Datenmengen lernen und eigenständig Zusammenhänge erkennen.

Im Jahr 2017 war künstliche Intelligenz noch längst nicht das allgegenwärtige Schlagwort, das es heute ist. ChatGPT, Claude & Co. gab es noch nicht und nur wenige Menschen ahnten, welche Bedeutung KI einmal haben würde – DeepL war seiner Zeit eindeutig voraus.

DeepL - das "kölsche Einhorn", Bild: Wolf Strack, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
DeepL – das „kölsche Einhorn“, Bild: Wolf Strack, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Warum DeepL so erfolgreich wurde

Wer DeepL zum ersten Mal benutzt, merkt schnell, dass die Übersetzungen oft natürlicher wirken als bei vielen Konkurrenten. Die Software versucht nicht, einzelne Wörter möglichst exakt zu übertragen. Sie analysiert den gesamten Satz, berücksichtigt den Kontext und sucht nach Formulierungen, die sich für Muttersprachler natürlich anhören. Das ist technisch enorm anspruchsvoll.

Hinzu kommt ein Aspekt, der oft unterschätzt wird: Sprache ist Kultur. Ein deutscher Satz lässt sich eben nicht immer eins zu eins ins Englische, Französische oder Japanische übertragen. Redewendungen, Ironie oder doppeldeutige Begriffe erfordern ein Verständnis für Nuancen. Aber genau hier liegt die Stärke von DeepL.

Während andere Anbieter ihre Dienste möglichst breit aufstellen, konzentrierte sich das Kölner Unternehmen lange Zeit fast ausschließlich auf Sprache. Diese Spezialisierung zahlte sich aus. Wissenschaftliche Untersuchungen bescheinigten DeepL immer wieder eine besonders hohe Übersetzungsqualität.

Die Folge: Immer mehr Unternehmen setzten auf die Software. Internationale Konzerne, Behörden, Universitäten und Medienhäuser gehören inzwischen zu den Kunden. Zu den auf der Website des Unternehmens aufgeführten Referenzen gehören unter anderem Adobe, Amazon, Apple, Boeing, Deutsche Bahn, Fords, Hitachi, Microsoft, Pirelli, Porsche und Visa. Und viele Millionen Menschen weltweit nutzen die kostenlose Version.

Echtzeit-Sprachübersetzung

Bislang war das Unternehmen vor allem für schriftliche Übersetzungen bekannt. Jetzt will das Kölner Einhorn auch die letzte große Sprachbarriere überwinden: das gesprochene Wort. Mit „DeepL Voice-to-Voice“ hat das Unternehmen im April 2026 eine Technologie vorgestellt, die Gespräche in Echtzeit übersetzt. Menschen sollen künftig in ihrer Muttersprache sprechen können, während ihr Gegenüber die Übersetzung nahezu zeitgleich hört – bei Videokonferenzen ebenso wie bei persönlichen Gesprächen oder im Kundenservice.

DeepL: Übersetzungen von Meetings in Echtzeit, Bild: DeepL SE
DeepL: Übersetzungen von Meetings in Echtzeit, Bild: DeepL SE

Für die Kölner Firma ist das mehr als nur eine neue Funktion. Es ist der Versuch, den Traum vom universellen Übersetzer Wirklichkeit werden zu lassen – eine Idee, die bislang vor allem aus Science-Fiction-Filmen bekannt war. DeepL kombiniert dafür seine hochgelobte Übersetzungs-KI mit neuen Sprachmodellen, die nicht nur Wörter übertragen, sondern auch Tonfall und Sprachrhythmus möglichst natürlich wiedergeben sollen. Wenn dieser Ansatz gelingt, könnte aus dem besten Übersetzer der Welt ein Unternehmen werden, das Menschen über Sprachgrenzen hinweg nahezu ohne Verzögerung miteinander sprechen lässt. 

Ein Unternehmen, das lieber schweigt

Fast ebenso bemerkenswert wie die Technologie ist die Unternehmenskultur. In der Start-up-Welt gehört es inzwischen fast zum guten Ton, sich möglichst laut zu präsentieren. Gründer geben Interviews, veröffentlichen Erfolgszahlen und inszenieren sich auf Konferenzen. Aber DeepL geht einen anderen Weg.

Interviews mit Gründer und Geschäftsführer Jarosław Kutylowski sind selten. Das Unternehmen kommuniziert zurückhaltend und konzentriert sich lieber auf die Weiterentwicklung seiner Produkte. Diese Zurückhaltung wirkt beinahe unmodern – und vielleicht gerade deshalb sympathisch. Denn während andere Firmen mit Visionen werben, liefert DeepL schlicht Ergebnisse.

Das hat dem Unternehmen eine besondere Reputation eingebracht. In Fachkreisen gilt DeepL längst als eines der wichtigsten europäischen KI-Unternehmen. Gleichzeitig wissen viele Menschen gar nicht, dass die Technologie aus Köln stammt.

Kölns einziges Einhorn

Im Jahr 2022 wurde endgültig klar, welche Dimension das Unternehmen inzwischen erreicht hatte. Bei einer Finanzierungsrunde wurde DeepL mit mehr als einer Milliarde US-Dollar bewertet und erreichte damit den sogenannten Einhorn-Status. Dieser Begriff stammt aus der Start-up-Welt und bezeichnet junge Unternehmen, die eine Milliardenbewertung erzielen – so selten wie einst das sagenhafte Einhorn.

Für Köln war das ein Meilenstein. Denn die Stadt gilt zwar als bedeutender Wirtschaftsstandort mit zahlreichen Konzernen und erfolgreichen Familienunternehmen. Doch im Bereich der jungen Technologieunternehmen fehlte lange Zeit eine echte Erfolgsgeschichte mit internationaler Strahlkraft. DeepL änderte das. Und bis heute ist das Unternehmen das einzige Kölner Einhorn.

Die Zukunft wird nicht einfacher

Doch auch für DeepL gilt: Erfolg ist keine Garantie für die Zukunft. Die Entwicklung künstlicher Intelligenz hat in den vergangenen Jahren ein atemberaubendes Tempo erreicht. Neue Modelle entstehen in immer kürzeren Abständen, die Konkurrenz ist gewaltig und die Erwartungen der Nutzer steigen ständig.

Anfang 2026 überraschte DeepL deshalb mit einer weitreichenden Entscheidung. Das Unternehmen kündigte an, rund ein Viertel seiner Stellen abzubauen. Etwa 250 Mitarbeitende sind betroffen. Gleichzeitig betonte Geschäftsführer Jarosław Kutylowski, dass DeepL weiterhin wachsen wolle – allerdings mit einer anderen Organisation.

Kleinere Teams sollen schneller Entscheidungen treffen, künstliche Intelligenz noch stärker in interne Prozesse eingebunden werden. Das Ziel, so Gründer und Geschäfstführer Kutylowski: Ein Unternehmen, das konsequent auf Künstliche Intelligenz ausgerichtet ist und sich in einem immer härteren Wettbewerb behaupten kann. Ob diese Strategie aufgeht, wird die Zukunft zeigen.

Fest steht allerdings schon heute: In Ehrenfeld sitzt ein Unternehmen, das die Art verändert hat, wie Menschen miteinander kommunizieren.

Keine laute Erfolgsgeschichte, kein großes Spektakel. Sondern ein stilles Einhorn aus Köln, das die Welt ein kleines Stück verständlicher macht.


DeepL sprach für kurze Zeit sogar Kölsch

Im November 2024 sorgte DeepL mit einer ungewöhnlichen Aktion für Aufmerksamkeit: Pünktlich zum Sessionsstart gab es für eine Woche eine Kölsch-Funktion. Hochdeutsche Texte konnten automatisch in die kölsche Sprache übertragen werden – passend zum Sessionsmotto „Mir stonn zo dir, Kölle“.

Mit der zeitlich begrenzten Aktion wollte das Unternehmen seine Verbundenheit zur Domstadt zeigen. Die Übersetzungen trafen den kölschen Ton nicht immer perfekt, wurden aber von vielen Nutzern mit einem Augenzwinkern aufgenommen.

Diese Aktion war sympathischer Beweis dafür, dass selbst die Künstloche Intelligenz Kölsch entdeckt – auch wenn echtes Kölsch am Ende wohl doch am besten immer noch von echten Kölnern gesprochen wird.

Trotzdem: Lieber Jarosław Kutylowski, liebes Deepl-Team:  Bitte gebt uns die Kölsch-Übersetzung zurück!


Seit dem Turmbau zu Babel gilt die Vielfalt der Sprachen als Symbol dafür, dass sich Menschen nicht mehr ohne Weiteres verstehen. Deepl schafft hier Abhilfe und sorgt für weltweite Verständigung. Bild: Turmbau zu Babel aus der Wittenberg-Bibel von Martin Luther (1586)
Seit dem Turmbau zu Babel gilt die Vielfalt der Sprachen als Symbol dafür, dass sich Menschen nicht mehr ohne Weiteres verstehen. Deepl schafft hier Abhilfe und sorgt für weltweite Verständigung. Bild: Turmbau zu Babel aus der Wittenberg-Bibel von Martin Luther (1586)

Von Telugu bis Latein – die Sprachvielfalt von DeepL

Aktuell1Stand: 26. Juni 2026 spricht DeepL 123 Sprachen und Dialekte. Zu den am häufigsten genutzten Sprachen, die von DeepL gesprochen und übersetzt werden gehören:

  • Arabisch
  • Chinesisch (vereinfacht)
  • Dänisch
  • Deutsch
  • Englisch
  • Estnisch
  • Finnisch
  • Französisch
  • Griechisch
  • Indonesisch
  • Italienisch
  • Japanisch
  • Koreanisch
  • Lettisch
  • Litauisch
  • Niederländisch
  • Norwegisch (Bokmål)
  • Polnisch
  • Portugiesisch (inkl. brasilianischem Portugiesisch)
  • Russisch
  • Schwedisch
  • Slowakisch
  • Slowenisch
  • Spanisch
  • Tschechisch
  • Türkisch
  • Ukrainisch
  • Ungarisch

Es gibt aber auch Übersetzungen in zum Beispiel Telugu, welches von über 80 Millionen Muttersprachlern in den indischen Bundesstaaten Andhra Pradesh und Telangana gesprochen wird. Und es werden Übersetzungen in exotischen Sprachen, wie zum Beispiel Aragonesisch, welches nur noch von etwa 10.000 Menschen in den Tälern der spanischen Pyrenäen gesprochen wird, angeboten.

Asterix-Freunde und geplagte Schüler haben mit Sicherheit Freude daran, dass es auch eine Übersetzung in Latein gibt. Und diese Funktion bietet so viel mehr als nur die bekannten Aussprüche „Alea iacta est!“2Der Würfel ist gefallen!, „Veni, vidi, vici.“3Ich kam, sah und siegte. oder „Errare humanum est.“4Irren ist menschlich.

Eine vollständige Liste aller aktuell verfügbaren Sprachen bietet die offizielle DeepL-Sprachdokumentation.


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Von der Zahl „4“ bis „10 Milliarden“ – der Dom in Zahlen

Da steht er – und da bleibt er: Der Kölner Dom, Bild: KölnTourismus GmbH, Andreas Möltgen
Der Kölner Dom in voller Pracht, Bild: KölnTourismus GmbH, Andreas Möltgen

Es ist immer wieder ein grandioser Anblick: Ich stehe mit meinen Gruppen vor dem Dom und alle (inklusive Stadtführer) sind fasziniert.

Unser wunderschöner Dom zieht alle in seinen Bann. Und dann kommen die Fragen:
Wie hoch ist der Dom?
Wie viele Stufen sind es bis nach oben?
Wie viele Menschen kommen täglich?

Antworten auf alle diese Fragen gibt dieses „Köln-Ding der Woche“.


Das ist die Hausnummer des Doms. Falls ihr dem Dom eine Postkarte schreiben wollt: Die korrekte Adresse lautet:
Kölner Dom, Domkloster 4, 50667 Köln



20 Zentimeter würden die Domspitzen bei einem Erdbeben der Stärke 7 schwanken. Dies ist uns bis jetzt erspart geblieben. 10 Zentimeter Schwankung würde der Dom nahezu unbeschädigt aushalten, so Statiker. Selbst bei dem Erdbeben in Japan im März 2011 hat der Dom um ca. 1,5 cm geschwankt.


Der Decke Pitter im Kölner Dom, Bild: Pappnaas666
Schwerer Kamerad: Der Decke Pitter im Kölner Dom, Bild: Pappnaas666

24 Tonnen
…  und somit so viel wie fünf ausgewachsene Elefanten, wiegt die St. Petersglocke, von den Kölschen nur liebevoll „Decke Pitter“ genannt.


Kataster-Karte des Kölner Doms
Kataster-Karte des Kölner Doms

27 Euro beträgt der „Wert“ des Doms.
… zumindest gemäß dem Finanzbericht des Kölner Erzbistums. Berechnet wird 1 Euro je Grunstücksparzelle und 1 Euro für das Gebäude.


Die Dame müsste sich nur etwas bücken - dann würde sie in das Mittelschif des Doms passen, Bilder/Collage: Uli Kievernagel
Die Dame müsste sich nur ein wenig bücken – dann würde sie in das Mittelschiff des Doms passen, Bilder/Collage: Uli Kievernagel

43,35 Meter
… beträgt die Innenhöhe der Mittelschiffe im Dom. Damit würde fast die Freiheitsstatue in den Dom passen – diese ist 46 Meter hoch.


Zwei die im Dom was zu sagen haben: Der Dombaumeister Peter Füssenich (rechts) und der Decke Pitter (im Hintergrund), Bild: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)
Zwei die im Dom was zu sagen haben: Der Chef der Dombauhütte Peter Füssenich (rechts) und der Decke Pitter (im Hintergrund), Bild: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

100 Mitarbeiter hat die Dombauhütte, davon etwa 80 Handwerker (unter anderem Steinmetze, Glasmaler, Gerüstbauer, Schreiner, Dachdecker, Maler, Elektriker, Schlosser) und ca. 20 in der Verwaltung (unter anderem Architekten, Kunsthistoriker und Archäologen). Der Chef der Dombauhütte trägt den Titel „Dombaumeister“ und das ist seit Januar 2016 Peter Füssenich.


109 Meter hoch und nicht wirklich geliebt: Der Vierungsturm des Kölner Doms, Bild: CEphoto, Uwe Aranas
Der Vierungsturm des Kölner Doms, Bild: CEphoto, Uwe Aranas

109 Meter … 

hoch ist der Vierungsturm des Doms. Dieser wurde sogar schon als „Warze“ bezeichnet.


123,50 Euro zahlt, wer gegen den Dom pinkelt.
Dat mäht man jo uch nit! 


Der Dom hat eine Gesamtlänge von 144,58 Meter (außen). Also könnten an der Fassade entlang 8 Gelenkbusse oder 53 Smarts parken. Oder man stellt fast 3.000 Kölschgläser nebeneinander.


Die ungleich hohen Domtürme fallen nur dem geübten Betrachter auf, Bild: Uli Kievernagel
Die ungleich hohen Domtürme fallen nur dem geübten Betrachter auf, Bild: Uli Kievernagel

157,38 Meter beträgt die Höhe des Nordturms. Was kaum einem auffällt:
Der Südturm ist 4 cm kleiner. Aber das sehen nur Profis. 


533 Stufen sind bis zur Turmspitze im Südturm. Gottseidank muss man nicht den 7 cm höheren Nordturm erklimmen. Der Spaß kostet übrigens 6 Euro für Erwachsene. Fast geschenkt – das ist nur etwas mehr als 1 Cent je Stufe.


Satte 632 Jahre haben – mit ein paar Unterbrechungen zwischendurch – die Kölner am Dom gebaut – von 1248 bis 1880. Dieser Rekord soll übrigens durch den Bau den Nord-Süd-Bahn übertroffen werden. Die Eröffnung dieser Strecke ist für das Jahr 2637 geplant.


1880 bis 1884 war der Dom das höchste Gebäude der Welt bis er vom Washington Monument übertroffen wurde. 


Der Dom bietet 4.000 Plätze insgesamt, davon ca. 2.800 Stehplätze und 1.200 Sitzplätze. Richtig voll wird es aber nur an Weihnachten und Dreikönige


Der Dom würde genug Platz für ein Fußballspiel bieten.
Der Dom würde genug Platz für ein Fußballspiel bieten.

Der Dom hat eine überbaute Fläche von 7.194 Quadratmetern.
Das entspricht ziemlich genau einem Fußballfeld.


Das Richter-Fenster im Dom, Bild: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)
Das Richter-Fenster im Dom, Bild: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Der Dom verfügt über 10.000 Quadratmeter Fensterfläche. Und das (für mich) schönste Fenster ist das Richter-Fenster im südlichen Querhaus. Mein Tipp: Die beste Wirkung hat das Fenster bei Sonnenschein um die Mittagszeit.
Unbedingt ansehen, die Wirkung ist verblüffend.


Im Durchschnitt kommen 25.000 Besucher täglich in den Dom. 


Die Kosten für den Dom betragen 33.000 Euro täglich. Davon gehen etwa 20.000 Euro in den Bauerhalt, der Rest wird zur Deckung der laufenden Kosten benötigt.


240.000 Tonnen
wiegt der Dom. Davon entfallen ca. 120.000 Tonnen auf das Gebäude, welches man sieht. Die restlichen 120.000 Tonnen wiegt das Fundament, welches dem Dom seinen sicheren Stand verleiht. Damit ist der Dom aber immer noch ein Leichtgewicht: Das Empire State Buidling in New York wiegt 365.000 Tonnen und die Cheops-Pyramide satte 6,5 Mio. Tonnen.



10 Milliarden Euro würde es kosten, den Dom heute noch einmal neu zu bauen. Und deshalb heißt es auch: „Mer losse d´r Dom in Kölle“.


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Kölner Baumkataster: Weißt du wie viel Bäume stehen?

Ein Bild aus besseren Zeiten: Sattes grün an Kölner Bäumen sucht man aktuell vergeblich, Bild: jennip / pixelio.de
Ein Bild aus besseren Zeiten: Sattes Grün an Kölner Bäumen sucht man aktuell vergeblich, Bild: jennip / pixelio.de

Bei den aktuellen Temperaturen haben sie es echt schwer: Die kölschen Bäume sind im Hitze-Stress. Normalerweise verdunstet so ein Baum bis zu 400 Liter Wasser am Tag. Im Moment versucht aber jeder Baum, Wasser zu sparen und wirft Blätter ab. Deshalb sieht es in vielen Straßen so unordentlich aus wie sonst nur im Herbst – alles voller Laub.

Alle (öffentlichen) Bäume sind im Baumkataster erfasst

Dabei hat in unserer Stadt alles seine Ordnung. Das betrifft auch die Bäume.  Im „Kölner Baumkataster“ sind die Kölner Bäume erfasst1Alle Zahlen stammen aus dem Baumkataster vom Juni 2020. So gibt es zu Beispiel 367 Gingkobäume, 1.762 Kirschbäume oder 1.211 Eichen in Köln.

Verantwortlich für diese Aufstellung ist Peter Schmidt vom Amt für Landschaftspflege und Grünflächen der Stadt Köln. Allerdings kennt selbst der „Herr der Bäume“ nicht alles Grün in der Stadt: „Wie viele Bäume es in der Stadt gibt, kann nur der liebe Gott sagen“, so Peter Schmidt in einem Interview des Kölner Stadt-Anzeigers. Dafür kann Schmidt aber exakt die Zahlen der bereits erfassten Bäume benennen: Aktuell umfasst das Baumkataster exakt 132.321 Bäume. Und das sind nur die Bäume, die auf öffentlichen Flächen, z.B. in Parks oder an den Straßen stehen. Bäume, die im Privatgelände oder den Wäldern, die der Stadt gehören, stehen, wurden nicht erfasst.

Vielfalt der Bäume im "Forstbotanischen Garten" in Rodenkirchen, Bild: Udo Sodeikat / pixelio.de
Vielfalt der Bäume im „Forstbotanischen Garten“ in Rodenkirchen, Bild: Udo Sodeikat / pixelio.de

Allerdings gibt das Baumkataster interessante Einblicke in die kölschen Rekordbäume. So stehen die höchsten Bäume am Rhein in Rodenkirchen und die ältesten Bäume auf Melaten und im Schlosspark Stammheim.

Älteste Bäume Kölns stehen in Stammheim

„Die Eichen im Schlosspark Stammheim gehören zu den ältesten Bäumen des öffentlichen Grüns in Köln“ erläutert Peter Schmidt im Stadt-Anzeiger-Interview. Der Park wurde bereits im 19. Jahrhundert angelegt, so sind viele Bäume über 170 Jahre alt. Diese Bäume werden als Baumdenkmäler bezeichnet und stehen somit unter Naturschutz. Diese Ehre wurden den Bäumen auf den Bonner Straße nicht zuteil: Für den Bau der Straßenbahn wurden dort letztes Jahr 300 Bäume gefällt. Gut, dass die Straßenbahn nicht über den Gürtel geführt wird: Die Allee, bestehend aus 185 Platanen auf dem Bayenthalgürtel, wurde vor 120 Jahren angelegt. Wünschen wir diesen Bäumen ein langes Leben.

Marienburg: Schicke Villen und viel Platz, Bild: Norbert Bröcheler
Marienburg: Schicke Villen und viel Platz für Bäume, Bild: Norbert Bröcheler

Die höchste Straßenbaumdichte in Köln findet ihr in Marienburg. Kein Wunder: Hier ist viel Platz und jede Straße ist eine Allee. Dort kommen auf jeden Straßenkilometer 149 Bäume und somit Platz 1 in Köln.

Und jeder, der jetzt den hitzegeplagten Bäumen etwas Gutes tun will, sollte für Wasser an den Bäumen vor seiner Tür sorgen. Vielleicht steht dann ja – bei guter Pflege – demnächst auch ein kölscher Rekordbaum vor Tür.

 


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Kölner Pegel


Bitte beachten: Dieser Beitrag stammt vom 29. Juli 2018.
Damals herrschte eine Hitzeperiode und im Rhein Niedrigwasser.


Der Kölner Pegel, Bild: Dietmar Rabich
Der Kölner Pegel, Bild: Dietmar Rabich

Die aktuelle Hitze bringt uns alle ins Schwitzen. Temperaturen von über 30 Grad sind wir in Köln nicht unbedingt gewohnt. Tiere, Pflanzen und Menschen leiden. Und auch die Schifffahrt auf dem Rhein ist betroffen: Niedrigwasser im Rhein führt nicht nur auf der „Deutzer Platte“ zu Problemen. Vor zwei Wochen  ist ein Frachtschiff in der Höhe Porz auf Grund gelaufen. Erst nachdem man Teile der Ladung umgeladen hatte, konnte das Schiff freigeschleppt werden.

Für die Rheinkapitäne ist es daher von entscheidender Bedeutung, ständig Informationen zum aktuellen Wasserstand zu erhalten. Diese werden von einer ganzen Reihe von Pegeln entlang des Rheins geliefert. In Höhe des Stromkilometers 688, in der Kölner Altstadt, steht der Kölner Pegel. Zusammen mit dem Pegel in Kaub ist dies der für die Rheinschiffart bedeutendste Pegel.

Messungen seit 1771

Wasserstandsmessungen sind keine neue Erfindung. Schon seit 1771 wird – mehr oder minder systematisch – der Wasserstand in der Domstadt gemessen. Bis 1816 wurde der Wasserstand im „Kölnischen Fußmaß“ gemessen, der Pegel orientierte sich dabei am tiefsten jeweils gemessenen Niedrigwasser. Die Preussen brachten dann ab 1817 mit der „Preußischen Maß- und Gewichtsordnung“ Ordnung in die Messung. Seit dem liegt der Nullpunkt des Kölner Pegels bei ziemlich genau 35 Meter über Normalnull.

Wichtig ist, dass man den Pegelstand und den Wasserstand unterscheidet. So bedeutet ein Pegelstand von „Null“ nicht, dass der Rhein ausgetrocknet ist, sondern dass in der Hauptfahrinne die Wassertiefe immer noch mindestens einen Meter beträgt. Gemessen wird über einen Schwimmkörper im Pegelturm. Die Messwerte werden auf die große Pegeluhr übertragen. Der kleine Zeiger zeigt die Meter, der große die Dezimeter des Wasserstandes an. Der „normale“ Pegel Köln liegt bei 3,20 Meter. Historische Hochwasser haben zu Höchstständen von mehr als 13 Metern geführt, das Rekordtief stammt vom September 2003 mit einem Pegel von 0,81 Meter.

Pegelstand des Kölner Pegels am 27. Juli 2018, Quelle: Pegelonline
Pegelstand des Kölner Pegels am 27. Juli 2018, Quelle: Pegelonline

Aktuell liegt der Pegel bei 1,50 Meter. Der Trend geht allerdings leicht nach unten – eventuell bis ca. 1,40 Meter. Hoffen wir also, dass es bald wieder regnet. Das wäre gut für die Tiere, die Pflanzen und die Rheinschiffer.


Das Pumpwerk Schönhauser Straße – Kölns größter Wasserstandsmelder

Das Pumpwerk an der Schönhauser Straße. Die blaue Illumination bedeutet "Pegel unter 2,4 Meter", Bild: Uli Kievernagel
Das Pumpwerk an der Schönhauser Straße. Bild: Uli Kievernagel

Etwa 2,5 Kilometer rheinaufwärts steht Kölns größter und bei Nacht auch schönster Wasserstandsmelder: Das Pumpwerk Schönhauser Straße.


 Details zum Kölner Pegel gibt es auch bei Pegelonline. Hier werden auch die Pegelstände im Zeitverlauf dokumentiert.


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Kölsche Wörter: Wo mer jeit un steit nur Pänz, Pänz, Pänz

Koelsche_Paenz_S. Hofschaeger_pixelio.de
Kölsche Pänz , Bild: S.. Hofschaeger/pixelio.de

Ein Aufschrei ging durch die Stadt, als das Festkomitee Kölner Karneval 2005 das Sessionsmotto verkündete: „Kölle un die Kids der Welt, fiere nit nur Fasteleer“. Kölsche Sprachpuristen rieben sich an dem Begriff „Kids“ und machten auf den wunderschönen Ausdruck „Pänz“ aufmerksam. Dieser Begriff meint schlichtweg „Kinder“. Früher war dieser Begriff eher negativ belegt, doch diese Bedeutung ist im Laufe der Zeit verschwunden.

Fast 12.000 Geburten pro Jahr in Köln

Um die „Pänz“ in Kölle steht es übrigens recht gut: Im Jahr 2016 kamen in Köln 11.810 Kinder auf die Welt – der höchste Wert seit Jahrzehnten. Dabei liegen die Kölsche Junge leicht vor den Kölschen Mädchen: 49,4% Mädchen stehen 50,6% Jungs gegenüber. Chorweiler führt übrigens bei der Geburtenziffer. Diese Kennzahl gibt die durchschnittliche Zahl der Kinder an, die eine Frau vom 15. bis zum 49. Lebensjahr zur Welt bringt. Der kölsche Durchschnitt liegt hier bei 1,4. Im Stadtbezirk Chorweiler beträgt die Geburtenziffer 1,68, in der Innenstadt nur 1,03.

„Marie“ und „Maximilian“ führen die Namenshitliste an 

„Marie“ führt die Namenshitliste der kölschen Mädchen an, während bei den Jungs „Maximilian“ auf Platz 1 liegt.1Stand: August 2017

Nach dem Eklat um den Begriff „Kids“ hat das Festkomitee übrigens klein beigegeben. Das Sessionsmotto 2005 wurde in „Kölle un die Pänz der Welt“ geändert.

Und wenn die Pänz mal wieder in den Gärten, auf den Straßen und Plätzen lärmen, lehnt sich der Kölsche zurück und denkt an das wunderschöne Lied der Bläck Fööss „Pänz, Pänz, Pänz“.


„Stoppe“, „Puute“ oder „Fetz“

Weitere kölsche Begriffe für Kinder sind „Stoppe“, „Puute“. Wenn ein Kind als „Fetz“ bezeichnet wird, geht es in der Regel um einen kleinen Jungen. 


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