
Dieses Lied der Bläck Fööss ist schon 1984 erschienen, aber es ist heute1 Stand: 13. Januar 2026 leider immer noch aktueller denn je:
Tatsächlich ist es erstaunlich, wie aktuell der Text von „Mir klääve am Läävve“ ist. Spiegelt man die Zeilen auf unsere aktuelle Zeit stellt man erstaunlich viele Parallelen fest.
„Un wenn ihr meint,
dat et sech’rer weed,
wemmer jet rüsten deit.“
Der Krieg, von Russland verharmlosend „Spezialoperation“ genannt, begann am 24. Februar 2022. Schon seit vier Jahren wird in der Ukraine geschossen, bombardiert und es sterben Menschen.
In Washington regiert ein vollkommen irrer, selbstsüchtiger Präsident, der seine Meinung schneller wechselt als der Köbes ein Kölsch bringt. Ein Präsident, der die Unterstützung von knallharten wirtschaftlichen Forderungen abhängig macht. Die eigentliche Stärke der NATO zebröselt gerade wie ein Zwieback.
Die Bundesregierung versucht, trotz leerer Taschen mit einem „Sondervermögen“, welceh snr aus Schulden besteht, massiv aufzurüsten. Gleichzeitig wird auch wieder die Wehrpflicht diskutiert.
„uns kritt keiner klein“
Auch ein Despot wie Putin oder der Berufsmobber Trump können uns nicht unterkriegen. Denn der der Karneval ist in Krisenzeiten so etwas wie das ultimative „et hätt noch immer joot jejange“ der Kölschen in Krisenzeiten. Ejal wat passiert – mir feiern trotzdem.
Aber: An den Sorgen schunkeln wir nicht vorbei! Wir stellen uns den Herausforderungen – auf kölsche Art.
„Wenn ihr meint, dat dä janzen Dreck Platz do am Himmel hätt.“
Nicht erst durch „Fridays für Future“ wird klar, dass wir die Klimaziele kaum noch erreichen können. Und wenn der ein oder andere Politiker von der sauberen Kernenergie schwafelt oder „technikoffen“ die CO2 Emissionen bekämpfen will, ohne irgendeinen Plan zu haben, kann man nur mit Kopf schütteln.
Die Klimakrise ist keine dahin fantasierte Geschichte wie die Heinzelmännchen sondern basiert auf Wissenschaft, auf Fakten. Und die Krise ist schon längst da – und verschärft sich zunehmend.
„Wenn ihr meint, wä am lauteste schreit, wör em Räch“
Leider gehen immer mehr Menschen Verschwörungstheoretikern und Rechtspopulisten auf den Leim. Vermeintliche einfache Lösung für eine immer komplizierter werdende Welt erhalten den Vorzug vor den zugegebenermaßen manchmal zermürbenden demokratischen Prozessen.
Wenn man das alles zusammenfasst, muss man konstatieren: Die Fööss treffen mit diesem Lied aus dem 1984 (!) immer noch den Nagel auf den Kopf.
Wat bedeutet das jetzt?
Sollen wir alle zu Hause bleiben um das Übel der Welt beweinen? Nä! Die Antwort darauf gibt der Refrain des Lieds:
Denn mir Kölsche, mir klääve, wie d’r Düvel am Lääve.
Uns Kölsche nimmp keiner – ejal wat och weed,
dä Spaß für ze laache, dä Bock jet ze maache.
Mir klääve am Lääve, uns kritt keiner klein.
Was 1984 und 1991 galt gilt selbstverständlich auch noch 2026: Uns kritt keiner klein! Wir glauben fest an eine positive Zukunft, auch wenn es zugegeben manchmal schwerfällt. So lautet letzte Strophe von „Mir klääve am Läävve“:
Un wenn irjendwer sät
Für uns Äd wör et längs ze spät
Un wenn irjendwer meint, et wör alles am Äng
Dann dot üch verschanze
Doch gläuvt uns, mer pflanze
Noch hück e jung Bäumche met Woozele en.
Also: Lebt euer Leben! Denkt an die Zukunft! Und feiert und habt Spaß.

Kölner Ratsbläser als Retter einer echten kölschen Kulturstätte
Vorlage für das legendäre „Mir klääve am Lääve-Plattencover“ der Bläck Fööss war ein Graffiti an einer Mauer des Bürgerzentrum Nippes (Altenberger Hof, Mauenheimer Straße). Zuletzt wurde diese „Kölsche Kulturstätte“ leider auch noch übersprüht.
Die Kölner Ratsbläser, ein bereits 1954 gegründetes Bläserensemble, ist auf den Bühnen der Stadt unterwegs und interpretiert mit großer Liebe alte und neue kölsche Musik. Neben der Musik verstehen sich die Kölner Ratsbläser auch als Bewahrer der kölschen Kultur. So haben die Kölner Ratsbläser mit großem Aufwand den „Mir klääve am Lääve“ – Schriftzug reinigen lassen.

„Auch wir als Ratsbläser haben unter den Corona-Einschränkungen massiv gelitten.“ so Ulrich Feith von den Kölner Ratsbläsern. „Um die kölsche Kultur zu bewahren und auch um unsere Vereinstätigkeit in der schwierigen Corona-Phase aufrecht zu erhalten, haben wir uns dieser kölschen Kulturstätte angenommen. Möglich war dies nur durch die hervorragende Zusammenarbeit mit Helga Gass, der Leiterin Bürgerzentrum Nippes des Trägers Zug um Zug e.V..“
„Die Idee der Kölner Ratsbläser hat uns sofort begeistert und wir sind froh, diese Aktion unterstützen zu können.“ freut sich Helga Gass.
Der legendäre Schriftzug konnte mit professioneller Hilfe durch ein Spezial-Unternehmen gerettet werden. Und dass die Kölner Ratsbläser viel mehr als ein äußerst gutes Bläserensemble sind, zeigt dieses lustige Video von Silke Wallikewitz (sillywallilyfotografiert) der Reinigungsaktion.
Zusätzliche Strophe zu „Mir klääve am Lääve“
Und passend zur Corona-Situation haben die Kölner Ratsbläser auch eine zusätzliche Strophe zu „Mir klääve am Lääve“ geschrieben:
Wenn einer denk, hä wör enjeschrenk,
wenn hä jet Rücksich nemp,
Un wenn irjendwer röf: Alle Räjele sinn Driss!
Dann loss en verzälle, „Verschwörung“ krakele,
uns Hätz un uns Siel kritt dä niemols klein!
Und damit haben die Ratsbläser eindeutig recht!
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