Die „Englische Siedlung“ in Raderthal – Gartenstadt nach britischem Vorbild

Großzügige Häuser auf Grundstücken mit viel Gartenfläche: Die "Englische Siedlung" in Köln-Raderthal, Bild: Uli Kievernagel
Großzügige Häuser auf Grundstücken mit viel Gartenfläche: Die „Englische Siedlung“ in Köln-Raderthal, Bild: Uli Kievernagel

Wer ein Haus in der einzige Englischen Siedlung kaufen will, braucht Geduld und eine Menge Geld. Diese bevorzugte Wohngegend im Kölner Süden ist extrem begehrt. Und die Häuser sind – wenn man denn überhaupt eines zum Kauf finden sollte – dementsprechend teuer. 

Wohnraum für die Soldaten aus England

Angelegt wurde diese Siedlung ab 1949, um Wohnraum für die britischen Soldaten zu schaffen. Am 6. März 1945 befreiten die Amerikaner Köln. Nur gute drei Monate später, am 21. Juni 1945, übernahm die britische Armee von den US-Truppen die Verwaltung der neuen Nord-Rheinprovinz, zu der auch Köln gehörte. Der Wohnraum in der großflächig zerstören Stadt war äußerst knapp. Um die britischen Soldaten und deren Familien unterzubringen, wurden kurzerhand Wohnungen und ganze Häuser in den vergleichsweise wenig zerstörten Vierteln Marienburg und Junkersdorf requiriert.

Für die längerfristige standesgemäße Unterbringung der Offiziere wurde 1949 das Bauprogramm “JOINT“ und 1950 das „ZECO“-Bauprogramm aufgelegt. Das Ziel: Errichtung einer Gartenstadt nach englischem Vorbild. Die Briten machten exakte Vorgaben für die Häuser, die tatsächliche Planung und Ausführung wurde vom Land Nordrhein-Westfalen, der Stadt Köln, der Arbeitsgemeinschaft Besatzungsbauten Köln sowie der Gemeinnützigen Aktiengesellschaft für Wohnungsbau Köln (GAG Köln) übernommen. Renommierte Architekten wie zum Beispiel Wilhelm Riphahn, Fritz Schaller oder Theodor Kelter entwarfen die Bauten.

Einheitliches Gesamtbild in der Englischen Siedlung, hier ein Bild aus den 1960er Jahren, Bild: Josef Rosenzweig: Zwischen Judenbüchel und Sauacker
Einheitliches Gesamtbild in der Englischen Siedlung, hier ein Bild aus den 1960er Jahren, Bild: Josef Rosenzweig: Zwischen Judenbüchel und Sauacker

147 Häuser – basierend auf lediglich fünf Haus-Grundtypen

Die Ein- und Zweifamilienhäuser der „Englischen Siedlung“ basieren auf nur fünf Haus-Grundtypen: Die größeren Häuser, im inneren Bereich der Siedlung angelegt, waren für die Offiziere, die etwas kleineren in den Randbereichen für Unteroffiziere bestimmt. Die Häuser wurden versetzt und zum Teil gespiegelt errichtet. So herrscht in der Siedlung zwar ein einheitliches Gesamtbild, welches aber an keiner Stelle einförmig wirkt. Ergänzt wird das Ensemble durch drei Mehrfamilienhäuser mit jeweils zwölf Wohnungen und ein großes siebenstöckiges Wohnhochhaus mit 73 Wohnungen.

Das von Helmut Riphahn entworfene Hochhaus in der Englischen Siedlung, Bild: Elke Wetzig, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Das von Helmut Riphahn entworfene Hochhaus in der Englischen Siedlung, Bild: Elke Wetzig, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Volkspark Raderthal muss weichen

Der neuen Siedlung fielen wesentliche Teile des bereits ab 1923 errichteten Volksparks Raderthal zum Opfer. So büßte der Park etwa zwei Drittel seiner Fläche ein.

Vergleich Fritz-Encke-Volkspark damals und heute

Insgesamt entstand so eine attraktive Siedlung mit 147 freistehenden Häusern, großzügigen Gärten und geschwungene Straßen. Spezielle Versorgungseinrichtungen, wie zum Beispiel der Naafi-Shop1Navy, Army and Air Force Institutes, mit speziellen Einkaufsmöglichkeiten für die im Ausland stationierten Soldaten und eine Schule für die Kinder der Soldaten sollten den im Ausland stationierten Soldaten den „british way of life“ ermöglichen.

Ein Zeitzeuge erinnert sich

Wilfried ist in Raderthal, unweit der englischen Siedlung, aufgewachsen und erinnert sich:

In der Vernicher Straße groß geworden war die englische Siedlung stets präsent in unserem Leben. Vater und Mutter gingen täglich durch die Siedlung zur Arbeit beim Leybold bzw. zum Deutschen Städtetag in der Lindenallee in Marienburg. Für uns Pänz wurde die „Englische Siedlung“ mehr und mehr zum Spielplatz. Leere Milchflaschen vor den Türen der Häuser haben wir gelegentlich stibitzt und gegen Pfand im Lebensmittelladen auf der Bonner Straße eingetauscht.

Sonntags spazierte die Familie zum Fritz-Encke-Volkspark und im dortigen Brunnentempel haben wir als Jugendliche unsere erste Zigarette probiert. Auf dem großen Parkplatz vor dem Naafi-Shop konnten wir ungestört Rollschuh fahren, nur rein in das geheimnisvolle Kaufhaus kamen wir nie.2Der Zutritt zum Naafi-Shop (Navy, Army and Air Force Institutes) mit speziellen Einkaufsmöglichkeiten war exklusiv den im Ausland stationierten britischen Soldaten und deren Familien vorbehalten.

Für uns als Kinder fast schon ein Skandal: In den Häusern gab es keine Gardinen vor den Fenstern und die Frauen rauchten auf der Straße.

Skandale um die Nutzung der Wohnungen und Häuser

Ab 1957 wurden wesentliche Teile der britischen Armee aus Köln abgezogen3Die Royal Air Force räumte 1957 die Flugplätze Butzweilerhof und Köln-Wahn. Bis etwa Ende 1965 verließen die Briten die Wohnungen und Häuser der „Englischen Siedlung“. Der Bund als Eigentümer musste nun entscheiden, wie mit der begehrten Wohnlage im Kölner Süden umgegangen werden sollte.

Schnell wurden die Begehrlichkeiten geweckt. Die Soldaten der nur wenige Schritte entfernten Kaserne schauten aus ihren Büros sehnsüchtig auf die Villen der Siedlung – nur zu gerne wären die Offiziere sofort dort eingezogen. Doch ein Streit zwischen dem Verteidigungsministerium, dem Bundesschatzministeriums4Ein spezielles Ministerium zur Verwaltung der Gelder aus dem Marshall-Plan, welches 1969 aufgelöst wurde. und dem Bundeswohnungsministerium verhinderte eine schnelle Nutzung: Zwar gehörtem dem Bund die Immobilien, doch war die „Ausstattung der Wohnungen zu gut für die Angehörigen der Bundeswehr“5Erwin Fischer: „Für die Rheinarmee gut. Für die Bundeswehr zu gut“, Frankfurter Rundschau vom 1. Juli 1966, in: Homepage der Arbeitsgruppe Wohnungsfürsorge Heidekaul (abgerufen: 15. April 2022). Den bereits in die „Englische Siedlung“ umgezogenen Soldaten drohte zwischenzeitlich sogar eine Räumungsklage. Erst durch die Schadensersatzklage eines Oberstleutnants wurde dieser Schildbürgerstreich verhindert.

Das eigens für Wirtschaftsminister Karl Schiller umgebaute Haus Eckdorfer Straße 6, hier ein Bild aus dem Jahr 2018, Bild: Heinz Reutersberg
Das eigens für Wirtschaftsminister Karl Schiller umgebaute Haus Eckdorfer Straße 6, hier ein Bild aus dem Jahr 2018, Bild: Heinz Reutersberg

Neben den Soldaten weckten die attraktiven Villen aber auch das Interesse der führenden Bonner Politiker. Wirtschaftsminister Karl Schiller (1911 – 1994) ließ sich das Haus Eckdorfer Straße 6 gemäß seiner Wünsche umbauen und einrichten. Mit zehn Zimmern und großem Grundstück eine durchaus attraktive Immobilie – und das für gerade mal 972 DM monatliche Miete. Doch als die Öffentlichkeit darauf aufmerksam wurde, trat -Schiller schnell den Rückzug an und verzichtete auf seine Kölner Villa.

„Kraut und Rüben beim Denkmalschutz“

Der Bund hat mittlerweile fast alle Ein- und Zweifamilienhäuser der Siedlung an private Käufer veräußert, nur das Hochhaus und die Mehrfamilienhäuser sind noch im öffentlichen Besitz. Die gesamte Siedlung wurde 1995 unter Denkmalschutz gestellt. Und die Auflagen des Denkmalschutzes sorgten für den nächsten Ärger in der Siedlung.

Im Juli 2018 berichtete der WDR über die von den Bewohnern der Häuser als willkürlich empfundene Auslegung der Denkmalschutzregeln. So musste ein Besitzer ein neu gedecktes Dach umbauen lassen, weil es einen leichten Dachüberstand gab. Exakt dieser Dachüberstand wurde bei Nachbarhäusern problemlos toleriert. Fenster sind mal bodentief, mal nicht. Die Türen sehen fast alle unterschiedlich aus, die Fensterrahmen sind mal weiß und mal grau. Ein Anwohner bezeichnete diese Denkmalschutz-Auslegungen noch sehr diplomatisch als „gewisse Willkür“.

Großzügige Gärten in der Englischen Siedlung in Köln-Raderthal, Bild: Uli Kievernagel
Großzügige Gärten in der Englischen Siedlung in Köln-Raderthal, Bild: Uli Kievernagel

Und trotzdem bleibt die attraktive „Englische Siedlung“ bevorzugtes Wohngebiet. Und wenn denn dort etwas zu verkaufen zu vermieten ist, sind zwar die Preise gepfeffert, aber dank der Nachfrage findet hier jede Immobilie ihren Käufer oder Mieter.


Eines der Häuser attaktiven Häuser in der Englischen Siedlung (Rösberger Straße) in den 1960er Jahren, Bild: Simon Elliot-Kermp
In diesem Haus in der Rösberger Straße hat Simon gewohnt. Bild: Simon Elliot-Kermp

„… den ganzen Luxus hinter uns lassen“

Simon aus England hat mir geschrieben. Als Kind hat er in der Rösberger Straße gelebt, sein Vater war Schulleiter. Die Familie zog 1966 zurück nach Großbritannien:

„Es war tatsächlich ein wunderschönes, gut gebautes Haus. Das konnte selbst ein Kind zu schätzen wissen.
Als wir nach Großbritannien zogen, mussten wir den ganzen Luxus hinter uns lassen.“


 

Lotsentour Raderberg und Raderthal: Mit dem Fahrrad im Kölner Süden unterwegs, Bild: Uli Kievernagel
Lotsentour Raderberg und Raderthal: Mit dem Fahrrad im Kölner Süden unterwegs, Bild: Uli Kievernagel

Lotsentour – Raderberg & Raderthal

Die „Englische Siedlung“ ist auch Bestandteil der Lotsentour Raderberg & Raderthal. Eine Stadtführung mit dem Fahrrad.


DEFA Wochenschau (1952), „Der Augenzeuge - Besuch in Köln“, ab etwa 1 Minute 30 Sekunden wird die „Englische Siedlung“ gezeigt
DEFA Wochenschau (1952), „Der Augenzeuge – Besuch in Köln“, ab etwa 1 Minute 30 Sekunden wird die „Englische Siedlung“ gezeigt

Die DEFA Wochenschau aus der DDR hat im Jahr 1952 unter dem Titel „Der Augenzeuge – Besuch in Köln“ einen Bericht über Köln in der Nachkriegszeit veröffentlicht.

Ab etwa 1 Minute 30 Sekunden geht es in dem Bericht auch ausdrücklich über die „Englische Siedlung“ und der Riphahn-Bau wird gezeigt.

Ein großes DANKE an Ralf aus Köln für diesen Hinweis.


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Der Friedenswald in Rodenkirchen: Symbol für die Freundschaft der Staaten

Diese Zierkirsche im Friedenspark symbolisiert Äthiopien, Bild: Uli Kievernagel
Diese Zierkirsche im Friedenspark symbolisiert Äthiopien, Bild: Uli Kievernagel

In Eintracht stehen im Friedenswald die ehemalige Sowjetunion (Zirbelkiefer) und Polen (Lärche) nebeneinander. Nur ein paar Meter weiter findet sich die USA (Coloradotanne). Von Finnland (Sandbirke) bis nach Monaco (Esskastanie) sind es nur wenige Meter. Unterwegs kommt man noch an Kambodscha (Mammutbaum), Kolumbien (Amberbaum) und der Libanonzeder vorbei. Die ganze Welt spielt sich hier auf gerade mal 26 Hektar ab. Friedlich und in Harmonie. Der Friedenswald in Rodenkirchen, direkt am Fortbotanischen Garten gelegen, bildet mit jeweils typischen Bäumen aus aller Welt insgesamt 141 Länder ab.

Die Sibirische Zirbelkiefer, auch Sibirische Zeder genannt, symbolisiert die ehemalige Sowjetunion, Bild: Uli Kievernagel
Die Sibirische Zirbelkiefer, auch Sibirische Zeder genannt, symbolisiert die ehemalige Sowjetunion, Bild: Uli Kievernagel

Vielfalt, Offenheit und Freundschaft der Staaten

Die landestypischen Bäume stehen im Friedenswald für die Vielfalt, Offenheit und Freundschaft der Staaten. Dabei stellt diese Anpflanzung die Welt im Jahr 1980 dar. Berücksichtigt wurden Länder, zu denen die Bundesrepublik Ende im Jahr 1980 diplomatische Beziehungen unterhielt. Neue, seitdem gegründete Staaten sucht man im Friedenswald vergebens.1Deswegen ist auch die Ukraine dort nicht vertreten: Die Ukraine erklärte sich erst am 24. August 1991 unabhängig. Lediglich einzelne Tafeln wurden angepasst. So wurde z.B. aus der Sowjetunion mit der Zirbelkiefer die „ehemalige Sowjetunion“ und auch die DDR wird als „ehemalige Deutsche Demokratische Republik“ (Winterlinde) gekennzeichnet.

Da die typischen Bäume der tropischen Länder in unserem Klima nicht überleben würden, werden diese durch symbolische Bäume vertreten. Das erklärt auch den Zürgelbaum für Costa Rica oder die Schwarzbirke für Malaysia.

Die Anordnung der Bäume erfolgt nach Kontinenten. So ist es möglich, innerhalb von weniger als einer Stunde von Europa durch Afrika, weiter nach Australien und Asien bis Amerika zu spazieren. In der Mitte des Parks befindet sich ein großer, gut gepflegter Spielplatz. Und der kleine, aufgeschüttete Hügel im Friedenswald ist, sobald im Winter auch nur zwei Zentimeter Schnee in Köln fallen, ein beliebtes Rodelrevier für die Pänz.

Schöner ist es im Friedenswald allerdings im Frühling und Sommer, wenn man sich die Zeit nimmt und immer wieder rechts und links die typischen Bäume und die Flaggen der Welt anschaut. Und so auch lernt, dass die Flagge der Seychellen (Baum: Steinweichsel) zu den schönsten Flaggen der Welt gehört.

Im Friedenspark symbolisiert eine Steinweichsel (auch als Felsenkirsche oder Weichselkirsche bekannt) die Seychellen. Bild: Uli Kievernagel
Im Friedenspark symbolisiert eine Steinweichsel (auch als Felsenkirsche oder Weichselkirsche bekannt) die Seychellen. Bild: Uli Kievernagel

Der Friedenspark – ein Kind des Kalten Kriegs

Michael Waßerfuhr von den Kölschgängern hat noch vor knapp zwei Jahren, am 25. April 2020, über den Friedenswald geschrieben: „Er ist ein Kind des Kalten Krieges, der von 1947 bis 1991 ging, und der Wunsch nach Frieden wuchs. Wir wissen ja noch alle, als wir aufrüsteten, weil wir fast täglich auf Raketen aus dem Ostblock gewartet haben – die nie gekommen sind. Der Krieg blieb kalt.“

Heute haben wir auf einmal keinen „Kalten Krieg“ mehr. Der Krieg ist da. Ganz nah. Und die Aufrüstung läuft auf Hochtouren. Nur die Bäume im Friedenswald stehen in friedlicher Eintracht nebeneinander. Auch die Zirbelkiefer für die ehemalige Sowjetunion, die Lärche für Polen und die 139 anderen Bäume.


Bitte nicht verwechseln: Friedenspark und Friedenswald

Der Friedenspark mit dem Imagine-Denkmal befindet sich rund um das alte Fort I, direkt am Rheinufer, nicht weit weg von der Südbrücke. Der hier beschriebene Friedenswald ist in Rodenkirchen, direkt am Forstbotanischen Garten.


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Die Kölner Friedensstraße erinnert an den „Frieden von Frankfurt“

Die Kölner Friedensstraße, gelegen zwischen Martinsfeld und Perlengraben, Bild: Uli Kievernagel
Die Kölner Friedensstraße, gelegen zwischen Martinsfeld und Perlengraben, Bild: Uli Kievernagel

In Köln erinnert die gerade einmal 200 Meter lange Friedensstraße, gelegen zwischen Martinsfeld und Perlengraben, an das Kriegsende des Deutsch-Französischen Kriegs von 1870/71. Am 10. Mai 1871 schlossen die Französische Republik und das Deutsche Reich den „Frieden von Frankfurt“.

Blick in die Friedensstraße. Bild :Uli Kievernagel
Blick in die Friedensstraße. Bild :Uli Kievernagel

Krieg zwischen Deutschland und Frankreich

Am 19. Juli 1870 eskalierte der Streit um die spanische Thronkandidatur des Prinzen Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen in der Kriegserklärung Frankreichs an Preußen. Das Kalkül des französischen Kaisers Napoléon III., es nur mit den Preußen aufzunehmen, ging nicht auf. Bayern, Württemberg, Baden und Hessen-Darmstadt schlossen sich Preußen an.

So kam es am 1. und 2. September 1870 zur entscheidenden „Schlacht von Sedan“ an der Maas in den Ardennen: Etwa 200.000 Soldaten der Preußen und ihrer Verbündeten trafen auf 130.000 französische Soldaten. Insgesamt kamen dort mehr als 11.500 Soldaten ums Leben, etwa 20.000 Menschen wurden verwundet. Die deutsche Seite konnte die Schlacht für sich entscheiden, die französischen Truppen kapitulierten und Kaiser Napoléon III. wurde gefangengenommen.

Bayrische Soldaten stürmen ein Haus in Bazeilles (Vorort von Sedan), Gemälde von Carl Röchling
Bayrische Soldaten stürmen ein Haus in Bazeilles (Vorort von Sedan), Gemälde von Carl Röchling

Deutsch-französische Erzfeindschaft

Der Friedensschluss, an welchen die Kölner Friedensstraße erinnert, hatte schwerwiegende Folgen für das deutsch-französische Verhältnis. In dem Friedensvertrag wurde neben Reparationszahlungen von Frankreich an das Deutsche Reich auch festgehalten, dass Frankreich große Gebiete des Elsass und Lothringens an Deutschlands abtreten musste. Große Bevölkerungsteile sowohl in Frankreich als auch im Deutschen Reich, betrachteten sich gegenseitig als „Erzfeinde“.

"Selbsterhaltung. Man muss der Bestie die Krallen abschneiden, damit man künftig Ruhe vor ihr hat." Karikatur bezüglich der Abtrennung Elsass-Lothringens von Frankreich nach den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 aus der Zeitschrift "Kladderadatsch" vom 4. September 1870
„Selbsterhaltung. Man muss der Bestie die Krallen abschneiden, damit man künftig Ruhe vor ihr hat.“ Karikatur bezüglich der Abtrennung Elsass-Lothringens von Frankreich nach den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 aus der Zeitschrift „Kladderadatsch“ vom 4. September 1870

Angeheizt wurde diese Feindschaft auch durch Verse wie diese:

Auf, Deutschland, auf, und Gott mit dir!
Ins Feld! Der Würfel klirrt!
Wohl schnürt’s die Brust uns, denken wir
Des Bluts, das fließen wird!
Dennoch das Auge kühn empor!
Denn siegen wirst du ja:
Groß, herrlich, frei, wie nie zuvor!
Hurra Germania!
Hurra, Viktoria!
Hurra, Germania
(Ferdinand Freiligrath: Hurra, Germania!)

„Epilog zum Krieg“ von 1871 ist heute erschreckend aktuell 

Mahnende Stimmen, wie die von dem in Deutz geborenen Sozialisten und späteren Begründer der Sozialdemokratie, August Bebel (1840 -1913), zu diesen kriegstreibenden Worten, blieben ungehört. Und so ist heute das Gedicht „Epilog zum Kriege“, welches Georg Herwegh im Februar 1871 veröffentlichte, erschreckend aktuell:

Mir graut vor dir, ich glaube fast,
Daß du, in argen Wahn versunken,
Mit falscher Größe suchst zu prunken
Und daß du, gottesgnadentrunken,
Das Menschenrecht vergessen hast.

Wie gerne würde ich noch heute so manche Straße in Köln in „Friedensstraße“ umbenennen, wenn nur das Morden in der Ukraine ein Ende finden würde.


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Das Imagine-Denkmal im Friedenspark am Rheinufer

Das Imagine-Denkmal im Friedenspark am Rheinufer, Bild: Uli Kievernagel
Das Imagine-Denkmal im Friedenspark am Rheinufer, Bild: Uli Kievernagel

Imagine there’s no countries,
it isn’t hard to do.
Nothing to kill or die for
and no religion, too.

Imagine all the people
living life in peace.
(John Lennon, Imagine)

Vielleicht war Lennons Utopie vom Frieden nie wichtiger als heute. Lennon beschreibt eine Welt ohne Länder und somit nichts, wofür es sich lohnt zu töten oder zu sterben. In New York erinnert daran das „Imagine“-Denkmal im Central Park. Und auch Köln erinnert mit einem eigenen Imagine-Denkmal an den großen Künstler und seine Mahnung, zusammen in Frieden zu leben.

Der Friedenspark ist ein geschichtsträchtiger Ort

Das Kölner Imagine-Denkmal befindet sich im Friedenspark am Rheinufer, fast direkt an der Südbrücke. Etwas bescheidener als das New Yorker Vorbild ist es doch an einem idealen und sehr geschichtsträchtigen Ort platziert. Denn der heutige Friedenspark befindet sich im ehemaligen Fort I des preußischen Verteidigungsrings.

Das Fort I im Friedenspark, Bild: Uli Kievernagel
Das Fort I im Friedenspark, Bild: Uli Kievernagel

Ab 1816 begannen die Preußen mit der massiven Befestigung Kölns. Als das Bauvorhaben 1863 beendet wurde, war Köln die am besten befestigte Stadt Europas. 182 einzelne Bauwerke rund um die Stadt bildeten die „Festung Cöln“.

Und mittendrin das Fort I – der heutige Friedenspark. Dieses Fort, ursprünglich als „Rheinschanze“ bezeichnet und nach dem Umbau zwischen 1882 bis 1891 „Erbgroßherzog Paul von Mecklenburg“ gewidmet, wurde aber bereits 1911 als Festungsbauwerk aufgegeben und zu einer Gartenanlage umgebaut. Zwischendurch (ab 1919) diente das Fort als Mensa für die nahe gelegenen Universität.

Kriegerisch wurde es dort erst wieder im Zweiten Weltkrieg, als auf dem Dach eine Flugabwehrstellung aufgebaut wurde. In der Nachkriegszeit wurde das Fort zwischenzeitlich als Außenstelle des Finanzamts und Lager des städtischen Gartenamts genutzt,  bis 1978 durch eine Elterninitiative der Bauspielplatz  entstand.

Logo des Bauspielplatz Friedenspark. Bild: Jugendzentren Köln gGmbH
Logo des Bauspielplatz Friedenspark. Bild: Jugendzentren Köln gGmbH

Die Stadt bezeichnete die Spielplatznutzung als „Besetzung“ und ließ die hölzernen Aufbauten am Nikolaustag 1978 abbrennen. Heute geht es im Friedenspark friedlicher zu. Seit 1998 ist der Bauspielplatz ein Teil der städtischen Tochtergesellschaft Jugendzentren Köln gGmbh.  

Rekordverdächtig: Realisierung des Imagine-Denkmals in nur einem Jahr

Das Kölner Imagine-Denkmal wurde auf Initiative des ausgesprochenen Lennon-Fans und „kölschen Franzosen“ Maitre Sardou errichtet. Etwas bescheidener als das New Yorker Vorbild ist der Gestaltung des Kölner Denkmals aber ganz ähnlich: Ein Kreis aus grauen Basaltsteine – etwa vier Meter im Durchmesser –  enthält in der Mitte das Wort „Imagine“.

Obwohl für den Imagine-Schriftzug sogar Carrara-Marmor verwendet wurde, kostete das Kölner Denkmal kein Geld. Es wurde im Rahmen ihrer Ausbildung von drei Azubis, Stefan Vonnahme, Dustin Busack und Christian Blum unter Leitung des Gartenbauingenieurs Werner Becker vom Grünflächenamt angelegt. Die verwendeten Materialien waren Reste anderer städtischer Bauvorhaben. Nach nur einem Jahr Vorlaufzeit – für Köln absolut rekordverdächtig – wurde das das Imagine-Denkmal am 9. Oktober 2012 eröffnet.  

Das Imagine-Denkmal in Strawberry Fields , Central Park New York. Bild: Ralph Wilfing. pixabay
Das Imagine-Denkmal in Strawberry Fields, Central Park New York. Bild: Ralph Wilfing. pixabay

Imagine – eine zeitlose Hymne voller Trost und Hoffnung

Lennons Lied handelt von seinem aufrichtigen Glauben an eine friedliche Welt. Der „Rolling Stone“ schreibt: „Aber der Song ist noch mehr, hat eine Bedeutung bekommen, die weit über das Werk Lennons hinausweist – eine zeitlose Hymne voller Trost und Hoffnung, die ihre Hörer durch tiefe Trauer getragen hat […] Man kann sich heute eine Welt ohne „Imagine“ kaum mehr vorstellen.“

Und gerade in diesen finsteren Zeiten, in welchen der russische Despot Putin glaubt, sich über alle Grenzen der Menschlichkeit hinwegsetzen zu können, braucht es eine Welt, die einig ist. Gegen Aggression. Gegen den Krieg. Für den Frieden.

You may say I’m a dreamer,
but I’m not the only one.
I hope someday you’ll join us
and the world will be as one.
(John Lennon, Imagine)


 
Der Hans-Abraham-Ochs-Weg, offizielle Adresse des Bauspielplatzes im Friedenspark, Bild: Uli Kievernagel
Der Hans-Abraham-Ochs-Weg, offizielle Adresse des Bauspielplatzes im Friedenspark, Bild: Uli Kievernagel

Der Hans-Abraham-Ochs-Weg

Hans Abraham Ochs wurde im Alter von nur acht Jahren am 30. September 1936 im Römerpark von Mitgliedern der Hitlerjugend zu Tode geprügelt, nachdem diese sich durch den „Halbjuden“ provoziert gefühlt haben. Diese traten auf den bereits am Boden liegenden Hans Abraham immer weiter ein.

In der offiziellen Untersuchung wurde als Todesursache eine angebliche  Bauchfellentzündung festgestellt. Die Familie Ochs verzichtete – vermutlich aus Angst vor Rache der braunen Machthaber – auf eine Anzeige. In der Todesanzeige stand daher auch nur

„Am 30. September 1936, 19 Uhr, wurde mein liebes Kind, unser lieber Bruder, Neffe und Enkel Hans nach kurzer schwerer Krankheit von uns genommen. In tiefer Trauer Frau Witwe Luise Ochs und Anverwandte. Köln, 1. Oktober 1936, Trajanstraße.“

Die Mörder wurden nie zur Rechenschaft gezogen. Heute erinnert der Hans- Abraham-Ochs-Weg an dieses Verbrechen. 


Der Adler im Friedenspark als Mahnmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, Bild Uli Kievernagel
Der Adler im Friedenspark als Mahnmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, Bild Uli Kievernagel

Bläck Fööss: „Ungerm Adler“

Auch die „kölschen Beatles“, die Bläck Fööss, haben dem Friedenspark ein Antikriegslied gewidmet. Der Song „Ungerm Adler“ bezieht sich auf den riesigen, aus eingeschmolzenen Kanonen des Ersten Weltkriegs errichteten Adler im Friedenspark. Dieses Mahnmal erinnert an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten.

Die Fööss stellen in dem Lied meisterhaft den Kontrast zwischen dem friedlichen Zusammenleben auf dem Bauspielplatz und im Friedenspark auf der einen Seite und dem „fliegenden Adler“ als Symbol für den Krieg dar. So lautet es in dem Text:

Ungen ahn d’r Südbröck do ess ne Park, nit wigg vum Rhing,
do hührste Kinder laache, do blöhen dausend Ruuse im Sunnesching.
Do treffen sich die Ahle, zum Kaate un zum Schwaade,
un sitzen do die künnen uns verzälle wie et dohmols wor.

Mitten in dem Park do steiht ne Bronzeadler huh ob enem Stein
erinnert an Soldate, die kohmen uss dem Kreech nit mieh Heim.

Doch sulang der Adler steiht op dem Stein, sulang ess et jood.
Denn als he dohmols floch, jo do braat he, nur Elend un Nut.
wenn ich su vüür em stonn, in singem Schatten
dann denk ich an dich un mich und ich han nur dr eine Wunsch
dat d´r Adler nie widder flüüch.
(Bläck Fööss, Ungerm Adler)


Der Bolzplatz am Friedenspark - maßgeblich gefördert durch die Lukas-Podolski-Stiftung. Bild: Uli Kievernagel
Der Bolzplatz am Friedenspark – maßgeblich gefördert durch die Lukas-Podolski-Stiftung. Bild: Uli Kievernagel

Lukas-Podolski-Stiftung fördert Bolzplatz am Friedenspark

Poldi, Lukas Podolski, besitzt eine Wohnung in den Kranhäusern, nicht weit weg vom Friedenspark. Und seine Stiftung hat mit 300.000 Euro zu der 600.000 Euro teuren Sanierung des Bolzplatzes am Friedenspark beigetragen. Übrigens nicht die erste Spende der Stiftung zur Sanierung maroder Sportanlagen in der Stadt.

Auf die Frage, ob Poldi auch mal am Bolzplatz anzutreffen sei, antwortet er im Kölner Stadt-Anzeiger: „Ich wohne hier in der Nähe und bin ein Kind des Bolzplatzes. Ich werde sicher in den nächsten Tagen auch selber mal hier sein und ein bisschen Fußball spielen. Bolzplätze waren schon immer meine Lieblingsplätze.“

Ein Kölner Idol: Lukas Podolski, Bild: Sven Mandel, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Ein Kölner Idol: Lukas Podolski, Bild: Sven Mandel, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Mal sehen, wann der von den Kölnern so geliebte Poldi seine Statue am Rathaus bekommt. Und Ehrenbürger wird. Und Karnevalsprinz. Mindestens.


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Kölner Brücken: Die Liebesschlösser an der Hohenzollernbrücke

Liebesschlösser an der Hohenzollernbrücke, Bild: Patrick Köhler, Pixabay
Liebesschlösser an der Hohenzollernbrücke, Bild: Patrick Köhler, Pixabay

Sogar die Sängerin Pink hat es getan: Im Mai 2013 hat sie ein pinkes Liebesschloss an der Hohenzollernbrücke aufgehängt. Graviert war dieses Promi-Schloß mit „Alecia, Carey & Willow“.1Alecia ist Pinks tatsächlicher Vorname, Carey ist ihr Mann und die gemeinsame Tochter heißt Willow. Anders als die vielen, vielen anderen Schlösser hing dieses Schloss noch nicht einmal 24 Stunden, bevor es gestohlen wurde.

So sollte es nicht sein – die Liebeschlösser auf der Brücke sind tatsächlich für die Ewigkeit gedacht. Das Procedere ist denkbar einfach: Paare kaufen ein Vorhangschloss, lassen es evtl. mit Namen oder Datum gravieren und bringen dies an der Brücke an. Wichtig ist, dass anschließend gemeinsam der Schlüssel in den Rhein geworfen wird. Somit kann das Schloss nicht mehr geöffnet werden und ist das Symbol für die immerwährende Liebe.

Die tatsächliche Anzahl der Schlösser kann nur geschätzt werden, Bild: Gerhard Kemme, CC BY 2.0
Die tatsächliche Anzahl der Schlösser kann nur geschätzt werden, Bild: Gerhard Kemme, CC BY 2.0

60 Tonnen Gewicht – kein Problem für die Hohenzollernbrücke

Wie viele Paare sich so ihrer Liebe versichert haben, ist unklar. Und somit kennt auch niemand die Anzahl der Liebesschlösser auf der Brücke. Schätzungen gehen von mindestens 750.000 Schlössern aus. Wirklich zählen ist unmöglich: Mangels Platz hängen die Schlösser auch übereinander. Deswegen werden auch schon alle möglichen Geländer, Straßenlaternen etc. rund um die Brücke mit den Schlössern zugehangen.

Mangels Platz hängen die Schlösser an der Hohenzollernbrücke mittlerweile übereinander, Bild: Norbert Bröcheler
Mangels Platz hängen die Schlösser an der Hohenzollernbrücke mittlerweile übereinander, Bild: Norbert Bröcheler

So ein Schloss wiegt durchschnittlich etwa 80 Gramm. Geht man von 750.000 Schlössern aus, so bringen es diese auf ein Gesamtgewicht von etwa 60 Tonnen. Für die Hohenzollernbrücke ist das kein Problem – immerhin donnern hier Lokomotiven mit einem Gewicht von 80 bis 100 Tonnen drüber. Ein ICE bringt es bereits auf 450 Tonnen Gewicht. Und da täglich etwa 1.200 Züge über die Hohenzollernbrücke fahren, merkt die Brücke die zusätzlichen Kilos der Schlösser noch nicht einmal.

Problematischer ist tatsächlich die Aufhängung: So ist im Sommer 2014 ein Gitter auf einer Länge von 2,40 Metern zusammengebrochen. Daraufhin hat die Deutsche Bahn angekündigt, die Schlösser entfernen zu lassen. Doch dazu kam es nicht – zu sehr prägen diese bereits das Stadtbild. Anders als andere Städte hat Köln den touristischen Wert der Schlösser erkannt. Liebespaare kommen eigens in die Stadt, um ein Schloss aufzuhängen, und kein Tourist verlässt die Domstadt, ohne mindestens ein Foto der bunten Schlösser gemacht zu haben.

Paris lässt Schlösser entfernen

Ausgerechnet die französische Hauptstadt Paris, immerhin die Stadt der Liebe, sah das anders und ließ im September 2014 etwa 45.000 Schlösser von der Pont des Arts entfernen. Auch dort war ein Teil des Geländers unter der Last zusammengebrochen. Doch die Liebe lässt sich nicht aufhalten, heute hängen die Schlösser in Paris an der Passerelle Léopold-Sédar-Senghor oder am Pont de l’Archevêché.

Liebesschlösser im ungarischen Pécs, Bild: vikkvakk, CC BY-SA 4.0
Liebesschlösser im ungarischen Pécs, Bild: vikkvakk, CC BY-SA 4.0

Andere prominente Liebeschloss-Hotspots sind die Kettenbrücke in Bamberg, die Forth Road Bridge in Edinburgh oder die speziell im Spieler- und Hochzeitsparadies Nevada (USA) eingerichtete „Lover’s Lock Plaza“. Und gefühlt hängt mittlerweile an jeder beliebigen Brücke ein Liebesschloss.

Auch an der Hängeseilbrücke "Geierlay" bei Mörsdorf im Rhein-Hunsrück-Kreis hängt ein einsames Liebesschloss, Bild: Franz-Josef Knöchel
Auch an der Hängeseilbrücke „Geierlay“ bei Mörsdorf im Rhein-Hunsrück-Kreis hängt ein einsames Liebesschloss, Bild: Franz-Josef Knöchel

Ursprung des Brauchs in Italien

In Köln wurden die ersten Schlösser etwa 2008 aufgehängt, doch der Brauch ist viel älter, wobei die genaue Herkunft unklar ist.

Am wahrscheinlichsten ist die Vermutung, dass Studenten in Florenz die ersten Schlösser aufgehängt haben. Mit ihrem Examen benötigten sie die bis dahin für ihre Spinde verwendeten Vorhangschlösser nicht mehr und befestigten diese an einem Gitter des Ponte Vecchio.

Heute sollte man insbesondere in Italien genau prüfen, ob es erlaubt ist, ein Liebeschloss aufzuhängen. So kostet das illegale Anbringen eines solchen Schlosses auf der Rialto-Brücke in Venedig ein Bußgeld von 3.000 Euro. Aber auch in Berlin wird man mit vergleichsweise moderaten 35 Euro an einigen Brücken zur Kasse gebeten, wenn man sich der ewigen Liebe per Vorhangschloss versichern will.

An der Brooklyn-Bridge in New York sind die Liebessschlösser nicht gerne gesehen. Es drohen 100 Dollar Strafe, sollte jemand ein Schloss dort aufhängen, Bild: Holger Heckmann Frankfurt, CC BY-SA 4.0
An der Brooklyn-Bridge in New York sind die Liebessschlösser nicht gerne gesehen. Es drohen 100 Dollar Strafe, sollte jemand ein Schloss dort aufhängen, Bild: Holger Heckmann Frankfurt, CC BY-SA 4.0

„Schenk mir dein Herz“ von den Höhnern

Natürlich wurde in Kölle auch flott ein Lied über den Brauch geschrieben. Die Kölner Band Höhner hat bereits 2009 das Lied „Schenk mir dein Herz“ veröffentlicht. Dort lautet es:

Es ist ein neuer Brauch´,
er bringt uns beiden Glück
so ein Schloss kann jeder seh’n.
Und der Dom gibt Acht darauf,
Züge kommen und geh’n,
Ich schliesse unser Schloss
am Brückengitter an
und es ist doch nicht allein.
Gemeinsam werfen wir den Schlüssel
in den Rhein hinein.

Eine sehr schöne Version [Schöner als das Original – SORRY, liebe Höhner.] dieses Liedes hat Cat Ballou im Rahmen des „Kölschen Tauschkonzerts 2022“ veröffentlicht.

Das erste während einer Lotsentour aufgehangene Liebesschloss, Bild: Monika Becker
Sylvia & Günter haben während einer meiner Stadtführungen ein Liebesschloss  aufgehängt, Bild: Monika Becker

Und wenn ihr jetzt auch ein Schloss auf der Hohenzollernbrücke anbringen wollt, plant genug Zeit für die Suche nach einem freien Platz. Und werft in jedem Fall den Schlüssel in den Rhein!  Macht es nicht so wie mein ehemaliger Arbeitskollege Klaus – ein Schwabe. Der hat den Schlüssel mit den Worten „Kosch ja no einmol gbraucha.“2Kann man ja noch einmal gebrauchen. mit nach Hause genommen.

Ich kann euch aber versichern: Der Liebe zwischen Klaus und Petra hat es nicht geschadet.


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Kölner Brücken: Die Südbrücke – vernachlässigtes Schmuckstück

Die Südbrücke in Köln, Bild: Michael Musto, CC BY-SA 4.0
Die Südbrücke in Köln, Bild: Michael Musto, CC BY-SA 4.0

Op dä Südbröck stonn ich off Stunde,
immer widder
luhr ich dä Möwe
un dä Schleppkähn noh,

loss ming Jedanke frei.

BAP: Met Wolke schwaade1Übersetzung:
Auf der Südbrücke stehe ich oft Stunden, immer wieder
sehe ich den Möwen und den Schleppkähnen nach,
lasse meine Gedanken frei.

 

Bevor man, wie der kölsche Musiker Wolfgang Niedecken von BAP, sich auf der Kölner Südbrücke seinen Träumen hingeben kann, ist zunächst mal der Aufstieg angesagt: Es geht am linken Rheinufer 53 Stufen, knapp vier Stockwerke, hoch. Besonders anstrengend ist diese Treppe, wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist: Mangels Rampe hilft nur hochtragen. Es gibt zwar schmale Eisenschienen auf den Treppen, auf denen man sein Fahrrrad auch hochschieben kann. Aber es bleibt dabei: Der Aufstieg ist schon mit einem normalem Fahrrad sehr mühsam und mit einem vergleichsweise schwerem E-Bike nicht zu schaffen. 

Schwingungen der Brücke 

Oben angekommen entschädigt das erhabene Gefühl, mitten über dem Rhein zu stehen. Und wenn dann noch ein Güterzug vorbeikommt, ist das Gefühl perfekt: Die leichten Schwingungen der Brücke spürt man im ganzen Körper, das laute Gerumpel des Zugs hört man, und den majestätischen Rhein sieht man.

Weniger majestätisch ist der leider etwas heruntergekommene Zustand der Südbrücke. Die gewaltigen Brückentürme auf der linken Rheinseite sind gesperrt, alles ist von wenig talentierten Sprayern vollgeschmiert. „Die Südbrücke ist richtig versaut, die ist ein Objekt von Schmierereien von oben bis unten.“ so der ehemalige Stadtkonservator Ulrich Krings.2im Kölner Stadt-Anzeiger vom 6. Januar 2022.


Steckbrief Südbrücke

  • Länge: 368 m
  • Breite: 10,34 m
  • Baubeginn: 1906 / 1946
  • Fertigstellung: 1910 / provisorisch Mai 1946 / endgültig 1950
  • Eröffnung: 5. April 1910 / 1. Oktober 1950

Speziell für den Güterverkehr konzipiert

Die Südbrücke ist Teil der grundsätzlichen Erneuerung des Kölner Bahnverkehrs ab etwa 1906. Die damalige Dombrücke war, wie heute die Hohenzollernbrücke, hoffnungslos überlastet. Um den wachsenden Bedürfnissen des Bahnverkehrs gerecht zu werden, entstanden neue Eisenbahnringe um die Stadt. Auch die Dombrücke wurde mit dem Schwerpunkt Personenverkehr erneuert. So entstand im Jahr 1911 die Hohenzollernbrücke. Die Südbrücke hingegen wurde hauptsächlich für den Güterverkehr konzipiert.

Schwerer Unfall in Bauphase

Der Bau begann im Jahr 1906. Etwa zwei Jahre nach Baubeginn ereignete sich ein tragisches Unglück: Am 9. Juli 1908 stürzte ein Baugerüst ein, 40 Arbeiter stürzten in den Rhein. Es wurden acht Tote und 14 Verletzte gezählt.

Das Unglück an der Südbrücke forderte acht Tote und 14 Verletzte, Bild: Ludwig Geus (1864-1939), Public domain, via Wikimedia Commons
Das Unglück an der Südbrücke forderte acht Tote und 14 Verletzte, Bild: Ludwig Geus (1864-1939), Public domain, via Wikimedia Commons

Trotz dieses tragischen Unglücks konnten die Bauarbeiten an der eigentlichen Brücke bereits im September 1909 fertig gestellt werden – zwei Monate vor dem eigentlichen Plan. Ende des Jahres 1909 waren dann auch die Arbeiten an den Brückentürmen beendet, und am 5. April 1910 fuhr der erste Zug über die Brücke.

Stahl und Stein

Bei der Südbrücke handelt es sich um eine Fachwerk-Bogenkonstruktion mit einer Einfassung durch vier massive Türme. Das entsprach exakt dem Zeitgeist: Nackter Stahl wurde als hässlich empfunden, erst durch die Kombination mit steinernen Elementen galt ein Bauwerk als gelungen. So wurden die Türme der Südbrücke auch reichlich verziert: Auf der stromabwärts gelegenen Seite wurden Reliefs zur Industrialisierung angebracht. Auf der stromaufwärts gelegenen Seite fanden sich Darstellungen zum Rhein, zu den Sagen und zur Geschichte.

Tatsächlich hatten die massiven Brückentürme aber auch eine praktische Funktion: Dort wurden Soldaten stationiert und es wurden Waffen gelagert. Schließlich war ein Krieg gegen den „Erzfeind“ Frankreich jederzeit möglich und große Brücken waren wichtige strategische Ziele. Und genau das sollte der Südbrücke im Zweiten Weltkrieg zum Verhängnis werden.

Zerstörung im Krieg

Bombentreffer im Januar 1945 zerstörten wesentliche Teile der Südbrücke. Die im Rhein liegenden Brückenteile, insbesondere der etwa 160 Meter lange Mittelteil, waren ein erhebliches Hindernis für den Schiffsverkehr und wurden daher gesprengt. Ab Mai 1946 war ein zunächst nur eingleisiger Verkehr auf der Brücke möglich. Erst am 1. Oktober 1950 konnte die Brücke wieder vollständig genutzt werden.

Allerdings wurden Steine der massiven Brückentürme für den Wiederaufbau verwendet, der aufwendige Schmuck wurde nicht wieder hergestellt, die Brückentürme wurden nur noch mit Flachdächern gedeckt.

Und so führt der Weg nach unten auf der rechtsrheinischen Seite durch die begehbaren Brückentürme – verschandelt durch hässliche Graffitis. Auch hier gilt: Keine Rampe – Radfahrer müssen ihren Drahtesel die 47 Stufen heruntertragen, bevor man sich auf den Poller Wiesen von der Schlepperei erholen kann.

Blick über den schmalen Fuß-und Radweg der Südbrücke. Leider auch zu sehen: Eines der unsäglichen Graffitis auf der Brücke. Bild: Velopilger, CC BY-SA 4.0
Blick über den schmalen Fuß-und Radweg der Südbrücke. Leider auch zu sehen: Eines der unsäglichen Graffitis auf der Brücke. Bild: Velopilger, CC BY-SA 4.0

Ausbau der Brücke

Alle Jahre wieder kommt die Forderung der Radfahrer auf, doch endlich Rampen und breitere Radwege für die Südbrücke zu bauen. Doch dabei wird es kompliziert: Da die Bahn als Eigentümer der Südbrücke bereits beim Bau kein Interesse an den Rad- und Fußwegen hatte und diese nur auf Drängen der Stadt Köln errichtete, ist bis heute die Stadt für die Unterhaltung und Pflege der Gehwege zuständig – ein programmiertes Zuständigkeits-Chaos.

Allerdings keimt Hoffnung auf: Die Südbrücke wird ein wichtiger Teil des neuen S-Bahn-Rings rund um die Stadt. Und das, so der ehemalige Stadtkonservator Krings im Kölner Stadt-Anzeiger „wäre die ideale Gelegenheit, sie aus ihrem Dämmerzustand zu lösen.“

Mal sehen! Und solange schleppen wir halt unsere Fahrräder die Brücke hoch –

und losse, wie Wolfgang Niedecken , op dä Südbröck die Jedanke frei.


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Das Kölner Schokoladenmuseum – eine Liebeserklärung an die Schokolade

Hans Imhoffs Vermächtnis: Das Schokoladenmuseum, Bild: Raimond Spekking
Hans Imhoffs Vermächtnis: Das Schokoladenmuseum, Bild: Raimond Spekking

Im Kölner Schokoladenmuseum steht der weltberühmte Schokoladenbrunnen. Eine kleine Rechnung: Wenn jeder Besucher des Schokoladenmuseums nur 5 Gramm aus dem Brunnen nascht, macht das insgesamt etwa 3,5 Tonnen Schokolade pro Jahr. Aus einem Brunnen.

Auch hier hatte der Kölner Unternehmer Hans Imhoff wieder den richtigen Riecher. Bei der Konzeption des Museums sah er ausdrücklich diesen Brunnen mit Schokolade vor. Dem Mann mit dem „Herz aus Schokolade“ war klar, dass nur durch eine solch sinnliche Erfahrung das Erlebnis eines Besuchs im Schokoladenmuseums abgerundet wird.

Und damit hatte er Recht. Das Schokoladenmuseum ist eine Institution in Köln. Mit merh als 700.000 Besuchern im Jahr 2024 ist dieses Museum unangefochtener Spitzenreiter bei den Kölner Museen. Dieser Erfolg würde Hans Imhoff vor Stolz platzen lassen.

Imhoff vor seinem wahr gewordenen Traum: Der Schokoladenbrunnen in seinem Schokoladenmuseum, Bild: Schokoladenmuseum Köln
Imhoff vor seinem wahr gewordenen Traum: Der Schokoladenbrunnen in seinem Schokoladenmuseum, Bild: Schokoladenmuseum Köln

Stollwerck-Fundus ist Grundstock für Museum

Für die Schokoladen-Millionäre in Deutschland gehören Museen zum guten Ton: Die Kunstsammlungen von Peter Ludwig sind neben dem Kölner Museum Ludwig in achtzehn weiteren Museen in fünf Ländern zu finden. Die Familie Sprengel überließ der Stadt Hannover ihre Kunstsammlung, die heute im Sprengel Museum zu finden ist. Doch Kunst war nicht das Metier von Hans Imhoff. Ihm schwebte ein Denkmal in Form eines Museums für Schokolade vor. Oder – um es mit seinen eigenen Worten zu sagen „Köln braucht ein Schokoladenmuseum“.

Wie gut, dass dem Unternehmer Imhoff beim Umzug der Stollwerck-Produktion von der Kölner Südstadt in die modernen Produktionsstätten nach Westhoven zahlreiche „Schätzchen“ auffielen. Darunter waren alte Plakate, Fotos, Maschinen, Akten oder Verkaufsautomaten, die entsorgt werden sollten. Imhoff erkannte sofort den Wert dieses Schatzes und sorgte dafür, dass diese zunächst eingelagert und später aufgearbeitet wurden. Somit gab es bereits einen Grundstock für ein Museum.

Exponate aus der Stollwerck-Geschichte im Schokoladenmuseum, Bild: Palickap, CC BY-SA 4.0
Exponate aus der Stollwerck-Geschichte im Schokoladenmuseum, Bild: Palickap, CC BY-SA 4.0

Ausstellung „Kulturgeschichte der Schokolade“ als Generalprobe im Gürzenich

Doch es gab große Skepsis: Kann ein Museum zur Schokolade interessant sein? Imhoff wagte ein Experiment: Zum 150jährigen Stollwerck-Firmenjubiläum wurde im Kölner Gürzenich vom 8. Juli bis 20. August 1989 die große Ausstellung „Kulturgeschichte der Schokolade“ gezeigt. Mit Informationen zur Herkunft des Kakaos, einer kleinen Schokoladenfabrik, welche die Produktion praktisch vorführte und den Exponaten, die eigentlich für den Müll bestimmt waren. Herzstück der Ausstellung: Ein erster Schokoladenbrunnen, den die Techniker des Unternehmens auf Anordnung des Firmenchefs eigens entwickeln mussten.

Imhoffs Wette mit sich selbst: Sollten zu der Ausstellung mehr als 60.000 Besucher kommen, will er anschließend sein Schokoladenmuseum realisieren. Tatsächlich kamen mehr als 320.00 Besucher. Ein unglaublicher Erfolg. Und somit der Beweis für Imhoff, sein Lebenswerk mit einem Schokoladenmuseum zu krönen.

Mehr als 50 Millionen Mark aus Privatvermögen

Dem Unternehmer Imhoff war klar, dass er hier nicht halbherzig agieren konnte: „Was braucht Köln? Köln braucht ein Schokoladenmuseum. Köln braucht das DAS Schokoladenmuseum. Einzigartig in der Welt. Es kann uns keiner vormachen, es kann uns keiner nachmachen, es kann noch nicht mal jemand kritisieren. Es ist einmalig. Es wird so schön, dass Ihnen das Herz höherschlägt.“, so der Unternehmer in einem Interview des WDR-Fernsehens.

Imhoff stellte mehr als 50 Millionen Mark aus seinem Privatvermögen zur Verfügung. Doch wo sollte das Museum seinen Platz finden? Mit der Aufgabe der Standortsuche betraute er seine Frau Gerburg Klara Imhoff. Die Stadt offerierte den Imhoffs eine alte, baufällige Halle mitten im Rheinauhafen – zu einer Zeit, als der Rheinauhafen noch nicht das edle Gelände voller schicker Wohnungen, der Kranhäuser und nobler Restaurants war. Das Unternehmerpaar lehnte ab und sichtete weiter – ein repräsentatives, großes Grundstück näher an der Innenstadt.

Schließlich kaufte Imhoff am 23. Januar 1992 das alte preußische Zollamtsgebäude am Rhein inklusive Malakoffturm und Drehbrücke. Und schnell rückten die Baukräne an. Schon am 31. Oktober 1993, wurde das Museum feierlich eröffnet. Hans Imhoff hatte sein Ziel erreicht: Er verewigte sich selbst in der Geschichte Kölns.

Partner des Schokoladenmuseums ist der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli. Bild: Schokoladenmuseum Köln GmbH
Partner des Schokoladenmuseums ist der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli. Bild: Schokoladenmuseum Köln GmbH

Immer noch zentral: Der Schokoladenbrunnen

Heute bietet das Museum einen Rundgang durch 5.000 Jahre Kulturgeschichte der Schokolade. Inklusive einem Tropenhaus mit Kakaobäumen, den von Imhoff geretteten Plakaten, alten Maschinen und Stollwerck-Archivalien und einer gläsernen Schokoladenfabrik, in der tatsächlich produziert wird.

Das Tropenhaus im Kölner Schokoladenmuseum mit echten Kakaopflanzen, Bild: Schokoladenmuseum Köln GmbH
Das Tropenhaus im Kölner Schokoladenmuseum mit echten Kakaopflanzen, Bild: Schokoladenmuseum Köln GmbH

Im April 2002 verkaufte Imhoff den gesamten Stollweck-Konzern für 175 Millionen Euro an den Schweizer Schokoladenkonzern Barry Callebaut AG. In Köln wurde noch bis in das Jahr 2005 Schokolade produziert – dann endet die Ära der Stollwerck-Schokolade in Köln. Das Schokoladenmuseum kooperiert heute mit Lindt & Sprüngli aus der Schweiz und wird von Annette Imhoff, einer Tochter von Hans Imhoff, und Dominik Schröder geleitet.

Der Schokoladenbrunnen im Kölner Schokoladenmuseum, Bild: I, Noebse, CC BY-SA 2.5
Der Schokoladenbrunnen im Kölner Schokoladenmuseum, Bild: I, Noebse, CC BY-SA 2.5

Und immer noch ist der riesige Schokoladenbrunnen das zentrale Erlebnis eines Besuchs im Schokoladenmuseums. Ein Anblick, an dem man sich kaum sattsehen kann. Folgt man dem Imhoff-Biographen Hans-Josef Joest, verkörpert dieser Brunnen das, was Imhoff einst in diese Branche gebracht hat: Der Heißhunger auf Schokolade. „Ohne einen solchen Genussmoment wie dieser Schokoladenbrunnen wäre für ihn nie ein Museum denkbar gewesen.“


Madeleine Albright, Außenministerin der USA von 1997 bis 2001, Bild: United States Department of State
Madeleine Albright, Außenministerin der USA von 1997 bis 2001, Bild: United States Department of State

Im Schokoladenmuseum wird geheiratet und  wurde Geschichte geschrieben

Das Schokoladenmuseum bietet mit der Bel Etage auch einen Raum für Feiern an. Und als Außenstelle des Standesamts sind hier auch Hochzeiten möglich. Domblick inklusive.

Hier wurde auch Geschichte geschrieben: Als 1999 der G8-Gipfel in Köln stattfindet, nutzt die amerikanische Außenministerin Madeleine Albright das Büro der Museumsdirektorin. Und so kommt im Schokoladenmuseum zuerst die Nachricht an, dass es Frieden im Kosovo-Krieg gibt.


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Das Pumpwerk Schönhauser Straße – Kölns größter Wasserstandsmelder

Das Pumpwerk an der Schönhauser Straße. Die blaue Illumination bedeutet "Pegel unter 2,4 Meter", Bild: Uli Kievernagel
Das Pumpwerk an der Schönhauser Straße. Die blaue Illumination bedeutet „Pegel unter 2,4 Meter“, Bild: Uli Kievernagel

Direkt am Rhein, an der KVB-Haltestelle Schönhauser Straße, befindet sich ein großer, dunkler Kubus.  Auf einer geschwungenen Rampe, die wie eine Welle wirkt, sitzt dieser riesige Klotz. Tagsüber wirkt die dunkle Metallverkleidung abweisend. Aber die begrünte Rampe ist einladend und wird als Rastplatz mit wunderschönem Blick auf den Rhein gerne genutzt.

Tagsüber eher unscheinbar - das Pumpwerk Schönhauser Straße, Bild: Uli Kievernagel
Tagsüber eher unscheinbar – das Pumpwerk Schönhauser Straße, Bild: Uli Kievernagel

Erst mit Einbruch der Dunkelheit entfaltet dieses Gebäude seine ganze Wirkung: Die metallische Außenhaut ist mit tausenden Lämpchen versehen und diese lassen das ganze Gebäude in verschiedenen Farben leuchten. Rot, blau, gelb, grün … der Kubus wechselt die Farben nach einem ganz bestimmten Schema.

Der Pegelstand liegt bei mindestens 5 Metern, das Pumpwerk leuchtet weithin sichtbar in orange, Bild: Superbass, CC BY-SA 3.0
Der Pegelstand liegt bei mindestens 5 Metern, das Pumpwerk leuchtet weithin sichtbar in orange, Bild: Superbass, CC BY-SA 3.0

Unverzichtbar für den Hochwasserschutz

Tatsächlich verbirgt sich hier das große und für den Hochwasserschutz wichtige Pumpwerk Schönhauser Straße. Und sichtbar ist nur der kleinste Teil dieser gewaltigen Anlage. Die starken Pumpen befinden sich unter dem Kubus.

Auslöser für den Bau waren die Hochwasser in den Jahren 1993 und 1995. Als Reaktion verabschiedete der Stadtrat am 1. Februar 1996 das millionenschwere Hochwasserschutzkonzept Köln. Mehr als 470 Millionen DM wurden bewilligt, um die Stadt vor weiteren Hochwasserkatastrophen zu schützen. Gegenstand des umfassenden Konzepts waren die Anschaffung der mobilen Hochwasserschutzwände, die Schaffung von Retentionsräumen und die Investition in starke Pumpwerke.

3.600 Liter Wasser pro Sekunde

Ab einem Pegelstand von sieben Metern schließen sich im Kölner Kanalnetz etwa 700 Absperrschieber, um den Rhein daran zu hindern, das Kanalnetz zu überfluten. Gleichzeitig fällt aber weiterhin Wasser (hauptsächlich Regenwasser) an, welches in den Rhein abgeführt werden muss. Dieses Wasser muss über die Absperrschieber hinweg gepumpt werden. Und genau hier kommen die Pumpwerke ins Spiel.

Das Pumpwerk leuchtet rot - der Wasserstand liegt bei mindestens 6,2 Metern, Bild: Stefan Schilling / Kaspar Kraemer Architekten BDA, CC BY-SA 3.0
Das Pumpwerk leuchtet rot – der Wasserstand liegt bei mindestens 6,2 Metern, Bild: Stefan Schilling / Kaspar Kraemer Architekten BDA, CC BY-SA 3.0

Mit gewaltigen Pumpen wird ein Rückstau im Kanalnetz vermieden. Insgesamt gibt es 35 Hochwasserpumpanlagen in Köln. Allein das im Jahr 2008 gebaute Pumpwerk Schönhauser Straße kann 3.600 Liter pro Sekunde über die Absperrschieber heben. Nur zum Vergleich: Das Pumpwerk würde einen großen Tankwagen in maximal zehn Sekunden füllen. Und um die komplette Jahresmenge an Kölsch aller Kölner Brauereien zu bewegen, bräuchte das Pumpwerk gerade mal 14 Stunden.

Diese maximale Leistung wird bei einem Rheinpegel von 9,50 Metern nötig. Nur so kann verhindert werden, dass die Veedel auch weiter entfernt vom Rhein nicht überflutet werden. Erst ab einem Pegel von 12,40 Metern müssen auch die Pumpwerke kapitulieren – die Stadt würde zu großen Teilen überflutet. Allerdings wurde dieser Wasserstand selbst bei den Jahrhunderthochwassern von 1993 und 1995 nicht erreicht, hier lag der Pegel bei maximal 10,69 Metern.

Bei rot liegt der Pegel über 6 Meter

Mit der Konstruktion des Pumpwerks wurde der Architekt Kaspar Kraemer beauftragt. Und Kraemer gab dem eher funktionalen Gebäude den richtigen „Anstrich“. Denn bestimmend für die jeweils aktuelle Farbe ist der Pegel des Rheins:

  • blau = Pegel unter 2,4 Metern
  • gelb = 2,4 bis 3 Meter
  • mint = 3 bis 3,5 Meter
  • grün = 3,5 bis 4 Meter
  • gelb-orange = 4 bis 5 Meter
  • orange = 5 bis 6,2 Meter
  • rot = Pegel über 6,2 Meter
Fast wie bei Andy Warhol: Das Pumpwerk Schönhauser Straße bei unterschiedlichen Pegelständen, Bilder: Uli Kievernagel
Fast wie bei Andy Warhol: Das Pumpwerk Schönhauser Straße bei unterschiedlichen Pegelständen.

Und so kann der Kölsche schon von weiter Entfernung den Pegelstand des Rheins erkennen und sich bei blau, mint, grün oder orange noch entspannt zurücklehnen.

Und dass es selbst bei rot nicht kritisch wird, ist dem Hochwasserschutzkonzept und den mächtigen Pumpwerken zu verdanken.


Der Kölner Pegel, Bild: Dietmar Rabich
Der Kölner Pegel, Bild: Dietmar Rabich

Sehr bekannt ist auch der Kölner Pegel an der Rheinpromenade in der Altstadt. Mit seinem großen Ziffernblatt zeigt dieser den jeweils aktuellen Pegelstand an.


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Kölner Brücken: Die Severinsbrücke – die schönste Brücke Kölns

Die Severinsbrücke - ein architektonisches Meisterwerk, Bild: datort, CC BY 2.0 DE
Die Severinsbrücke – ein architektonisches Meisterwerk, Bild: datort, CC BY 2.0 DE

Sie ist ein echter Hingucker: Die Severinsbrücke überspannt den Rhein, aufgehangen an einem einzigen, mächtigen Pylon. Gleichzeitig ist die Severinsbrücke aber auch ein Resultat des Umbaus Kölns zur „autogerechten Stadt“.

Ende der 1950er Jahren zeigt Köln auf der einen Seite zwar noch viele Kriegswunden, auf der anderen Seite starten zahlreiche Neubauprojekte. Dabei haben ausgerechnet die Zerstörungen durch die Bombardierungen „Köln zur autogerechten Stadt gemacht“, so der ehemalige Stadtkonservator Ulrich Krings1im Kölner Stadt-Anzeiger vom 21. Oktober 2021. Hauptzweck der städtischen Baupolitik war, dem massiv wachsenden Autoverkehr immer mehr Raum einzuräumen. Und noch heute leiden wir unter dieser Planung der „autogerechten Städte“ – eine Stadtplanung, die maßgeblich an den Bedürfnissen der Autofahrer ausgerichtet ist.

„Projekt Gotenring“

Weil die bis dahin bestehenden Brücken die Verkehrsmassen nicht mehr bewältigen konnten, wurde im Generalverkehrsplan der Stadt Köln neben der Zoobrücke auch die Severinsbrücke geplant. Doch ganz einfach war die Planung nicht: Ganze 39 Entwürfe (!) für das zunächst „Projekt Gotenring“ genannte Bauvorhaben wurden eingereicht und geprüft, bis der Stadtrat sich 1955 dafür entschied, eine mit Schrägseilen seilverspannte Balkenbrücke mit nur einem Pylon zu errichten.

Die Severinsbrücke im Jahr 1961 - noch ohne die Schienen für die Straßenbahn, Bild: Bundesarchiv, B 145 Bild-F010264-0006 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE
Die Severinsbrücke im Jahr 1961, Bild: Bundesarchiv, B 145 Bild-F010264-0006 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE

Steckbrief Severinsbrücke

  • Länge: 691 m
  • Breite: 29,50 m
  • Baubeginn: ab 1956
  • Fertigstellung: 1959
  • Umbau: 1979/80
  • Eröffnung: 7. November 1959

Neben der heute noch attraktiven Optik der Severinsbrücke gab es noch weitere ausschlaggebende Gründe für diese neuartige Konstruktion:

  • Ein praktischer Grund: Ein einziger Pylon im Rhein behindert die Schifffahrt weniger.
  • Ein ästhetischer Grund: Die Sicht auf den Dom wurde die asymmetrische Platzierung des Pylons nicht eingeschränkt.

Schwerer Unfall beim Bau des Fundaments

Um den Pylon zu errichten, war mitten im Rhein ein massives Fundament erforderlich. Für diese Arbeiten wurde ein sogenannter Senkkasten verwendet, ähnlich einer Taucherglocke, ein übliches Verfahren für Unterwasserarbeiten.

Doch am 21. September 1956 bekam dieser Kasten in der Strömung des Rhein Schieflage und lief blitzschnell voller Wasser. Dabei starben fünf Arbeiter. Angeblich sollen noch weitere Arbeiter bei dem Unglück ums Leben gekommen sein, deren Leichen nie geborgen wurden und die somit Teil des Fundamentes wurden. Der Kölner Journalist Hermann Rheindorf hat sich intensiv mit der Brücke und dem Unfall beschäftigt. Aber auch er geht davon aus, dass es sich bei dieser Gruselgeschichte nur um ein Gerücht handelt.

„Uns Bröck is fädich“ – aber eine unfallträchtige Strecke

Mit den Worten „Uns Bröck is fädich“ eröffnete am 7. November 1959 der damalige Oberbürgermeister Theo „Döres“ Burauen die Brücke. Adenauer war dabei, Kardinal Frings segnete das Bauwerk und die Brücke war einen ganzen Tag lang nur für Fußgänger zugängig. Doch schon am nächsten Tag wurde die Severinsbrücke für den Verkehr freigegeben. Ziel erreicht: Einfach mit dem Auto quer durch die Stadt, auch über den Rhein.

Allerdings war das damals nicht ohne Risiko, denn die Schienen der Straßenbahnen verliefen zwischen den Fahrspuren für die Autos, was zu schweren Unfällen führte. Reinhard Feldmann war in den 1970er Jahren Zeuge eines solchen Unfalls:

„Ich selbst habe in den 70er Jahren einen solchen Unfall gesehen, als ein Opel Rekord Kombi unter eine entgegenkommende Bahn gefahren ist. Der Aufprall war so stark, daß der Opel bis zu den Rücksitzen zusammengeschoben war. Erst 1979 wurde die Situation entschärft. Die Gleise wurden mit Schwellen unterfüttert und somit höher gelegt. Damit standen dem Autoverkehr nur noch zwei Fahrbahnen je Richtung zur Verfügung und die schweren Unfälle gehörten der Vergangenheit an.“

Vier Jahre Kunst auf der Brücke

Im Jahr 1996 erreichte die Brücke einen gewissen Ruhm in der Kunstwelt – und auch bei den Kölschen. Der Künstler HA Schult ließ seine acht Meter große, mit Neonröhren illuminierte Weltkugel per Helikopter ganz oben auf den Pylon der Severinsbrücke installieren.

Früher in schwindelerregender Höhe auf der Severinsbrücke, heute auf dem Dach der DEVK-Versicherung: Die Weltkugel von HA Schult, Bild: DEVK
Früher in schwindelerregender Höhe auf der Severinsbrücke, heute auf dem Dach der DEVK-Versicherung: Die Weltkugel von HA Schult, Bild: DEVK

Doch das beleuchtete Kunstwerk in über 70 Metern Höhe gefiel nicht allen. So wurde die Weltkugel bereits im Jahr 2000 wieder abmontiert und schmückt seitdem das Dach einer Versicherung in der Nähe des Zoos.

Mit ausgebreiteten Armen wacht der Heilige Severin über die nach ihm benannte Severinsbrücke, Bild: Franz-Josef Knöchel
Mit ausgebreiteten Armen wacht der Heilige Severin über die nach ihm benannte Severinsbrücke, Bild: Franz-Josef Knöchel

Nadelöhr Severinsbrücke

Heute wacht der Namensgeber der Brücke, der Heilige Severin, über die Brücke. Und wehe, wenn der Heilige einen Moment mal nicht aufpasst: „Wenn auf der Brücke Störungen auftreten, merkt man das sofort im ganzen Straßennetz.“, so Roman Suthold vom ADAC. Das Nadelöhr Severinsbrücke ist und bleibt unverzichtbar, um den Verkehr in Köln aufrecht zu erhalten.


Kölner Brückengrün

Selbstverständlich erstrahlt die Severinsbrücke im üblichen „Kölner Brückengrün“, auch als „Adenauer-Grün“ bekannt.

Die Severinsbrücke im "Kölner Brückengrün", Bild: Rolf Heinrich
Die Severinsbrücke im „Kölner Brückengrün“, Bild: Rolf Heinrich

Ein Zeitzeuge berichtet

 
Ich habe zu diesem Artikel Post von Günter bekommen, er war damals bei der Eröffnung live dabei:
 
Die Eröffnung ist mir noch ganz gut in Erinnerung. Wir sind mit der ganzen Klasse, wahrscheinlich sogar mit der ganzen Schule dabei gewesen. Ich in vorderster Reihe. An Adenauer und Burauen kann ich mich noch gut erinnern. An Frings nicht mehr. Eines der wenigen Ereignisse aus frühester Kindheit, das haften geblieben ist.

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Abbau des Gerüstes am Nordturm des Doms

Mit einem riesigen Kran wird im Oktober 2021 das Gerüst am Nordturm entfernt, Bild: Klaus Wilsberg
Mit einem riesigen Kran wird im Oktober 2021 das Gerüst am Nordturm entfernt, Bild: Klaus Wilsberg

Mit einem Kran wurde am Donnerstag, 7. Oktober 2021, das Gerüst am Nordturm abgehangen. Dieses Gerüst hing dort seit 2011.

Geht mal hin und genießt den Blick auf unseren staatsen Dom. Zumindest beim Blick auf die Westfassade mit dem Hauptportal und den beiden Türmen stört kein Gerüst den Blick auf das majestätische Bauwerk.

Woanders wird aber weitergearbeitet – denn am Dom wird immer irgendwo geschraubt, gehämmert, gesägt. Und das ist gut, denn:

„Wenn der Dom fertig ist, geht die Welt unter.“

Aber das wird ja nicht passieren.

Kurz bevor der Kran das Gerüst abnimmt, Bild: Klaus Wilsberg
Kurz bevor der Kran das Gerüst abnimmt, Bild: Klaus Wilsberg