Die „Kölsche Bredder“ kenne ich nicht nur von der Bühne. Im August 2026 war ich mit der Truppe auf meiner Führung „Kölsche Krätzjer“ unterwegs. Und da war schnell klar: Hier sind Menschen unterwegs, die Spaß am Kölschen haben – und zwar nicht nur als nette Erinnerung an früher. Die kölsche Sprache soll gesprochen und gelebt werden.
Genau das machen die „Kölschen Bredder“ auch auf der Bühne. Mit ihrem neuen Stück „Rhing-Hätze“ geht es diesmal um ein Thema, das vermutlich auch ohne kölsche Sprachkenntnisse jeder versteht: Liebe, Ehe, Eifersucht – und die Frage, ob man wirklich alles ausprobieren sollte, was das Internet so anbietet.
Wenn die Frau ständig unterwegs ist
Im Mittelpunkt stehen Sonja und Peter Schmitz. Sonja ist beruflich viel auf Messen unterwegs. Und wie das mit solchen Terminen nun einmal ist: Häufig dauert alles länger als geplant. Peter bleibt zu Hause und muss seine eigenen Pläne immer wieder über den Haufen werfen. Irgendwann ist er davon reichlich genervt.
Und dann macht er etwas, was sich vermutlich nicht unbedingt als Patentrezept für eine glückliche Ehe eignet: Er meldet sich bei einer Dating-Plattform an. Diese heißt – wie könnte es bei einem kölschen Theaterstück anders sein – „Rhing-Hätze“. Damit nimmt das Unheil seinen Lauf.
Die Nachbarschaft bekommt alles mit
Denn Peter hat seine Rechnung ohne die Nachbarschaft gemacht. Eine neugierige Nachbarin beobachtet sehr genau, was bei den Schmitzens vor sich geht. Und natürlich behält sie ihre Erkenntnisse nicht für sich. Stattdessen informiert sie die Wohnungsgenossenschaft. Plötzlich geht es nicht mehr nur um Peters Ausflug in die Welt der Partnersuche. Auf einmal steht sogar die Frage im Raum, ob Sonja und Peter ihre Wohnung verlieren könnten.
Und dann wäre da natürlich noch Sonja. Bekommt sie heraus, was ihr Mann im Internet treibt? Findet Peter tatsächlich ein neues Hätz? Oder stellt er irgendwann fest, dass das richtige Hätz längst bei ihm zu Hause wohnt? Mehr wird nicht verraten.
Die kölsche Sprache gehört nicht ins Museum
„Rhing-Hätze“ ist eine Komödie in drei Akten von Sascha Thiel und wird von der Theatergemeinschaft „Kölsche Bredder“ e. V. auf die Bühne gebracht. Und hinter dem ganzen Spaß steckt durchaus ein ernstes Anliegen.
Die Theatergemeinschaft hat sich der Förderung und dem Erhalt der kölschen Sprache sowie der kölschen Kunst und Kultur verschrieben. Denn eine Sprache bleibt nicht dadurch lebendig, dass sie in Wörterbüchern dokumentiert wird. Sie muss gesprochen werden. Beim Verzälle, beim Singen, in der Kneipe, auf der Straße – und natürlich auch auf der Bühne.
Gerade Mundarttheater kann dabei etwas leisten, was ein Sprachkurs nur schwer schafft: Kölsch wird ganz selbstverständlich benutzt. Nicht als Unterrichtsstoff, sondern als Sprache des Alltags. Und wenn dabei ordentlich gelacht wird, kann das der kölschen Sproch sicherlich nicht schaden.

Schon das fünfte Stück der „Kölsche Bredder“
„Rhing-Hätze“ ist bereits das fünfte Stück der Theatergemeinschaft. Los ging es 2022 mit „Et kütt wie et kütt“. Es folgten „Levve un levve looße“, „Wat en schön Bescherung“ und 2025 „Vun kleine un jrosse Malörcher“.
Im Jahr 2026 geht es nun also um die Liebe. Oder genauer gesagt: um das, was passieren kann, wenn ein verheirateter Mann meint, sich heimlich auf einer Dating-Plattform anmelden zu müssen. Und natürlich um eine neugierige Nachbarin.
Wobei wir Kölner wissen: Für eine ordentliche Katastrophe braucht es manchmal gar kein Internet. Eine aufmerksame Nachbarschaft reicht völlig.

Zehnmal „Rhing-Hätze“
Premiere von „Rhing-Hätze“ ist am Samstag, 31. Oktober 2026, um 17 Uhr. Gespielt wird in der Aula des Berufskollegs am Perlengraben 101 in Köln. Insgesamt stehen zehn Vorstellungen auf dem Programm: am 31. Oktober sowie am 1., 7., 8., 14., 15., 21., 22., 28. und 29. November 2026. Samstags geht es jeweils um 17 Uhr los, sonntags um 18 Uhr.
Die Karten kosten im direkten Vorverkauf der Theatergemeinschaft 20 Euro für die Reihen 1 bis 12 und 17 Euro für die Reihen 13 bis 20. Im Eintrittspreis ist auch das VRS-Fahrticket enthalten. Die Tickets gibt es direkt bei KölnTicket.
Gewinnt 3 × 2 Karten für „Rhing-Hätze“ am 29. November
Und jetzt kommt ihr ins Spiel: Die Kölschen Bredder haben mir für die Leserinnen und Leser des Köln-Ding der Woche 3 × 2 Eintrittskarten für „Rhing-Hätze“ geschenkt. Diese darf ich verlosen. Die Karten gelten für die Vorstellung am Sonntag, 29. November 2026, um 18 Uhr in der Aula des Berufskollegs am Perlengraben.
Um zu gewinnen, müsst ihr nur eine – zugegeben nicht ganz unlösbare – Frage beantworten:
Was ist „Rhing-Hätze“?
a) ein spezieller Fanclub des 1. FC Köln
b) eine kölsche Dating-Agentur
c) ein neues Schiff der KD auf dem Rhein
Schickt die richtige Antwort bis zum 21. Oktober 2026, 11.11 Uhr, per E-Mail an uli@koeln-lotse.de. Unter allen richtigen Einsendungen werden die 3 × 2 Eintrittskarten verlost. Und falls du kein Glück hast, bekommst du dein Ticket hier: Tickets Rhing-Hätze. Hingehen lohnt sich!
Un wie jeiht et met däm Pitter un dä Sonja us?
Ob Peter am Ende bei „Rhing-Hätze“ tatsächlich sein neues Hätz findet, wird selbstverständlich nicht verraten. Aber wir dürfen davon ausgehen, dass bis zum Happy End – sofern es denn eines gibt –einiges auf der Bühne passieren wird. Und ganz nebenbei passiert an diesen zehn Abenden noch etwas anderes: Auf einer Kölner Bühne wird Kölsch gesprochen.
Nicht als Folklore und nicht als Museumsstück. Sondern als lebendige Sprache.
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