Zum Sprung bereit – der Panther in Marienburg

Panther, Bild: Uli Kievernagel
Kommt aus dem Gebüsch geschlichen: Der Panther, Bild: Uli Kievernagel

Die Ohren angelegt, sich anschleichend, mitten aus dem umgebenden Bäumen und Büschen kommend: Der lebensgroße Panther im Südpark in Köln-Marienburg ist durchaus beeindruckend. Auch der Platz für diese Skulptur ist sehr gut gewählt. Das halbrunde Gestrüpp lässt nur den frontalen Blick zu, von der Seite aus ist der Panther nicht zu sehen. Der Bronzeguß stammt ungefähr aus dem Jahr 1920, eine exaktere Datierung ist wegen fehlender Dokumente nicht möglich.

Geschaffen wurde der Panther vom Bildhauer Fritz Behn – einer Größe im nationalsozialistischen Kunstbetrieb. Ab 1921 unterhielt Behn gute Kontakte zu Hitler, der ihm 1943 die „Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft“ verlieh. Fritz Behn war bereits 1928 einer der Initiatoren des „Nationalsozialistischen Kampfbunds für deutsche Kultur“ . Zielsetzung diese Vereinigung war der Widerstand gegen „Verbastardisierung und Vernegerung unseres Daseins“. In dem Nazi-Blatt „Völkischer Beobachter“ hetzte Fritz Behn als Redakteur im Feuilleton gegen „Entartete Kunst“ und „Nigger-Jazz“.

Bei dieser steilen Nazi-Karriere verwundert seine Aussage nach dem Krieg, dass er in Gegnerschaft zum NS-Regime gestanden habe und die „Linkspresse“ ihn zum „Nazi-Bildhauer“ stempeln würde. Fritz Behn war bis zu seinem Tod im Jahr 1970 als freischaffender Künstler tätig, der seine alten Seilschaften zu nutzen wusste und unter anderem Portraits von Maria Callas oder Papst Pius XII. fertigte.

Und mit dem Wissen um den Bildhauer verändert sich für viele auch der Blick auf das Kunstwerk „Der Panther“.

Übrigens:  Teilnehmer der Lotsen-Tour Marienburg können dem Panther auf unserer Tour tief in die angriffslustigen Augen sehen. Eine weitere Skulptur von Fritz Behn steht in dem kleinen Park am Sachsenring: „Diana mit springender Antilope“.


E-Mail-Newsletter

Das "Köln-Ding der Woche" per E-Mail frei Haus. Jede Woche sonntags ein neues Detail zur schönsten Stadt der Welt. Zum Hören als Podcast oder zum Lesen im Blog.

Aber immer kurz & knackig, immer subjektiv & voreingenommen. Und immer kostenlos!
Datenschutz 

Für den Fall, dass dich die standardisierte Anmeldeprozedur nervt, gibt es auch die kölsche Lösung: Schick mir einfach eine Mail an uli@koeln-lotse.de und ich trage dich in den Verteiler ein.


*DatenschutzerklärungMerkenMerken

Weidenpescher Fußballtribüne, oder „Das Wunder von Bern – in Köln“

Die verlassene Tribüne in Weidenpesch_Christian Suellhoefer
Die verlassene Tribüne in Weidenpesch, Bild: Christian Suellhoefer

„Bozsik, immer wieder Bozsik der rechte Läufer der Ungarn hat den Ball – verloren, diesmal an Schäfer. Schäfer nach innen geflankt. Kopfball – abgewehrt. Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen. Rahn schießt… Toooor! Toooor! Toooor! Toooor!“. So Herbert Zimmermanns legendäre Reportage vom Finale der WM 1954 in Bern.

Knapp 50 Jahre später hat Sönke Wortmann seinen Film „Das Wunder von Bern“ gedreht. Allerdings wurden der eigentliche Spielort des WM-Finales, das Berner Wankdorfstadion, bereits 2001 abgerissen. Ein neuer Drehort musste gefunden werden – und so haben die Helden von Bern im Jahr 2002 in Köln gespielt. Drehort war die älteste erhaltene Stadiontribüne Deutschlands in Weidenpesch direkt an der Rennbahn. Das alte Stadion des VfL Köln 99 wurde 1903 gebaut und hat glorreiche Zeiten erlebt: 1905 und 1910 wurde hier um die deutsche Meisterschaft gespielt.

Heute ist die baufällige Ruine weit weniger glanzvoll – obwohl es sich um eingetragenes Baudenkmal handelt. So hat der Rennverein die Räume unter der Tribüne als Pferdeställe genutzt. Vielleicht ist es auch ganz gut, dass die Tribüne abgesperrt und nicht zugängig ist. Bei dem Zustand besteht höchste Einsturzgefahr. Lediglich von der Rennbahnstraße aus ist der rückwärtige Teil der Tribüne sichtbar.

Aber es lohnt sich auf einen Blick auf diesen geschichtsträchtigen Ort zu werfen – vielleicht beim nächsten Besuch der Pferderennbahn in Weidenpesch. Und wenn man ganz still ist hört man auch Zimmermann zwischen den Bäumen noch ganz leise „Aus! Aus! Aus! Das Spiel ist aus! Deutschland ist Weltmeister.“.


Aktuell wurde eine Online-Petition zum Erhalt der alten Tribüne gestartet.


Tribüne Weidenpescher Park, Rennbahnstraße 56, Köln-Weidenpesch


E-Mail-Newsletter

Das "Köln-Ding der Woche" per E-Mail frei Haus. Jede Woche sonntags ein neues Detail zur schönsten Stadt der Welt. Zum Hören als Podcast oder zum Lesen im Blog.

Aber immer kurz & knackig, immer subjektiv & voreingenommen. Und immer kostenlos!
Datenschutz 

Für den Fall, dass dich die standardisierte Anmeldeprozedur nervt, gibt es auch die kölsche Lösung: Schick mir einfach eine Mail an uli@koeln-lotse.de und ich trage dich in den Verteiler ein.


*Datenschutzerklärung

MerkenMerken

Der Kalscheurer Weiher und das Büdchen im Grüngürtel

Entspanntes Leben am Kalscheurer Weiher, Bild: Barbara Nobis, pixelio.de
Entspanntes Leben am Kalscheurer Weiher, Bild: Barbara Nobis, pixelio.de

Einer der schönsten Biergarten Kölns ist am Kalscheurer Weiher. Etwas abgelegen, im Grüngürtel,  betreibt eine Bürgerinitiative am Kalscheurer Weiher seit ein paar Jahren liebevoll ein Büdchen. Es wurden mehr als 40.000 Euro an Spenden eingeworben und viele tausend Stunden ehrenamtlicher Arbeit geleistet. Heute gibt es Büdchen selbstgebackenen Kuchen, Würstchen und selbstverständlich kaltes Kölsch. Für die Freizeitkapitäne gibt es einen Bootsverleih.

Der Tipp: Einfach mal an einem schönen Sommertag mit dem Fahrrad zum Büdchen fahren, ein kaltes Kölsch genießen und nach fünf Minuten klingt das Rauschen der direkt in der Nähe verlaufenden A4 wie das Meer.

Anfahrt und weitere Infos: http://kalscheurer-weiher.de/

 


E-Mail-Newsletter

Das "Köln-Ding der Woche" per E-Mail frei Haus. Jede Woche sonntags ein neues Detail zur schönsten Stadt der Welt. Zum Hören als Podcast oder zum Lesen im Blog.

Aber immer kurz & knackig, immer subjektiv & voreingenommen. Und immer kostenlos!
Datenschutz 

Für den Fall, dass dich die standardisierte Anmeldeprozedur nervt, gibt es auch die kölsche Lösung: Schick mir einfach eine Mail an uli@koeln-lotse.de und ich trage dich in den Verteiler ein.


*Datenschutzerklärung

Das Dach von Köln – KölnTriangle

Köln Triangle Bild: Uli Kievernagel
Köln Triangle Bild: Uli Kievernagel

Zugegeben – die Aussicht vom Dom muss man sich härter erarbeiten. Während es bis rauf auf die Aussichtsplattform im Südturm des Kölner Doms anstrengende 533 Stufen zu Fuß zu erklimmen gilt, bringt der Aufzug in der Kölntriangle, dem gläsernen Hochhaus direkt am Rhein, die Besucher innerhalb von knapp 40 Sekunden für gerade mal drei Euro auf die 29. Etage zur Aussichtsplattform.

360 Grad Blick auf Köln

Und diese Aussichtsplattform hat es in sich: Man steht auf dem Dach und hat einen ungehinderten 360 Grad Blick auf Köln. Bei gutem Wetter sieht man bis ins Siebengebirge oder im Westen zu den Tagebauen und Braunkohlekraftwerken. Nur nördlich schaut der Kölsche nicht ganz so gerne – immerhin liegt dort ja Leverkusen und auch, noch weiter nördlich, die „verbotene Stadt“, ein Dorf am Rhein.

Unumstritten war der Bau der Köln Triangle nicht: Geplant war der Bau eines Ensembles von unterschiedlichen Hochhäusern. Doch dieses Ensemble hätte den Status des Doms als Weltkulturerbe gefährdet, weil der Dom dann nicht mehr die „ihm gebührende optische Geltung“ haben würde. So wurde das Hochhauskonzept für Deutz nie realisiert, nur die Kölntriangle blieb übrig, allerdings um einige Etagen niedriger als ursprünglich geplant.

 Und so ist der Dom ist weiterhin Weltkulturerbe. Glück gehabt!

Anfahrt: Ottoplatz 1, 50679 Köln-Deutz, einfach zu Fuß über die Hohenzollernbrücke gehen oder vom Deutzer Bahnhof aus Richtung Rhein

Öffnungszeiten der Aussichtsplattform:

01. Oktober – 30. April:
Mo. – Fr. 12 – 20 Uhr
Sa., So. und Feiertage 10 – 20 Uhr

01. Mai – 30. September:
Mo. – Fr. 11 – 23 Uhr
Sa., So. und Feiertage 10 – 23 Uhr

Bitte beachten:
Bei Sturm und Gewitter bleibt die Aussichtsplattform aus Sicherheitsgründen geschlossen.

Weitere Infos: http://www.koelntrianglepanorama.de/


E-Mail-Newsletter

Das "Köln-Ding der Woche" per E-Mail frei Haus. Jede Woche sonntags ein neues Detail zur schönsten Stadt der Welt. Zum Hören als Podcast oder zum Lesen im Blog.

Aber immer kurz & knackig, immer subjektiv & voreingenommen. Und immer kostenlos!
Datenschutz 

Für den Fall, dass dich die standardisierte Anmeldeprozedur nervt, gibt es auch die kölsche Lösung: Schick mir einfach eine Mail an uli@koeln-lotse.de und ich trage dich in den Verteiler ein.


*Datenschutzerklärung

Südstadion: Erstklassige Bratwurst und Träume vom Erfolg

Südstadion – Heimat der Fortuna, Bild: Uli Kievernagel

Zugegeben – auf den Rängen ist man weit weg vom Geschehen auf dem Rasen. Und wenn man nicht mindestens 25 Euro ausgegeben will, hat man kein Dach über dem Kopf. Leider überzeugt das Spiel der Heim-Mannschaft nicht immer. Deswegen finden sich nur selten mehr als 2.500 Zuschauer in dem fast 12.000 Personen fassenden Stadion ein.

Das Südstadion ist ein zugiges, relativ flaches Oval mit Tartanbahn und Weitsprunganlage. Kein moderner, nur für den Fußball optimierter Fußballtempel, sondern ein Kompromiss.

Fußball oft als Nebensache

Aber: Es ist die Heimat des SC Fortuna Köln. Und der Verein ist für seine Fans nun mal das Größte. Auch wenn die Fortuna oft nur gegen den Abstieg kämpft und es den Anhängern nicht leicht macht, sie zu lieben.  Dabei ist der Fußball oft nur eine Nebensache. Man trifft sich samstags,  hält ´ne Verzäll und genießt die nach wie vor hervorragende Bratwurst, die (als einziges im Südstadion) den Vergleich mit der Champions-League nicht zu scheuen braucht.

Und für uns Fans bleibt der Traum bestehen, irgendwann auch mal in ein richtiges Stadion zu gehen, denn

„Eines Tages wird’s geschehen, ja dann fahren wir nach Mailand,
um Fortuna Köln zu sehen.“


Adresse: Vorgebirgstraße 76, 50969 Köln (Zollstock), Haltestelle „Pohligstraße“ der Linie 12

Den Spielplan der Fortuna gibt es auf der Fortuna-Website.


Der WDR hat ein wunderschönes Video zum Südstadion und den Vorgänger-Spielstätten der Fortuna veröffentlicht.


E-Mail-Newsletter

Das "Köln-Ding der Woche" per E-Mail frei Haus. Jede Woche sonntags ein neues Detail zur schönsten Stadt der Welt. Zum Hören als Podcast oder zum Lesen im Blog.

Aber immer kurz & knackig, immer subjektiv & voreingenommen. Und immer kostenlos!
Datenschutz 

Für den Fall, dass dich die standardisierte Anmeldeprozedur nervt, gibt es auch die kölsche Lösung: Schick mir einfach eine Mail an uli@koeln-lotse.de und ich trage dich in den Verteiler ein.


*Datenschutzerklärung