Ein paar Fragen an Cornel Wachter – Künstler, Kölner, Fortuna-Fan … und noch viel mehr!

Cornel Wachter, Künstler, bekennender Kölner und Fortuna-Fan, Bild: Cornel Wachter
Cornel Wachter, Künstler, bekennender Kölner und Fortuna-Fan, Bild: Cornel Wachter
Heute habe ich die Freude und Ehre, euch einen prominenten Kölner vorstellen zu dürfen: Cornel Wachter. Cornel ist als Künstler in vielen unterschiedlichen Kunstrichtungen unterwegs. Das Top-Magazin bezeichnet ihn als „Stilpluralisten“ . Was ihn besonders auszeichnet ist seine enge Verbundenheit zu Köln. Und Cornel und ich haben auch noch etwas gemeinsam: Unsere Liebe für die Fortuna aus der Südstadt.
Die Kölner Ulrepforte, eines der erhaltenen Stadttore in Köln, wird von den Kölner "Ülepooz" genannt. Bild: Hans Peter Schaefer
Die Kölner Ulrepforte, eines der erhaltenen Stadttore in Köln, wird von den Kölner „Ülepooz“ genannt. Bild: Hans Peter Schaefer

Warum lebst du in Köln?

Hier 1961 im Vringsklösterchen geboren und dort in der Kapelle getauft und wollte nie aus meinen 5 Straßen drumherum weg. Ich lebe nun seit 56 Jahren im gleich Haus neben der Ülepooz, da zieht man nicht mehr um, ne ahle Baum……

Welche kölsche Eigenschaft zeichnet dich aus?
Teilen können, um das Glück zu verdoppeln.

Was würdest du morgen in unserer Stadt ändern?
Kostenloses Bus- und Bahnfahren würde ich einführen.

Wenn nicht Köln wo sonst könntest du leben? Und warum gerade dort?In Weimar oder doch lieber Punta Braccetto auf Sicilia wegen der lieben Leute und deren wunderbar schmeckenden Tomaten, runden Auberginen, Fischen, und Weinen dort. Und wegen des Klimas.

Welche KölnerInnen haben dich beeinflusst?
Hartmut Priess,1Ein Gründungsmitglied der Bläck Fööss. mein bester Freund und Pate meines Julius.

Wo ist dein Lieblingsplatz in Köln?
Daheim.

Was machst du zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch?
Karneval feiern, aber die Zeitspanne ist mir zu lang, 6 x 24 h, das kann ich beim besten Willen nicht beantworten und auch nicht immer erinnern, was zu jeder Stunden passierte.

Und was zwischen Aschermittwoch und Weiberfastnacht?
Noch länger, noch unmöglicher zu beantworten.

Wat hät für dich noch immer jood jejange?
„Et“

Wenn ich 10.000 Euro für etwas spenden würde, ginge mein Geld an….
Aktuell an den Vringstreff e.V., da die Diakonie bis Aug. 2019 jede Spende unter dem Motto „Weichen stellen“ verdoppelt.

Wodrüber laachs de dich kapott?
Hans Süper, mit dem ich heute Abend im „Sölzer Klaaf“, seiner Stammkneipe sitzen werde.

Dein Lieblingskölsch?
Muss ich geheim halten, sonst ist manch einer auf dem nächsten „Kölsch Konvent“ sauer auf mich.

Dein kölsches Lieblingsessen?
Himmel un Äad

Dein Lieblingsveedel?
Meine Straße. Ich komm einfach nicht weiter.

Nenne einen Grund, warum man Köln morgen verlassen sollte.
So ein Quatsch, diese Frage muss unbeantwortet bleiben. Der Rasen in Nachbars Garten ist nicht grüner, the green green gras of home ist bei mir daheim am saftigsten.

Dein Lieblingsschimpfwort auf Kölsch?
Hundsfott

Bitte vervollständige den Satz: Köln ist …
… meine Zudecke.


 

Diese Menschen haben bisher meine Fragen beantwortet: 


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Der Düxer Bock – oder Romeo und Julia auf der Schäl Sick

Der Düxer Bock, Bild: Uli Kievernagel
Der Düxer Bock, Bild: Uli Kievernagel

Obwohl es heute um einen Ziegenbock geht, handelt diese Geschichte nicht vom ruhmreichen 1. FC Köln. Vielmehr geht es, wie bei Romeo und Julia, um die Liebesgeschichte zweier junger Menschen und ihrer verfeindeten Familien. Ort der Handlung ist nicht Verona, sondern die Schäl Sick. Erfreulich ist aber, dass diese Geschichte einen weit weniger tragischen Ausgang hat als bei Shakespeare. Und es ging um profanere Dinge wie Singvögel und einen Bock.

Es war einmal in Deutz, auf der „Schäl Sick“ …

Es gab einen armen Schneider in Deutz. Um sein kärgliches Dasein aufzubessern, züchtete der Mann Singvögel. Nicht unüblich in vergangenen Zeiten. Allerdings haben Singvögel einen entscheidenden Nachteil: Sie singen. Und das bevorzugt am frühen Morgen. Dies missfiel dem Nachbarn des armen Schneiders, einem reichen Steuereintreiber. Der wollte gerne länger schlafen, konnte dies aber wegen der singenden Singvögel nicht.

Und anscheinend wurden schon in vergangenen Zeiten Nachbarschaftsstreitigkeiten ausgetragen wie heute: Erst Zank, dann Schreierei und dann ging es vor das Gericht. Doch der arme Schneider hatte Glück: Da auch der Richter Singvögel züchtete, unterlag der Steuereinnehmer vor Gericht. Doch dieser konnte noch immer nicht klein beigeben. So kaufte er sich einen Ziegenbock und setzte diesen bei geringem Futter in einen Korb vor sein Fenster. Wo heute nach zwei Stunden der Tierschutz eingeschritten wäre, war damals nur Häme zu spüren: Das Tier meckerte laut den ganzen Tag und war über die ganze Straße zu hören. Und der arme Schneider wurde nur noch „Schneidermeckmeckmeck“ gerufen. Als das bemitleidenswerte Tier verendete, hoffte der Schneider vergeblich auf Ruhe und Frieden in der Nachbarschaft. Doch da hatte er die Rechnung ohne seinen reichen Nachbarn gemacht. Der hatte zwischenzeitlich einen Steinmetz beauftragt, einen Bock aus Stein am Haus anzubringen. Alles Bitten und Flehen des Schneiders war vergeblich: Der Bock blieb genauso an der Wand wie der Spott im Veedel. Der Schneider gab klein bei und verließ Deutz.

Detailansicht Düxer Bock, Skulptur von Gerhard Macks, Bld: Uli Kievernagel
Detailansicht Düxer Bock, Skulptur von Gerhard Macks, Bld: Uli Kievernagel
Aber: Wo die Liebe hinfällt

Doch es gibt noch eine Liebesgeschichte in der Geschichte vom Bock. Während sich die Väter bitter stritten, hatte Gertrud, die Tochter des Schneiders, ein Fisternöllchen mit Fritz, dem Sohn des Steuereintreibers. Als die Familie des Schneiders Deutz verließ, war Fritz unglücklich – hatte er doch seine große Liebe verloren. Da wir aber in Kölle sind, wo et noch immer jood jejange hät, kam Gertrud viele Jahre später zurück nach Köln. Anders als bei Romeo und Julia heiraten Fritz und Gertrud, kaufen das Haus des Steuereintreibers und leben glücklich zusammen.

Ein Funken Wahrheit in der Geschichte?

Tatsächlich stand schon im 16. Jahrhundert auf der (heutigen) Siegburger Straße in Deutz ein Haus „Im Bock“. Dort war ein Bock über dem Hauseingang angebracht. Dieses Gebäude wurde 1936 abgerissen, um Platz für die Auffahrten zur Deutzer Brücke zu schaffen. Die Stadt hatte damals den Deutzern versprochen, ein neues Denkmal aufzustellen, Doch es sollte noch bis 1964 dauern, bis der von Gerhard Marcks gestaltete Ziegenbock auf einer 2,5 Meter großen Säule auf einem kleinen, namenlosen Plätzchen an der Lorenzstraße aufgestellt wurde. Und noch weitere 53 Jahre, bis sich die Deutzer durchgesetzt hatten und dieser Platz den Namen „Am Düxer Bock“ erhielt. Der Bezirksbürgermeister Andreas Hupke hätte den Platz gerne anders getauft „.. aber die Deutzer Bürger sind dem Bock ähnlich – ein bisschen dickköpfig. So habe ich mich denn der demokratischen Abstimmung geschlagen gegeben.“, so Hupke in einem Interview der Kölnischen Rundschau.


Initiative "Bock auf Garten" aus Deutz, Bild: www.bockaufgarten.de/
Initiative „Bock auf Garten“ aus Deutz, Bild: www.bockaufgarten.de/

Bock auf Garten

Treiber dieser Idee war die Deutzerin Olga Moldaver. Sie hat die Initiative „Bock auf Garten“ gestartet. Heute lädt der gemütliche Platz am Düxer Bock mit einem Bücherregal und einer Sitzecke ein, einfach mal ein paar Minuten oder Stunden mit und an dem Düxer Bock zu verbringen.


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Kölner Baumkataster: Weißt du wie viel Bäume stehen?

Ein Bild aus besseren Zeiten: Sattes grün an Kölner Bäumen sucht man aktuell vergeblich, Bild: jennip / pixelio.de
Ein Bild aus besseren Zeiten: Sattes Grün an Kölner Bäumen sucht man aktuell vergeblich, Bild: jennip / pixelio.de

Bei den aktuellen Temperaturen haben sie es echt schwer: Die kölschen Bäume sind im Hitze-Stress. Normalerweise verdunstet so ein Baum bis zu 400 Liter Wasser am Tag. Im Moment versucht aber jeder Baum, Wasser zu sparen und wirft Blätter ab. Deshalb sieht es in vielen Straßen so unordentlich aus wie sonst nur im Herbst – alles voller Laub.

Alle (öffentlichen) Bäume sind im Baumkataster erfasst

Dabei hat in unserer Stadt alles seine Ordnung. Das betrifft auch die Bäume.  Im „Kölner Baumkataster“ sind die Kölner Bäume erfasst1Alle Zahlen stammen aus dem Baumkataster vom Juni 2020. So gibt es zu Beispiel 367 Gingkobäume, 1.762 Kirschbäume oder 1.211 Eichen in Köln.

Verantwortlich für diese Aufstellung ist Peter Schmidt vom Amt für Landschaftspflege und Grünflächen der Stadt Köln. Allerdings kennt selbst der „Herr der Bäume“ nicht alles Grün in der Stadt: „Wie viele Bäume es in der Stadt gibt, kann nur der liebe Gott sagen“, so Peter Schmidt in einem Interview des Kölner Stadt-Anzeigers. Dafür kann Schmidt aber exakt die Zahlen der bereits erfassten Bäume benennen: Aktuell umfasst das Baumkataster exakt 132.321 Bäume. Und das sind nur die Bäume, die auf öffentlichen Flächen, z.B. in Parks oder an den Straßen stehen. Bäume, die im Privatgelände oder den Wäldern, die der Stadt gehören, stehen, wurden nicht erfasst.

Vielfalt der Bäume im "Forstbotanischen Garten" in Rodenkirchen, Bild: Udo Sodeikat / pixelio.de
Vielfalt der Bäume im „Forstbotanischen Garten“ in Rodenkirchen, Bild: Udo Sodeikat / pixelio.de

Allerdings gibt das Baumkataster interessante Einblicke in die kölschen Rekordbäume. So stehen die höchsten Bäume am Rhein in Rodenkirchen und die ältesten Bäume auf Melaten und im Schlosspark Stammheim.

Älteste Bäume Kölns stehen in Stammheim

„Die Eichen im Schlosspark Stammheim gehören zu den ältesten Bäumen des öffentlichen Grüns in Köln“ erläutert Peter Schmidt im Stadt-Anzeiger-Interview. Der Park wurde bereits im 19. Jahrhundert angelegt, so sind viele Bäume über 170 Jahre alt. Diese Bäume werden als Baumdenkmäler bezeichnet und stehen somit unter Naturschutz. Diese Ehre wurden den Bäumen auf den Bonner Straße nicht zuteil: Für den Bau der Straßenbahn wurden dort letztes Jahr 300 Bäume gefällt. Gut, dass die Straßenbahn nicht über den Gürtel geführt wird: Die Allee, bestehend aus 185 Platanen auf dem Bayenthalgürtel, wurde vor 120 Jahren angelegt. Wünschen wir diesen Bäumen ein langes Leben.

Marienburg: Schicke Villen und viel Platz, Bild: Norbert Bröcheler
Marienburg: Schicke Villen und viel Platz für Bäume, Bild: Norbert Bröcheler

Die höchste Straßenbaumdichte in Köln findet ihr in Marienburg. Kein Wunder: Hier ist viel Platz und jede Straße ist eine Allee. Dort kommen auf jeden Straßenkilometer 149 Bäume und somit Platz 1 in Köln.

Und jeder, der jetzt den hitzegeplagten Bäumen etwas Gutes tun will, sollte für Wasser an den Bäumen vor seiner Tür sorgen. Vielleicht steht dann ja – bei guter Pflege – demnächst auch ein kölscher Rekordbaum vor Tür.

 


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Kölner Pegel


Bitte beachten: Dieser Beitrag stammt vom 29. Juli 2018.
Damals herrschte eine Hitzeperiode und im Rhein Niedrigwasser.


Der Kölner Pegel, Bild: Dietmar Rabich
Der Kölner Pegel, Bild: Dietmar Rabich

Die aktuelle Hitze bringt uns alle ins Schwitzen. Temperaturen von über 30 Grad sind wir in Köln nicht unbedingt gewohnt. Tiere, Pflanzen und Menschen leiden. Und auch die Schifffahrt auf dem Rhein ist betroffen: Niedrigwasser im Rhein führt nicht nur auf der „Deutzer Platte“ zu Problemen. Vor zwei Wochen  ist ein Frachtschiff in der Höhe Porz auf Grund gelaufen. Erst nachdem man Teile der Ladung umgeladen hatte, konnte das Schiff freigeschleppt werden.

Für die Rheinkapitäne ist es daher von entscheidender Bedeutung, ständig Informationen zum aktuellen Wasserstand zu erhalten. Diese werden von einer ganzen Reihe von Pegeln entlang des Rheins geliefert. In Höhe des Stromkilometers 688, in der Kölner Altstadt, steht der Kölner Pegel. Zusammen mit dem Pegel in Kaub ist dies der für die Rheinschiffart bedeutendste Pegel.

Messungen seit 1771

Wasserstandsmessungen sind keine neue Erfindung. Schon seit 1771 wird – mehr oder minder systematisch – der Wasserstand in der Domstadt gemessen. Bis 1816 wurde der Wasserstand im „Kölnischen Fußmaß“ gemessen, der Pegel orientierte sich dabei am tiefsten jeweils gemessenen Niedrigwasser. Die Preussen brachten dann ab 1817 mit der „Preußischen Maß- und Gewichtsordnung“ Ordnung in die Messung. Seit dem liegt der Nullpunkt des Kölner Pegels bei ziemlich genau 35 Meter über Normalnull.

Wichtig ist, dass man den Pegelstand und den Wasserstand unterscheidet. So bedeutet ein Pegelstand von „Null“ nicht, dass der Rhein ausgetrocknet ist, sondern dass in der Hauptfahrinne die Wassertiefe immer noch mindestens einen Meter beträgt. Gemessen wird über einen Schwimmkörper im Pegelturm. Die Messwerte werden auf die große Pegeluhr übertragen. Der kleine Zeiger zeigt die Meter, der große die Dezimeter des Wasserstandes an. Der „normale“ Pegel Köln liegt bei 3,20 Meter. Historische Hochwasser haben zu Höchstständen von mehr als 13 Metern geführt, das Rekordtief stammt vom September 2003 mit einem Pegel von 0,81 Meter.

Pegelstand des Kölner Pegels am 27. Juli 2018, Quelle: Pegelonline
Pegelstand des Kölner Pegels am 27. Juli 2018, Quelle: Pegelonline

Aktuell liegt der Pegel bei 1,50 Meter. Der Trend geht allerdings leicht nach unten – eventuell bis ca. 1,40 Meter. Hoffen wir also, dass es bald wieder regnet. Das wäre gut für die Tiere, die Pflanzen und die Rheinschiffer.


Das Pumpwerk Schönhauser Straße – Kölns größter Wasserstandsmelder

Das Pumpwerk an der Schönhauser Straße. Die blaue Illumination bedeutet "Pegel unter 2,4 Meter", Bild: Uli Kievernagel
Das Pumpwerk an der Schönhauser Straße. Bild: Uli Kievernagel

Etwa 2,5 Kilometer rheinaufwärts steht Kölns größter und bei Nacht auch schönster Wasserstandsmelder: Das Pumpwerk Schönhauser Straße.


 Details zum Kölner Pegel gibt es auch bei Pegelonline. Hier werden auch die Pegelstände im Zeitverlauf dokumentiert.


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Ein paar Fragen an Schwester Antonia – Köln ist lebendig

Schwester Antonia von den Benediktinerinnen in Köln-Raderberg, Bild: Uli Kievernagel
Schwester Antonia von den Benediktinerinnen in Köln-Raderberg, Bild: Uli Kievernagel

Es macht großen Spaß, sich mit Schwester Antonia zu unterhalten. Immer wieder hört man die dem Ruhrgebiet so eigene Sprachmelodie. So sprechen die Menschen in Bottrop, ihrer Heimatstadt. Dort arbeitet die als Margarethe Lange geborene Bibliothekarin in der Stadtbibliothek. In dieser Zeit sind gute Bücher und Deep Purple ihre Leidenschaft – ganz weit weg von Kirche oder „Erweckung“.

Erst die Begegnung mit einem Priester, dessen Güte, Glaubwürdigkeit und dessen Humor sie überzeugten, begleitete ihren Weg zu Glauben und Kirche.Und genau dieser Weg führte sie 2006 zu den Benediktinerinnen in Raderberg. Zunächst nur als Gast, doch dann reift der Entschluss zu bleiben. Aus Margarethe Lange wird Schwester Antonia.

Eine Nonne als Maikönigin?

Obwohl wir in unmittelbarer Nachbarschaft leben, kreuzen sich unsere Wege nicht persönlich sondern recht kurios auf elektronischen Weg: Der Drucker für mein Plakat zum „Tanz in den Mai“ schickt versehentlich den Plakat-Entwurf an das Kloster, dort landet diese E-Mail im Posteingang von Schwester Antonia.

Und dann wieder dieser typische Humor: Sie leitet das Mail weiter, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass „sie schon Interesse hätte, Maikönigin zu werden, aber nicht wüsste, wie der Orden dazu steht.“. Sofort ist mein Interesse geweckt – eine solche Nonne will ich unbedingt kennenlernen. Und diese Bekanntschaft möchte ich gerne mit euch teilen, daher kommt Schwester Antonia diese Woche in meiner Reihe „Ein paar Fragen an …“ zu Wort.

Ein paar Fragen an …. Schwester Antonia

Warum lebst du in Köln?

Weil das Kloster hier steht!
Ursprünglich war das keinesfalls gewollt, in einer Großstadt wie Köln zu leben. Ich bin im Ruhrpott geboren und ich hatte schon recht früh das Bedürfnis, dem Großstadtleben aus dem Wege zu gehen, ohne ganz davon zu lassen. Durch mein Studium bedingt landete ich in Bonn. Die Mischung war für meine Bedürfnislage das Nonplusultra und hätte ewig so weiter gehen können. Südlich von Bonn die Landschaft, der Rhein und der Wein. Nördlich Köln mit dem Trubel der Großstadt, den Kirchen, den Museen, eben Köln mit seinen vielseitigen Gesichtern und einem prallen Leben und Bonn selbst war ja auch nicht langweilig.
Dass ich dann das pralle Leben in einem Kloster suchte, welches dann eben in einer Großstadt steht, war nicht mein Plan, trotzdem folge ich diesem. Seit 2006 lebe ich nun in dieser Stadt, in diesem Kloster.

Du sprichst von einem „prallen Leben“ – geht das in einem Kloster überhaupt?

Von einem „prallen Leben“ im Zusammenhang mit dem Klosterleben zu sprechen, mag befremden, steht der Gedanke quer zur Vorstellung Vieler von einem klösterlichen Leben. Ich vergleiche dieses Leben mit einer Tiefenbohrung: Will ich an das frische und belebende Quellwasser in 10 Meter Tiefe, gelingt es kaum, wenn ich halbherzig 20 Mal jeweils 50 cm tief an der Oberfläche scharre. Ich muss mich richtig einsetzen, Ärmel hochkrempeln und auf Empfindlichkeiten verzichten. Ich stoße auf Lehmboden, der Kräfte raubt. Kies verstellt den Weg, urplötzlich fällt man in einen tiefen, dunklen Hohlraum, die Arme werden zuweilen recht lahm und doch reizt das Ziel, keine Anstrengung zu unterlassen, Grenzen zu überwinden und dabei auch die Freude über die vielen Ausgrabungsfunde zu erleben, die Hilfen, die einem ebenfalls zuteilwerden und Gemeinschaft und Verbundenheit wachsen lassen.
Das nenne ich ein pralles Leben.

Welche kölsche Eigenschaft zeichnet dich aus?

Den Rheinländer an sich erlebe ich als sehr offen, man trifft ihn gern in geselliger Runde an und es ist ein Einfaches, sich anzuschließen und teilzunehmen. Im Ruhrgebiet ist das erst nach einer gewissen Hürde der Fall, aber einmal akzeptiert und angenommen hat man treue Freunde für immer, die eine sehr ehrliche Art im Umgang miteinander haben. Diese Gradlinigkeit habe ich mir in Bonn abgewöhnt, da ich kein Einsiedlerleben führen wollte, die Offenheit für die Menschen hingegen, so glaube ich, habe ich mir bewahrt und bin im Glauben, dahingehend kaum mehr von einer Kölnerin zu unterscheiden zu sein.

Was würdest du morgen in unserer Stadt ändern?

Die Verkehrssituation, ob per Pedes, mit dem Fahrrad, oder dem Auto – Köln finde ich verkehrstechnisch schwierig. Der ÖPNV ist eine gute Alternative, wenn die Busse nicht selbst im Stau stecken.

Wenn nicht Köln – wo sonst könntest du leben? Und warum gerade dort?

Mein Traum war immer, von meiner Couch aus die Berge sehen zu können, wenn ich vom Buch aufschaue. In der Freizeit in aller Frühe hochzusteigen, um der Sonne beim Aufstieg zuzusehen. Berge faszinieren mich nach wie vor und ich bleibe dabei: wenn ich groß bin, ziehe ich in die Berge!

Welche KölnerInnen haben dich beeinflusst / beeindruckt?

Heinrich Böll: Vor vielen Jahren glaubte ich seinen Ursprung im Ruhrpott, doch handelte es sich dabei um die Verwandtschaft, die in Essen lebte. Die Schullektüre hat mich diesen Irrtum erkennen lassen, mich aber auch mit ihm ringen lassen.

Heinrich Böll wird von Schwester Antonia wegen seiner Fähigkeit, Menschen zu analysieren und diese Erkenntnis zu formulieren sehr geschätzt. Bild: Harald Hoffmann
Heinrich Böll wird von Schwester Antonia wegen seiner Fähigkeit, Menschen zu analysieren und diese Erkenntnis zu formulieren sehr geschätzt. Bild: Harald Hoffmann

Meine damalige Interessenlage deckte sich zu 0% mit der Seinigen und doch blieb er meinem Gedächtnis erhalten. Die Wertschätzung für Böll kam erst später. Durch diese Frage neu erinnert an „Die Ehre der Katharina Blum“ merke ich, diese Erzählung ist noch immer aktuell und das beeindruckt mich an Böll, wie klar er die Menschen zu analysieren verstand, wie er dieses Erkennen ins Wort bringen konnte.
Der Verlust großer Teile seines Nachlasses und der Schaden an dem, was nach dem Archiveinsturz geborgen werden konnte, erlebe ich als sehr schmerzlich.

Was machst du zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch?
Und was zwischen Aschermittwoch und Weiberfastnacht?

Erste Frage: mich dankbar am Leben freuen.
Zweite Frage: mich dankbar am Leben freuen.

Wenn ich 10.000 / 100.000 / 1 Mio. Euro für etwas spenden würde, ginge mein Geld an….

Ich würde das Geld in die vielen Projekte stecken, die sich vornehmlich um die Kinder kümmern; Kinder, die als Kindersoldaten missbraucht werden, oder in der Gefahr stehen, dieses Schicksal zu erleiden. Kinder auszubeuten, als billige Arbeitskräfte unter miserablen Bedingungen in Abhängigkeit bringen. Kinder, die sexuell missbraucht und misshandelt werden, die vernachlässigt und missachtet werden – das ist ein gigantisches Leid an diesen Seelen, am Leben überhaupt. Was den Kindern dieser Welt widerfährt, das bestimmt die Zukunft, das legt Zeugnis ab für uns Menschen.

Wodrüber laachs de dich kapott?

Wenn es mich richtig packt, bin meistens ich selber der Grund zur Heiterkeit.

Dein kölsches Lieblingsessen?

Quallmann met Klatschkies. Als ich noch selber für die Planung und Durchführung meines Speiseplans verantwortlich war, habe ich dieses Gericht, mit vielfältigen Varianten bei der Zubereitung, mindestens dreimal die Woche zu mir genommen, ohne es jemals leid geworden zu sein.

Quallmann met Klatschkies, das Lieblingsessen von Schwester Antonia, Bild: Timo Klostermeier / pixelio.de
Quallmann met Klatschkies, das Lieblingsessen von Schwester Antonia, Bild: Timo Klostermeier / pixelio.de
Nenne einen Grund, warum man Köln morgen verlassen sollte.

Damit man sich auf die Rückkehr freuen kann.

Dein Lieblingsschimpfwort auf Kölsch?

Lötschendötsch (in der hochdeutschen Übersetzung etwa „Blödmann“ oder „Dummkopf“) – das hat in seiner kölschen Form noch einen sympathisch-liebkosenden Unterton und lässt den Angesprochenen nicht verzweifelt zurück.

Bitte vervollständige den Satz: Köln ist ….

… mal laut, mal leise, mal unerträglich, dann freundlich, mal witzig, zuweilen aber auch engstirnig, eitel und missgünstig, musikalisch, verspielt, punktuell allerdings sogar RECHT(S)haberisch, ich hoffe da auf eine Wandlung hin zu einer Großzügigkeit, die Raum zu leben lässt.
Köln ist mal gut-, mal schlecht gelaunt, mal regnerisch.

Köln ist lebendig!


Diese Menschen haben bisher meine Fragen beantwortet: 


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Die Köln-Lotsen-Click-Charts – Rückblick auf ein Jahr „Köln-Ding der Woche“

Ein Jahr "Köln-Ding der Woche"
Ein Jahr „Köln-Ding der Woche“ – immer kurz & knackig, immer subjektiv und voreingenommen. Und immer rund um die schönste Stadt der Welt.

Ganz ehrlich: Als ich mich vor einem Jahr dazu entschlossen habe, euch jede Woche ein Detail der schönsten Stadt der Welt vorzustellen, wusste ich auch noch nicht so genau, wo diese Reise hingeht. Ich habe dann einfach mal angefangen. Das erste Köln-Ding der Woche vom 8. Juli 2017 drehte sich um die Kölner Lichter, eine Woche später gefolgt von der Erklärung des herrlichen kölschen Wortes „puddelrüh“.

Während die ersten vier/fünf Beiträge nur von rund einem Dutzend Abonnenten gelesen wurden, erhalten heute mehrere Hundert Menschen jeden Sonntag das Ankündigungsmail zu einem neuen Beitrag. Und klicken eifrig. Ich habe zum ersten Jahrestag ausgewertet, welche Artikel am häufigsten gelesen wurden:

Köln-Lotsen-Click-Charts
Die Top-10 der letzten 12 Monate

Die Erstbesteiger des Troodelöh
Die Erstbesteiger des Troodelöh

Platz 1: Monte Troodelööh – der kölsche Everest
Die Beschreibung der Erstbesteigung ist Spitzenreiter der Köln-Lotsen-Click-Charts.


Barbastollen, Bild: Merle Hettesheimer
Der Barbastollen, versteckt unter dem Hauptgebäude der Uni, Bild: Merle Hettesheimer

Platz 2: „Glück auf“ mitten in Köln
Die Geschichte rund um das versteckte Bergwerk unter der Kölner Uni. Besonders schön: Radio Köln hat einen kurzen Beitrag (1 Minute 30 Sekunden)  über den Stollen veröffentlicht. Am Ende des Beitrags, ab 1 Minute 15 Sekunden)  komme ich zu Wort. Hört mal rein.


Platz 3: Kölsche Wörter: „Fisternöllche“
Das Wort für eine heimliche Liebelei ist beliebt.


Rievkooche, Klaus Steves / pixelio.de
Rievkooche, heiß & fettig, Klaus Steves / pixelio.de

Platz 4: Rievkooche – dat es en Delikatess!
Die kölsche Spezialität – ein Evergreen.


Grabstätte Karl Berbuer auf dem Südfriedhof, Bild: Thomas Salditt
Grabstätte Karl Berbuer auf dem Südfriedhof, Bild: Thomas Salditt

Platz 5: Kölsche Tön & ihre Geschichte: „Heidewitzka Herr Kapitän“
Eine Erklärung zum Hintergrund des beliebten Berbuer-Klassikers.


Platz 6: Der Kölner Flaschenkrieg
Im Jahr 1360 streiten sich in Köln Stadt und Klerus um Schankrechte.


Platz 7: Ein paar Fragen an Thomas Frings – Aus, Amen, Ende?
Thomas Frings beantwortet Fragen und erzählt Geschichten zur schönsten Stadt der Welt.


Schmitz-Backes auf der Severinsstraße, Bild: Uli Kievernagel
Schmitz-Backes auf der Severinsstraße, Bild: Uli Kievernagel

Platz 8: „Lans Schmitz Backes“
Die Backstube Schmitz – und danach winkt die Freiheit.


Platz 9: Puszta-Hütte: Dieser Gulasch hebt auch den ältesten Jahrgang aufs Fahrrad!
Feuriger Gulaschgenuss ohne Schnörkel.


Kölner Dom, Bild: Dong-Uck Kong
Kölner Dom, Bild: Dong-Uck Kong

Platz 10: Kölsche Tön & ihre Geschichte: „Mer losse d´r Dom in Kölle“
Die Fööss und das schon in den 70ern bekannte Problem der Gentrifizierung.


Es geht auch nach den ersten zwölf Monaten weiter! Bereits nächste Woche bereite ich euch das Vergnügen, Schwester Antonia von den Benediktinerinnen aus Raderberg kennenzulernen. Eine bemerkenswerte Frau.

DANKE für eure Treue. Sehr gerne könnte ihr das Köln-Ding der Woche weiterempfehlen. Ich freue mich über jede Leserin und jeden Leser.

Vell Jrööööß

Uli, der Köln-Lotse

PS: Für mich ist es schade, dass es einer meiner Lieblingsbeiträge nicht in die Top-10 geschafft hat: Die Geschichte über den Büttenredner Karl Küpper. Meine Empfehlung: Klickt da mal rein!


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EINLADUNG „Raderberg feiert!“

Heute mal in eigener Sache: Unser Bürgerverein Raderberg BeLeben e.V. hat ein großes Straßenfest auf der Gerhard-vom-Rath Straße organisiert. Kommt alle morgen (7. Juli) und übermorgen (8. Juli) vorbei und feiert mit.

Bei einem Kölsch und einem Cocktail könnt ihr euch die Info-Stände der Indianersiedlung zu einem Wohnprojekt für Flüchtlinge ansehen, Stockbrot bei den Pfadfindern essen oder euch über die Aktionen der Schulen und Kindergärten informieren. Unsere Nachbarinnen, die Benediktinerinnen, verkaufen Eis und auch unser Verein zeigt, wie Raderberg früher aussah. Viele weitere Akteure aus dem Veedel sind auf und vor der Bühne zu sehen.

Auf der Bühne geht es am Samstag ab 14 Uhr zur Sache. Samba und mitreißender Gospelgesang werden Raderberg rocken. Timo Selbach, der kölsche Tenor, ist für et kölsche Hätz zuständig. Am Sonntag starten wir um 12 Uhr mit einem ökumenischen  Gottesdienst, ab 13.30 Uhr gibt es ein abwechslungsreiches Programm mit Rap, dem Musikcorps Kölner Husaren grün-gelb, Kinderdisco, Schautanz und mehr. Der Verein Bushido stellt Judo vor und die „Söldner zu Cöln“ Schwertkampf. Die Blömcher schließen am Sonntag das Programm.

Alle Abonnenten meines Newsletters sind ausdrücklich eingeladen. Jedem gebe ich ein Kölsch aus. Meldet euch bei mir, ich bin beide Tage auf dem Straßenfest.


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Kölsche Wörter für Obs un Jemös

Obs und Jemös, Bild: TiM Caspary / pixelio
Obs und Jemös, Bild: TiM Caspary / pixelio

Köln bietet 66 Wochenmärkte. Auf diesen könnt ihr so ziemlich alles kaufen. Vorausgesetzt, ihr kennt die richtigen Begriffe. Deshalb gibt es heute eine kleine Hilfestellung, damit ihr beim Einkauf auf einem Kölner Wochenmarkt nicht vollkommen verloren seid. Denn der Kölsche verwendet tatsächlich eigenartige Begriffe für Obs und Jemös, also Obst und Gemüse.

Ädäppele

Kartoffeln werden in Kölle als Ädäppele bezeichnet, Bild: Rainer Sturm / pixelio
Ädäppele, Bild: Rainer Sturm / pixelio

So nennt der Kölsche Kartoffeln. Werden gerne als Brodääpel (Bratkartoffeln),  Rievkooche oder Ädäppeleschlot gegessen.

Humpel

Himbeeren - oder "Humpele", Bild: Joujou / pixelio
Humpele, Bild: Joujou / pixelio

Hier sind Himbeeren gemeint.

Kappes

Kappes, Bild: Rainer Sturm / pixelio
Kappes, Bild: Rainer Sturm / pixelio

Ein kölsches Grundnahrungsmittel: Kohl. Der kommt vun dä Kappesboore uss dem Vürjebirch, also den Gemüsebauern aus dem Vorgebirge. Wird allerdings auch gerne alles abfällige Bezeichnung für dummes Gequatsche verwendet: „Nä – dä schwaad vell Kappes.

Krönzel

Krönzel, oder Knurschele, Bild: Annamartha / pixelio
Krönzel, Bild: Annamartha / pixelio

Daran könnt ihr den echten Kölschen erkennen: Er verwendet das Wort „Krönzel“ für Stachelbeeren. Menschen aus dem Umland der Domstadt nennen diese Früchte Knurschele, Knispele oder Knuvvele.

 

Murre

Möhren, auf Kölsch: Murre. Bild: Petra Bork / pixelio
Möhren, Bild: Petra Bork / pixelio

Eigentlich recht einfach: Möhren.

Muusöhrche

Das kölsche Mauseohr: Feldsalat, Bild: W.R. Wagner / pixelio
Das kölsche Mauseohr, Bild: W.R. Wagner / pixelio

Wörtlich übersetzt: Mauseohren. Ein sehr passendes Wort für Feldsalat.

Öllisch/Öllich

Mit "Öllisch" meint der Kölsche Zwiebeln. Bild: Birgit H / pixelio
Öllisch, Bild: Birgit H / pixelio

Mit Öllisch/Öllich meint der Kölner Zwiebeln. Die werden zu fast allem gegessen, bevorzugt aber zu Halve Hahn und Mettbröttchen.

Paradiesappel

Kölsche Paradiesäppel, Bild: Rainer Sturm / pixelio
Kölsche Paradiesäppel, Bild: Rainer Sturm / pixelio

Leider ist dieser wunderschöne Begriff etwas in Vergessenheit geraten. Gemeint ist hier eine Tomate.

Plüschprumm

Eine Pflaume mit Plüsch Drumherum - fertig ist die "Plüschprumm". Bild: Martin Fels / pixelio
Plüschprumm, Bild: Martin Fels / pixelio

Eines meiner Lieblingswörter. „Prumm“ ist die Pflaume. Der Kölsche packt etwas Plüsch drumherum – und fertig ist der Pfirsich.

Prumme

Prumme, hier als Prummetaat. Was fehlt: reichlich Schlagsahne. Bild: Annamartha / pixelio
Prummetaat, Bild: Annamartha / pixelio

„Prumme“ sind Pflaumen und werden gerne als Prummetaat mit viel Sahne gegessen.

Schavu oder auch Schaffur

Wirsing wird von den Kölschen Schavu genannt, Bild: W.R. Wagner / pixelio
Schavu oder Schaffur, Bild: W.R. Wagner / pixelio

Gemeint ist hier Wirsing. Folgt man den Ausführungen des Sprachforschers Peter Honnen stammt das Wort aus dem französischen: „chou de Savoie“ ist  „Savoyer Kohl“.

Den besten Wirsing gibt es entweder bei meiner Mutter oder alternativ im Brauhaus Sion, Unter Taschenmacher.

Schlot

Koppschloot - das kölsche Wort für Kopfsalat, Bild: W.R. Wagner / pixelio
Koppschloot, Bild: W.R. Wagner / pixelio

Sammelbegriff für Salat aller Art, zum Beispiel Koppschloot, also Kopfsalat.

Schötzeniere / SchözeneereSchwarzwurzeln werden als "Schützeniere" bezeichnet. Bild: Lebensmittelfotos auf Pixabay

Schwarzwurzeln werden als „Schötzeniere“ bezeichnet. Bild: Lebensmittelfotos auf Pixabay„Schötzeniere“ oder „Schözeneere“ sind Schwarzwurzeln. Der lateinische Begriff lautet „scorzonera“ – und der Kölsche hat daraus die „Schötzeniere“ oder „Schözeneere“ gemacht.

Spruute

Spruute oder Popeköchekäppesje, Bild: M. Großmann / pixelio
Spruute , Bild: M. Großmann / pixelio

Auch als Sprüütcher bekannt: Rosenkohl. Ein weiteres, wunderschönes Wort dafür ist Popeköchekäppesje, wörtlich übersetzt Puppenküchenkohl.

Worbele

Worbele, Bild: Free-Photos, Pixabay
Worbele, Bild: Free-Photos, Pixabay

Worbele sind Heidelbeeren. DANKE an Hanne für diesen Hinweis.


Ich werde diese ständig Liste fortsetzen. Wenn ihr ein spezielles Wort aufschnappt – immer rüber damit: uli@koeln-lotse.de.


Viele weitere Übersetzungen bietet das Wörterbuch der Akademie för uns kölsche Sprooch.


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Unbekannte Oase in der Großstadt: Der Garten der Religionen

Der Garten der Religionen - Ruheoase mitten in der Großstadt, Bild: Uli Kievernagel
Der Garten der Religionen – Ruheoase mitten in der Großstadt, Bild: Uli Kievernagel

Es sind gerade mal 400 Meter Luftlinie vom Barbarossaplatz, Kölns hässlichster Platz, zu einem der schönsten und zugleich unbekanntesten Plätze der Domstadt: Dem „Garten der Religionen“.

Versteckt, nur durch einen Durchgang zwischen den Häusern zu erreichen, liegt diese Oase der Ruhe. Noch bis 1999 haben hier Jesuiten ihren Klostergarten gepflegt – abgeschieden von der Welt außerhalb des Klosters. Heute lädt der Garten jeden ein und hat trotzdem die klösterliche Ruhe behalten.

Symbole weisen den Weg zu den einzelnen Religionen, Bild: Uli Kievernagel
Symbole weisen den Weg zu den einzelnen Religionen, Bild: Uli Kievernagel

Der Verein IN VIA Köln – Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit – hat den Anstoß zu diesem außergewöhnlichen Ort gegeben. Auf knapp 1.800 Quadratmetern und somit immerhin halb so groß wie ein Fußballfeld, wurden jeder der fünf Weltreligionen (Christentum, Judentum, Islam, Buddhismus und Hinduismus) eine spezielle Fläche zugeordnet. Der Besucher entdeckt bei seinem Rundgang diese nacheinander. „Hier hat jede Glaubensrichtung ihren Platz“, so die Geschäftsführerin des Vereins, Sybille Klings, im Kölner Stadt-Anzeiger.

Keine Belehrung, sondern Dialog

Lehrtafeln und Erläuterungen der Religionen sucht man vergebens. „Wir wollen nicht über Religion belehren, sondern Religion ins Gespräch bringen“, so der Theologie-Professor und Pfarrer Joachim Windolph, der als geistlicher Beirat das Projekt unterstützt. Die Idee dahinter ist, das Thema Religion in die Öffentlichkeit zu bringen. Dabei ist „mitmachen“ hier besonders gefragt: So wird mit Kreide auf dem Pflaster gemalt oder kleine Holzscheiben, auf welche die Besucher ihre Sorgen geschrieben haben, verwandeln sich im Osterfeuer in Rauch. Sogar ein Grillplatz ist vorhanden. Durch die Verwendung unterschiedlicher Baumaterialien und Bepflanzungen bietet der Garten der Religionen ein genauso abwechslungsreiches Bild wie die Religionen.

Feuerstelle im Garten der Religionen, Bild: Uli Kievernagel
Feuerstelle im Garten der Religionen, Bild: Uli Kievernagel

Und so vergisst man bei einem Rundgang glatt, dass man wirklich mitten in der Großstadt ist. Der Barbarossplatz ist gefühlt tausende Kilometer entfernt. Und dabei doch so nah. Gerade mal 400 Meter entfernt.


Der Garten der Religionen befindet sich im Innenhof des Gebäudes Stolzestraße 1a und ist von der Straße aus nicht zu sehen. Besucher müssen durch die Toreinfahrt in den Innenhof gehen. Der Garten ist von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr frei zugänglich. Zusätzlich ist ein Besuch auch an ausgewählten Samstagen möglich. Für Gruppen bietet IN VIA Köln Führungen und Seminare an. Dieses Angebot haben bis heute schon mehr als 850 Gruppen angenommen.


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Die Deutzer Platte – gefährliche Untiefe im Rhein

Baggerarbeiten an der Deutzer Platte, Bild: Uli Kievernagel
Baggerarbeiten an der Deutzer Platte, Bild: Uli Kievernagel

Nein: Die „Deutzer Platte“ kann man nicht essen. Das wäre auch etwas viel – immerhin ist das Ding mehr als 700 Meter lang. Und mit 1 Mio. Euro pro Jahr auch etwas teuer.

Tatsächlich handelt es sich bei der Deutzer Platte um eine für die Schifffahrt durchaus gefährliche Untiefe im Rhein. Diese liegt zwischen der Severinsbrücke und der Deutzer Brücke. Also genau in Höhe der Uferpromenade auf der linksrheinischen Seite und dem Rheinboulevard auf der rechtsrheinischen Seite.

An der Deutzer Platte wird gebaggert, Bild: Uli Kievernagel
An der Deutzer Platte wird gebaggert, Bild: Uli Kievernagel
Untiefe führt zu Havarien

Für die Rheinschiffer wird über dem gesamten Rhein eine Fahrrinne mit einem Tiefgang von 2,50 Meter garantiert. Dafür muss der Rhein an verschiedenen Stellen regelmäßig vertieft werden.

Das Problem mitten in Köln: Der Rhein ist in Höhe der Altstadt fast 400 Meter breit. Zusätzlich gibt es die Hafenausfahrten zum Deutzer- und zum Rheinauhafen. Die dadurch auftretenden ungünstigen Strömungsverhältnisse führen dazu, dass sich genau dort Sand und Kies ablagern – die Untiefe „Deutzer Platte“ entsteht. Und diese hat auch schon zu Havarien geführt. So lief zuletzt im Juni 2014 hier ein Frachter auf Grund.

Der schwimmende Eimerkettenbagger auf dem Rhein, Bild: Silke Kievernagel
Der schwimmende Eimerkettenbagger auf dem Rhein, Bild: Silke Kievernagel

Um diesen Unfällen vorzubeugen, werden jährlich ca. 30.000 Kubikmeter Sand und Kies von speziellen schwimmenden „Eimerkettenbaggern“ dort abgetragen. Das entspricht immerhin dem Inhalt von 1.500 LKW.

Das abgebaggerte Material ist für den Rhein aber nicht verloren. Es wird an anderen Stellen als Ausgleich für sogenannte „Übertiefen“ wieder in den Fluss gekippt, unter anderem auch, um Uferböschungen zu schützen. Diese Arbeiten kosten etwa 1 Mio. Euro pro Jahr.


Deutz: Schäl Sick is schick! 

Im Rahmen der Lotsentour Deutz werfen wir auch einen Blick auf die Stelle im Rhein, an der sich diese Untiefe regelmäßig bildet.


Der von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes betriebene Elektronische Wassersstraßen-Informationsservice (ELWIS) bietet einen detaillierten Lageplan der „Deutzer Platte“.


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