Kölsche Schimpfwörter, Teil I: Von Aaapefott bis Flabes

Schimpfen auf Kölsch, derb aber grundsätzlich liebevoll

Podcast Schimpfwörter 16

Jede Mundart hat ihr jeweils eigenes Repertoire an Schimpfwörtern. So auch die kölsche Sprooch. Von Ähnzebär bis Wibbelstätz – für jede Person und Situation gibt es  ein geeignetes Wort. Allerdings sind die meisten dieser Schimpfwörter  – so derb sie manchmal auch klingen – oft liebevoll gemeint.

Schwester Antonia zum Beispiel umschreibt ihr Lieblingsschimpfwort „Lötschendötsch“ zum Beispiel so „Es hat in einer kölschen Form noch einen sympathisch-liebkosenden Unterton und lässt den Angesprochenen nicht verzweifelt zurück.“ Schöner kann man es nicht sagen. Werfen wir also einen Blick in das große Repertoire kölscher Schimpfworte. Alle Teile der Serie findet ihr hier: Kölsche Schimpfwörter

Aapefott

Ein „Aap“ ist ein Affe, die „fott“ ist das Gesäß. Pack beides zusammen und es geht (höflich ausgedrückt) um einen Affenhintern.

Aaschkröffer

Adam Wrede beschreibt den „Arschriecher“ fast noch zurückhaltend als Schmeichler oder Speichellecker. Tatsächlich handelt es sich hier um Mitmenschen, die um ihren eigenen Vorteil willens alles tun. Dazu gehört es auch, in den Allerwertesten zu kriechen, zum Beispiel beim Vorgesetzten.

En "Ähz" ist eine Erbse. Und so werden auch kleine, rundliche Menschen bezeichnet, Bild goosebumps98 auf Pixabay
En „Ähz“ ist eine Erbse. Und so werden auch kleine, rundliche Menschen bezeichnet, Bild goosebumps98 auf Pixabay

Ähz

Eigentlich eine Erbse. Und genau wie eine Erbse ist die so beschimpfte Person klein und rund – ein kleines Dickerchen.

Ähzebär

Der Ähzebär (Erbsenbär) ist ein Karnevalskostüm und verkörpert den Winter. Als Schimpfwort ist damit eine griesgrämige, schlecht gelaunte Person gemeint.

Ähzezeller

Erbsenzähler sind kleinliche, pingelige Menschen, die alles ganz genau nehmen.

Avjebröhte

Ein ganz ausgekochter Mitmensch, der andere eiskalt betrügt.

Babaditzje

Grundsätzlich ist dieses Wort die neutrale bis positive Bezeichnung für ein kleines Kind.“Nä, wat es dat für e lecker Babaditzje“ ist ein typischer Ausdruck der Omas und Opas für ihre Enkel. In Zusammenhang mit einem Erwachsenen ist dabei aber eine Person gemeint, die sich kindisch, unreif, benimmt.

Eine Begine, Bild: Holzschnitt von Matthäus Brandis (1489), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Eine Begine, Bild: Holzschnitt von Matthäus Brandis (1489), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Bejing

Beginen waren Frauen, die in einer Gemeinschaft ähnlich der eines Klosters lebten, allerdings mit weitreichenden weltlichen Freiheiten und ohne dauerhaft bindende Gelübde. Oft handelte es sich dabei um unverheiratete oder verwitwete Frauen.

Die Skepsis in der Bevölkerung gegenüber den Beginen drückte sich auch in Spruch

„Bejine sin nit wie se schinge.
e ston hinger der Jardinge
un sage: Do hinge, do kütt de Minge.“
1Beginen sind nicht wie sie scheinen.
Sie stehen hinter den Gardinen
uns sagen: Da hinten, da kommt der Meinige.

Bellrämmel

Eine durchaus wüste Beschimpfung für einen Menschen, der alles „rammeln“ will.

Bessem

Tatsächlich ein Besen. Und auch eine unangenehme, schroffe Frau.

Die blaue Uniform der protestantischen Preußen hat zum Begriff "Blauköpp" geführt, Bild: Knötel (1883)
Die blaue Uniform der protestantischen Preußen hat zum Begriff „Blauköpp“ geführt, Bild: Knötel (1883)

Blaukopp

„Dat sin Blauköpp pflegte meine Oma im besten rheinisch-katholischem Selbstverständnis zu sagen. Mit Blauköpp bezeichnet der Kölsche alle Personen, die evangelisch sind. Tatsächlich war die Bezeichnung Blauköpp (also „Blaue Köpfe“) tatsächlich ursprünglich abwertend gemeint. Heute bezeichnen sich die Protestanten selber ausgenzwinkernd als Blauköpp und feiern sogar unter dem Titel „Blauköpp Alaaf“ eine eigene Karnevalssitzung.

Stolz trägt er den Künstlernamen "Dä Blötschkopp": Marc Metzger, Büttenredner im Karneval, Bild: Elke Wetzig (Elya), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Stolz trägt er den Künstlernamen „Dä Blötschkopp“: Marc Metzger, Büttenredner im Karneval, Bild: Elke Wetzig (Elya), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Blötschkopp

Eine dumme Person, bei der eine „Blötsch“ (eine Delle) am Kopf dafür verantwortlich ist, dass diese Person nicht richtig denken kann.

Bökes

Wenn ein Kind schreit und jammert, dann „bökt“ es. Folglich ist ein Bökes ein kleiner Schreihals, der um jeden Fall die Aufmerksamkeit erreichen will.

Boor

Der Bauer. In dem Zusammenhang als Schimpfwort eine Bezeichnung für einen ungehobelten, ungebildeten Menschen. Aber eigentlich ist der Kölsche ja stolz auf singe „Boor“, der auch im Dreigestirn als der „Kölsche Boor“ die Wehrhaftigkeit der Stadt verkörpert.

Botzedresser

Ein Hosenscheisser, also jemand, der sich schnell vor Angst in die Hosen macht.

Büggel

Ein Büggel ist ein Beutel, eine Tasche. Sobald aber jemand als „ahle Büggel“ (alter Beutel) bezeichnet wird, meint man damit einen unangenehmen Menschen, mit dem man eigentlich nichts zu tun haben will.

Büggelschnigger

„Büggel“ ist der Beutel, „schniggen“ bedeutet schneiden. Als „Beutelschneider“ wurden Diebe bezeichnet, die den Geldbeutel, der früher mit einem Riemen am Gürtel befestigt wurde, abschnitten. Heute meint man damit aber keinen Dieb, sondern jemanden, der zu teure Waren verkauft, also einen Wucherer.

Dillendopp

Ein Dillepndopp ist eigentlich ein Kreisel. Aber mit Dillendopp kann man auch einen Menschen bezeichnen, der keine Ruhe findet und sich genau wie ein Kreisel ständig um sich selbst dreht.

iDötzchen sind Erstklässler, Bild Gerd Altmann, Pixabay
iDötzchen sind Erstklässler, Bild Gerd Altmann, Pixabay

Dotz / Dötzje

Eigentlich ist Dotz ein kleiner, eher rundlicher Gegenstand. Als Dotz oder Dötzje bezeichnet man eher kleine und oft auch eher rundliche Menschen. Und der „Dotz“ hat es sogar in seiner Form als „i-Dötzchen“ in deutschen Sprachgebrauch gebracht.

Warum das „i“ vor den Dotz gesetzt wurde, erklärt die Sendung mit der Maus so:

Das Wort „I-Dötzchen“ stammt ursprünglich aus dem Rheinland. Dort ist ein „Dotz“ etwas ganz Kleines – Erstklässler sind die Jüngsten an der Schule, die „Dötzchen“. Das „i“ haben diese Erstklässler früher als ersten Buchstaben gelernt. Daher I-Dötzchen.

Drießkerl oder auch Drisskerl

Menschen, die sich unverschämt verhalten und immer nur das Beste für sich rausholen wollen, sind (wörtliche Übersetzung) Scheißkerle.

Drömeldier

Ein Trampeltier. Jemand, der sich normalerweise ohne böse Absicht ungeschickt verhält.

Drohtböösch

Eigentlich eine Drahtbürste, als Schimpfwort aber geeignet, um eine zänkische, ewig meckernde Frau zu beleidigen.

Drüje Manes

Die kölsche Kurzform für Hermann ist „Manes“. Und „drüje“ oder auch „drüsch“ bedeutet trocken. Somit ist ´ne „Drüje Manes“ ein eher trockener und schweigsamer Zeitgenosse. Denn wer nicht viel redet, ist dem Kölner zunächst mal suspekt.

Der "Drüje Pitter" macht auf diesem Bild hier seinem Namen alle Ehre: Mit "drüsch" oder "drüg" meint der Kölsche "trocken", Bild: Uli Kievernagel
Der „Drüje Pitter“ macht auf diesem Bild hier seinem Namen alle Ehre: Mit „drüsch“ oder „drüg“ meint der Kölsche „trocken“, Bild: Uli Kievernagel

Drüje Pitter

Eigentlich ein Brunnen am Dom, der sich dadurch auszeichnet, seiner Hauptaufgabe, Wasser zu sprengen, nicht nachkommt. Und genau so bezeichnet der Kölsche auch äußerst trockene Menschen, die keinen Humor haben.

Ferkesstecher

Vom Wortsinn her ein Metzger: Ferkes ist ein Ferkel, der Ferkesstecher sticht dieses ab. Übertragen ist damit ein Schwarzarbeiter gemeint, der billig und an den Behörden – insbesondere am Finanzamt- vorbei Arbeiten übernimmt.

Fiddel

Gemeint ist hier nicht die Geige bzw. Fiedel, im kölschen „Fiddel“, sondern eine weibliche Person, die nachlässig und unordentlich ist.

Fiese Möpp

Dem „Fiese Möpp“ geht man lieber aus dem Weg. Dabei handelt es sich um jemanden, der unredlich ist. Der „Möpp“ ist übrigens das kölsche Wort für Hund. So kann man den „Fiese Möpp“ auch als „Linken Hund“ bezeichnen. Wird übrigens auch gerne in der Form „widerliche Möpp” verwendet. Hat aber dieselbe Bedeutung.

Flabes, Flaabes, Flabbes

Ein nicht ausschließlich negativ gemeinter Ausdruck für einen Menschen, der naiv, dümmlich, ungeschickt oder einfach nicht ernst, dabei aber grundsätzlich liebenswert ist. Der Begriff wird aber manchmal auch für einen sehr großen Menschen verwendet, im Sinne von langer Lulatsch.


Übersicht kölsche Schimpfwörter


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Der „Wrede“: Die Schatzkiste der kölschen Sprache

Adam Wrede: Neuer kölnischer Sprachschatz, hier in der 6. Auflage (1978), Bild: Uli Kievernagel
Adam Wrede: Neuer kölnischer Sprachschatz, hier in der 6. Auflage (1978), Bild: Uli Kievernagel

Wer sich mit Köln und unserer Sprache beschäftigt, kommt um ihn nicht drumherum: „Der Wrede“. Gemeint ist das dreibändige Lexikon „Neuer kölnischer Sprachschatz“ von Prof. Dr. Adam Wrede. Seit 1956 wird dieses Standardwerk zur kölschen Sprache regelmäßig neu aufgelegt, aktuell bereits in der 14. Auflage.

Für die Kölner ist es das Buch der Superlative:

  • ein Wörterbuch,
  • mit Fakten zur Stadtgeschichte,
  • eine Auflistung bekannter Originale und historischer Figuren,
  • eine Erklärung der rheinischen Vornamen,
  • ein Verzeichnis von Straßennamen,
  • eine Sammlung der lokalen Bräuche und
  • eine Zusammenstellung kölscher Redewendungen.

Wenig verwunderlich, dass dieses Werk als die „Kölsche Bibel“ bezeichnet wird. Und tatsächlich ist dieses Buch die Referenz, wenn es zu Streitigkeiten über Schreibweise, Deutung oder Herkunft kölscher Wörter kommt.

Als Schatten auf die Person Adam Wrede ist seine Nähe zu den Nationalsozialisten zu sehen. Wrede trat im April 1933 in die NSDAP ein und veröffentliche rassenkundliche Traktate und schrieb auch für den NS-Lehrerbund.

Adam Wrede – aufgewachsen im Kunibertsviertel

Adam Wrede, geboren am 12. April 1875 in Düsseldorf, wuchs im urkölschen Kunibertsviertel auf. Der spätere Professor lernte so bereits als Kind auf der Straße die kölsche Sprache, welche allerdings damals als „Gossensprache“ galt. Er studierte in Bonn und Münster Geschichte, Germanistik, Philologie und Geografie.

Er war Lehrer am Kölner Schiller-Gymnasium, arbeitete aber auch parallel dazu wissenschaftlich und veröffentliche Aufsätze zur Geschichte des Rheinlands. Im Jahr 1905 promovierte er. Seine Dissertation trug den Titel „Die Kölner Bauerbänke.1Bauerbänke waren die wirtschaftlichen und politischen Vertretungen der Bauern, ähnlich der Zünfte und Gaffeln für die Handwerker. Ein Beitrag zur Volkswirtschaftsgeschichte Cölns im Mittelalter“.

Das Kölner Schiller-Gymnasium in Sülz heute, Bild: Raimond Spekking
Das Kölner Schiller-Gymnasium in Sülz heute, Bild: Raimond Spekking

Im Jahr 1921 wurde Wrede Professor an der Kölner Universität. Mehrfach unternahm er Versuche, einen eigenen Lehrstuhl für „Rheinische Volkskunde“ zu errichten. Hier stand ihm aber der Inhaber des Lehrstuhls für Altgermanistik, Friedrich von der Leyen, im Weg, dem dieses Fachgebiet bereits zugeordnet war.

Wrede im Nationalsozialismus

Bereits im April 1933 trat Wrede der NSDAP bei. In der „Geschichte des Schiller-Gymnasiums 1899 – 2015“ schreibt E. Burckhard Schmitz dazu:

“Seine volkskundlichen Arbeiten brachten ihn in der Folgezeit in Kontakt mit völkischen Ideen; nicht von ungefähr stand er Hitler und dem Nationalsozialismus sehr positiv gegenüber und beteiligte sich an rassenkundlichen Traktaten und schrieb für den NS-Lehrerbund. Wrede feierte die Machtergreifung als Wendemarke für eine eigenständige nationalsozialistische deutsche Volkskunde. Im April 1933 trat er der NSDAP bei, sicherlich in einer Mischung von Überzeugung und Opportunismus.“

Im Jahr 1936 veröffentlichte Wrede die Denkschrift  „Deutsche Volkskunde auf germanischer Grundlage. Die nationalsozialistische Erziehungsidee im Schulunterricht“. Wrede selbst schreibt im Vorwort der 1938 erschienenen zweiten Auflage:

„Wichtiger ist zu bemerken, dass die neue Auflage noch mehr als die erste bemüht ist, die nationalsozialistische Auffassung der Volkskunde, die in der Betonung der ureigenen deutschen Volkskräfte und ihrer rassisch-germanischen Grundlagen gipfelt, herauszuarbeiten.“

Wredes Nähe zu den Nationalsozialisten wurde aber nicht in seinem Sinne belohnt – seinen ersehnten Lehrstuhl für Volkskunde sollte er nicht erhalten. Im Jahr 1941 wurde er emeritiert. Auch in der aktuellen Betrachtung seines Werks spielt seine braune Vergangenheit keine Rolle. 

„Neuer kölnischer Sprachschatz“

Kontinuierlich arbeite Wrede weiter an seinem Werk zum „Kölnischen Sprachschatz“. Unterstützung in Form von finanziellen Mitteln für zwei Mitarbeiter erhielt er zunächst von Oberbürgermeister Max Wallraff (Oberbürgermeister von 1907 – 1917) und später von Konrad Adenauer (Oberbürgermeister von 1917 – 1933).

Er unterteilte seine Arbeit Recherchen in den „neuen“ und den „alten“ Sprachschatz. Im ersten Teil wollte er die altkölnische Sprache erforschen, wie sie im 12. bis 18. Jahrhundert gesprochen wurde. Und im zweiten Teil die Mundart im 19. und 20. Jahrhundert. Allerdings wurde er im Zweiten Weltkrieg ausgebombt, und ein groß,er Teil der Manuskripte ging verloren.

Mit den Kriegswirren und den Flüchtlingsbewegungen erkannte Adam Wrede, dass sich nach dem Krieg die Bevölkerungsstruktur der Stadt Köln massiv veränderte und damit auch die Mundart aus dem Alltag mehr und mehr verschwand. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, entschied er sich im Jahr 1949, den ursprünglich als zweiten Teil geplanten „Neuen Kölnischen Wortschatz“ vorzuziehen. Im Mai 1956 erschien die erste Auflage.

„Alter kölnischer Sprachschatz“

Die Veröffentlichung seiner Sammlung zum „Alten Kölnischen Sprachschatz“ sollte Adam Wrede nicht mehr erleben und sein etwa 28.000 Zettel umfassendes Manuskript ging verloren. Irgendwie unglaublich: Tatsächlich wurden diese Sammlung um etwa 1980 im Historischen Archiv eingelagert und geriet in Vergessenheit.

Der Linguist Stefan Winter spürte mit detektivischen Scharfsinn diesen scheinbar vergessenen Schatz auf. Ein großer Bestand von fein säuberlich beschrifteten Schreibheften, gut leserlich mit Schreibschrift beschrieben, wurde dort unter der Signatur „Best. 1377“ archiviert. Und niemand wusste, was sich konkret in diesen Kartons verbarg.

Leider verstarb Winter im Jahr 2006. Und mit dem Einsturz des Stadtarchivs im Jahr 2009 war auch zunächst der Verbleib der Sammlung unklar. Erst im November 2014 teilte das Stadtarchiv auf Anfrage mit, dass „… der Zettelkatalog im „Best. 1377 Adam Wrede“ sich in einem verunordnetem Zustand befindet und noch nicht wieder vollständig vorhanden ist. Eine Ordnung muss erst wiederhergestellt werden, eine Digitalisierung wird aufwendiger sein und wird von daher in absehbarer Zeit nicht stattfinden können.“

Das Grab von Adam Wrede auf dem Kölner Melatenfriedhof, Bild: Egidius~dewiki, CC0, via Wikimedia Commons
Das Grab von Adam Wrede auf dem Kölner Melatenfriedhof, Bild: Egidius~dewiki, CC0, via Wikimedia Commons

Grab auf Melaten

Diese Irrungen und Wirrungen hat Adam Wrede selber nicht mehr mitbekommen. Er verstarb am 21. Dezember 1960 und wurde im Familiengrab auf Melaten bestattet. Mit dem Handbuch „Neuer kölnischer Sprachschatz“ hat er einzigartige Sammlung hinterlassen. Oder, wie es in der Westdeutschen Zeitung hieß:

„Unverzichtbar für alle, die den kölschen Kosmos verstehen möchten.“

Dabei darf aber auch nicht vergesssen werden, dass Wrede eine enge Nähe zu den Nationalsozialisten pflegte und deren Ideen propagierte.  


Adam-Wrede-Straße / 14. Auflage

In Nippes wurde eine Straße nach Adam Wrede benannt. Diese verbindet die Florastraße mit der Inneren Kanalstraße.

Die 14. Auflage des Handbuchs „Neuer kölnischer Sprachschatz“ ist im Juli 2017 erschienen – mit einer Einführung von Wolfgang Niedecken. Der Künstler und Kölschrocker selber sagt (mit einem Augenzwinkern), dass er es nach Möglichkeit vermeiden würde, das Buch aufzuschlagen, weil er sich dann gleich für mindestens eine Stunde „festlesen“ würde.

Adam Wrede "Neuer kölnischer Sprachschatz" mit einem Vorwort von Wolfgang Niedecken, Bild: Greven Verlag
 

Adam Wrede: Neuer kölnischer Sprachschatz
Mit einer Einleitung von Wolfgang Niedecken
1148 Seiten
ISBN 978-3-7743-0677-6
49 Euro, Greven Verlag, Köln


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Kölsche Wörter: „fringsen“ und das 7. Gebot: Du sollst nicht stehlen!

Josef Kardinal Frings (1887 - 1978), hier eine Aufnahme aus dem Jahr 1959, Bild: City archives Kerpen, CC BY 4.0
Josef Kardinal Frings (1887 – 1978), hier eine Aufnahme aus dem Jahr 1959, Bild: City archives Kerpen, CC BY 4.0

Podcast Frings Folge 4

Die Kölner hatten stets ein gespaltenes Verhältnis zu ihrem jeweiligen Bischof. Eine echte Ausnahme war Joseph Kardinal Frings. Im Hungerwinter 1946/47 fehlt es in der zerstörten Stadt Köln an allem. Und der in der Bevölkerung sehr beliebte „Rheinische Kardinal“ Frings steht Silvester 1946 auf der Kanzel der Kirche St. Engelbert in Riehl und predigt:

„Wir leben in Zeiten, da in der Not auch der Einzelne das wird nehmen dürfen, was er zur Erhaltung seines Lebens und seiner Gesundheit notwendig hat, wenn er es auf andere Weise, durch seine Arbeit oder Bitten, nicht erlangen kann“.

Im Klartext: Die Kirche erlaubt von höchster Stelle aus den Diebstahl von überlebensnotwendigen Dingen.

Die handschriftliche Vorlage der berühmten Silvesterpredigt 1946 vom Kölner Erzbischof Josef Kardinal Frings, Bild: Erzbistum Köln
Die handschriftliche Vorlage der berühmten Silvesterpredigt 1946 vom Kölner Erzbischof Josef Kardinal Frings, Bild: Erzbistum Köln

„fringsen“ geht in den Wortschaft ein

Und die Kölner nehmen ihren Bischof beim Wort. Ab 1947 nimmt zum Beispiel der „Kohlenklau“ deutlich zu. Menschen klettern auf Eisenbahnwaggons und „organisieren“ sich Brennmaterial, um den bitterkalten Winter zu überleben – man geht „fringsen“. Ein Wort, welches in den Sprachgebrauch einer ganzen Region eingegangen ist.

Was übrigens gerne vergessen wird: Frings hatte auch deutlich darauf hingewiesen, dass man doch den späteren Schadensersatz nicht vergessen dürfe:

„Aber ich glaube, dass in vielen Fällen weit darüber hinausgegangen worden ist, und da gibt es nur einen Weg: unverzüglich unrechtes Gut zurückgeben, sonst gibt es keine Verzeihung bei Gott!“

Diesen Teil der Predigt überhörten die Kölner aber wohl.


Erinnerung an das „fringsen“ von Zeitzeugen 

Helmut ist in Köln aufgewachsen und lebt heute in Kanada. An das „fringsen“ hat er folgende Erinnerung:
 
„Dat wore Klütte, die mer orjanisiert han. Do sin mer Pänz neven dem Zoch herjelaufe un han de Hevel opjeschlaje, un minge Fründ han se in de Foos jeschosse die Soldate die im letzte Wage oven hu soße. Dat wor am Bahndamm Antwerpener Stross am Grönguerdel. Un dann kom de Razzia un de han us de Klüttesack avjenomme un ne Tritt in the Fott ham och kräje, wenn de uns krigge kunte.“
 
Evelin ist ein echt kölsches Mädchen und lebt heute in Schweden. Auch Sie erinnert sich an daran, dass sie gefringst hat:
 
In der „Hungerzeit“, wie meine Eltern sagten, hab ich selbst als 7jährige „mitgefringst“, hauptsächlich als „Kohlenklau“. Die Nachbarjungen sprangen hinten auf die Lastwagen und warfen Briketts auf die Straße, wir „Kleinen“ sammelten alles auf. Anschließend wurde der Schatz brüderlich geteilt.
 

„Köln hat wieder einen Frings“

Thomas Frings, Geistlicher und Großneffe von Josef Kardinal Frings, wohnt seit Oktober 2017 in Köln. In meiner Reihe „Ein paar Fragen an … „ stand Thomas Frings auch bereits Rede & Antwort.


Kardinal Frings "Der Rheinische Kardinal", von Friedhelm Ruf (J.P. Bachem Verlag, 2015, ISBN: 978-3761629512, nur noch antiquarisch erhältlich) 
Kardinal Frings „Der Rheinische Kardinal“

Mehr über Kardinal Frings gibt es in dem lesenswerten Buch „Der Rheinische Kardinal“, von Friedhelm Ruf (J.P. Bachem Verlag, 2015, ISBN: 978-3761629512, nur noch antiquarisch erhältlich) 


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„Jet an de Föß han“ – man ist wohlhabend!

Wer hier wohnt, hät jet an de Föß! Bild: Rolf Heinrich, Köln, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons
Wer hier wohnt, hät jet an de Föß! Bild: Rolf Heinrich, Köln, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Der Kölsche schaut, oft verbunden mit ein wenig Neid, auf die, die „jet an de Föß han“. Und Menschen, die kein Kölsch sprechen, wundern sich. Denn die wörtliche Übersetzung führt zunächst in die Irre: „Jet an de Föß han“ kann man mit „Etwas an den Füßen haben“ übersetzen. Und sofort denkt manch einer an den Orthopäden, an Hühneraugen oder gar an Fußpilz. Alles völlig falsch!

Wer jet an de Föß hät: Vielleicht reich, mindestens wohlhabend

„Minsche met jet an de Föß“ sind schlichtweg wohlhabend. So ist die folgende Aussage für den Kölschen ganz einfach nachvollziehbar: „Die uss dä Marienburg und däm Hahnwald han jet an de Föß.“1Die aus Marienburg und Hahnwald sind reich. Und ganz einfach lässt sich nachweisen, dass die Bewohner der Nobelviertel Marienburg und Hahnwald über durchschnittlich mehr Geld als die übrigen Kölner verfügen.

Diese kölsche Redewendung lässt sich aber auch umkehren: So „han die uss Höhenberg oder Vingst nix an de Föß.“ Und jeder versteht, dass dort weniger Geld zu Hause ist.

Herkunft: Schuhwerk

Bleibt die Frage, wieso ausgerechnet das, was man an den Füßen trägt, als Indikator für Reichtum dienen soll. Dies erklärt sich, wenn man in der Zeit zurückreist. Damals konnten sich nur reiche Menschen richtig gute Schuhe leisten. Alle anderen nutzten eher unbequeme Schuhe aus Holz oder sehr einfaches Schuhwerk aus robustem Leder, welches um den Fuß gewickelt wurde und mit Hilfe eines Riemens zusammengebunden wurde. 

Noch bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts besaßen die meisten Menschen nur zwei Paar Schuhe: Ein abgewetztes Paar für den Alltag und ein besseres, welches nur an Sonntagen angezogen wurde. So wurde beim Blick auf die Füße und das daran befindliche Schuhwerk schnell klar, ob der Träger „jet an de Föß hät“ oder eben nicht.

Der Träger dieses (rekonstruierten) Schuhs aus dem Mittelalter hatte mit Sicherheit "jet an Föß", Bild: Wolfgang Sauber, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Der Träger dieses (rekonstruierten) Schuhs aus dem Mittelalter hatte mit Sicherheit „jet an Föß“, Bild: Wolfgang Sauber, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

„wohlbetucht“ – Kleider machen Leute!

Überhaupt wurden die Standesunterschiede an der Kleidung festgemacht. Das hat sich bis heute kaum geändert, denn sonst würde wohl kaum ein Mann stolz sein Krokodil auf dem Lacoste-Shirt oder nur wenige Damen selbstbewusst ihre Gucci-Handtasche tragen. Diese Menschen sind – früher wie heute – schlichtweg „wohlbetucht“, wobei mit „Tuch“ die „guten Tücher“ der Kleidung gemeint sind.

Wer richtig jet an de Föß hät ist „steinreich“

Und dann sagt man Menschen, die „richtig jet an de Föß han“ auch nach, dass sie steinreich sind. Diese Formulierung entstammt der mittelalterlichen Wohnsituation. In dieser Zeit lebten die meisten Menschen in Holzhäusern oder einfachen Lehmhütten. Häuser aus Stein konnten sich nur sehr reiche Menschen leisten – und diese waren dann „steinreich“.

Bläcke Fööss

Wenn man nix an de Föß hät, kann es einem gehen wie den Bläck Fööss bei einem ihrer ersten Auftritte im Gürzenich: Als die langhaarigen Musiker mit bläcke Föß2nackten Füßen, Jeans und Verstärker in der Hand im ehrwürdigen Gürzenich auftreten wollten, hielt man sie zunächst für protestierende Hippies und verweigerte den Zutritt.

Die hatte jo uch nix an de Föß!


Fruchtbarer Ackerboden: Dä Buur hät jet an de Föß! Bild: Thomas, Pixabay
Fruchtbarer Ackerboden: Dä Buur hät jet an de Föß! Bild: Thomas, Pixabay

Kostbarer Ackerboden „an de Föß“

 
Karin Burianski hat mir noch folgende Erklärung zu „jet an de Föß“ gegeben: 
De Buure-Mädche un Jungs – meist us de Eifel- leefen natürlich mit blecke Föß op ihre Feldere eröm. An manschen Föß bleev rude Erde kleven, dat wor en Zeichen für Löß-oder erzhaltigen Boden und bedeutete: Die Buuren hatten ne janz kostbare Bodden. Mädche un Jungs mit „rude Lehmklumpe an dr Föß hatten also „jet an dr Föß“ un woren en jode Partie! 
Diese Erklärung han isch vun minger Mutter als Kind jesaat bekumme.

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Kölsche Wörter: „maggeln“ – illegale Geschäfte abwickeln

Beliebte "Währung" zum maggeln: Zigaretten, Bild: Bundesarchiv / CC-BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Beliebte „Währung“ zum maggeln: Zigaretten, Bild: Bundesarchiv / CC-BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Muckefuck un Rövekruck
vum Schwatze Maat met heimjebraat,
op Hamsterfahrt em Vürjebirch
ne Teppich jäjen Woosch jetuusch. 1Muckefuck und Rübenkraut
vom Schwarzmarkt mit nach Hause gebracht,
auf Hamsterfahrt im Vorgebirge
einen Teppich gegen Wurst getauscht.

(Bläck Fööss „Usjebomb“)

Nachkriegszeit in Köln. Die Menschen hungern und frieren. Um zu überleben, werden alle möglichen Gegenstände gegen Nahrungsmittel getauscht. Der im Lied der Bläck Fööss beschriebene Handel „Teppich gegen Wurst“ war kein Einzelfall. Mancher Bauer aus dem Kölner Umland kam auf diesem Weg zu hochwertigem Porzellan oder Silberbesteck. Auch der Schwarzmarkt in der zerstörten Domstadt lief auf Hochtouren. Besonders beliebt: „maggeln“ mit Zigaretten, die zu einer zweiten Währung wurden.

„maggeln“ – gegen  Gesetz und Verordnung

Mit „maggeln“ beschreibt der Kölner die Fähigkeit, zumeist illegale Geschäfte abzuwickeln. Adam Wrede2Neuer Kölnischer Wortschatz, Greven Verlag Köln 1976 erklärt „maggeln“ wie folgt: „In den Notjahren 1946 bis 1948 bedeutet das Wort: Gegen Gesetz und Verordnung Handel, Tauschhandel mit rationierten Waren treiben, Schwarzhandel treiben mit Kauf und Verkauf von Waren ohne amtliche Bezugsscheine.“

Eindeutig: „maggeln“ haftet in Köln etwas illegales an. Dabei stammt das Wort von „makeln“ ab und meint somit „vermitteln“ bzw. „Geschäfte vermitteln“. Also eine durchaus legale Tätigkeit. Für den Kölschen aber ist die Sachlage eindeutig: Der Makler als Vermittler von Geschäften ist ein ordnungsgemäßer Händler, der „Maggeler“ hingegen ist der Schwarzhändler.

Aussprache und Schreibweise

Oft wird in der kölschen Sprache das „g“ als „j“ ausgesprochen. Aber nicht immer. Steht „gg“ nach einem kurzen Vokal (wie in „maggele“ aber auch zum Beispiel in „Röggelche“). Und daher wäre grundfalsch, von „majjele“ oder dem „Majjeler“ zu sprechen.

Wenn Geld diskret den Besitzer wechselt, ist oft Maggelei im Spiel, Bild: Kiwiev, CC0, via Wikimedia Commons
Wenn Geld diskret den Besitzer wechselt, ist oft Maggelei im Spiel, Bild: Kiwiev, CC0, via Wikimedia Commons

Enge Verwandtschaft mit dem Klüngel

In einem Interview der Deutschen Welle mit dem ausgewiesenen Köln-Kenner Detlef Rick wird auch der Zusammenhang zwischen maggeln und dem Klüngel deutlich. Dort lautet es „Maggeln, klüngeln und ein Fisternöllche, eine Art kölscher Dreikampf. Und alle drei Ausdrücke haben eins gemeinsam: sie bezeichnen eine nicht ganz gradlinige Handlungsweise.“ Für den Klüngel ist die Sachlage eindeutig. Bereits 1782 wird im Zusammenhang mit der städtischen Lotterie der Begriff „Klüngel“ für „betrügerische Machenschaften“ genutzt. Und ein Fisternöllche ist auch ausdrücklich eine heimliche Liebelei, in der Regel hinter dem Rücken anderer Personen.

Und auch heute wird in unserer Stadt viel gemaggelt – nicht immer zum Besten der Bürgerschaft. Wer das irgendwie verstehen will, sollte sich den sehenswerten Film „Der König von Köln“ ansehen. Dort kann man über die Machenschaften eines ganz großen Maggelers, im Film als „Josef Asch“ bezeichnet, nur staunen.


Kölns Schwarzer Markt 1939-1949: Ein Jahrzehnt asoziale Marktwirtschaft von Werner Schäfke (Autor), Marzellen Verlag, 6,95 Euro
Kölns Schwarzer Markt 1939-1949: Ein Jahrzehnt asoziale Marktwirtschaft, Werner Schäfke, Marzellen Verlag, 6,95 Euro

Kölns Schwarzer Markt

Joachim Brokmeier, Stadtteilhistoriker aus Riehl, empfiehlt  zu diesem Thema das Buch „Kölns Schwarzer Markt 1939-1949: Ein Jahrzehnt asoziale Marktwirtschaft“ von Werner Schäfke3Marzellen Verlag, 6,95 Euro.

Verlagsinformationen:

Kölns Schwarzer Markt beherrscht seit ersten Anfängen mit Kriegsbeginn im Jahre 1939 und in den ersten Jahren unter alliierter Besatzung das Bild mancher Kölner Straßen und Plätze. Nach Schätzung der Stadtverwaltung sind bis zur Währungsreform 1948 etwa 20 000 Personen in diesem Schattenbereich des wirtschaftlichen Lebens tätig, damit – wenn auch außerhalb der Legalität – einer der größten Arbeitgeber Kölns.

In diesem Buch wird dieses Jahrzehnt Kölner Lebens erstmals wissenschaftlich dargestellt und in einer Auswahl von Bildern und Zeitungsberichten der Nachkriegszeit in seinem Elend und seinem Ausmaß sichtbar gemacht.

Werner Schäfke: Kölns Schwarzer Markt 1939-1949 –
Ein Jahrzehnt asoziale Marktwirtschaft
ca. 100 Seiten
Marzellen Verlag Köln
ISBN 978-3-937795-28-7
6,95 €


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Kölsche Wörter: pingelich – nur nicht zu genau sein!

Pingelig, exakt, ordentlich ausgerichtet - so gar nicht "kölsch": Die Grabsteine auf dem Commonwealth-Friedhof, Südfriedhof, Bild: Thomas Salditt
Pingelig, exakt, ordentlich ausgerichtet – so gar nicht „kölsch“: Die Grabsteine auf dem Commonwealth-Friedhof, Südfriedhof, Bild: Thomas Salditt

Jemand, der pingelich ist, nimmt immer alles sehr genau und ist sehr exakt. Adam Wrede definiert pingelich als „übertrieben ordnungsheischend, und kleinlich im Denken“.

Klar – ein solcher Mensch ist in Köln eher selten anzutreffen. Ansonsten würde er bei den kölschen Gewohnheiten wie „Küsste hück nit, küsste morjen.“ und „Et hätt noch immer jood jejange.“ auch wahnsinnig werden. Gerade in einer Stadt, in der an einer U-Bahn-Strecke gerne schon mal 25 Jahre lang gebaut wird, Plätze wie der Barbarossaplatz eher Schandflecke sind und eine riesengroße blaue Mülltüte neben der einzigartigen Kathedrale als „Musical Dome“ bezeichnet wird, sind Perfektionisten eher fehl am Platze.

Der Kölsche ist da wesentlich lockerer und nimmt vieles nicht so genau. Was ihm allerdings nicht immer zum Vorteil gereicht. Eine leider knüsselige, verbaute Stadt ist das lebendige und nicht gerade schmeichelhafte Zeugnis dieser wenig pingeligen Lebensweise in Köln.

Der Besitzer dieses Kellers ist ganz bestimmt nicht pingelig, Bild: Bill Kasman, Pixabay
Der Besitzer dieses Kellers ist ganz bestimmt nicht pingelig, Bild: Bill Kasman, Pixabay

Velarisierung macht aus Pein „Ping“

Velarisierung ist ein Begriff aus der Phonetik und beschreibt eine an den eigentlichen Begriff angehangene Artikulation. Dabei wird am Ende des ursprünglichen Wortes die Zunge an den Gaumen gehoben, es entsteht zum Beispiel ein Laut wie bei einem „G“.

Klingt komplizierter als es tatsächlich ist: Im kölschen wird an Wörter, die mit einem „n“ enden gerne noch ein „g“ angehangen. Die Beispiele dazu sind bestens bekannt:

  • Aus Wein wird „Wing“,
  • aus Rhein wird „Rhing“ oder
  • aus braun wird „brung“.

Und aus dem Wort Pein (für Schmerz) wird „Ping“. Und das passende Adjektiv dazu ist „pingelich“: Sehr empfindlich für Schmerzen aller Art.

Konrad Adenauer, Kölner Oberbürgermeister, Bild: Bundesarchiv, Katherine Young, CC BY-SA 3.0 DE
Konrad Adenauer, Bundeskanzler 1949 bis 1963, Bild: Bundesarchiv, Katherine Young, CC BY-SA 3.0 DE

Adenauer: „Natürlich achte ich das Recht – aber damit darf man nicht so pingelich sein.“

Heute wird dieser Begriff allerdings eher im Sinne von „peinlich genau“ verwendet: „Nä, dä Jupp is esu pingelich, dä künne mer he nit bruche.“ Und so macht sich der Kölsche das Leben einfach. Menschen, die die Dinge immer ganz genau nehmen, haben in der Domstadt einen schweren Stand.

Konrad Adenauer hat dieses Verhalten auf die Spitze getrieben: „Natürlich achte ich das Recht – aber damit darf man nicht so pingelich sein.“ soll er 1960 gesagt haben. Was er damit meint, war auch Nicht-Rheinländern schnell klar. Eine absolute, übertriebene Exaktheit selbst beim wichtigen Thema Recht ist keine rheinische Eigenschaft.

Der Kölsche mag eher eine großzügige, der Situation angepasste Auslegung. Damit et nur nit pingelig wird.


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Der kölsche Knast Teil III: Die „Bleche Botz“ in der Schildergasse

Das ehemaligen Kölner Frauengefängnis "Bleche Botz" auf der Ecke Schildergasse/Krebsgasse, Bild: gemeinfrei / Rheinisches Bildarchiv Köln / Wikimedia commons
Das ehemaligen Kölner Frauengefängnis „Bleche Botz“ auf der Ecke Schildergasse/Krebsgasse, Bild: gemeinfrei / Rheinisches Bildarchiv Köln / Wikimedia commons

Wenn man über einen Menschen sagt, „Der is in de Blech“, bedeutet das nichts Gutes. Auch Pänz, die sich nicht benehmen, wird damit gedroht “Pass upp, sonst küsste in de Blech.“ Die wörtliche Übersetzung ist einfach: Blech ist Blech, also gewalztes Metall. Aber die Bedeutung dahinter ist eine gänzlich andere. Wenn der Kölsche von „de Blech“ spricht, ist damit das Gefängnis gemeint.

De Bleche Botz – das ehemalige Frauengefängnis

Durch die während der französischen Besatzungzeit in Köln durchgeführte Säkularisierung wurden Kirchen und Klöster aufgehoben. Der Staat übernahm kirchlichen Besitztümer wie Land oder Vermögen, aber auch Gebäude, um diese weiterzuverkaufen oder anderweitig zu nutzen. Darunter war auch das bereits 1637 errichtete Klarissenkloster „Zu den Schutzengeln“ auf der Ecke Schildergasse/Krebsgasse, ganz in der Nähe des Neumarkts.

Dieses Gebäude wurde ab 1802 zu einem „Arresthaus“, also einem Gefängnis, umgebaut. An dem Umbau waren der Blechschläger1Heute würde man ihn als man Bauklempner bezeichnen. Alexander Hittorff, genannt der „Blecherne Alexander“, und der Maurermeister Johannes Butz beteiligt. Beide Namen zusammengesetzt und verkölscht ergeben „De bleche Botz“, also die „blecherne Hose“. Weil der Kölsche ja bekanntlich sehr bequem ist, wurde aus „de Bleche Butz“ irgendwann nur noch „de Blech“.

Das 1907 auf dem Gelände der "Bleche Botz" errichtete Polizeipräsidium auf einem Bild aus dem Jahr 1912, Bild: gemeinfrei / Rheinisches Bildarchiv Köln / Wikimedia commons
Das 1907 auf dem Gelände der „Bleche Botz“ errichtete Polizeipräsidium auf einem Bild aus dem Jahr 1912, Bild: gemeinfrei / Rheinisches Bildarchiv Köln / Wikimedia commons

„Weiberanstalt“ noch bis 1904

Es zeigte sich allerdings schnell, dass das ehemalige Kloster auf Dauer nicht den Anforderungen des Strafvollzugs entsprach und ständig überbelegt war. Daher begann man 1835 mit den Bauarbeiten am Klingelpütz, einem der damals modernsten Gefängnisse. Als 1838 dort die ersten Gefangenen einzogen, konnte die „Bleche Botz“ auf der Schildergasse in ein reines Frauengefängnis umgewandelt werden – mit der preussisch korrekten Bezeichnung „Königliche Straf- und Besserungsanstalt für weibliche Gefangene“. Für die Kölschen war es aber nur die „Weiberanstalt“, welche 1904 geschlossen und abgebrochen wurde. An dieser Stelle wurde dann das Polizeipräsidium gebaut. 

Der Kölsche geht nicht in den Knast, sondern en de Blech

Die Formulierung „en de Blech“ gehen hat aber überdauert und wurde im gesamten Rheinland zum Synonym für ein Gefängnis. Und daher gehen noch heute alle, die in den Klingelpütz oder sonstigen Justizvollzugsanstalten einfahren, en de Blech.  


Die Geschichte und Geschichten zum Kölschen Knast 


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Kölsche Wörter: Et Knützje. Oder doch eher Krüstje, Kaascht oder Köschje?

Ganz viele Knützjer. Oder wie nennt ihr das? Bild: Sabine Schulte/Pixabay
Ganz viele Knützjer. Oder wie nennt ihr das? Bild: Sabine Schulte/Pixabay

Natürlich gibt es in Deutschland das „Deutsche Brotinstitut“. Und selbstverständlich führt dieses Institut das „Deutsche Brotregister“ – wir Deutschen sind halt bestens organisiert! Dieses Register verzeichnet aktuell über 3.000 unterschiedliche Brotsorten. Lieblingsbrote der Deutschen sind Mischbrote auf Basis einer Mischung aus Weizen- und Roggenmehlen. Ungefähr ein Drittel aller Brote fällt unter diese Sorte. Vollkornbrote liegen fast abgeschlagen bei gerade mal 10% aller verkauften Brote.

Alles hat ein Ende – nur das Brot hat zwei

Was aber alle Brote gemeinsam haben sind die zwei Enden. Und damit geht das Drama los: Wie heißen diese beiden Enden? Diese Frage ist nicht trivial, kann sie doch zu erheblichen Missverständnissen führen. So hat meine Frau große Augen gemacht, als ich beim gemeinsamen Essen klargestellt habe, dass ich das Knützje bekomme. Für mich war das eindeutig: Ich bekomme das „Randstück“ – ein Begriff, den ich zu diesem Zeitpunkt nicht kannte. Das Ende vom Brot ist das Knützje. Fertig. „Ah – du willst das Knäppchen. Sag das doch gleich.“ so  meine Frau. Und da war sie: Die rheinische Sprachbarriere.

Meine Frau kommt vom Niederrhein, Und dort nennt man das Knützje offensichtlich Knäppchen. Seltsame Sprache.

Fast ebenso viele Bezeichnungen wie Brotsorten

Wenn man sich näher damit beschäftigt, stellt man fest, dass es für das „Randstück“ fast ebenso viele Bezeichnungen wie Brotsorten in Deutschland gibt. Von A wie „Agang“ bis Z wie „Zipfel“ gibt es hunderte unterschiedliche Begriffe.

Und weil dem so ist, hat es das Knützje oder Knäppchen sogar bis in die Wissenschaft geschafft: Im „Atlas der Alltagssprache“, einem Projekt der Universitäten Salzburg und Lüttich, wird die Verwendung des Wortes für das Brotrandstück in den unterschiedlichen Regionen systematisch untersucht.

Die regionale Verteilung des Wortes für "et Knützje" im "Atlas der Umgangssprache", Quelle: www.atlas-alltagssprache.de
Die regionale Verteilung des Wortes für „et Knützje“ im „Atlas der Umgangssprache“, Quelle: www.atlas-alltagssprache.de

Knippchen, Knoosch, Knust, Knützje

Bei uns im Rheinland werden vorwiegend Begriffe mit „Kn“ verwendet: Knäppchen, Knäppken, Knippchen, Knoosch, Knust, Knützje, Knuuz. Wörter mit „Kn“ bezeichnen oft rundliche Gegenstände, wie zum Beispiel bei Knolle, Knospe oder Knoten. Eine mögliche Herkunft ist das mittelniederdeutsche Wort „knuust“ für Knolle – also etwas rundes. So ist auch heute noch das niederländische Wort für Faust „knuist“.

Langweiliger „echter“ Begriff

Ich habe übrigens beim Bäcker nachgefragt, wie denn der „echte“ Begriff für et Knützje ist. Das Ergebnis: Anschnitt. Wie langweilig. Dann doch lieber die schönen umgangsprachlichen Begriffe wie Awendel, Bäätsch, Baggerla, Boppes, Giggl, Gnaerzla, Gnaisle, Gnäusle, Gniesle, Gnuscht, Kantn, Käppele, Kärschtche, Kierschtche, Kipfchen, Knaischen, Knaisje, Knärtel, Knärtzje, Knärz, Knarzel, Knärzelche, Knärzje, Knäusje, Knäusli, Knecks, Kneidele, Kneischen, Kneisje, Kneisle, Kneppel, Knerzl, Knieschen, Knieschen, Kniesje, Kniestchen, Knippche, Knörbl, Knork, Knorst, Knörzchen, Knorze, Knörzje, Knörzl, Knörzle, Knübbele, Knübberle, Knüstchen, Knussel, Knuusä, Köbberla, Koebbla, Köpple, Körschtche, Köschken, Kreschtche, Krischtche, Kruscht, Kübbele, Küppchen, Küppel, Küppele, Kurscht, Kürschtsche, Rampfterla, Ranfdl, Ranft, Ranka, Ränkel, Rankerl, Rankerla, Rempftchen, Rendala, Renftchen, Rengele, Renkerl, Riebel, Riebele, Riefdla, Rieftle, Roiftle, Rungsen, Schäbbelchen, Schäbbelsche, Scherzl, Stazzla, Sterzl, Sterzl, Storzl …

Oder einfach Knützje. Wie es auch richtig ist.


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Kölsche Vornamen: Tünn, Drück, Züff & mehr

Kölsche Vornamen, Bild: Uli Kievernagel
Kölsche Vornamen, Bild: Uli Kievernagel

Es ist weit über die Stadtgrenzen bekannt, dass der kölsche „Jupp“ der hochdeutsche Josef ist. Und auch der „Tünn“ kann ohne große Schwierigkeiten als „Anton“ identifiziert werden. Kein Problem. Aber woher kommt der Döres? Wie heißt Drück auf hochdeutsch? Und wer is et Züff?

Lateinischer Klang im Mittelalter

Viele, aber bei weitem nicht alle der typisch kölschen Vornamen lassen sich aus der Latinisierung im Mittelalter herleiten. So war es durchaus üblich, Vornamen einen lateinischen Klang zu geben. So wurde aus dem Albert der Albertus, aus dem Jakob der Jakobus oder dem Reiner der Reinerus.

Damals gab es noch keine „Kölsche Sprache“ nach unserem heutigen Verständnis. Erst ab etwa dem frühen 17. Jahrhundert wurde in Köln zunehmend die sich entwickelnde neuhochdeutsche Schriftsprache verwendet. Einhergehend damit ist auch eine Trennung von gesprochener und geschriebener Sprache zu beobachten – die Kölner Mundart, wie wir sie heute kennen, entsteht. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war dann Kölsch die Umgangssprache in der Domstadt.

Und in dieser Umgangssprache wurden auch die Vornamen „verkölscht“. Bevorzugt aus den Endungen der vormals lateinischen Fassungen wurden die kölschen Namen gebildet: Der Theodorus wird zum „Döres“, der Jakobus zum „Köbes“ und der Albertus zum „Bätes“. Tatsächlich erklärt das nicht alle kölschen Namensschöpfungen. So ist insbesondere bei den weiblichen Vornamen festzustellen, dass diese meist stark verkürzt werden, oft auf eine einzige Silbe: Aus der Cäcilie wird et Zill oder aus der Katharina et Tring. Ein großes DANKE an meine kölsche Lieblingslyrikerin Juliane Poloczek für diesen Hinweis. 

Um eine Übersicht der kölschen Vornamen zu bekommen habe ich eine Liste zusammengestellt. Selbstverständlich ist diese Liste nicht vollständig. Habt ihr weitere Kölsche Namen? Schickt sie mir rüber. Ich ergänze diese Liste regelmäßig.

Traditionelle Namen bei heute Neugeborenen

Bei den heute Neugeborenen sind die alten Namen übrigens wieder in. Die Top-5 der Namen bei den kölschen Mädchen im Jahr 2020 lauten: Marie (Marieche), Sophie (Züff), Emilia, Maria (auch  Mariechen) und Emma. Bei den Jungs führt Noah vor Felix, Anton (Tünn), Jakob (Köbes) und Leon.


Liste Kölsche Namen

Adam = Addi

Ägidius = Jilles oder Gilles
auch Jiljen oder Jid, im ländlichen Bereich auch Gelis, Jelis, Gilliß, Gilleß, Giel, Egil, Gick

Agnes = Nieß

Andreas = Drickes

Anna-Maria = Annemie

Anna, Änne, Anja = Änn, Änni, Ännsche

 

Antonio "Tünn" Dos Santos, Wirt des "Brauhaus am Kloster" in Raderberg, Bild: Uli Kievernagel
Antonio „Tünn“ Dos Santos, Wirt des „Brauhaus am Kloster“ in Raderberg, Bild: Uli Kievernagel

Antonius, Anton = Tünn, Tünnes
Mein Lieblingswirt kommt aus Portugal und trägt den schönen Namen Antonio Dos Santos. In unserem Veedel ist er aber nur als der Tünn bekannt. Und dass er als Portugiese mit seiner sizilianischen Frau ein typisch Kölsches Brauhaus betreibt, wundert keinen. Auch dafür liebe ich mein Veedel.

 

Et Bärbelchen uss dem Hänneschen-Theater, Bild: Hänneschen-Theater
Et Bärbelchen uss dem Hänneschen-Theater, Bild: Hänneschen-Theater

Appolonia = Plünn

Arnold = Nöll

Barbara = Bärbelche
Et Bärbelchen ist eine der wichtigsten Figuren im Hänneschen-Theater. Dabei spielt sie eine Doppelrolle: In den Aufführungen für Kinder ist sie die Schwester vom Hänneschen, in den Abendstücken für die Erwachsenen die Geliebte und Verlobte vom Hänneschen.

Bartholomäus = Bätes

Bernhard = Bätes

Bruno = Pünn

Cäcilie, Cäzilie = Zill, Zilla, Zilli, Zillche
Die Bühnenspielgemeinschaft „Cäcilia Wolkenburg“ ist eine „Tochter“ des Kölner Männer-Gesang-Vereins und bringt jedes Jahr das Divertissementchen auf die Bühne. Die Kölschen nennen das Divertissementchen liebevoll „Zillchen“.

Christian = Chriss, Kreß

Christina = Stina
Die wohl bekannteste Stina spielt die Hauptrolle in Willi Ostermanns Lied „Et Stina muß ’ne Mann han, et weed die höchste Zick!“ Dort lautet es weiter
„Et Stina muß ’ne Mann han, söns wähde mer’t nit mie quitt
Et Stina muß ’ne Mann han, ov alt hä oder jung,
denn bliev et Stina setze, wör’t schad för dat Fazzung.“

 

Cornel Wachter, Künstler, bekennender Kölner und Fortuna-Fan, Bild: Cornel Wachter
Cornel Wachter, Künstler, bekennender Kölner und Fortuna-Fan, Bild: Cornel Wachter

Cornelius = Nelles, Cornel
Immer aktiv für seine Stadt: Der renommierte Künstler Cornel Wachter aus der Südstadt.  

Elisabet = Liß, Liss, Lissbätt

Georg = Schosch oder Schorsch

Gertrud = Truud, Traudt, Draut, Traudtsche, Drück, Drügg

Gregor = Görres1Ein großes DANKE an Rainer für diessen Hinweis.
Der deutsche Gregor war im lateinischen der Gregorius. Nimmt man nun, wie bei so vielen Namen, die erste Silbe weg, bleibt “Gorius“. Ein historisch bedingter Lautwandel macht aus dem „o“ ein „ö“ und dann ist es nur noch ein kleiner Weg zum „Görres“.

Dat Spillche vun Jan und Griet vom Reiter-Korps Jan von Werth, zu sehen jedes Jahr an Wieverfastelovend an d´r Vringsporz, Bild: Uli Kievernagel
Dat Spillche vun Jan und Griet vom Reiter-Korps Jan von Werth, zu sehen jedes Jahr an Wieverfastelovend an d´r Vringsporz, Bild: Uli Kievernagel

Grete, Margret = Griet, Jriet
Die Marktverkäuferin Griet spielt alljährlich die weibliche Hauptrolle im Spillche vun Jan und Griet vom Reiter-Korps Jan von Werth, zu sehen jedes Jahr an Wieverfastelovend an d´r Vringsporz.

 

Hans "Jean" Löring
Hans „Jean“ Löring, Bild: Deutscher Fußball-Bund

Hans = Schäng
Hier denkt nicht nur jeder Fan von Fortuna Köln natürlich sofort an den Präsident und Mäzen des Vereins: Hans „Jean“ Löring, genannt „Schäng“.

Heinrich, Heinz = Hein, Drickes

Herbert = Bätes, Bäätes
Der Herbert ist einer der vielen Namen die auf -bert enden und im Kölschen einheitlich zum Bätes oder Bäätes werden.

 

Speimanes, der mit der feuchten Aussprache, Bild: Hänneschen-Theater
Speimanes, der mit der feuchten Aussprache, Bild: Hänneschen-Theater

Hermann = Manes
Ein sehr bekannter „Manes“ ist Hermann Speichel, besser bekannt als Speimanes aus dem Hänneschen. Der Speimanes stottert, hat einen Buckel und spuckt, insbesondere beim „B“ und beim „P“. 

Norbert = Bäätes

 

Ein Köbes bei der Arbeit, Bild: Privatbrauerei Gaffel
Ein Köbes bei der Arbeit, Bild: Privatbrauerei Gaffel

Jakob = Köbes
Köbes ist auch der Sammelbegriff für die Bedienung im Brauhaus. Wobei „Bedienung“ nicht der korrekte Begriff ist: Nicht der Gast, sondern der Köbes ist König. Er alleine entscheidet, ob und wann man das nächste Kölsch bekommt.

 

Geißbock Hennes, Das Maskottchen des 1. FC Köln, hier Hennes VIII. mit seinem Betreuer Ingo Reipka, Bild: Nicola, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Geißbock Hennes, das Maskottchen des 1. FC Köln, hier Hennes VIII. mit seinem Betreuer Ingo Reipka, Bild: Nicola, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Jean, Johann, Johannes = Hennes, Schäng, Hännesje
Dass der ruhmreiche 1. FC Köln auch weiter erfolgreich Fußball spielt, ist weniger den Akteuren auf dem Platz, sondern mehr dem Maskottchen neben dem Platz zu verdanken: Der Geißbock Hennes IX. sorgt für erfolgreichen Fußball.

Josef = Jupp

Julia = Jul

 

"Finchen", die legendäre Straßenbahn, Bild: ManuelFranz, CC BY-SA 4.0
„Finchen“, die legendäre Straßenbahn, Bild: Manuel Franz, CC BY-SA 4.0

Josefine, Josephine = Finche
Den Namen „Finchen“ trägt eine durchaus eigenwillige historische Straßenbahn aus dem Jahr 1911. Im Juni 2016 machte sich das Gefährt, nachdem der Fahrer nur kurz auf Toilette war, selbstständig und rollte ohne Fahrer etwa zwei Kilometer das abschüssige Stück vom Thielenbrucher Straßenbahn-Museum zum Dellbrücker Mauspfad. Aber Finchen war umsichtig: Niemand kam zu Schaden.

 

Die Karnevalsgesellschaft Schnüsse Tring von 1901, Bild: KG Schnüsse Tring
Die Karnevalsgesellschaft Schnüsse Tring von 1901, Bild: KG Schnüsse Tring

Katharina = Kättche, Tring
Et „Schnüsse Tring“ war ein selbstbewusstes Dienstmädchen aus Ossendorf. Der Komponist Joseph Roesberg widmete ihr bereits 1859 das „Lied der Schnüsse Tring“. Ihr zu Ehren wurde 1901 die Karnevalsgesellschaft „Schnüsse Tring“ gegründet.

Im Hänneschen stiftet et „Zänkmanns Kätt“ regelmäßig Unruhe. Die Dame sieht alles, hört alles und versteht trotzdem alles falsch.

Maria = Marie, Marieche

Maria Sibylla = Maritzebill

Marianne = Marielche, Mariejelchen
Ein sehr selbstbewusstes Mariejelchen besingen die Höhner in ihrem Hit „Ich ben ene Räuber“. Sie versetzt dem Macho Pitter nach nur einer gemeinsamen Nacht mit den Worten:
„Ich ben och ene Räuber, leeve Pitter.
Ben ne Räuber durch un durch.
Ich kann nit treu sin, läv en dr Daach ren.
Ich ben ne Räuber, maach mir kein Sorch.“

 

Der Zinte Mätes verteilt traditionell Weckmänner an die Pänz, Bild: Flammingo, CC BY-SA 3.0
Der Zinte Mätes verteilt traditionell Weckmänner an die Pänz, Bild: Flammingo, CC BY-SA 3.0

Martin = Mätes
Am 11.11. ist nicht nur Sessionsbeginn sondern auch „Zinte Mätes“ – Sankt Martin. Der Zinte Mätes verteilt dann traditionell Weckmänner an die Pänz.

Matthias = Mattes, Mattschö

Nikolaus, Klaus = Klööß

 

Der "Drüje Pitter" macht auf diesem Bild hier seinem Namen alle Ehre: Mit "drüsch" oder "drüg" meint der Kölsche "trocken", Bild: Uli Kievernagel
Der „Drüje Pitter“ macht auf diesem Bild hier seinem Namen alle Ehre: Mit „drüsch“ oder „drüg“ meint der Kölsche „trocken“, Bild: Uli Kievernagel

Peter = Pitter
Bitte nicht verwechseln: Der „Drüje Pitter“ ist ein Brunnen, der „Decke Pitter“ ist die Petrusglocke und das „Pittermännchen“ ist ein 10-Liter-Fass.

Sibylla, Sibille = Billa, Bill
Und alle Kölschen haben direkt die Melodie von Willi Ostermann im Kopf
„Jetz hät dat Schmitze Billa
en Poppelsdorf en Villa.
Et hät en eigen Huhs,
et Bill es fein eruhs!“

Sophia = Züff, Soffi

 

Der Kölner Oberbürgermeister Theo "Döres" Burauen, Bild: Bundesarchiv
Der Kölner Oberbürgermeister Theo „Döres“ Burauen, Bild: Bundesarchiv

Theodor = Düres, Döres, Düüres, Dööres
Ein ganz wichtiger Döres für Köln war der Kölner Oberbürgermeister Theo Burauen (geb. 1906, gestorben 1987). Der überaus beliebte Politiker wurde von den Kölnern nur „Döres“ genannt und hatte eine Menge Erfolge zu verbuchen, unter anderem den Neubau des Opernhauses, der Sporthochschule sowie der Severins– und Zoobrücke. Und der Döres hatte auch das legendäre Kamelrennen in Weidenpesch eingefädelt.

 

Eine Ursulabüste mit Schauöffnung. Die Büsten sind hohl, der Deckel in Form des Kopfes kann abgenommen werden. Gefüllt werden die Büsten mit einem Schädel oder anderen Knochen, Bild: Raimond Spekking
Eine Ursulabüste mit Schauöffnung. Die Büsten sind hohl, der Deckel in Form des Kopfes kann abgenommen werden. Gefüllt werden die Büsten mit einem Schädel oder anderen Knochen, Bild: Raimond Spekking

Ursula = Öschel
Das Martyrium der Heiligen Ursula und der damit verbundene Reliquienkult hat der Stadt viel Ruhm und Pilger und den Kölschen viel Geld gebracht.

Werner = Neeres, Neres

Wilhelm = Wellem, Will, Willi

Das Sankt Vinzenz-Hospitals in Nippes (2021), Bild: Sebastian Löder / CC BY 4.0
Das Sankt Vinzenz-Hospitals in Nippes (2021), Bild: Sebastian Löder / CC BY 4.0

Zenses = Vinzenz2Ein großes DANKE an Rainer für diessen Hinweis.
Der „berühmteste Vinzenz“ in Köln ist das St. Vinzenz-Hospital in Nippes. 


Selbstverständlich ist diese Liste nicht vollständig. Habt ihr weitere Kölsche Namen? Schickt sie mir rüber. Ich ergänze diese Liste regelmäßig.


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Wat sin „Blauköpp“?

Die blaue Uniform der protestantischen Preußen hat zum Begriff "Blauköpp" geführt, Bild: Knötel (1883)
Die blaue Uniform der protestantischen Preußen hat zum Begriff „Blauköpp“ geführt, Bild: Knötel (1883)

„Dat sin Blauköpp“ pflegte meine Oma im besten rheinisch-katholischem Selbstverständnis zu sagen. Mit Blauköpp bezeichnet der Kölsche alle Personen, die evangelisch sind. Tatsächlich war die Bezeichnung Blauköpp (also „Blaue Köpfe“) tatsächlich ursprünglich abwertend gemeint.

Aber wie so viele kölsche Begriffe, hat auch Blauköpp eine wahre Achterbahnfahrt in der Bewertung hinter sich. Heute feiern die Protestanten unter dem Titel „Blauköpp Alaaf“ ihre eigene Karnevalssitzung. In der Hymne dieser Sitzung lautet es selbstironisch:

„Ich ben ’ne kölsche Protestant un maach Rabatz.
Ich ben ’ne Blaukopp und sing Ajuja.“

Adolf Clarenbach (rechts),auf Melaten hingerichteter evangelischer Reformator, Statue am Rathaus, Bild: Raimond Spekking
Adolf Clarenbach (rechts),auf Melaten hingerichteter evangelischer Reformator, Statue am Rathaus, Bild: Raimond Spekking

Unterdrückung und Verfolgung

Im „Hillige Kölle“ wurden protestantische Bewegungen lange stark unterdrückt. Evangelische Gemeinden konnten nur versteckt agieren – Köln war für sie ein gefährliches Pflaster. Prediger wie Adolf Clarenbach (1497-1529) wurden verfolgt und hingerichtet. Auch war es den Protestanten ab 1583 untersagt, in Köln begraben zu werden. Daher lagen evangelische Friedhöfe, wie zum Beispiel der Geusenfriedhof, außerhalb der Stadtmauern Kölns.

Der Geusenfriedhof, Bild: Uli Kievernagel
Der Geusenfriedhof, Bild: Uli Kievernagel

Färber, Schweden oder Preußen?

Bleibt die Frage, woher denn der Begriff „Blauköpp“ stammt. Dafür sind viele Erklärungsansätze populär:

  • So sollen protestantische Handwerker aus Flamen, die in Köln tätig waren, blaue Mützen getragen haben.1Übrigens soll auch der Begriff „blau sein“ sich auf die Färber beziehen: Diese Männer sollen viel Bier getrunken haben und in den Färberbottich gepinkelt haben, weil man Urin und Alkohol für die chemische Reaktion zur Gewinnung von blauem Farbstoff aus Färberwaid benötigt.
  • Protestantische schwedische Soldaten sollen im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) Helme mit einem blauen Schimmer getragen haben.
  • Keine Belege gibt es für die Thesen, dass der Begriff sich von „blaublütig“ ableitet.

Tatsächlich aber kann man davon ausgehen, dass der Begriff Blauköpp sich auf die Preußen bezieht. Der katholische Kölner konnte mit den disziplinierten  Preußen in ihren blauen Uniformen nichts anfangen und bezeichnete diese abfällig als „Blauköpp“. Und da die Preußen mehrheitlich evangelisch waren, hat sich dieser Begriff für die Protestanten eingebürgert.    

Christen sind heute eine Minderheit

Heute sind die christlichen Kirchen wegen der Abwanderung der Gläubigen stark unter Druck. So sind gerade noch knapp 15% der Kölner evangelisch. Etwa doppelt so viele bekennen sich zum katholischen Glauben, geschätzte 11% sind Muslime. Der größte Teil jedoch ist konfessionslos – Tendenz rapide steigend.

Die traditionelle Sündenverbrennung des Bürgervereins RADERBERG und THAL e.V., immer ökumenisch, 2021 unter Corona-Bedingungen mit Abstand und Mundschutz., Bild: Uli Kievernagel
Die traditionelle Sündenverbrennung des Bürgervereins RADERBERG und THAL e.V., immer ökumenisch, 2021 unter Corona-Bedingungen mit Abstand und Mundschutz., Bild: Uli Kievernagel

Gelebte Ökumene im Veedel

Das Verhältnis der christlichen Kirchen untereinander ist sehr entspannt – vielerorts gibt es die gelebte Ökumene. So auch bei der traditionellen „Sündenverbrennung“ des Bürgervereins RADERBERG und THAL e.V.  immer an Karnevalsdienstag. Hier verbrennen der katholische Pfarrer Thomas Frings und der evangelische Pfarrer Klaus Eberhard gemeinsam die Karnevalssünden – ganz ökumenisch und sehr unterhaltsam.

Schaut euch das mal an! Lohnt sich.


Jürgen Becker: „Ich bin so froh, dass ich nicht evangelisch bin“

Nicht ganz ernst gemeint singen Jürgen Becker und Norbert Alich über die Unterschiede zwischen Katholiken und Protestanten. In dem Lied heißt es unter anderem

„Ich bin so froh, dass ich nicht evangelisch bin,
die haben doch nichts anderes als arbeiten im Sinn.

Als Katholik da kannste pfuschen, dat eine is jewiss,
am Samstag gehste beichten und fott is der janze Driss.

Kein Weihrauch, keine Witze,
keine Heiligen in Stein,
immer alles ernst gemeint,
das passt nicht an den Rhein

Fünfundneunzig Thesen,
die sin uns viel zu viel,
wir brauchen hundert Tresen
und ´nen Tisch fürs Kartenspiel.

Irgendwie ja schon treffend,
zumindest der Vers mit den Thesen und dem Tresen.


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