A 555 – Die Diplomatenrennbahn

 

A 555 - Straße zwischen den Fahrstreifen
A 555 – Teile der alten Fahrbahn mitten zwischen den beiden Richtungsfahrbahnen existieren heute noch.   Bild: Uli Kievernagel

Um gleich eine freche Behauptung der Nazi-Propaganda zu widerlegen:  Hitler war nicht der Erfinder der Autobahnen. Die erste Autobahn wurde am 6. August 1932 vom damaligen Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer eröffnet und verbindet noch heute Köln und Bonn.

Im Vergleich zu heutigen Autobahnen war diese „Kraftwagenstraße“ fast schon abenteuerlich: So gab es zwar keine Kreuzungen und wie heute auch zwei Spuren für jede Fahrtrichtung, allerdings waren die Spuren nicht durch einen Mittelleitplanke sondern nur durch einen weißen Strich voneinander getrennt. Besonders kurios: Vom Verteilerkreis in Köln bis Godorf gab es noch ein zusätzliche Spur zwischen den beiden Fahrbahnen für Pferdefuhrwerke, Radfahrer und andere langsame Verkehrsteilnehmer. Großer Verlierer des Autobahnbaus war der Marienburger Golfclub, dessen 18-Loch-Platz dem Autobahnbau zum Opfer fiel. Und heute putten die Cracks auf einem 9-Loch-Platz mitten im Autobahnkreuz Köln-Süd. In den 1960er Jahren wurde die Autobahn auf sechs Spuren ausgebaut. Ganz ohne Tempolimit konnten nun die Mitarbeiter aus den Botschaften und Konsulaten in Marienburg die 20 Kilometer lange Strecke nach Bonn in die berüchtigte Diplomatenrennbahn verwandeln.

Heute nutzen mehr als 80.000 Fahrzeuge täglich die A 555 und nur in Höhe von Wesseling und auf den letzten Kilometern nach Bonn bzw. Köln gibt es ein Tempolimit.

Das Hitler fälschlicherweise der Titel „Erfinder der Autobahn“ zugeschrieben wird, hängt übrigens mit einem Verwaltungstrick der Nazis zusammen: Die Köln-Bonner-Kraftwagenstraße wurde von den Nazis zur „Landstraße“ zurückgestuft Somit konnte Hitler die ersten Autobahn eröffnen.

Weitere Infos und ein sehenswertes Foto enthält der Artikel „A 555: Europas erste Autobahn“ auf Spiegel Online (http://www.spiegel.de/einestages/a-555-a-946575.html)


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Kölsche Wörter: Krade aller Länder kommt nach Kölle

Bömmel Lückerath, Bild: Bläck Föös
Lädt alle Krade nach Köln ein: Bömmel Lückerath, Bild: Bläck Föös

Im Jahr 2004 war die Aufregung beim damaligen Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma groß: Hatten doch die Bläck Föös mit dem Lied „Kradechor“ alle Krade in unsere schöne Domstadt eingeladen.  Und das auch noch ausgerechnet auf der Prinzenproklamation. Also beim „Hochamt“ des offiziellen Karnevals. Noch auf der Bühne bat Schramma den frisch proklamierten Bauern des Dreigestirns, ihn bei der Verteidigung der Stadt gegen die Krade zu unterstützen.

Und schon war der Streit um das kölsche Wort Krade entbrannt. Das Kölsch-Lexikon der Akademie för uns kölsche Sproch übersetzt „Kradepack“ kurz und knapp mit“ Pöbel“. im Wrede (das renommierte Kölsch-Lexikon)  ist Krad auch ein Schimpfwort. Bömmel Lückerath von den Bläck Föös hält dagegen: „Das war vielleicht vor 50 Jahren so. Heute ist das fast ein Kosename für einen echten Kölschen, der mit beiden Beinen im Leben steht.“ Und jetzt?  Was bedeutet „Krad“ denn nun wirklich?

Ich habe letzte Woche eine kleine, nicht repräsentative, Umfrage in meiner Stammkneipe gestartet. Und die Wahrheit liegt anscheinend irgendwo zwischen Schrammas Interpretation  und Bömmels Meinung: Keiner der Befragten möchte sich selbst als Krad bezeichnen. Als Kosename geht das Wort anscheinend nicht durch. Gleichzeitig werden Dritte, in der Regel nicht anwesende, Personen, gerne liebevoll als Krad bezeichnet, ohne dass es sich dabei um eine Beschimpfung handelt.

Womit wir wieder bei Schramma und anderen offiziellen Vertretern der Stadt und des Karnevals wären: Beim Kradechor regt man sich auf, wenn aber das Eilemann-Trio frivol „Wir steigen auf das Matterhorn – Mal von hinten, mal von vorn…“ singt, stimmt man mit voller Brust ein. Dat jitt et nur in Kölle.

Zum Nachhören: Der Kradechor der Föös


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Der „Kriegsdienstverweigerer“ Sankt Gereon

Der abgeschlagene Kopf des Heiligen Gereons, Bild: Thomas Schmitz
Der abgeschlagene Kopf des Heiligen Gereons, Bild: Thomas Schmitz

Ein prominenter Platz – und kaum jemand kennt ihn: Der Heilige Gereon ist Teil des von Stephan Lochners geschaffenen „Altars der Stadtpatrone“ im Dom. Doch neben den Heiligen Drei Königen und der Heiligen Ursula mit ihren sagenhaften 11.000 Jungfrauen tritt der „Kriesgdienstverweigerer“ Gereon in den Hintergrund. Einige werden wohl nur noch das von ca. 1970 bis 1990 gebraute „Gereons Kölsch“ kennen. Welches aber nichts mit dem Heiligen zu tun hat.

Der Heilige Gereon, Bild: Joachim Schäfer
Der Heilige Gereon (als Teil des „Altars der  Stadtpatrone“ im Dom) , Bild: Joachim Schäfer

Der Heilige Gereon, geboren um das Jahr 270 nach Christus, war Anführer der Thebäischen Legion, einer speziellen Garde, die in Ägypten im Auftrag des römischen Kaisers die Christen bekämpfen sollte. Speziell war die Garde deswegen, weil sie ausschließlich aus Christen bestand.

Doch Gereon und seine Truppen rebellierten gegen den Kaiser. Die darauf folgende Strafe war drastisch: Jeder Zehnte wurde enthauptet. Doch der Widerstand blieb. Deswegen wurden alle 300  Soldaten und auch  Gereon hingerichtet. Vermutlich geschah dieses Gemetzel im heutigen Ehrenfeld. Die Legende sagt aber, dass die Soldaten auf einem römischen Friedhof an der Stelle, wo heute die Kirche St. Gereon steht, ermordet wurden. Dabei soll Blut der getöteten Soldaten an eine Säule gespritzt sein, die heute an einem speziellen Platz in der Kirche St. Gereon steht. Dieser Säule werden magische Kräfte zugeschrieben. So soll die sogenannte „Blutsäule“ Gut und Böse unterscheiden können.

Manch einem Kölschen, aber auch Besuchern aus aller Welt wird es deswegen mulmig, wenn sie die Inschrift an der Blutsäule lesen: „Adde fidem, fuit hic pridem fusus cruor idem ad lapidem, si dem me male, punit idem“ [Glaube mir, hier wurde vor langer Zeit Blut an diesem Stein vergossen, wenn ich mich böse verhalte, straft er.]

Also – wer traut sich, an der Blutsäule vorbei zu gehen?


St. Gereon, Gereonshof 2, 50670 Köln. Die Kirche kann – außerhalb der Gottesdienstzeiten – montags bis freitags von 10 bis 18: Uhr, samstags von bis 17:30 Uhr und sonntags von 13 bis 18 Uhr besichtigt werden.


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Lotsen-Gutschein fliegt durch die Domstadt

Augen auf im Kölner Stadtgebiet!

Gestern haben Svenja und  Martin in unserer wunderschönen Stadt geheiratet. Dazu einen gaaaanz großen GLÜCKWUNSCH!

Der Clou: Freunde der beiden haben Luftballons mit Gutscheinen steigen  lassen – unter anderem auch für eine Tour mit dem Köln-Lotsen. Also schaut euch um. Wenn ihr einen Ballon finden solltet, meldet euch und wir machen eine wunderschöne Lotsen-Tour.

Und dieses Lied ist ganz speziell für euch, Svenja & Martin. ALLES GUTE.

Hochzeit_Svenja_Martin_1
Svenja & Martin haben am 30.09. geheiratet
svenja__martin
Meldet euch mit dem richtigen Kennwort!  Bilder: Zeljko Cavara, xyzettgraphix

 

 

Puszta-Hütte: Dieser Gulasch hebt auch den ältesten Jahrgang aufs Fahrrad!

Gulasch aus der Puszta-Hütte, Bild: Uli Kievernagel
Wenn der kleine Hunger kommt: Gulasch aus der Puszta-Hütte auch für zu Hause.     Bild: Uli Kievernagel

Mit „scharf“ oder „normal“ – mehr Möglichkeiten gibt es nicht. Deshalb sucht man in der Puszta-Hütte auch vergeblich eine Speisekarte. Die würde sich auch nicht lohnen, denn in der Pustza-Hütte gibt es Gulasch. Nur Gulasch. Punkt. Die einzige Entscheidung ist ob mit oder ohne „scharf“. Dabei lautet die dringende Empfehlung für alle, die zum ersten Mal in die Puszta-Hütte kommen: Erstmal ohne „scharf“ probieren. Das ist dann für die meisten eh´ schon scharf genug. Nachwürzen geht immer noch.

Bereits seit 1948 wird der feurig-scharfe Gulasch, der „… auch den ältesten Jahrgang aufs Fahrrad hebt“ am Neumarkt angeboten. Der Gründer, Max Lippert, kehrte damals aus der Kriegsgefangenschaft über Ungarn in das fast völlig zerstörte Köln zurück. Im Gepäck hatte er ein Rezept für eine typisch ungarische Gulaschsuppe. Zunächst servierte er den ausgehungerten Kölnern für eine Mark in einer einfachen Bretterhütte seinen Gulasch. Und damit traf er den Zeitgeist: Kaum einer kannte in den Nachkriegsjahren die schnelle Mahlzeit auf der Straße. So hatte auch die Puszta-Hütte ihr eigenes Wirtschaftswunder und Lippert zog nach kurzer Zeit ein paar Meter weiter in ein festes Gebäude um. Und direkt am Neumarkt, befindet sich die Puszta-Hütte heute immer noch.

Kenner des Hauses essen übrigens beim ersten Teller immer um die üppigen Fleischbrocken des Gulaschs drum herum, denn einen Nachschlag Sauce gibt es gratis. Dazu dann noch ein oder zwei frisch gezapfte Mühlen-Kölsch. Herrlich. Wer braucht hier eine Speisekarte?

Puszta-Hütte, Fleischmengergasse 57, 50676 Köln

Geöffnet Montag bis Samstag von 10 bis 20 Uhr, sonntags und an Feiertagen geschlossen.

Für alle, die es nicht in die Innenstadt schaffen, bietet die Puszta-Hütte auch „Zweigstellen“ in Wesseling und Hürth sowie einen Gulasch-Online-Shop an.


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HöVi-Land: Ein Land für Kinder

Motto HöVi-Land 2017
HöVi-Land-Motto  2017, Bild: HöVi-Land

Auf der „Schäl Sick“, der rechten Rheinseite, liegen die beiden Kölner Stadtteile Höhenberg und Vingst mit insgesamt etwa 23.500 Einwohnern. Ein Blick in die Statistik zeigt, warum diese beiden Stadtteile als „Problembezirke“ oder „Soziale Brennpunkte“ bezeichnet werden:

  • Die Arbeitslosenquote liegt bei 23% (Durchschnitt in Köln: 15%).
  • Der Anteil der ausländischen Bevölkerung liegt bei 32% (Durchschnitt in Köln: 19%), der Anteil der ausländischen Schülerinnen und Schüler liegt bei 48%.
  • Etwa 40% der Haushalte leben von staatlicher Zuwendung.
    (Quelle: HöVi-Land-Website)

So leuchtet es auch ein, dass Kinder aus diesen Stadtbezirken oft bei – für andere Kinder alltäglichen – Aktivitäten ausgeschlossen sind. Und Urlaub kann sich hier kaum eine Familie leisten. So kamen der heutige Weihbischof Ansgar Puff und die evangelische Jugendleiterin Petra Kempe im Jahr 1994 auf die Idee, ein spezielles Ferienangebot für die Kinder aus Höhenberg und Vingst zu schaffen: Die Geburtsstunde des HöVi-Lands.

Mittlerweile ist die Zeltstadt HöVi-Land jeweils in den ersten drei Wochen der Sommerferien Heimat für mehr als 500 Kinder. Diese werden von etwa 150 Erwachsenen und ca. 100 Jugendlichen betreut. Arbeit ist reichlich vorhanden: Täglich werden mehr als 600 Mahlzeiten zubereitet, die Wasserversorgung und die Elektrik werden aufgebaut und gewartet, die Logistik muss sichergestellt werden, ein Arzt steht bei Verletzungen bereit – die Liste der Aufgaben ist lang. Besonders erfreulich ist, dass viele der Jugendlichen, die heute als Betreuer aktiv tätig sind, früher selber als Kinder im HöVi-Land ihre Ferien verbracht haben.

Wer sich auch einbringen will, kann gerne für das HöVi-Land spenden. Auf der „Spenden-Seite“ des Hövi-Lands sind alle Informationen zur Bankverbindung, Spendenquittung etc. aufgeführt.

Weitere Infos zum HöVi-Land: http://www.hoevi-land.de/


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Johann Adam Schall von Bell – der kölsche Mandarin

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Statue von Adam Schal von Bell an der Minoritenkirche, Bild: Uli Kievernagel

Ein Kölner war 1658 einer der wichtigsten Berater des Kaisers von China: Der Jesuit und Wissenschaftler Adam Schall von Bell. Geboren am 1. Mai 1592 (wahrscheinlich) in Köln, besuchte er das Gymnasium Tricoronatum in der Marzellenstraße. Später studierte Schall von Bell in Rom Astronomie. Zusammen mit einer Gruppe Missionare reist er  im Jahr 1618 nach China und gerät dort in die Wirren des Kolonialkriegs. Sein Wissen über moderne Waffentechnik – Schall von Bell repariert erfolgreich alte Kanonen – sichert den Chinesen den Sieg über die Niederländer und führt ihn an den kaiserlichen Hof.

Grabstein von Adam Schall von Bell auf dem Pekinger Zhalan Friedhof, Bild: Uli Linnenberg, aufrome.de
Grabstein von Adam Schall von Bell auf dem Pekinger Zhalan Friedhof, Bild: Uli Linnenberg, aufrome.de

Dort wird er mit er mit der enorm wichtigen Aufgabe beauftragt, den chinesischen Kalender zu reformieren. Durch seine erfolgreiche Arbeit wird er wichtigster Berater des Kaisers Shunzhi, der ihn zum Mandarin befördert. Den Tod Shunzhis nutzen die Schall von Bells Gegner, um ihn zu diskreditieren – in einem Schauprozess wird er zum Tod durch Zerstückelung bei lebendigem Leib verurteilt. Ein paar Tage vor der Hinrichtung rettet ihn ein Zufall vor dem grausamen Tod, weil ein Erdbeben als Beweis seiner Unschuld gedeutet wird. Schall von Bell stirbt eines natürlichen Todes im Alter von 74 Jahren.

In seiner Heimatstadt erinnert eine stark verwitterte Statue in Nähe der Minoritenkirche an den „Kölschen Mandarin“.


Schall von Bell in Köln und die Brauerei AufRome

Es gibt eine ganz erstaunliche – und mir völlig unbekannte – kölsche Querverbindung zwischen der Brauerei AufRome und Adam Schall von Bell. Davon hat mir Uli Linnenberg erzählt:

Der Brauunternehmer Linnenberg ist Eigentümer der Brauerei AufRome. Und vermutlich ein Onkel von Adam Schall von Bell war auch von 1599-1605 Betreiber dieser Brauerei. Um genau zu sein war es seine Frau, Anna Reuffers bekannt als „die Brauersche auf Rome/up ruim“. Sie hat in dritter Ehe den Edlen Ruprecht Schall von Bell geheiratet und dann mit ihm die Brauerei geführt. Es sei sogar möglich, so Linnenberg, dass Adam Schall von Bell während seiner Zeit am Gymnasium Tricoronatum in der Marzellenstraße bei seiner Kölner Familie gewohnt haben könnte, schließlich war das Gymnasium nur ein paar Meter von der Brauerei entfernt.

Die Brauerei AufRome - ein geschichtsträchtiges kölsches Unternehmen, Bild: aufrome.de
Die Brauerei AufRome – ein geschichtsträchtiges kölsches Unternehmen, Bild: aufrome.de

Die ganze, wechselvollen fast 700-jährige Geschichte dieser Brauerei findet ihr auf der Website AufRome.de. Schaut mal rein. Lohnt sich. Genau wie ein  Schluck des dort gebrauten Biers: Der Düxer Bock. Ein Genuss.


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Kölsche Wörter: „Jedöns“ – auf den Zusammenhang kommt es an

Jedoens_by_Susanne Schmich_pixelio.de
Jedöns – es wird Zeit, aufzuräumen    Bildquelle: Susanne Schmich / pixelio.de

Irgendwie ist für den Kölschen alles  Jedöns: Je nach Zusammenhang beschreibt dieser herrliche Begriff Stress, herumliegendes Zeugs oder den Aufwand für eine Sache.

Mit „Mach nit esu e Jedöns“ wird der Angesprochene darauf hingewiesen, dass er nicht so viel Aufheben um eine vermeintliche Nichtigkeit machen soll. „Dunn ens ding Jedöns fott“ ist hingegen die unmissverständliche Aufforderung, endlich aufzuräumen. Spricht man hingegen über eine dritte Person, kann es auch lauten „Der hät esch vell Jedöns.“. Damit ist Stress gemeint.

Jedöns ist übrigens auch schönes Beispiel für den Streit der Sprachpuristen: Während die reine Lehre diesen Begriff immer mit „G“ als „Gedöns“ schreibt, ist die Variante mit „J“ im Sprachgebrauch viel verbreiteter. Aber auch hier gilt für dä Kölsche:
Et is doch ejal, loss mer nit esu vell Jedöns um dat Gedöns mache.


Es gibt noch weitere kölsche Wörter, die sich nicht eindeutig übersetzen lassen wie zum Beispiel „fimpschig“.  


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Zum Sprung bereit – der Panther in Marienburg

Panther, Bild: Uli Kievernagel
Kommt aus dem Gebüsch geschlichen: Der Panther, Bild: Uli Kievernagel

Die Ohren angelegt, sich anschleichend, mitten aus dem umgebenden Bäumen und Büschen kommend: Der lebensgroße Panther im Südpark in Köln-Marienburg ist durchaus beeindruckend. Auch der Platz für diese Skulptur ist sehr gut gewählt. Das halbrunde Gestrüpp lässt nur den frontalen Blick zu, von der Seite aus ist der Panther nicht zu sehen. Der Bronzeguß stammt ungefähr aus dem Jahr 1920, eine exaktere Datierung ist wegen fehlender Dokumente nicht möglich.

Geschaffen wurde der Panther vom Bildhauer Fritz Behn – einer Größe im nationalsozialistischen Kunstbetrieb. Ab 1921 unterhielt Behn gute Kontakte zu Hitler, der ihm 1943 die „Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft“ verlieh. Fritz Behn war bereits 1928 einer der Initiatoren des „Nationalsozialistischen Kampfbunds für deutsche Kultur“ . Zielsetzung diese Vereinigung war der Widerstand gegen „Verbastardisierung und Vernegerung unseres Daseins“. In dem Nazi-Blatt „Völkischer Beobachter“ hetzte Fritz Behn als Redakteur im Feuilleton gegen „Entartete Kunst“ und „Nigger-Jazz“.

Bei dieser steilen Nazi-Karriere verwundert seine Aussage nach dem Krieg, dass er in Gegnerschaft zum NS-Regime gestanden habe und die „Linkspresse“ ihn zum „Nazi-Bildhauer“ stempeln würde. Fritz Behn war bis zu seinem Tod im Jahr 1970 als freischaffender Künstler tätig, der seine alten Seilschaften zu nutzen wusste und unter anderem Portraits von Maria Callas oder Papst Pius XII. fertigte.

Und mit dem Wissen um den Bildhauer verändert sich für viele auch der Blick auf das Kunstwerk „Der Panther“.

Übrigens:  Teilnehmer der Lotsen-Tour Marienburg können dem Panther auf unserer Tour tief in die angriffslustigen Augen sehen. Eine weitere Skulptur von Fritz Behn steht in dem kleinen Park am Sachsenring: „Diana mit springender Antilope“.


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Kölsche Wörter: Wo mer jeit un steit nur Pänz, Pänz, Pänz

Koelsche_Paenz_S. Hofschaeger_pixelio.de
Kölsche Pänz , Bild: S.. Hofschaeger/pixelio.de

Ein Aufschrei ging durch die Stadt, als das Festkomitee Kölner Karneval 2005 das Sessionsmotto verkündete: „Kölle un die Kids der Welt, fiere nit nur Fasteleer“. Kölsche Sprachpuristen rieben sich an dem Begriff „Kids“ und machten auf den wunderschönen Ausdruck „Pänz“ aufmerksam. Dieser Begriff meint schlichtweg „Kinder“. Früher war dieser Begriff eher negativ belegt, doch diese Bedeutung ist im Laufe der Zeit verschwunden.

Um die „Pänz“ in Kölle steht es übrigens recht gut: Im Jahr 2016 kamen in Köln 11.810 Kinder auf die Welt – der höchste Wert seit Jahrzehnten. Dabei liegen die Kölsche Junge leicht vor den Kölschen Mädchen: 49,4% Mädchen stehen 50,6% Jungs gegenüber. Chorweiler führt übrigens bei der Geburtenziffer. Diese Kennzahl gibt die durchschnittliche Zahl der Kinder an, die eine Frau vom 15. bis zum 49.Lebensjahr zur Welt bringt. Der kölsche Durchschnitt liegt hier bei 1,4. Im Stadtbezirk Chorweiler beträgt die Geburtenziffer 1,68, in der Innenstadt nur 1,03. „Marie“ führt die Namenshitliste der kölschen Mädchen an, während bei den Jungs „Maximilian“ auf Platz 1 liegt.

Nach dem Eklat um den Begriff „Kids“ hat das Festkomitee übrigens klein beigegeben. Das Sessionsmotto 2005 wurde in „Kölle un die Pänz der Welt“ geändert.

Und wenn die Pänz mal wieder in den Gärten, auf den Straßen und Plätzen lärmen, lehnt sich der Kölsche zurück und denkt an das wunderschöne Lied der Bläck Föös „Pänz, Pänz, Pänz“.


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